| Die Wahrheit über die Rudimente Zur Schrift |
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Diese Seite enthält den Text von Die Wahrheit über die Rudimente (engl. The Remnant Truth) aus The Elder Scrolls Online.
Inhalt
Von Horatius Hoff
Ein Gespenst sucht die Forschenden des Arkanen heim. Zweifelsohne habt Ihr die Gerüchte schon gehört. Vielleicht kennt Ihr ja einen Gelehrten, dessen Forschungsarbeiten plötzlich endeten, und als Ihr ihn nach dem Grund fragtet, wich er mit Angst in den Augen aus. In der Vergangenheit weigerten sich viele von uns, über die Geschichten zu sprechen, die derlei Schrecken hervorrufen.
Aber das hat jetzt ein Ende.
Ich werde nun endlich preisgeben, was wir über die Rudimente wissen. Obgleich die Einzelheiten sich unterscheiden mögen, sind alle Geschichten im Grundtenor gleich. Diese Geschöpfe tauchen in unseren Hallen des Wissens auf und machen sich mit Artefakten, Folianten und anderen forschungswürdigen Objekten aus dem Staub. So mancher ist schon spätnachts auf sie gestoßen und wurde mit vorgehaltener Klinge von ihnen beraubt. Wer Widerstand gegen ihre Räubereien leistet, endet mit einem aufgeschlitzten Bauch, oder im Glücksfall gefesselt von schwarzen Tentakeln unbekannten Ursprungs. Anschließend verschwinden die Rudimente spurlos.
Ich sprach mit Adept Gholat, einem Magier der Orsimer (er bevorzugt die korrekte Volksbezeichnung), der bei der Magiergilde von Schornhelm daedrische Wesenheiten studiert. Bei seinen Forschungsarbeiten bezüglich der Rudimente brachte er in Erfahrung, dass sie ein Orden oder Klan der Dremora sind und nicht wie manche behaupten eine eigene Spezies. Obwohl es unter Gelehrten bekannt ist, dass Dremora sich in Klans untergliedern, fand Adept Gholat heraus, dass die Rudimente die hierarchischen Strukturen ablehnen, denen man bei ihrer Art so häufig begegnet. Und tatsächlich haben sie offenbar eine vollkommen horizontale Organisation ohne jeden Rang. Es verblüfft mich, wie sie Arbeit erledigen können ohne einen Anführer, der die anderen befehligt.
Der weise Adept Gholat stieß auch auf eine Gemeinsamkeit aller Vorkommnisse, bei denen Rudimente auftauchten. Es scheint, dass sie nicht einfach simple magische Gegenstände von uns Sterblichen stehlen. Nein, stattdessen sind sie offenbar gezielt auf der Jagd nach Objekten erheblicher Macht und einzigartigen Artefakten. In allen Fällen tauchen die Rudimente auf, bevor der Forschende den Zweck des Objekts ermitteln konnte. Sie sorgen dafür, dass wir weiterhin unwissend bleiben.
Bewaffnet mit diesen Informationen suchte ich Catrisse Girien auf, eine Archäologin der Magie. Ihr Ruf als Gelehrte der arkanen Artefakte machte sie zum perfekten Ziel für diese Rudimente. Als ich sie fand, hatte sie gerade einen soliden Onyxzylinder aus den Tiefen einer Ayleïdenruine geborgen. Sie zeigte weder Überraschung noch Angst, als ich die Rudimente erwähnte. Stattdessen gab sie seelenruhig zu, dass sie ihnen bereits mehrere Male begegnet war. Sie war der Ansicht, dass sie uns aufrichtig gut gesonnen sind.
Die Gelehrte Girien untersuchte weiter den Zylinder, während sie die Beschreibung des Dremora-Klans bestätigte, zu der Adept Gholen gekommen war. Sie beschrieb einen Orden in Diensten des geheimnisvollen Daedrafürsten Hermaeus Mora. Ich erfuhr, dass die Rudimente sich nicht als Diebe sahen, sondern als Beschützer. Sie ziehen durch die Existenzebenen, um Gegenstände zu beschaffen, die sie für zu mächtig für andere halten. Offenbar sperren sie nicht nur Artefakte, sondern auch Wissen weg, obschon unbekannt ist, in welcher Form dies geschieht.
Als ich die brutalen Angriffe der Rudimente erwähnte, betrachtete die Gelehrte Girien mich abschätzend. Nur jene, die so egoistisch oder arrogant sind, sich den Anweisungen des Ordens zu widersetzen, werden von ihm attackiert, erzählte sie mir. Sie ist der Ansicht, dass sie ehrbar in ihrer Aufgabe sind, das übermäßig Mächtige zu bewahren. Ich ahnte, dass ihr Glaube an die Mission der Rudimente diese dazu gebracht hatte, ihr gegenüber mehr über sich zu verraten, als sie mir gegenüber preisgab. Als sie mich ansah, kam es mir vor, als würden schwarze Wolken über ihre Augen ziehen.
Und das wäre es also. Die geheimnisvolle Macht, die Gelehrte des Arkanen heimsucht und die als die Rudimente bekannt ist, betrachtet sich als unsere Beschützer. Wie kommen sie dazu, sich Autorität über unsere Angelegenheiten zu verleihen? Warum sollten wir uns ihren Todesdrohungen beugen? Und wohin bringen sie die Dinge, die sie uns stehlen? Ich suche nach wie vor Antworten auf diese Fragen. Vielleicht werde ich ja eines Tages etwas von Wert finden und von ihnen heimgesucht werden. Bis dahin solltet Ihr Wächter anheuern, die Euch während Eurer Forschungsarbeiten beschützen.