| Die übersetzten Werke von Tosmorn, Teil IV Zur Schrift |
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Diese Seite enthält den Text von Die übersetzten Werke von Tosmorn, Teil IV (engl. The Translated Works of Tosmorn, IV) aus The Elder Scrolls Online.
Inhalt
Drittes Fragment
[Anmerkung der Editorin: Das dritte von Xandier Edettes übersetzten Gedichtfragmenten behandelt eine Legende, die sich zur langlebigsten des Reik entwickelt hat, nämlich die des Roten Adlers. Wie Edette in seinem Vorwort erwähnt, ist dieses Fragment anders als die üblichen Geschichten über den Roten Adler bar jeden Stolzes; es hat vielmehr einen fast elegischen Ton. – V. A.]
Vorwort des Übersetzers Xandier Edette
Der Rote Adler. Sein Einsatz für die Rebellion und den Widerstand während der Eroberung des Reik durch Kaiserin Hestra inspirierte Generationen von Vateshran, ganz zu schweigen von den Barden und Geschichtenerzählern jenseits der harschen Lande des Reik. Es sollte niemanden überraschen, dass Tosmorn auch eine Chronik über Leben und Tod des größten Helden der Reikmannen verfasst hat.
Ich hatte das Glück, ein Fragment ebenjenes Epos zu finden. Nachdem ich für dessen sichere Verbringung in die Ländereien der Dornwurz, eines Zirkels ansonsten extrem zurückgezogen lebender Hexen, gesorgt hatte, fiel mir eine Sammlung mit Tand in die Hände, die eine uralte Kopfbedeckung beinhaltete. Im Befestigungsband fand ich ein eng gerolltes Stück Jährlingsleder, auf dessen Oberfläche der vertraute Name „Faolan“ geritzt war, wie der Rote Adler in seiner Muttersprache heißt.
Der Text des Fragments konzentriert sich ausschließlich auf das Nachspiel von Faolans letzter Schlacht gegen die Legion von Kaiserin Hestra. Im Kontrast zum Ton der häufiger erzählten Werke erfreut uns Tosmorn mit einem trauernden, zögerlichen Vers (wenn man diesen überhaupt so nennen kann). Das Ausbleiben des erhebenden Rufs nach einer Rückkehr des Roten Adlers lässt den Leser grübeln: Könnte die Wiederbelebung des Roten Adlers und der Ruf nach Freiheit im Reik die Erfindung späterer Vateshran sein? Dies ist ein Mysterium für die Zeitalter, eines von Tausenden in diesem zerklüfteten Land.
- * *
Faolans Tod
Die Weinenden tragen ihn die Klippe empor.
Der Rote Adler, so benannt bei Geburt,
Ist im Tode rot von hundert Wunden.
Das Licht der aufsteigenden Sonne zeigt die Welt
Den Teppich der Toten,
Und die Seelen von Tausend werden abgewogen gegen
Einen Sohn des Reik.
Die Hexer kommen mit Töpfen voll Asche und Harz
Den weinenden Trägern entgegen
Und Faolan wird abgesetzt.
Die Häuptlinge weinen, als sie ihn sehen
Von Gram zerfressen.
Die Asche wird verteilt auf seinem Leib.
Doch ruht sie nicht.
Sie sammelt sich auf dem Stein unter Faolan.
Auf ihm findet sie keinen Halt.
Stilles Flüstern durchdringt die Halle,
Alle Köpfe gesenkt.
Nun kommt die Vettel, um zu holen, was ihr gehört,
Ihre Krähe als Vorhut, lacht, als sie die Hexenmänner sieht,
Deren Asche und Harz versagen.
Sie nimmt den Stab aus Eibe und schlägt damit
Auf Faolans Brust.
Das Sekret in ihm platzt heraus, schwarzes Blut
Und sie nimmt die Frucht Ihrer Begierde
Gesät in Faolans Brust.
Einhundert Hände ziehen Feuerstein, legen Pfeile an.
Alle verlieren sie den Mut, das Lachen der Vettel schwärt in der Seele
Als der Tod sie umgibt.
Eintausend Krähen flattern los unter ihrer Haube
Und sie ist weg.
Sie ist jenseits von Speer, Schwert und Bogen.
Kein Hexer würde sie hintergehen.
Denn Faolan erbat ihre Hilfe in diesem Kampf,
Sie verlangte ihren Lohn.
Die Weinenden tragen Faolan hinunter
In das Herz des Berges.
Zum letzten Mal wird er aufgedeckt
In schlafloser Ruh. der Stein wird versiegelt,
Wachs wird vergossen und der Feuerstein zerschlagen.
Hier liegt Faolan. Tot.