Gamescom 2019: Ein Erlebnisbericht mit einem Funken Nostalgie

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Wir befinden uns in Köln Deutz, Deutschland. Das Datum ist der 20.08.19, wir haben 8:45. Ungeduldige Fachbesucher und Vertreter der Presse warten darauf, dass die Schranken sich öffnen und den Weg in die Hallen dahinter freigeben. Hinein in die Welt der Spiele.

Mittlerweile sollte jedem klar sein, wo wir uns einmal mehr herumgetrieben haben: die Gamescom 2019. Zum ersten Mal mit einer Live Show eröffnet, lockten dieses Jahr gleich mehrere Highlights die Besucher und ganz nebenbei wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Ganze 373.000 Besucher besuchten in der Zeit von Dienstag bis Samstag die Messe, die Tickets waren nahezu ausverkauft.

Aber genug von langweiligen Statistiken, zurück zur vielseitigen Welt der Spiele.

Final Fantasy VII und VIII

Nachdem wir letztes Jahr bereits feststellen mussten, dass auch am Pressetag die Schlangen immer länger wurden, beschlossen wir gleich mit einem der wohl am meisten gewünschten Spiele überhaupt anzufangen: dem Remake von Final Fantasy VII.

 

Das in mehrere Kapitel aufgeteilte Remake erscheint 2020, fast fünf Jahre nach der ersten Ankündigung 2015. Wir schlüpfen wieder in die Rolle von Cloud, dessen Haar in 3D nur noch fabulöser aussieht. Die Demo startet nach einer kurzen Einführung mitten in der Reaktorszene vom Anfang des Spiels, in der Cloud seine Loyalität unter Beweis stellen soll. Statt dem gewohnten rundenbasierten System erwartet uns ein Action-Kampfsystem, welches ein wenig an Final Fantasy XV erinnert. Kämpfe passieren in Echtzeit, nur für besondere Aktionen wird kurz pausiert. Zwischen Mitgliedern ist ein Umschalten mittels Taste möglich, sodass wir nicht nur Clouds Nahangriffe, sondern auch Barrets Fernangriffe nutzen können. Für jemanden, der Final Fantasy XV nicht gespielt hat, erscheint das System am Anfang etwas holprig, aber spätestens am Ende der Demo hat der Spieler so ungefähr verstanden was man tun muss. Ist auch gut so, dort wartet nämlich ein ziemlich fieser Boss.

Der Nostalgiefaktor ist selbstverständlich unglaublich hoch, Cloud und Co und alleine Midgar in 3D zu sehen alleine ist bereits ziemlich cool, da sieht man sogar darüber hinweg dass die Lippensynchro außerhalb von Zwischensequenzen fehlte (wir hoffen einfach dass das der Demo geschuldet ist).

Direkt danach ging es weiter zur Remastered von Final Fantasy VIII, welche bereits im September erscheint. Außer einigen Komfortfunktionen wie eine Taste zum Erhöhen der Geschwindigkeit hat sich hier technisch scheinbar nichts verändert, auch die Hintergründe sehen leider noch fast so aus wie vorher. Die Charaktermodelle sind dafür viel schöner geworden und für Fans des Spiels, oder solche die es noch werden wollen, auf jeden Fall einen Blick wert.

Pokemon Schwert und Schild

Auch Nintendo war dieses Jahr gut aufgestellt. Neben der Switch-Version von The Witcher 3 und Luigis Mansion 3 waren auch das Remake von The Legend of Zelda: Links Awakening und Pokemon: Schwert und Schild mit von der Partie. Da wir uns bei letzteren aufgrund der voller werdenden Hallen für eines entscheiden mussten, konnten wir leider nur Pokemon testen – Zelda wird so oder so gekauft.

Pokemon Schwert und Schild lässt uns eine der Arenen der Galar-Regionen durchspielen, in welcher wir ein Wasserrätsel lösen müssen um zum Leiter vorzudringen. Dabei fehlen natürlich nicht die üblichen Trainerkämpfe, in welchen wir ein paar der neuen Pokemon zu Gesicht bekommen. Unser Team besteht dabei aus den drei neuen Startern und bereits vorgestellten neuen Pokemon. Im Kampf mit der Arenaleiterin am Ende dürfen wir dann noch das Giga-Maxing ausprobieren, in dem eure Pokemon riesig groß werden. Das Maxing ist dabei auf 3 Runden begrenzt, in welchen ihr dafür aber auch spezielle Attacken einsetzen dürft. Ob man das mag oder nicht bleibt jedem selbst überlassen, so richtig innovativ ist es nicht. Auf die Galar-Region sind wir trotzdem gespannt und finden es schade, dass wir in der Demo keine Pokemon fangen durften.

Doom: Eternal

Unser Programm für den Vormittag führte uns weiter zu Bethesda, die dieses Jahr leider nur Doom: Eternal dabeihatten. Dementsprechend war der Stand ganz im Zeichen des Ego Shooters designt. Lediglich das aufgebaute Streaming-Zimmer erinnerte daran, dass Bethesda auch noch andere Spiele produziert. Doom: Eternal erscheint am 22.11.19 und lässt uns in altbekannter Manier Dämonen zerstückeln, verstümmeln und generell zurück in die Hölle schicken, auf der Erde haben sie schließlich nichts zu suchen! Zu entdecken gibt es neue Dämonen und eine brandneue Welt – falls denn jemand bei Doom Weltenbummel betreibt.

Borderlands

Vorbei an den unglaublich langen Schlangen für Death Stranding und Cyberpunk 2077 (3 Stunden Wartezeit sagte uns die Markierung auf dem Fußboden, das war uns für eine live Gameplay-Demo und einen Trailer dann doch etwas zu viel) ging es weiter zu Microsoft. Hier konnte der dritte Teil von Borderlands gespielt werden, mit gewohnt schrägen Charakteren und schicker Optik. Ausprobiert werden konnten diverse Klassen, wir haben uns am Beastmaster versucht, was auch gut so war. So fühlten wir uns nicht ganz so aufgeschmissen, wenn wieder mal die Munition ausging.

 

Code Vein

Kurz vorm Mittagessen spielten wir noch eine Runde Code Vein, ein düster anmutendes JRPG von Bandai. Wir werden mitten hineingeworfen in eine düstere, von dämonenartigen Wesen überrannte Welt und metzeln uns zusammen mit einer Gefährtin durch die Gegend, anscheinend auf der Suche nach etwas. Unser Protagonist sieht dabei eher aus wie der Bösewicht der Story, das Kampfsystem ist etwas schwierig und man kann von Klippen fallen, wie wir aus eigener Erfahrung feststellen musste. Da wir danach (und bei Tod) wieder am Anfang der Demo gelandet sind, wurde nicht so ganz klar, worum die Story handelt. Erinnerungen scheinen eine wichtige Rolle zu spielen und vielleicht auch, warum die Welt so aussah wie sie aussah: als wäre die Apokalypse ausgebrochen.

Nach einem leckeren Mahl von Kaiserschmarren und Rinderbraten bei THQ Nordic – die neben Darksiders Genesis, Biomutant auch Desperados 3 und ein neues Spongebob im Gepäck hatten, litten die Gänge doch schon leicht an Überfüllung. Ab 13 Uhr durften Besitzer einer Wild Card das Gelände betreten – Cyberpunk 2077 und Death Stranding konnten wir damit endgültig vergessen.

Indie- und Retroecke

Doch es gab ja noch die Indie- und Retroecke zu entdecken. Wobei “Ecke” eigentlich der falsche Begriff ist, da beide Bereiche dieses Jahr ziemlich erweitert wurden. Die Indieecke war bisher versteckt in Halle 10.1 zusammen mit diversen Zubehörstellern, die Retroecke teilte sich den Platz mit dem Bereich für die etwas kleineren Besucher. Dieses Jahr waren beide in Halle 10.2 zu finden und deutlich größer als bisher.

Leider war uns das etwas entfallen, also wunderten wir uns etwas über die nicht vorhandenen Indiespiele in Halle 10.1. Wobei, so ganz stimmt das auch wieder nicht, einige kleine Publisher und ihre Spieler hatten sich schon dorthin verirrt.

Journey for Elyisium

So auch Journey for Elyisium. Beinahe wären wir an dem unscheinbaren Stand vorbeigeeilt, wäre uns nicht die Kiste mit den Goldmünzen ins Auge gefallen. Keine zwei Minuten später hatte Scharesoft auch schon die VR-Brille auf der Nase. Während er also herumwedelte – und mehrfach fast den netten Standaufseher in die Magengrube boxte – hörte ich mir ein paar Infos zu Journey for Elysium an. Fans der griechischen Mythologie dürften bereits eine Ahnung haben, dass es den Spieler in das Totenreich verschlägt. Das Spiel beginnt damit, dass wir sterben und uns in einer schwarzweißen Welt wiederfinden, ohne wirkliche Ahnung, was eigentlich gerade passiert ist. Unsere Aufgabe ist es nun, diese seltsame Welt zu erkunden und dabei goldene Münzen einzusammeln, die, getrau der Mythologie, unser Pfand für das Weiterkommen sind.

Das VR-Erlebnis funktionierte in dieser schwarz-weißen Welt sehr gut, auch wenn eine kurze Eingewöhnung notwendig war. Sollte uns ein VR-Headset ins Haus kommen, ist das definitiv ein Titel, den wir uns näher anschauen würden.

Stranded Sails – Explorers of the Cursed Islands

Schließlich doch in der richtigen Ecke angekommen ging es auch zugleich ans Spielen von allem, was interessant wirkte. Als erstes ins Auge fiel uns dabei ein Stand, der ganz in Piratenoptik gehalten war. Stranded Sails – Explorers of the Cursed Islands ist eine Mischung aus Adventure, Farming und Questing. Im fertigen Spiel spielt man den Sohn oder die Tochter eines schwer verletzten Kapitäns und erkundest geheimnisvolle Inseln, mit dem Ziel ein Schiff zu bauen. Dabei müssen Rohstoffe gesammelt und Nahrungsmittel angebaut werden. In der Demo spielten wir einen einzigen Tag und lernten ein wenig die Grundmechaniken des Spiels, wie die Landwirtschaft, das Kochen oder das Herstellen von Gegenständen, kennen. Ein bisschen wie ein Abenteuer Stardew Valley, in dessen Mechaniken man sich schnell hereinfindet. Die Optik erinnert dabei ein wenig an My Time at Portia.

Wenn jemand Ingame einen geheimen Schatz fand und einige andere Sachen erledigte bekam dieser das Spiel sogar geschenkt – leider waren wir bei unserer Suche erfolglos.

Tunic

Tunic, ein Spiel das wir bereits letztes Jahr entdeckt hatten, konnten wir dieses Mal ebenfalls anspielen. Und brauchte wohl keine zwei Minuten um ein vages Gefühl des Wiedererkennens zu haben. Wir spielten einen roten Fuchs in einer Tunika, lösten Rätsel, bekämpften Monster und waren anscheinend auf einer Insel. Und auch die Optik erinnert sehr an The Legend of Zelda: Link’s Awakening.

Ob die Story auch so ähnlich ist können wir leider nicht sagen, die Ingame Sprache war leider nicht entzifferbar. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall und vielleicht ist es am Ende ja doch mehr als nur ein Zelda-Klon.

Nanotales – Typing Chronicles

Das Indie-Spiele manchmal wirklich anders sind bewies dann auch Nanotales – Typing Chronicles. Ihr spielt einen Archivisten, der auszieht um eine sterbende Welt zu kartographieren. Benutzen müsst ihr dabei die Tastatur und Befehle schreiben um zum Beispiel Magie zu wirken. Es handelt sich bei dem Spiel um einen spirituellen Nachfolger zu Epistory – Typing Chronicles und macht mit seiner schön gestalteten Spielwelt und seinem interessanten System Lust auf mehr.

ITORAH

Für alle Liebhaber der Plattformer war natürlich auch noch etwas dabei: ITORAH. Das Spiel ist ein waschechter Plattformer der alten Schule mit einer tollen intuitiven Steuerung und wunderschöner 2D-Grafik, die etwas an die Studio Ghibli Filme erinnert. In ITORAH geht es um die gleichnamige Heldin, die zusammen mit ihrem sprechenden Stab die Welt von Nahucan erkundet. Sie scheint der letzte noch existierende Mensch zu sein und versucht die Welt vor der sogenannten Schwarzen Pest zu retten.

Jeder der gerne Plattformer wie Ori spielt, sollte definitiv einen Blick riskieren. Uns hat ITORAH auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf das Release via Steam!

ESO-Taverne

So ganz Elder Scrolls los war Bethesda dann übrigens doch nicht. Wie jedes Jahr fand auch diesmal am letzten Abend der Gamescom die ESO-Taverne statt, an der wir diesmal leider nicht teilnehmen konnten.

Wenn wir uns den Kuchen so ansehen hätten wir aber definitiv kommen müssen:

Wir haben von anderen Teilnehmern der Taverne nur positives gehört und hoffen, nächstes Jahr wieder mit vor Ort zu sein!

Zum Abschluss noch ein paar weitere Impressionen der gamescom 2019:

    

Das war es dann auch wieder mit unserem kleinen Einblick in die Spielwelt der Gamescom. Ist ein Spiel dabei welches euch besonders interessiert? Habt ihr ein persönliches Highlight auf welches ihr euch ganz besonders freut?


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Wolfslady

Über den Autor

RPG-Moderatorin, gelegentlich Möchtegernschreiber