Rothwardonen, ihre Geschichte und ihre Helden                   Destri Melarg                                                                                                                                                             
    u                 "  3&  *  s.      Rothwardonen, ihre Geschichte und ihre Helden    von Destri Melarg     Aufzeichnungen zu den Rothwardonen, ihrer Geschichte und ihren Helden.    Dies ist ein Verlagsabzug des ersten Entwurfs meines Buches ROTHWARDONEN, IHRE GESCHICHTE UND IHRE HELDEN.    Das Folgende ist eine Sammlung der Erz#hlungen, Mythen und Historien der Rothwardonen. Vieles aus ihrer Geschichte ist geheimnisumwoben und in den Nebeln der Zeit verh}llt. Es ist nicht einfach, zwischen Mythen und wahrer Geschichte zu unterscheiden.    Unten stehen die ersten Kapitel des Entwurfs von Destri Melarg.    Aufzeichnungen des Autors, }bersetzt in die moderne Sprache Hammerfalls:        Frandar Hunding wurde im Jahr 2356 alter Z#hlweise in unserer geliebten W}ste des alten Landes geboren. Die traditionelle Herrschaft der Kaiser wurde 2012 beendet, und obwohl auch die folgenden Kaiser als Repr#sentanten  des Kaiserreichs auftraten, war ihre Macht erheblich beschnitten. Seit dieser Zeit erlebte unser Volk 300 Jahre, in denen beinahe durchgehend B}rgerkrieg zwischen den Herrschern der Provinzen, Kriegerm&nchen und R#ubern herrschte, die miteinander um Land und Macht rangen. Einst waren wir Kunsthandwerker, Dichter und Gelehrte, aber der stets schwelende Zwist f}hrte zwangsl#ufig auf den Weg des Schwertes. Das Lied der Klinge durch die Luft, durch Fleisch und Knochen, sein Klirren gegen R}stung - die Antwort auf unsere Gebete.      In der Zeit von F}rst Frandar, dem ersten Kriegerf}rsten, erbauten Herrscher, die Yokeda genannt wurden, gewaltige Steinburgen, um sich und ihre L#ndereien zu besch}tzen, und vor den Mauern entstanden Burgd&rfer. Doch 2245 trat Mansel Sesnit auf den Plan. Er wurde zum Obersten Yokeda, zum Milit#rdiktator, und innerhalb von acht Jahren gelang es ihm, beinahe das gesamte Kaiserreich zu beherrschen. Als Sesnit im Jahr 2253 ermordet wurde, trat ein Mann aus dem Volk seine Nachfolge an. Randic Torn setzte Sesnics Werk fort und vereinte das Kaiserreich weiter, wobei er  jedes Anzeichen von Auflehnung im Keim erstickte. Er riss die alte Kluft zwischen den Kriegern, Schwerts#nger genannt, und dem gemeinen Volk wieder auf, indem er das Tragen von Schwertern einschr#nkte. Dies ging als "Torns Schwertjagd" in die Geschichte ein: Nur die S#nger durften Schwerter tragen, was sie vom Rest der Bev&lkerung abhob.       Obwohl Torn viel daf}r getan hat, dass das Kaiserreich wieder so wird, wie es vor den Streitigkeiten war, herrschten auch zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 2373 noch interne Unruhen. Nach seinem Tod brach der B}rgerkrieg wieder offen aus, ein Krieg, gegen den die Unruhen der 300 Jahre davor harmlos erschienen. Das war die Zeit, in der Frandar Hunding aufwuchs.      Hunding war einer der Schwerts#nger. Dieser Teil der Gesellschaft des Kaiserreichs entstand aus den Kunsthandwerkern der W}ste und rekrutierte sich anfangs aus den jungen S&hnen und T&chtern der Familien der Oberschicht. Sie erbauten den unbekannten Kriegsg&ttern ihren ersten Tempel und errichteten  eine Ausbildungsst#tte, die sie "Die Halle der Kriegstugenden" nannten. Innerhalb weniger Generationen war der Weg des Schwertes, das "Lied der Klinge", ihr Leben geworden. Das Volk der Klinge bewahrte sich seine Poesie und Kunstfertigkeit dadurch, dass es wundersch&ne Schwerter fertigte, in die die Magie und die Macht der unbekannten G&tter einflossen. Die Besten unter ihnen wurden bekannt als Ansei, oder "Schwertheilige". Jeder dieser Schwertheiligen begr}ndete seine eigene Ausbildungsschule, in der er seinen ganz eigenen Weg des Schwertes lehrte. @u*erst tugendhafte Ansei durchstreiften die Lande, sie bek#mpften das {bel, sorgten f}r Gerechtigkeit und versuchten, den Zwist zu beenden.  Zusammenfassend: Hunding war ein Schwerts#nger, ein Meister, ein meisterhafter Ansei zu einer Zeit, in der aus dem Chaos nach Torns Tod der Zwist neue H&hen erreichte. Viele S#nger h#ngten ihr Schwert an den Nagel und wurden Kunsthandwerker, denn ihr k}nstlerisches Erbe rief stets nach ihnen. Andere, wie Hunding, verfolgten das Ideal des Kriegers und suchten Erleuchtung auf dem gef#hrlichen Weg des Schwertes. Duelle aus Rache und um die F#higkeiten zu messen waren an der  Tagesordnung, und so gab es immer mehr Fechtschulen.      Frandar do Hunding Hel Ansei No Shira, besser bekannt als Frandar Hunding, wurde in der abseits gelegenen $dnis der Provinz Hochw}ste geboren. Hunding ist der Name der Region von Hochw}ste, in deren N#he er geboren wurde. "No Shira" bedeutet "adlige Person" oder "Person adligen Gebl}ts", und "Hel Ansei" ist sein Titel als Schwertheiliger.        Hundings Ahnen reichen zur}ck bis zum Anbeginn der Geschichtsschreibung in Hochw}ste; sie waren Kunsthandwerker und Mystiker. Sein Gro*vater war ein Gefolgsmann des Obersten Yokeda Mansel Sesnit gewesen und hatte zahlreiche Vereinigungsk#mpfe angef}hrt, bevor Sesnit ermordet wurde.       Als Hunding 14 Jahre alt war, starb sein Vater bei einem der zahlreichen Aufst#nde, und so musste Hunding seine Mutter und seine vier Br}der ern#hren. Sein Geschick mit der Klinge machte sein Leben jedoch gleichzeitig einfach und schwierig. Einfach, weil seine Dienste als W#chter und Leibw#chter schon bald enorm gefragt waren. Schwierig, weil sein Ruf ihm  vorauseilte und die Leute Schlange standen, um sich gegen ihn bew#hren zu k&nnen; so mancher dachte, durch einen Sieg }ber Hunding zu schnellem Ruhm gelangen zu k&nnen.       Bis zu seinem 30. Lebensjahr hatte Hunding in mehr als 90 Duellen gek#mpft. Jedes einzelne hatte er gewonnen, indem er seinen Gegner t&tete. Er wurde mit dem Schwert so gut wie unbesiegbar, und seine F#higkeiten erreichten schlie*lich einen Punkt, an dem er aufh&rte, die physischen Schwerter zu verwenden, die sein Volk herstellte, und sich stattdessen auf den Shehai, den Weg des Geisterschwertes konzentrierte.       Alle Schwerts#nger lernen durch ihre intensive Ausbildung und ihre Hingabe gegen}ber den Kriegsg&ttern und dem Weg des Schwertes die Formen der Disziplin, die ihnen das Erschaffen des Geisterschwertes erm&glichen. Bei dieser einfachen Form der Magie oder Herrschaft }ber den Geist wird mittels reiner Gedankenkraft ein Abbild eines Schwertes erschaffen. Der Schwerts#nger formt das Schwert, indem er sich konzentriert und es so in seiner Hand Gestalt annimmt.         F}r gew&hnlich entsteht so ein blasses Ding aus Licht, nebelhaft und ohne Substanz, vielleicht sch&n anzusehen, oder ein Sinnbild der Hingabe dem Weg und den G&ttern gegen}ber, aber keine Waffe. Allerdings k&nnen Ansei der h&chsten Stufe und Sensibilit#t und mit Talent in Magie in Zeiten der Not ein Geisterschwert formen, ein Shehai, das weit mehr ist als nur Licht und Luft. Dieses Geisterschwert ist eine unaufhaltsame Waffe enormer Macht, eine Waffe, die man dem Tr#ger nicht abnehmen kann, ohne auch seinen Geist zu nehmen.       Das Shehai wurde Hundings Waffe, und mit ihm t&tete er Horden von R#ubern und wandernden Monstern, die das Land plagten. Nachdem er sein 90. Duell beendet hatte, in dem er den b&sen F}rsten Janik und seine sieben untoten Gefolgsm#nner get&tet hatte, war er endlich von seine Unbesiegbarkeit }berzeugt. Dann machte sich Hunding daran, seine Philosophie des Weges des Schwertes niederzuschreiben. So verfasste er bis zu seinem 60. Lebensjahr das BUCH DER KREISE, w#hrend er als Einsiedler in einer H&hle in den Bergen von Hochw}ste lebte.      In diesem Jahr dachte Hunding, nachdem er an den vielen Schlachten des Kaiserreichs teilgenommen und alle Feinde get&tet hatte, dass er bereit zum Sterben sei. Er zog sich in seine H&hle zur}ck, um seine Strategie und seine mystischen Visionen zu sammeln, die er mit den anderen Schwerts#nger teilen wollte. Nachdem er seine Schriftrolle des Kreises fertiggestellt hatte, fanden ihn die S#nger, als er sein Todesgedicht verfasste und sich bereit machte, seine letzte Ruhest#tte an der Seite der Kriegsg&tter zu beziehen.       Mit 60 Jahren war er ein Mann in der Bl}te seines Lebens, der dachte, sein Leben sei bereits zu Ende, aber seine Schwerts#nger brauchten ihn. Sie brauchten ihn, wie sie ihn noch nie zuvor gebraucht hatten.       Torns Schwertjagd hatte die S#nger vom gew&hnlichen Volk abgespalten, und mit dem Aufstieg des Letzten Kaisers begann der letzte gro*e Zwist des W}stenreichs: der letzte Versuch des Kaisers und seiner Gemahlin Elisa, dem Volk die Kontrolle }ber das Kaiserreich zu entrei*en, indem  sie die Schwerts#nger vernichteten. Hira schwor, dass seine R#uberarmee aus Orks und Ausgesto*enen der Kriege des Kaiserreiches jeden einzelnen S#nger finden und sie vom Angesicht der Welt tilgen w}rde.       Es gab nie sonderlich viele Schwerts#nger. Die unerbittliche W}ste sorgte daf}r, dass kaum welche geboren wurden, und nur jene mit eisernem Geist und Willen }berlebten die Widrigkeiten dieser rauen Umgebung. Und so traf der letzte gro*e Zwist, der als "Krieg der S#nger" bekannt wurde, das Volk des Schwertes unvorbereitet; es war nicht rechtzeitig in der Lage, die F#higkeiten seiner einzelnen Mitglieder zu einer Armee zu b}ndeln, die ihre Heimat und ihr Leben verteidigen konnte.       Man suchte Frandar Hunding auf, der bei seinem Todesgedicht unterbrochen wurde, und }bertrug ihm ohne gro*e Feierlichkeiten die F}hrerschaft }ber die S#nger. Es ist den unbekannten Kriegsg&ttern gro*er Dank daf}r geschuldet, dass Hunding in seiner H&hle die Zeit hatte, all seine }ber die Jahre gesammelte Weisheit, Strategie und Wissen }ber den Shehai niederzuschreiben.       Die S#nger flohen aus ihren Lagern in die H}gel und Berge der W}ste und zum Fu* des Hattu, des "Vaters aller Berge", wohin Hunding sich zur}ckgezogen hatte, um in Frieden zu schreiben und zu sterben. Dort formierten sich diese {berbleibsel zur Armee des Kreises; sie lernten Hundings Weg, seine Strategien, seine Taktiken, und die letzte gro*e Vision f}r einen Meisterstreich.       Hunding entwarf einen Plan mit sieben Schlachten, in denen er die Armeen von Hira weiter und weiter in die Wildnis am Fu* des Hattu f}hren w}rde, wo schlie*lich die letzte Schlacht stattf#nde. Hunding nannte seinen Plan "Hammer und Amboss". Mit jeder Schlacht w}rden Hundings S#nger seine Strategien und Taktiken besser verstehen und ihre F#higkeiten in der Verwendung des Shehai verbessern, und am Ende w}rden sie bereit sein, ihre Feinde in der siebten Schlacht zu besiegen. Und so geschah es auch. Die sechs ersten Schlachten wurden geschlagen; jede endete ohne Sieg oder Niederlage und f}hrte zur jeweils n#chsten. Die gr&*eren Armeen von Hira folgten der kleinen Armee von Hunding. Obgleich sie drei*ig zu eins  in der Unterzahl waren, wichen die S#nger nie vom Weg ab. Alles lief nach Plan: Hira und seine Armee bewegten sich zum Fu* des Berges Hattu, wo der Hammerschlag ausgef}hrt wurde. Die Schlacht war heftig, und viele S#nger fielen an jenem Tag. Hunding wusste, dass nur wenige S#nger }berleben w}rden, aber Hira und sein Kaiserreich des B&sen w}rde untergehen  Und so kam es dann auch.       Am Ende }berlebten Hunding und weniger als 20.000 S#nger, aber es gab keine Armee des B&sen mehr, die brandschatzen und morden konnte; mehr als 300.000 fielen an diesem Tag am Hattu. Jene, die fliehen konnten und mit dem Leben davonkamen, wurden in alle vier Winde zerstreut und stellten keine organisierte Streitmacht mehr dar.       Die S#nger packten ihre Habseligkeiten, brachen ihre Zelte ab, beweinten ihre Toten und folgten Hunding in die gro*e Hafenstadt Bogenhafen in der Provinz Meereswind. Dort wartete eine kleine Flotte Schiffe auf Hunding und sein Gefolge. Die S#nger verlie*en ihre W}ste und brachen  auf in ein neues Land. Da sie im Kaiserreich der W}ste nicht mehr willkommen waren, verlie*en sie es und wurden zur Legende. Der letzte gro*e Krieger, die S#nger von Shehai, das Buch der Kreise; sie alle verlie*en das Land, in dem ihre Tugenden nicht mehr galten. Rot, rot vor Blut waren sie in den Augen der friedfertigen B}rger; da half es auch nichts, dass sie sie vor einem gro*en B&sen gerettet hatten.       Die S#nger schworen, einen Neuanfang zu wagen, als sie }ber das weite Meer zu ihrem neuen Zuhause reisten. Sie wollten einen neuen Namen annehmen, aber die Vergangenheit weiterhin ehren. Zu Ehren ihrer letzten Schlacht nannten sie ihre neue Heimat Hammerfall, und sich selbst nannten sie Rothwardonen.       Zu Ehren des gro*en Kriegerf}rsten Hunding gab es in jedem Haushalt Hammerfalls in der N#he des Herdfeuers eine kleine Nische, gerade gro* genug, um die Schriftrolle darin abzulegen: Das Buch der Kreise. 