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Online:Epistel über die Geister von Amun-dro, Band 2

Epistel über die Geister von Amun-dro, Band 2
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Diese Seite enthält den Text von Epistel über die Geister von Amun-dro, Band 2 (engl. Epistle on the Spirits of Amun-dro Vol 2) aus The Elder Scrolls Online.

Inhalt

Thava-ko singt jetzt ein Lied über Riddel'Thar. Lasst diese süßeste Wahrheit auf Thava-kos Zunge ruhen.

Eine der größten Stärken unseres Volkes ist unsere Anpassungsfähigkeit. Wir kerkern Freidenker nicht ein, wie es die Dunkelelfen tun. Wir verschreien Salate nicht als Blasphemie, wie die untersetzten Eicheljünger von Valenwald. Wir verschreiben unsere Seelen nicht ausschließlich acht staubigen Mythen wie die felllosen Würfe der lange toten Alessia. Khajiit zu sein heißt frei zu sein, frei von grausamen Dogmen, und frei von bitterer Selbstleugnung. Riddel'Thar kniet nicht murmelnd, er tanzt singend! Unser Glauben fußt auf Freude, auf gewissenhafter Hingabe, und auf grinsender Nächstenliebe. Leider wird diese Stärke häufig mit einem Schulterzucken vergessen. Wir lassen unsere Krallen von der Wahrheit rutschen und fragen uns, ob eine „Wahrheit“ überhaupt so wichtig ist. Verehrung und Miteinander werden von der Finsternis verhüllt. Statt wohlverdienter Entspannung herrscht die Trägheit eines Jungen. Unser Geist wird so armselig. Und ein derart schwacher Geist ist die perfekte Beute für die dro-m'Athra.

Amun-dros Katalog der Geister zielt auf die schlimmsten Elemente unseres sorglosen Wesens ab. Beispielsweise wird Mafala die Achtkrallige aufgeführt. Waren die blutigen Schrecken der Sündersuizide denn nicht Beweis genug für ihre finstere Natur? Oder nehmt den Gezeitenkönig Hermorah. Dieses Dokument will uns weismachen, dass Azurah als Freundin durch die feuchten Hallen dieser finsteren Bibliothek streift. Wenn unsere entfernte Mutter dies tut, sollten wir ihr es dann nicht gleichtun? Nein! Denn Khajiit, die den Rat Hermorahs suchen, riskieren ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod. Das Gemurmel aus dem Meer wird einen Geist so sicher zerfetzen wie das stärkste Skooma. Seine salzigen „Wahrheiten“ zerfleddern unseren Sinn für Realität und lassen uns davontreiben, weit weg von Ja-Kha'jay.

Wir müssen uns auch ansehen, wer in diesem Katalog der Geister unerwähnt bleibt. Diese Bücher bieten die rosigsten Beschreibungen bösartiger Wesen, aber was ist mit der liebevollen Mara und dem edlen S'rendarr? Dieser uralte Eiferer Amun-dro erwähnt nicht einmal ihre Namen. Und warum? Weil seine veraltete Theologie keine Zuflucht für einfache Tugenden wie Nächstenliebe, Bescheidenheit und Liebe bietet. Unser geliebter Rid-thar-ri'Datta bot uns mehr als Geschichten von Klanmüttern: Er bot uns Anmut. In einer Welt, die aus den Nähten platzt vor großen Geistern und gewaltigen kosmischen Plänen … wo ruht da ein einfacher Khajiit seine müden Pfoten aus? Der Tanz der Zwei Monde spricht ohne Schnörkel zu uns. Er braucht keine uralten Konflikte, nur einfache Grundsätze, die einen sein Leben gut leben lassen. Am Ende ist ein Leben voller Freude die größte Gabe des Riddel'Thar.