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Online:Die Graue Schar: Geschichtlicher Überblick, Teil 1

Die Graue Schar: Geschichtlicher Überblick, Teil 1
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Diese Seite enthält den Text von Die Graue Schar: Geschichtlicher Überblick, Teil 1 (engl. The Gray Host: A History Part 1) aus The Elder Scrolls Online.

Inhalt

Von Fürst Archibald Laurent, fürstlicher Erkunder

Jeder, der schon einmal die Bangkorai-Garnison während der alljährlichen Roten Parade zu Ehren des Märtyrertods des Heiligen Pelin besucht hat, hat sicher auch von der Grauen Schar gehört, obwohl man Euch verzeihen würde, wenn Ihr nicht mehr von ihr kanntet als ihren garstigen Ruf. Ich selbst hatte mich nur wenig beschäftigt mit der Inspiration hinter dieser stark ausgeschmückten Erzählung unserer Geschichte, bis ich persönlich ein kriegerisches Spektakel miterlebte, das mir die Realität dieser Schlacht vor mehr als eintausend Jahren verdeutlichte.

Nach fünf zermürbenden Monaten täglichen Abschlachtens vor den Toren, während derer der Schwarzdrache Welle um Welle von Reikkriegern gegen die Garnisonsmauern schickte, war der Boden ein knietiefer Morast aus Blut und Schlamm geworden, der es mit jedem Winkel von Schwarzmarsch aufnehmen konnte. In diesem abscheulichen Hellsehbecken sah ich das Opfer des Heiligen Pelin in perfekter Klarheit. Gut, es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass es nur mein tollpatschiger Ochse von einem Diener gewesen war, der sich nach einem Sturz von den Zinnen wieder aufrichtete, aber der Vergleich ist offensichtlich. Der spärliche Jubel, den wir beim Rückzug der Reikhorde aufbringen konnten, war bei Anbruch der Nacht vollends verstummt. Angstvolle Gerüchte verbreiteten heimtückischen Aberglauben in der Garnison, und abgehärtete Veteranen schlotterten beim Gedanken daran, dass eine neue Graue Schar aus dem blutgetränkten Schlamm steigen könnte, um Rache an uns zu nehmen. Die Ritter des Heiligen Pelin bekämpften derartige Gerüchte, indem sie beteuerten, dass kein einziger Knochen des uralten Feindes sich noch in der aufgewühlten Erde befände, aber mein Interesse war geweckt, und ich befragte den Großkomtur des Ordens zu weiteren Einzelheiten über seine Geschichte.

So erfuhr ich, dass die Ängste meiner Zeitgenossen denen entsprachen, die schon ihre Vorfahren nach einem derartigen Gemetzel hatten. Die erschöpfte Garnison reinigte das Schlachtfeld, bis zwei volle Handlang tief Schlamm bis zum Horizont entfernt worden waren (sicherlich eine weitere Ausschmückung). Unter dem rachsüchtigen Blick von Kaiserin Hestras alessianischen Prälaten wurden die Leichen der besiegten Grauen Schar in heiligem Feuer verbrannt, bis nur noch Asche von ihnen übrig war. Dieser Ascheberg wurde im Süden vergraben, auf Geheiß von Tu'whacca, der schwor, dass er dafür sorgen werde, dass er ruhe, bis der Satakal seine Haut abwirft, was wohl nicht sonderlich lange ist.

Auf meinen Reisen hatte ich schon so manche Begegnung mit Vampiren und Werwölfen (und auf einer früheren Expedition hat sogar die groteske Verbindung der beiden meinen inkompetenten Diener heimgesucht). Dies sind fürwahr furchterregende Geschöpfe, aber ich habe noch nie erlebt, dass sie jemandem solche Angst einjagten. So wollte ich mehr über die Graue Schar in Erfahrung bringen, und wie sie es geschafft hatte, sogar die Fantasie der Eiferer von Hestras Legionen in Schrecken zu versetzen. Als meine Arbeit in der Garnison getan war, verabschiedete ich mich und zog gen Süden, um dort das Massengrab zu suchen, von dem der Großkomtur gesprochen hatte.

Auf Geheiß der Wächter der Schürwacht, die über das sogenannte Unheilige Grab Wacht halten, werde ich den Ort der letzten Ruhestätte der Grauen Schar nicht nennen. Es genügt zu sagen, dass es einige Wochen und einen unglücklichen Sturz eine bröckelige Erdspalte hinunter dauerte, bis sie uns in ihrer Mitte „begrüßten“. Mir wurde gesagt, dass niemand über die Schwelle des Abgrunds treten dürfe. Darauf stünde die Todesstrafe. Die Klumpen des Heiligen Pelin, die wir um den Hals trugen, wiesen uns jedoch als vertrauenswürdig aus, zumindest für die lebenden Wächter der Grabstätte. Nachdem ich meinen glücklosen Diener aus der trauervollen Ägis befreit hatte, die überzuziehen er versucht hatte, teilten die Wächter der Schürwacht einige der Geschichten der furchterregenden Legion mit mir, über die sie Wacht halten.

Ihren Erzählungen zufolge hatte Hammerfall schon Jahrhunderte unter der Tyrannei der unheiligen Stadt Verkarth gelitten, bevor Kaiserin Hestra mit ihren Legionen ihr Kaiserreich von der Verderbnis heilte. Niemand konnte sagen, wann die Stadt der Verdammten inmitten des Ödlands aufgetaucht war, aber die Wächter behaupteten, sie sei aus dem Nichts erschienen und hätte ihren Schatten über Ska'vyn und die umliegenden Weiler geworfen. Einige mutmaßten, dass die Kreaturen ihren Nachbarn Frieden versprochen hätten, dies jedoch nur süße Lügen gewesen seien, um Beute in ihr Königreich zu locken. Als der Tyrann, König Styriche, dann sein wahres Gesicht zeigte, erhob die Graue Schar Anspruch auf die Lande zwischen Thorstad und Elinhir, wodurch die Provinz entzweit wurde. Dies zog den Zorn der Kaiserin auf sich, was den Untergang der Grauen Schar bedeutete.

Laut der Schürwacht wurde ein Großteil der ursprünglichen Stadt Verkarth von den Kaisertreuen dem Erdboden gleichgemacht. Das Land wurde im Namen Alessias geweiht und den Befreiten überlassen, damit diese es in ihrem rechtschaffenen Sinne wiederaufbauen konnten. Obgleich ich weiß, wie fanatisch die Alessianer Krieg führen, sollte es doch sicherlich noch Fragmente geben, die mehr Wissen über die Geschichte der Grauen Schar enthalten als nur furchterregende Gräuelgeschichten. So machte ich mich also auf, der Stadt einen Besuch abzustatten.