Online:Aus dem Archiv der Gelehrten: Auswirkungen der daedrischen Invasion

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Diese Seite enthält den Text von Aus dem Archiv der Gelehrten: Auswirkungen der daedrischen Invasion aus The Elder Scrolls Online. Das Archiv der Gelehrten war eine Sammlung von Fragen zur Lore von The Elder Scrolls Online, die auf der offiziellen Seite von Gelehrten Tamriels beantwortet wurden.

Inhalt

Aus dem Archiv der Gelehrten: Auswirkungen der daedrischen Invasion[1]

Gabrielle Benele beantwortet eure Fragen:

„Werte Gabrielle,

laut den alten Analen sprachen die uralten Akaviri von der Prophezie Alduins, dem mystischen Boten der Endzeiten, wie er noch immer von einigen Nord verehrt wird. Diese Prophezeiungen künden von der ‚Zeit nach der Öffnung des Reichs des Vergessens' und der ‚Rückkehr' der lange toten Drachen.

Wie wir wissen, entließen Molag Bals transliminale Portale Armeen bestialischer daedrischer Titanen in die Himmel über Tamriel, von denen einige mit Sicherheit noch auf Nirn verweilen. Fand die Magiergilde irgendwelche Anzeichen für ein nahendes Ende dieses Kalpas? Nachdem der Allianzkrieg weitertobt, was hält da die anderen Fürsten davon ab, Alessias Bund zu verletzen?“ – Von Legoless, Doyen der vereinten Erkunder schreiberlicher Vorgehen

Gabrielle Benele sagt: „Gelehrter Legoless: Auch wenn es schwer fällt, hinter die aktuelle Krise zu blicken, während es Daedra und Dunkle Anker vom Himmel regnet, so ist sich die Magiergilde dennoch der Notwendigkeit bewusst und hat in der Tat Forschern diese Aufgabe zugewiesen. Auch wenn die genaue Natur von Alessias Bund noch nicht (und vielleicht auch nie) verstanden wird, so haben sich Forscher der Gilde bereits mit dem Ereignis befasst, das auch als ‚Seelenbruch' bezeichnet wird und die ganze Krise rund um die Ebenenverschmelzung ausgelöst hat. Der Seelenbruch scheint das Ergebnis eines Plans des Gottes der Intrigen zu sein. Als solches hat er es auch nur ihm ermöglicht, diesen dermaßen auszunutzen. (Zumindest bis jetzt.)“

„Bezüglich der Inaktivität der anderen Fürsten gehen Forscher der Gilde Gerüchten über ein gewisses ‚Abkommen von Kalthafen' nach, das ihre Interaktion bezüglich Nirn beschränken könnte. Allerdings besitzen wir noch keinerlei Fakten über dieses ‚Abkommen', sofern es überhaupt existiert.“


„Oh, Gabrielle! Wir haben uns nicht mehr getroffen, seit wir beide vor einigen Monaten bei diesem Treffen mit Abnur Tharn im kaiserlichen Palast waren. Ha, ich erinnere mich auch noch, als Ihr ein Kind wart und ich Eure Eltern in der Universität von Gwylim besucht habe … nun ja, ich zeige die Schuppen der Abschweifung. Dieser alte Saxhleel hat einfach schon zu viele Jahre und zu viele Erinnerungen. Aber Ihr seid in Bezug auf die magischen Dinge erfreulicherweise erleuchteter geworden als ich, weshalb ich diese Frage stellen möchte. Wenn Ihr so nett sein würdet, sie zu beantworten: Während Aetherius ein Reich der Magicka ist, ist das Reich des Vergessens das Werk chaotischer Creatia. Magicka erbaut und erschafft, chaotische Creatia zerstört und verdirbt. Aber beide ‚Substanzen' besitzen mehrere Gemeinsamkeiten und beeinflussen Entitäten auf drastische Weise. Mir ist aufgefallen, dass sich Daedra und Sterbliche in Gebieten, die sonst wie unberührt von der Ebenenverschmelzung wirken, physisch verändert haben. Daher frage ich mich, ob Kalthafen – und eben auch andere Ebenen des Vergessens – unbemerkt Wellen chaotischer Creatia von einem bestimmten Punkt der Durchdringung aussenden und so Dinge unserer Welt beeinflusst. Wenn ja, so würde das doch so einiges erklären! Was denkt Ihr, meine Liebste?“ – Von Eis Vuur Warden, freischaffender Gelehrter

Gabrielle Benele sagt: „Laut Gildendoktrin treten Änderungen und Umbildungen örtlicher Realität dann auf, wenn Magicka fokussiert und durch die Bemühungen eines sterblichen oder unsterblichen Willens projiziert wird.“ Das ist Veränderungsmagie, so wie sie in Nirn funktioniert. Im Reich des Vergessens allerdings, wo die Substanz der Ebenen selbst dem Willen des daedrischen Herrschers unterworfen ist, geht eindeutig etwas anderes vor oder zumindest etwas mehr. Nahe Dunkler Anker und Portale nach Kalthafen sehen wir häufig veränderte Materie, die offenbar aus dem Reich des Vergessens nach Tamriel gebracht wurde. Aber ich glaube, dass diese Erklärung – ein Vordringen aus dem Reich des Vergessens – zu einfach ist und dass hier noch etwas anderes passiert. Es scheint mir, als würde an diesen Orten die Substanz von Nirn selbst durch chaotischer Creatia durchflossen, die dann dem Willen des eindringenden daedrischen Fürsten gehorcht und sich der ‚Vorlage' anpasst, eben jener der vordringenden Ebene – in diesem Fall eben Kalthafen. Auch wenn wir dies eher als Kollateraleinfluss im Umfeld von Portalen ins Reich des Vergessens deuten, so könnte diese Wirkung dennoch durch Magie wirkende Kultisten auf deutliche Entfernungen hin bewirkt werden, was für die von Euch angesprochenen ‚Mutationen' verantwortlich sein könnte.“


“Hey, Gabrielle,

habt Ihr eine gespaltene Persönlichkeit? Oder vielleicht eine Eischwester oder Verwandte mit demselben Namen? Ich habe Euch oder jemandem mit Eurem Namen in Hochfels getroffen und Ihr habt auf mich stets sehr lebendig und bestimmt gewirkt. Aber eine Freundin von mir stieß im Gebiet des Pakts auf einige Notizen – erneut mit Eurem Namen –, in denen Ihr darüber schreibt, „niedere Lebensformen“ für den Kampf zu nutzen oder Leute in Brand zu stecken, weil sie für Euch schwärmen, was nicht so recht wie die Person wirkte, die ich getroffen habe. Und ich kann meine Freundin noch immer nicht fragen, ob das eine normale Weichhautsache ist, da sie mir noch immer böse wegen dieser einen Sache ist … Gedankenkontrolle unterbricht man wohl doch besser nicht mit einem Eimer Eiswasser, in dem noch muntere kleine Krabben krabbeln. Also möchte ich Euch direkt fragen: Seid Ihr zwei verschiedene Personen?

Unterzeichnet, Nicht-am-Platz“

Gabrielle Benele sagt: „Oh, ich schätze wohl, Ihr hattet noch nie einen miesen Tag? Versucht mal für einen zickigen Erzmagier während einer interplanaren Krise zu arbeiten. Dann versteht Ihr es vielleicht.“

„Ähm. Ah, der berüchtigte ‚Niedere Lebensformen'-Brief mit grausamen Ratschlägen an General Serien. Zu meiner Überraschung wurde ich auf Augvea von einem Dunkelelfen aus der Gilde dazu konfrontiert. Der Brief ist eindeutig irgendeine aufgesetzte Fälschung vom Militär des Paktes, um einer armen bretonischen Magierin etwas anzuhängen. Warum? Nun, das sieht meiner Handschrift nicht einmal ähnlich!“


„An Gabrielle Benele von der Magiergilde, Grüße!

Es ist weithin bekannt, dass die Dunklen Anker in ganz Tamriel beschworen werden, um Nirn nach Kalthafen zu ziehen. Aber wie beeinflusst Nirn dadurch Eurer Meinung nach die anderen daedrischen Reiche und Existenzebenen – Sovngarde, die Fernen Ufer usw.? Hat die Ebenenverschmelzung das Einschreiten anderer daedrischer Fürsten verhindert oder sollten wir uns darauf vorbereiten, dass neben diesen bald ein weiterer daedrischer Vorstoß bevorsteht?

Freundliche Grüße, Rohais von Auridon“

Gabrielle Benele sagt: „Rohais, bitte lest Euch zu möglichen Einflüssen anderer daedrischer Reiche meine Antwort an Doyen Legoless weiter oben durch. Allerdings gibt mir Eure Frage die Gelegenheit, einige weit verbreitete Irrtümer bezüglich der Frage, welche Ebenen abseits von Nirn zum Reich des Vergessens gehören, zu beseitigen. Sovngarde, die Fernen Ufer et al. sind ätherische Ebenen des Nachlebens und keinesfalls Herrschaftsgebiete der Daedra. (Mir ist bewusst, dass die Formulierung Eurer Frage mehrdeutig ist und wahrscheinlich wolltet Ihr dies überhaupt nicht behaupten, aber es war allein zu bildenden Zwecken nützlich, sie so zu interpretieren. Bitte entschuldigt vielmals.)“


„Herrin Benele,

dieser vertraut darauf, dass es Euch gut geht und dass die Magiergilde erblüht. Ein werter Mitgelehrter erzählte Razum'dara einst davon, dass man, um die Daedra und ihre Magie zu bezwingen, Magie mit Magie bekämpfen muss, weshalb man nie zu viel Magie besitzen kann. Vor einigen Monden traf dieser allerdings einen umherziehenden Magier, der behauptete, es gäbe so etwas wie zu übertriebene Nutzung von Magie. ‚Zu viel', sagte der Magier, ‚und Tamriel wäre verloren.' Der Gelehrte aber meinte, ‚Zu viel … nun, Ihr könnt nie zu viel Magie besitzen, wenn es um daedrische Invasionen geht.' Wer hat nun recht und wenn es eine Grenze für Magie gibt, wo zieht man diese Linie?

Hochachtungsvoll, Razum'dara, freischaffender Khajiitgelehrter.“

Gabrielle Benele sagt: „Hm … Es ist schwer, solche Aussagen zu bewerten, ohne den jeweiligen Kontext zu kennen, in dem sie getätigt wurden, aber Warnungen über ‚zu viel Magie' sind häufig recht vernünftig. Wie schon erwähnt, Magie ändert und verzerrt die Wirklichkeit, gewöhnlich örtlich und zeitlich begrenzt. Die Veränderung der Realität ist gefährlich und je weitreichender diese Änderungen, desto größer auch das Risiko. Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, Euer umherziehender Magier bezog sich darauf.“


„Werte Gabrielle Benele,

zunächst einmal möchte ich mich aufrichtig für diese Liebesbriefe entschuldigen, die ich Euch nach meiner ersten Überfahrt von den Sommersend-Inseln nach Hochfels habe zukommen lassen. Ich war damals noch sehr naiv, aber falls Ihr diese Briefe nicht erhalten habt, dann mache ich die Situation wohl nur noch peinlicher. Nun, zu meiner eigentlichen Frage. Ich interessiere mich tatsächlich sehr für das interplanare Reisen in die daedrischen Reiche und fragte mich daher, ob Ihr wisst, ob der Seelenbruch, der offenbar die Barrieren zwischen Mundus und dem Reich des Vergessens geschwächt hat, die Reisen in und aus den Ebenen des Reichs des Vergessens einfacher gemacht hat. Würde es jetzt weniger Magicka kosten, so etwas zu bewerkstelligen? Und auch in Hinblick auf diese Frage: Haben Eure Forschungen ergeben, dass die Beschwörung von Daedra aus diesen Ebenen nun ebenfalls leichter fällt? Ich hoffe, wir können dies auf Augvea später noch etwas genauer besprechen, wenn ich die dafür notwendige Zeit erübrigen kann.“ – Von Zaubermeister Solinar, Magiergilde von Dolchsturz

Gabrielle Benele sagt: „Gildenkamerad Solinar, ich fürchte, ich war wegen der aktuellen Bedrohungen für Hochfels – und in der Tat ganz Tamriel – zu beschäftigt und habe daher meine persönliche Korrespondenz ziemlich vernachlässigt. Ich habe Eure Briefe völlig übersehen und sie so in der Tat niemals gelesen. Aber vielleicht ist es auch besser so. Ihr wisst schon, wenn man alles bedenkt.“

„Bezüglich Eurer Frage: Die Schwächung der Barrieren zwischen Nirn und den anderen Ebenen scheint vor allem die Reise von und nach Kalthafen zu beeinflussen – das mag wie erwartet klingen, wenn man Ursprung und Natur des Seelenbruchs betrachtet. Forscher der Gilde haben allerdings herausgefunden, dass es noch weitere Auswirkungen gibt, was vor allem ein Einreißen der Schleier zwischen Tamriel und den ätherischen Reichen des Nachlebens betrifft. Sichtungen von Geistern, Wiedergängern und Gespenstern sind wie nie zuvor angestiegen, beispielsweise von durchschnittlichen Sterblichen wahrnehmbare Erscheinungen und Stimmen. Die Nekromanten vom Orden des Schwarzen Wurms haben diese Situation ausgenutzt, um Untote in bisher nie gekannter Größenordnung zu beschwören oder wiederzubeleben. Wir können nur hoffen, dass die Abwendung der Ebenenverschmelzung unserem geliebten Tamriel seine einstige Stabilität zurückgibt und dass die durchscheinenden blauen Gestalten wieder an den Ort gelangen, an den sie gehören.“


„Maga Gabrielle Benele,

es gibt sich haltende Gerüchte darüber, dass durch den Seelenbruch in der Kaiserstadt alle Magier und Magiebegabten Cyrodiils durchdrehten. Auch wenn ich mich während des Seelenbruchs gerade in Cyrodiil aufhielt, so wurde ich dennoch nicht davon beeinträchtigt. Könnt Ihr vielleicht etwas näher darauf eingehen, wie diese Magier dadurch beeinflusst wurden und wie man sie am besten behandeln könnte? Ist die Verrücktheit dauerhaft oder nur vorübergehend? Von welchen gesundheitlichen Langzeitfolgen können wir ausgehen?

Heilerin Kassandra Velarian, ehemals Mitglied der kaiserlichen Legion“

Gabrielle Benele sagt: „Heilerin Kassandra: Der Seelenbruch war in der Tat eine mystische Katastrophe für Nirn, aber Aussagen wie ‚alle Magier … Cyrodiils wurden verrückt' übertreiben die Situation völlig. Die Auswirkungen wurden vor allem im direkten Umfeld der Kaiserstadt wahrgenommen – in der Tat waren die Auswirkungen in der arkanen Universität so gewaltig, dass sie nicht in der Lage waren, den Anschuldigungen, sie wären für den Seelenbruch verantwortlich gewesen, zu widersprechen, als sie vom Ältestenrat verbannt wurden. Andere Magier des Herzlandes wurden ebenfalls verletzt, aber auch wenn die magisch Begabten in ganz Tamriel das Ereignis verspürten, so fiel der Schaden mit größer werdender Distanz zum Weißgoldturm rapide ab. Die meisten Magier erholten sich in ihren Fakultäten binnen weniger Tage oder im Höchstfall Wochen. Die Langzeiteffekte sind durch die Störungen der folgenden Ebenenverschmelzung schwer zu bemessen. Es könnte lange dauern, bis die vollständigen Auswirkungen des Seelenbruchs bekannt sind.“

Anmerkungen (Tamriel-Almanach)

  1. Der Text wurde auf der offiziellen ESO-Seite (Aus dem Archiv der Gelehrten: Auswirkungen der daedrischen Invasion) veröffentlicht. [abgerufen am 25.07.2015]