| Worte der Gefallenen | |
|---|---|
| Autor | Darien Gautier |
| Art | Buch |
| Genre | Aufzeichnung |
Worte der Gefallenen (engl. Words of the Fallen) ist eine persönliche Abschiedsschrift des Ritters Darien Gautier, verfasst kurz vor seinem endgültigen Verschwinden. Der Text richtet sich an enge Weggefährten und warnt eindringlich vor dem Vertrauen in daedrische Mächte, insbesondere Meridia.
Inhaltsangabe
Der Verfasser beginnt mit einer unmissverständlichen Warnung: Keinem daedrischen Fürsten ist zu trauen. Darien schildert, dass er lange glaubte, einem höheren Ziel zu dienen und Teil eines großen Plans zu sein. Rückblickend erkennt er jedoch, dass seine Bestimmung von Beginn an fremdbestimmt war, da Meridia ihn als ihr Gefäß erschaffen hatte.
Er beschreibt sein erneutes Erwachen im sogenannten Farbenspiel nach der Wiederherstellung eines Schwertes, eine Tat, die ihn seine verbleibende Essenz kostete. Dieses Opfer habe er nicht für Meridia gebracht, sondern für einen ihm nahestehenden Freund. Anders als zuvor spürt er nun, dass sein Licht endgültig schwindet und die Dunkelheit näher rückt. Das Erlöschen dieses Lichts begreift er als sein wahres Ende.
Darien enthüllt Meridias Täuschung. Die versprochene Freiheit entpuppt sich als Leere, nicht als selbstbestimmtes Dasein. Aus dieser Erkenntnis heraus warnt er eindringlich davor, Meridia oder irgendeinem daedrischen Fürsten zu vertrauen.
Trotz allem findet er Frieden darin, dass ihm erlaubt wurde, ein letztes Mal die Welt zu sehen und jene zu retten, die ihm am Herzen liegen. Er bedauert, sich nicht von allen verabschieden zu können, insbesondere von Skordo, Gabrielle und der ihm wichtigsten Person. Er akzeptiert, dass das Ich, das diese Worte schreibt, bald nicht mehr existieren wird.
Zum Abschluss richtet Darien sich an alle, die diese Schrift lesen könnten. Er mahnt dazu, die Geliebten zu schützen, die gemeinsame Zeit zu schätzen und sich der Kostbarkeit jedes Augenblicks bewusst zu sein. In selbstironischem Ton bittet er darum, nicht vergessen zu werden, da er sich selbst als Legende betrachtet.
Analyse
Worte der Gefallenen ist eine intime Bekenntnisschrift, die sich deutlich von heldenhaften Chroniken oder religiösen Traktaten unterscheidet. Der Text stellt keine großen kosmischen Wahrheiten auf, sondern reduziert die Erfahrung mit göttlichen Mächten auf ihre persönliche, oft grausame Konsequenz für den Einzelnen.
Zentral ist das Motiv der instrumentellen Existenz. Darien erkennt, dass seine Identität und sein Zweck nie ihm selbst gehörten. Meridia erscheint nicht als leuchtende Retterin, sondern als manipulative Macht, deren Versprechen semantisch entleert sind. Freiheit wird hier als Abwesenheit von Sein entlarvt, nicht als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung.
Bemerkenswert ist der versöhnliche Ton trotz dieser Erkenntnis. Darien verfällt weder in Hass noch in Anklage, sondern zieht Würde aus seinem bewussten Abschied. Der Text verschiebt den Fokus von metaphysischer Erlösung hin zu zwischenmenschlicher Bedeutung. Freundschaft, gemeinsame Erinnerungen und unausgesprochene Alltäglichkeiten erhalten größeres Gewicht als göttliche Missionen. Damit steht die Schrift exemplarisch für eine Strömung tamrielischer Literatur, die daedrische Einflüsse nicht mythologisch verklärt, sondern existenziell hinterfragt.