Online:Über Minotauren

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Inhalt

Über Minotauren
von Nonus Caprenius, vorübergehend freischaffender Gelehrter der kaiserlichen Altertümer

Ganz gleich, wie viele Institutionen der höheren Bildung mich hinauswerfen; ganz gleich, wie viele Verleger den Druck und die Verbreitung meiner Theorien ablehnen: Ich weigere mich, meinen Standpunkt zu widerrufen oder meinen Forschungsschwerpunkt zu ändern – nicht bevor Minotauren die Anerkennung und der Respekt zuteilwird, den sie verdienen!

Im Laufe meiner Studien über die Ursprünge des Kaiserreiches, und hier besonders Aufstieg und Fall des Allessianischen Ordens, ist mir etwas Erstaunliches aufgefallen. Versteckt im Hintergrund, oft absichtlich verschleiert, doch für all jene unter uns, die wissen, wonach sie Ausschau halten müssen, immer noch sichtbar, verbarg sich ein ganzes Volk Humanoider, das von der Geschichtsschreibung nahezu ausgelöscht wurde. Dieses Verbrechen gegenüber der Geschichte darf nicht weitergeführt werden, und ich gelobe, diesen Kreaturen wieder ihren angemessenen Platz in der Chronik des Kaiserreichs zukommen zu lassen.

Ich beziehe mich natürlich auf die geschmähten und missverstandenen Minotauren. Die Abstammung dieser Humanoiden mit Körpern, die denen von Menschen ähneln, und Köpfen, die denen von Bullen gleichen, kann bis zur Kaiserin Alessia selbst zurückverfolgt werden. Mögen auch keine Aufzeichnungen aus dieser Zeit auf uns gekommen sein, welche die Situation darlegen könnten, so gibt es doch zahlreiche uralte Dokumente aus späteren Epochen, die von einer Verbindung zwischen der Sklavenkönigin und Kynareths Sohn, Morihaus, berichten, den die Göttlichen aussandten, um Alessia zu helfen und sie zu beraten. Ich bin überzeugt, dass der oft als Minotaurus dargestellte Halbgott Morihaus dem Volk durch seine Tändelei mit der Sklavenkönigin und die Geburt ihres Sohnes, Belharza dem Menschenbullen, zu einem Aufschwung verholfen hat.

Wie auch immer die Wahrheit bezüglich der Ursprünge der Minotauren aussehen mag, in den Jahren während und im Anschluss an Kaiserin Alessias Herrschaft stieg ihre Zahl immer weiter an. Ich behaupte, die frühen Minotauren waren ebenso intelligent und kultiviert in ihren Gebräuchen wie ein Elf oder Ork oder Khajiit. Die dem Kaiserreich treu ergebenen Minotauren gehörten zu den ergebensten Verteidigern der Kaiserin Alessia. Bestimmte Kunstwerke und Bücher aus dieser Zeit weisen darauf hin, doch viele meiner Kritiker wollen wissen, wo die hieb- und stichfesten Beweise sind, die meine Behauptungen untermauern. Bedauernswerterweise wurden viele dieser Beweise in der Zwischenzeit zerstört, während der fälschlicherweise so bezeichnete Alessianische Orden über das Kaiserreich herrschte.

Letztlich war es der Alessianische Orden, der die strikten Alessianischen Doktrinen befolgte. Von all den Regeln und Regularien, die in den Siebenundsiebzig unbeugsamen Doktrinen dargelegt sind, waren die verrufensten jene, die sich nachdrücklich gegen die Elfen richteten. Ich behaupte, dass der Orden nicht auf eine anti-elfische Geisteshaltung beschränkt war, und glaube, seine missgünstigen Anhänger wandten die Doktrinen auf alle nicht-menschlichen Völker an, von denen sie glaubten, sie verfolgen zu müssen – die Minotauren eingeschlossen. Ein noch erhaltenes Fragment einer alten Tafel, das als Belharza-Stein bekannt ist, zeigt das, was nach Meinung der Mehrheit der Gelehrten als ein Teil eines größeren Reliefs angesehen werden kann, welches Belharza den Menschenbullen, den zweiten Kaiser des Alessianischen Kaiserreichs, darstellt, wie er den Feinden entgegentritt. Meine eigenen Recherchen zu diesem Fragment erzählen eine vollkommen andere Geschichte.

Dem Schnitt ihrer Rüstung und der Form ihrer Speere nach zu urteilen, halte ich die sogenannten Feinde, die in dem Relief dargestellt sind, tatsächlich für fanatische Vorläufer der alessianischen Truppen. Die Speere, die direkt auf das Herz des Minotauren gerichtet sind, deuten darauf hin, dass diese Proto-Alessianer die Minotauren töteten oder vertrieben, womit sie den Niedergang des Volkes, von dem wir heutzutage noch immer Beweise finden, einleiteten. Das, was dem einst so majestätischen Volk der Bullenmenschen widerfahren ist, ist eine Schande! Doch haltet ein, ich kann meine Kritiker bereits hören. Sie verlangen mehr Beweise – Beweise, von denen ich befürchte, dass sie im Zuge Hunderter weiterer Gräueltaten, die vom Alessianischen Orden verübt wurden, ausradiert wurden. Doch einen weiteren Fakt kann ich in die Waagschale werfen, und dieser wird jedem offensichtlich, der bereit ist, an ausgewählte Orte zu reisen und die Aktivitäten der Minotauren aus sicherer Entfernung in Augenschein zu nehmen.

Solltet Ihr Euch in die Wildnis begeben, um die Minotauren zu studieren, werdet Ihr feststellen, dass diese sich häufig an oder in der Nähe von uralten Stätten sammeln, die für das Kaiserreich von hoher Bedeutung waren. Weshalb? Ich behaupte, dies hat damit zu tun, dass sie sich instinktiv an eine Zeit erinnern, als sie erbitterte Verteidiger des frischgebackenen Kaiserreiches waren. Ich behaupte, dass solche Stätten anziehend auf sie wirken, dass sie diese noch immer verteidigen, trotz der Taten, die der aufkommende Alessianische Orden an ihnen verübte und somit diese bemerkenswerten Kreaturen der Vernichtung anheimgab.

Oh, spottet nur, wenn Ihr nicht anders könnt. Nur zu. Ich habe Schlimmeres ertragen. Doch haltet einen Moment inne und denkt zumindest über das nach, was ich Euch dargelegt habe. Und dann fragt Euch selbst, weshalb die Minotauren diese uralten kaiserlichen Stätten bewachen? Vielleicht lernt Ihr durch diese Frage, die Minotauren wertzuschätzen – zumindest ein wenig.

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