Der Wahnsinn des Pelagius                                       Tsathenes                                                                                                                                                          )	
   P    	    f     ;  2  #      Der Wahnsinn des Pelagius    von Tsathenes         Der Mann, der einmal Kaiser von ganz Tamriel werden sollte, wurde als Thoriz Pelagius Septim, Prinz aus dem k&niglichen Gebl}t derer von Wegesruh im Jahre 3@ 119 gegen Ende der glorreichen Herrschaft seines Onkels Antiochus I. geboren. Wegesruh war in den Jahren vor Pelagius' Geburt mit Privilegien }bersch}ttet worden, da K&nig Magnus der Lieblingsbruder des Antiochus war.      Es ist schwer zu sagen, wann sich der Wahnsinn des Pelagius erstmals manifestierte, da - um der Wahrheit Gen}ge zu tun - die ersten zehn Jahre seines Lebens durch eine Periode des Wahnsinns gekennzeichnet waren, der das Land als Ganzes ergriffen hatte. Als Pelagius gerade ein Jahr alt war, verstarb Antiochus, und eine seiner T&chter, Kintyra, bestieg unter allgemeinem Jubel den Thron. Kintyra II. war eine Cousine des Pelagius und eine bekannte Mystikerin und Hexenmeisterin. H#tten ihre Kr#fte allerdings gereicht, einen Blick auf die Zukunft zu erhaschen, so h#tte sie den Palast vermutlich in wilder Flucht verlassen.      Die Geschichte des Krieges des Roten Diamanten ist bereits  in vielen anderen gelehrten Ver&ffentlichungen erz#hlt worden; die meisten Historiker sind sich dabei einig, dass die Herrschaft von Kintyra II. durch den gemeinsamen Cousin der Kintyra und des Pelagius, Uriel, usurpiert wurde, der sich auf die Macht seiner Mutter Potema, der sogenannten Wolfsk&nigin von Einsamkeit, st}tzen konnte. Im Jahre nach ihrer Thronbesteigung wurde Kintyra in Felsschlucht gefangengenommen und in den dortigen kaiserlichen Verliesen eingekerkert.      Als Prinz Uriel den Thron unter dem Namen Uriel III. bestieg, brach ein Krieg aus, der ganz Tamriel erfasste. Hochfels, wo die Kaiserin gefangen gehaltenen wurde, war Schauplatz einiger der blutigsten Schlachten. Der Vater des Pelagius, K&nig Magnus, verb}ndete sich mit seinem Bruder Cephorus gegen den unrechtm#*igen Kaiser und zog so den Zorn Uriels III. und der K&nigin Potema auf Wegesruh. Pelagius, seine Br}der und Schwestern sowie seine Mutter Utheilla flohen auf die Insel Balfiera. Utheilla entstammte dem Geschlecht der Direnni, und das Stammhaus ihrer Familie befindet sich noch heute auf dieser uralten Insel.       Dank der {berlieferungen von Kinderm#dchen und Besuchern wissen wir viel }ber die Kindheit des Pelagius auf Balfiera. Alle, die ihn kennen lernten, beschrieben ihn als einen gut aussehenden, sympathischen Jungen, der sich f}r Sport, Magie und Musik interessierte. Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich hier ein f}r Diplomatenkreise typischer Mangel an Offenheit zeigte, so schien Pelagius doch ein Gl}cksfall f}r die Zukunft der Septim-Dynastie zu sein.      Als Pelagius acht war, erschlug Cephorus Uriel III. in der Schlacht von Ichidag und ernannte sich selbst zum Kaiser Cephorus I. Die n#chsten zehn Jahre seiner Herrschaft waren durch den Kampf mit Potema gekennzeichnet. Die erste Schlacht, an der Pelagius teilnahm, war die Belagerung von Einsamkeit; diese endete mit dem Tode der Potema und dem endg}ltigen Ende des Krieges. Aus Dankbarkeit setzte Cephorus Pelagius auf den Thron von Einsamkeit.       Als K&nig von Einsamkeit erregte Pelagius erstmals Aufmerksamkeit durch sein exzentrisches Verhalten. Da er jedoch der Lieblingsneffe des Kaisers war, erlaubten sich nur wenige  Diplomaten kritische Anmerkungen }ber Pelagius. W#hrend der ersten beiden Jahre seiner Herrschaft fiel Pelagius zumindest durch seine besorgniserregenden Gewichtsschwankungen auf. Vier Monate nach der Thronbesteigung bezeichnete ein Diplomat aus Ebenherz Pelagius als "eine gesunde und muntere Seele mit einem Herzen so gro*, dass es seine Taille weitet". F}nf Monate sp#ter schrieb eine auf Besuch weilende Prinzessin von Ersthalt ihrem Bruder: "Der K&nig ergriff meine Hand und es f}hlte sich an, als w}rde sie von einem Skelett umklammert. Pelagius ist in der Tat enorm abgemagert."      Cephorus verstarb unverheiratet und kinderlos drei Jahre nach der Belagerung von Einsamkeit. Als einzig {berlebender der Geschwister gab der Vater des Pelagius, Magnus, den Thron von Wegesruh auf und siedelte als Kaiser Magnus I. in die Kaiserstadt }ber. Magnus war nicht mehr der J}ngste und Pelagius sein #ltestes noch lebendes Kind, daher konzentrierte sich die Aufmerksamkeit Tamriels auf Schildwacht. Zu diesem Zeitpunkt begann Pelagius, wegen seines exzentrischen Verhaltens in Verruf zu geraten.       Es gibt eine Vielzahl von Legenden }ber sein Verhalten als K&nig von Schildwacht, doch die Zahl gut dokumentierter F#lle ist klein. Es ist bekannt, dass Pelagius sich mit den jungen Prinzen und Prinzessinnen von Silvenar in seinem Gemach einschloss und diese erst freilie*, nachdem eine nicht unterzeichnete Kriegserkl#rung unter der T}r durchgeschoben wurde. Als er sich w#hrend der Rede anl#sslich eines &rtlichen Festes die Kleider vom Leibe riss, beschlossen seine Berater anscheinend, ihn genauer im Auge zu behalten. Auf Befehl des Magnus wurde Pelagius mit der wundersch&nen Erbin eines Dunkelelfengeschlechts, Katariah Ra'athim, verm#hlt.      Nordische K&nige, die Dunkelelfen heiraten, werden dadurch selten beliebter. Die meisten Gelehrten geben zwei Gr}nde f}r die Verbindung an: Magnus versuchte damals, die Beziehungen zu Ebenherz zu festigen, wo der Clan der Ra'athim beheimatet war. Das Nachbarreich von Ebenherz, Gramfeste, war ein historischer Verb}ndeter des Kaiserreichs seit Urzeiten, und der Prinzgemahl der K&nigin Barenziah hatte im Krieg des Roten Diamanten viele Schlachten gewonnen. Die Unterst}tzung Ebenherzens f}r Uriel III. und Potema war ein schlecht geh}tetes Geheimnis.      Der zweite Grund f}r die Heirat war pers&nlicherer Natur. Katariah war auf dem diplomatischen Parkett so gewandt, wie sie sch&n war. Falls irgendein Wesen imstande war, den Wahnsinn des Pelagius zu verbergen, so war sie es.      Am achten Tage der Zweitsaat des Jahres 3@ 145 starb Magnus friedlich im Schlafe. Jolethe, die Schwester des Pelagius, bestieg den Thron von Einsamkeit, und Pelagius und Katariah hielten Einzug in der Kaiserstadt, um zu Kaiser und Kaiserin von Tamriel gekr&nt zu werden. Es hei*t, Pelagius sei in Ohnmacht gefallen, als ihm die Krone aufs Haupt gesetzt wurde, doch Katariah hielt ihn aufrecht, so dass nur die den Thronen am n#chsten Sitzenden sehen konnten, was geschehen war. Wie so viele der Geschichten }ber Pelagius ist auch diese unbewiesen.      Pelagius III. war nie der wirkliche Herrscher Tamriels. Katariah und der @ltestenrat trafen alle Entscheidungen und waren lediglich bem}ht, zu verhindern, dass Pelagius alle in Verlegenheit brachte. Trotzdem gibt es Geschichten }ber die Herrschaft Pelagius III.       Es hei*t, dass Pelagius anl#sslich eines Besuchs des argonischen Botschafters von Schwarzrose bei Hofe darauf bestand, sich nur grunzend und quiekend zu unterhalten, da dies die Muttersprache der Argonier war.      Es ist bekannt, dass Pelagius unter einem Sauberkeitswahn litt; und viele G#ste berichteten, dass sie fr}h am Morgen durch den L#rm der Putzkolonnen des Kaiserpalastes geweckt worden seien. Die Legende, dass Pelagius sich w#hrend der {berpr}fung der Arbeit der Dienerschaft pl&tzlich auf den Fu*boden entleerte, um den Dienern etwas zu tun zu geben, geht vermutlich auf einen anonymen Verleumder zur}ck.      Als Pelagius begann, Besucher des Kaiserpalastes zu bei*en und zu schlagen, wurde entschieden, ihn in einer privaten Anstalt unterzubringen. Katariah wurde, zwei Jahre nachdem Pelagius den Thron bestiegen hatte, zur Regentin ernannt. Die n#chsten sechs Jahre verbrachte der Kaiser in einer Reihe unterschiedlicher Anstalten.      Verr#ter am Kaiserreich haben mannigfaltige L}gen }ber  diesen Zeitraum verbreitet. Fl}sterpropaganda }ber widerliche Experimente und Folterma*nahmen, denen Pelagius ausgesetzt war, wurde von vielen als Tatsache akzeptiert. Die edle Dame Katariah wurde kurz nach der {berstellung des Kaisers in die Anstalt schwanger, und Ger}chte }ber ihre Untreue und, noch absurder, Verschw&rungstheorien, die besagten, dass der Kaiser bei geistiger Gesundheit eingesperrt sei, verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Wie Katariah nachwies, war die Schwangerschaft das Ergebnis eines Besuches in der Zelle ihres Gatten. Da es keine weiteren Belege gibt, sind wir als treue Untertanen verpflichtet, dem Wort der Kaiserin Glauben zu schenken. Ihr zweites Kind, ein Sohn, der lange Jahre unter dem Namen Uriel IV. regieren sollte, entsprang ihrer Verbindung mit ihrem zweiten Gatten Lariate, eine Tatsache, die &ffentlich anerkannt wurde.      In einer warmen Nacht des Sonnenuntergangs verschied Pelagius III. nach kurzem Fieber im Alter von 34 Jahren in seiner Zelle im Tempel von Kynareth auf der Insel Betonien. Katariah I. herrschte f}r weitere sechsundvierzig Jahre, bevor das Zepter an Cassynder }berging, das einzige Kind, das aus  ihrer Verbindung mit Pelagius hervorgegangen war.      Das wilde Verhalten des Pelagius hat diesem eine wunderliche Zuneigung der Provinz eingebracht, in der er geboren wurde und starb. Der zweite Tag der Morgenr&te, an dem sich m&glicherweise sein Tod j#hrt (die Quellen sind hier nicht sehr genau), wird als Wahnsinniger Pelagius gefeiert, ein Tag, an dem zu aller Art von n#rrischem Verhalten ermuntert wird. Und so kommt es, dass einer der am wenigsten w}nschenswerten Kaiser der Septim-Dynastie einer ihrer ber}hmtesten geworden ist.  