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Schrift:Ankunft der Gelehrten Dame

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Diese Seite enthält die Schrift Ankunft der Gelehrten Dame (Originaltitel: Coming of the Learned One).

Inhalt

Ankunft der Gelehrten Dame
Verfasser unbekannt

Band I

Die Gelehrte Dame hat mit ihrer Arbeit in den oberen Kammern begonnen; sie ist dabei, die wohl brillanteste Magie zu erschaffen, die ich je erlebt habe. Ihr Werk wird die oberen Etagen des Archivs verschlingen, und ich gehöre zu den Verwaltern der oberen Etagen. Ich kann mir keinen besseren Tod vorstellen, als zuckend inmitten der Zauberkunst der Gelehrten zu sterben; aber dies bedeutet, dass meine Zeit auf Nirn sich dem Ende nähert.

So verbringe ich nun meine letzten Tage damit, von der Ankunft der Gelehrten Dame zu berichten. Es folgt eine Rückerinnerung an den Moment, der das Archiv geprägt hat. Obgleich wir es erbauten, um mit seiner Hilfe nach Aetherius greifen zu können, war es eine Bewohnerin von Aetherius, die uns fand.

Band II

Die Gelehrte Dame kam zu uns mit einem tosenden Brüllen wie Donner, umhüllt von einem leuchtenden Schein. Begleitet war sie von einem fremdartigen Gleißen, das die Primärkammer zum ersten Mal in vielen Jahren mit Licht erfüllte.

Zuerst waren wir verblüfft, bestürzt, hauptsächlich aber verärgert. Wir waren dreist genug zu glauben, dass wir ihr den Zugang zum Archiv und den Zugriff auf seine Geheimnisse verwehren könnten. Als hätten wir in unserem armseligen Turm etwas gesehen oder berührt oder gemacht, das sie nicht mit einem einzigen Wort überwinden könnte.

Wir verliehen unserem Unmut über ihre Ankunft Ausdruck und baten sie, sich doch wieder zu entfernen. Angalin und Envaril setzten ihre Forschung fort, als wäre alles beim Alten, und kniffen ihre Augen zusammen, um im hellen Licht lesen zu können.

Ihr Leuchten ließ uns wissen, dass sie erzürnt war. Es wurde immer heller, und in dem Moment dachten wir, dass sie eine Manifestation von Magnus auf Nirn sei; sie brannte wie eine kleine Sonne. Vandore, Yanaril und Tuintar wurden von ihrem Schein verschluckt und tauchten nie mehr auf; nur Brandspuren an dem Ort, an dem sie standen, erinnerten noch an sie.

Wir anderen fielen auf die Knie. Nicht als Zeichen unserer Kapitulation, sondern eines euphorischen Hochgefühls. Nie zuvor hatten wir derart wunderbare Magie gesehen.

So hießen wir sie also willkommen. Denn welche Wahl hatten wir schon? Wir weinten und küssten ihr die Füße, als sie den Turm betrat.

Band III

Zu Beginn war die Gelehrte Dame häufig in den Versuchshallen zu sehen.

An diesem ersten Tag erweckte ihre bloße Anwesenheit Zauberkreise zum Leben, die lange Zeit inaktiv gewesen waren. Drei meiner Untergebenen erfroren in der Halle der Stürme zu Eisblöcken, verloren in einem plötzlichen Auftosen von Magie.

Ein Dutzend mehr verschwand im Treppenhaus der Flammen; so mächtig war das Feuer, das ausbrach, als die Gelehrte Dame eintritt, dass nicht einmal Asche, keine Spur von ihnen übrig blieb. Zwölf Leben effektiver verbrannt als jeder Zauber, den ich je hätte erschaffen können. Es war einfach wunderbar.

Band X

Wir Erstmagier hielten uns jahrelang für die Krone der Genialität. Die Gelehrte Dame hat uns in diesen wenigen und kurzen Tagen gezeigt, dass wir unser gesamtes Leben lang blind herumgestolpert waren.

Aber obwohl sie so mächtig ist, hat auch sie ihre Sorgen. Sie scheint kein Vertrauen in sich selbst zu haben. Sie braucht das Archiv, sagt sie, um ihre bisher größte Magie zu wirken, um sich in den oberen Stockwerken von der Umwelt abzuschotten. Sie sagt, dass das zum Schutz der Sterblichen, zum Schutz von ganz Tamriel ist. Ich weiß nicht, was sie damit meint. Wohin sie geht, bringt sie Magie, bringt sie Schönheit. Die Gefahr ist dabei nur nebensächlich.

Die Gelehrte Dame sagt, dass es nur wenige von uns Erstmagiern überleben würden, wenn wir ihr beim Wirken ihres Zaubers folgten. Aber anders als Earil und seine feigen Freunde würden die meisten von uns den Tod durch ihre Hand begrüßen. Wir würden alles tun, wenn es nur die Grenzen ihrer Magie erweitert.

Ich habe mich ausführlich mit ihr über ihre Pläne unterhalten, und mein Geist bebt angesichts der Möglichkeiten. Was könnte sie nur vorhaben? Möchte sie die oberen Etagen mit ihrem magischen Arsenal bewachen? Ich habe gesehen, wie sie mit beschworenen Waffen herumprobiert hat; es ist offensichtlich, dass sie ihre Magie bereits früher für den Kampf einsetzen musste. Möchte sie die oberen Etagen mit einem beschworenen Schild verbergen? Unglaublich kraftintensiv und ineffektiv, aber es würde funktionieren.

Oder könnte sie versuchen, und das schreibe ich nicht einfach so, sich hinter einem Drachen zu verstecken … Hinter einem gebrochenen Drachen? Auf der Geraden zu reisen und sie dann zu durchtrennen; sich in einen Kontext zu hüllen, an den einem niemand folgen könnte? So ein Vorhaben würde sogar ihre Angst erklären. Es würde die Magie erklären, an der sie arbeitet.

Oder ich interpretiere zu viel in all das hinein. Obgleich sie die mächtigste Zauberin ist, der ich je begegnet bin, zeigt sie auch eine Direktheit, die zu replizieren, wie auch bei ihrer Magie, nicht imstande bin. Was auch immer sie geplant hat, es wird ein Wunderwerk der Magie, und es wird uns alle bewegen, dessen bin ich mir sicher.