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Online:Die Flucht aus Senchal

Die Flucht aus Senchal
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Diese Seite enthält den Text von Die Flucht aus Senchal (engl. Fleeing Senchal) aus The Elder Scrolls Online.

Inhalt

Ich bin heute aus Senchal geflohen. Nach den Geschehnissen dort hielt ich es in der Stadt nicht mehr aus. Die Grippe war schon schlimm genug, aber nun noch all diese Brände zu sehen? Und das Atmen – es fiel einem so schwer.

Jedes Mal, wenn ich daran denke, will ich mich einfach nur übergeben. Und wenn ich niese, was angesichts des Rauchs in der Luft oft vorkommt, schwärze ich mir mein Fell, wenn ich mir die Hand vor die Nase halte.

Im Innern sind wir wegen dem, was wir getan haben, nun alle dunkel. Selbst diejenigen unter uns, die es aufzuhalten versuchten. Wir haben versagt. Die Dunkelheit ist mehr als nur die Luft, die wir atmen. Das Strahlen unseres Geistes selbst wurde gedämpft. Womöglich ist unser Geist sogar geschrumpft.

Und jetzt müssen wir mit uns selbst leben und mit der Verwüstung, die wir über die Welt gebracht haben. Die Grippe? Eine schreckliche Sache. Doch der noch etwas hinzuzufügen, wie wir es getan haben? Das war allein unser Tun. Wir waren das. Was für ein Hochmut! Und so viel Furcht. Ein solches Ausmaß an Fehlverhalten. Es befleckt uns.

Doch wir müssen dort anfangen, wo wir sind, hätte meine Großmutter gesagt. Dort anfangen, wo wir sind.

Trotz der Dunkelheit in uns, der wir eine feurige Gestalt verliehen, müssen wir weiter voranschreiten.

Und so verlasse ich Senchal. Ich lasse das Miasma aus Tod und Zerstörung hinter mir. Und ich werde jeden, dem ich außerhalb seiner Mauern begegne, aufsuchen und heilen. Ich kann nicht in Senchal bleiben, nein. Es macht mich krank. Doch ich kann daran arbeiten, die Leute draußen zu heilen. Vielleicht ereilt mich die Grippe. Vielleicht nicht. Das entzieht sich meiner Kontrolle.

Ziss. Genug davon.

  • * *

Ich muss das aufschreiben, bevor ich es vergesse. Die Brände liegen nun Wochen zurück. Ich kann nicht nach Senchal zurückkehren und Teil dieser Sache werden, aber ich habe außerhalb der Stadtmauern eine wandernde Gemeinschaft gefunden. Wir beschützen einander. Wir suchen nach Nahrung. Wir nehmen mehr bei uns auf, als wir eigentlich können. Und ich heile sie alle mit den Vorräten, die wir finden können. Das Land ist nicht mehr so großzügig, wie wir es gern hätten, aber ab und zu stoßen wir auf einen wahren Schatz an Kräutern, die ich verwenden kann.

Doch ich schreibe dies nun aus dem folgenden Grund: Schon mehrere Tage ist niemand mehr an der Grippe gestorben. Einige haben sich erholt. Andere nicht. Doch niemand ist in den vergangenen Tagen krank geworden. Vielleicht sollten wir uns nach Norden aufmachen und nachsehen, ob die sogenannten Barbaren von Anequina nicht gütiger sein werden, als es die „zivilisierten Leute“ von Senchal gewesen sind. Oder vielleicht stoßen wir auch nur auf noch mehr von Furcht und Hochmut getriebenes Verhalten. Das entzieht sich unserer Kontrolle.

Wir werden dort anfangen, wo wir sind. Weiter voranschreiten. Jedem einzelnen Schritt Bedeutung zukommen lassen.

  • * *

Ziss! Es ist schon … Jahrzehnte her? Ich hatte vergessen, dass ich meinen Schmerz in diesem kleinen Tagebuch niedergeschrieben und es dann in einem unserer verborgenen sicheren Unterschlupfe verstaut hatte. Das waren finstere Tage damals. Wir hielten noch mehr als nur die Grippe im Zaum. Wir kämpften gegen Furcht und Hunger. Wir lebten vom Land, ohne es und uns selbst zu zerstören. Doch eine Sache hatte jeder in dieser Gruppe gemein: Wir wussten, dass wir besser sein mussten. Uns besser verhalten. Mehr Mitgefühl zeigen. Freundlich sein. Und Geduld lernen. Anderen gegenüber, aber vor allem uns selbst gegenüber.

Ja, wir waren auf unserer Reise eine ganze Weile nur von Verwüstung umgeben. Wir sahen viele, wie sie sich übel verhielten. Wir versuchten, dem etwas entgegenzusetzen, und bis zu einem gewissen Grad hatten wir Erfolg damit. Nicht so viel, wie wir gern gehabt hätten, aber der Weg war das Ziel und zählte, nicht das Ergebnis.

Ich werde dieses kleine Buch in der Hoffnung zurücklassen, dass derjenige, der es an sich nimmt, sich dieser Worte erinnert: Fangt dort an, wo Ihr seid. Nehmt jeden Augenblick für sich, und ganz besonders dann, wenn Ihr Euch dem Schlimmsten gegenüberseht, was Ihr Euch ausmalen könnt. Mehr könnt Ihr nicht tun. Fangt dort an, wo Ihr seid.

Riifa, Wanderheilerin