| Ein Festmahl inmitten der Toten, Kapitel II Zur Schrift |
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Diese Seite enthält den Text von Ein Festmahl inmitten der Toten, Kapitel II (engl. A Feast Among the Dead, Chapter II) aus The Elder Scrolls Online.
Inhalt
Von Severia Quasitto, renommierte Reisende
Unsere Gruppe war mehr als zwei Dutzend stark, und jeder trug Waren bei sich (eine ältere Frau schaute mich kurz an und reichte mir einen Stapel Tischtücher mit der Anmerkung, dass diese Fracht „meinen Fähigkeiten entspreche“). Es wurde viel gelacht und geplaudert, während die Gruppe durch die finsteren und stickigen Katakomben von Nekrom spazierte, mitunter in völliger Dunkelheit. Ich muss zugeben, dass mir die Phasen ohne Licht Angst machten. Schließlich erreichten wir das Ende eines Ganges, an dem eine kleine Metalltür wartete, übersät von Grünspan. Der Älteste in unserer Mitte, ein knorriger und verschrumpelter alter Dunmer, griff in seine Gewänder und zog einen Schlüssel heraus. Er stieß ihn in die Tür.
Hinter der kleinen Tür wartete eine unverhofft große Kammer. Es war eine Küche, zwar bar jedes Sonnenlichts, aber doch gut eingerichtet, wie man sie auf dunkelelfischen Anwesen häufig findet. Ein kleines Rinnsal Quellwasser sammelte sich in einem Becken, und über einen Abfluss desselben Wassers wurden Küchenabfälle hinweggetragen in die dunklen Gruben unter der Stadt. Meine Gastgeber erzählten mir beim Anzünden der Öllampen, dass der Verstorbene in seinen letzten Lebensjahren hart daran gearbeitet hatte, dass sein Mausoleum alle Annehmlichkeiten enthielt, die ich jetzt sah. Wie sich herausstellte, war das große Kochfeuer auch die Aschegrube, in der die sterbliche Hülle des Verstorbenen eingeäschert worden war. Meine Gastgeber nahmen die kleine Urne, die nun seine Asche beherbergte, und setzten sie ans Kopfende eines großen Steintisches.
Binnen kurzer Zeit war der Raum warm und angenehm. Die mitgebrachten Bündel, einschließlich meiner vorbildlich transportierten Tischtücher, verwandelten den Raum in eine Halle, die einem noblen Festmahl angemessen war. Wunderbare Gerüchte parfümierten die Luft, als meine Gastgeber anfingen, das Essen zuzubereiten, das sie mit ins Grabmal gebracht hatten. Einer der jüngeren Nachkommen flitzte mit einem Tablett kleiner Gläser herum. Ich bediente mich nur zu gern. Es war ein gewürzter Sujamma, den ich äußerst lecker fand.
Bald wurden wir aufgefordert, uns zu setzen, da das Essen servierbereit war. Alle Häupter senkten sich zum Gebet, als meine Gastgeber den Geist des geehrten Vorfahren baten, sich zu zeigen und unter den Speisen eine auszuwählen, der er so sehr gewogen ist, dass er endlich ohne Reue die sterbliche Ebene verlassen könne.
Die Urne bewegte sich, und der Tisch erzitterte kurz, als das Phantom vor uns erschien. Der Verstorbene, ein auffällig attraktiver Dunkelelf mit gebieterischen Augen und wildem Haar, leuchtete über dem Tisch. Mit strengen Worten nahm dieser Geist die Anwesenheit seiner Familie zur Kenntnis und das Mahl, das sie zubereitet hatten. Er befahl uns, mit dem Essen zu beginnen. Wenn wir noch länger warten würden, so behauptete er, würde das Essen so kalt wie das Grab werden.
Nacheinander brachten Familienmitglieder die Gänge an den Tisch, und immer hielten sie zuvor beim Geist ihres Ahnen an, damit dieser das Gericht inspizieren konnte. Ich fand dies kurios – essen Geister überhaupt? – und machte mir so einige Aufzeichnungen über die Gerichte, die präsentiert wurden.