| Meinungen zu den Pilztürmen Zur Schrift |
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Diese Seite enthält den Text von Meinungen zu den Pilztürmen (engl. Testimonials on Mushroom Towers) aus The Elder Scrolls Online.
Inhalt
Von Minerva Calo, Angestellte Chronistin
Die Telvanni, das in jeglicher Hinsicht geheimnisvollste der Großen Häuser, verfügen über eine der größten Kuriositäten, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne: die riesigen Pilzgebäude, in denen sie leben und arbeiten. Das Haus hat nie eine offizielle Verlautbarung hinsichtlich seiner architektonischen Vorlieben getroffen, und die meisten sind zu eingeschüchtert von der gewaltigen Macht des Hauses, um zu fragen. Jeder weiß, dass die Magister des Hauses Telvanni ihre Privatsphäre schätzen, aber warum bauen sie keine Türme aus Stein oder Holz? Ich entschied mich, das gewöhnliche Volk nach ihren Theorien zu befragen. Die Namen der Personen wurden geändert, um ihre Identität vor den Telvanni zu verbergen.
Zuerst sprach ich mit ansässigen Kaufleuten, die offiziell nicht zum Haus gehören, aber oft Waren an seine Mitglieder verkaufen. Eine recht verärgerte Dunkelelfin namens Verna erklärte mir nur zu gerne ihre Theorie:
„Der Geruch! Das ist der Grund. Sie sind besessen von diesem dreimal verfluchten Gestank. Kriegen gar nicht genug davon. Muss wohl an etwas in ihrer Biologie liegen, das sie von anderen Dunkelelfen unterscheidet. Sie sind ganz verrückt nach dem Geruch von Pilzen, so sehr, dass sie sie auf magische Weise in Türme verwandelt haben. Angeblich sitzen sie da den ganzen Tag nur drin herum und atmen die Dämpfe ein. Ich? Ich bekomme davon nur Kopfschmerzen. Was ist falsch am frischen Duft von Kiefernholz oder an Stein oder anderem ehrlichen Baumaterial? Manchmal wäre es mir fast lieber, wenn die Türme aus Schlickschreiter-Dung gebaut wären … Hauptsache nicht aus modrigen alten Pilzen!“
Ein argonischer Schankwirt namens Schlägt-viele-Wellen meinte, dass der Grund wohl eher funktioneller Natur sei:
„Nun, wir wissen alle, wie gern die Telvanni unter sich bleiben. Sie lassen sich ja nicht einmal dazu herab, an den Treffen mit den anderen Räten teilzunehmen. Wahrscheinlich essen sie die Pilze, damit sie nicht auf den Markt gehen müssen. Würde Sinn ergeben, nicht wahr? Pilzeintopf, Pilzpastete, Pilzsoße! Mit den Bestandteilen von Pilzen kann man jede Menge anstellen. Wir merken es nur nicht, weil ihre Sklaven das Zeug diskret einsammeln. Sie wollen schließlich nicht, dass ihr Ruf darunter leidet, dass sie Pilzfanatiker sind, nicht wahr? Na ja, also noch fanatischer, als man es wohl ohnehin schon sein muss, wenn man sein ganzes Haus aus dem Zeug baut.“
Ein recht freundlicher dunkelelfischer Händler namens Hader hatte eine gänzlich andere Meinung zum Verwendungszweck der Pilze:
„Mir kam zu Ohren, dass Pilze stark aphrodisierend wirken, Da fragt man sich doch, was diese Magister da den ganzen Tag so treiben in diesen Türmen. Ich habe schon überlegt, mir selbst eine kleine Sammlung zusammenzustellen; aus rein wissenschaftlichen Zwecken, versteht sich. Aber ich würde es lieber vermeiden, die Aufmerksamkeit der Hausbesitzer auf mich zu ziehen. Telvannische Magier sind schon zufrieden keine sehr großzügigen Dunkelelfen. Und ich nehme an, dass sie häufiger zufriedengestellt werden, als sie zugeben, wenn Ihr versteht, was ich meine. Oh, ich habe das richtig verstanden: Ihr ändert meinen Namen für die Sache hier, nicht wahr?“
Die Kaufleute, die die Telvanni beliefern, waren interessante Quellen, und sie warfen so manche Frage auf, deren Antwort ich suchen musste, aber am Ende zog es mich dann zu jenen, die direkt in Diensten des Hauses standen. Obgleich die meisten Sklaven nicht bereit waren, mit mir zu sprechen, fand ich einen orkischen Mietling, der das hier zu sagen hatte:
„Na ja, wer fängt denn sonst was [mit den Pilzen] an? Die sind halt da. Also kann man sie auch nutzen. Ehrlich gesagt das Einzige, das die Telvanni je richtig gemacht haben.“
Vielleicht ist die Wahrheit ja so einfach: Die Telvanni haben diese einheimische Flora vorgefunden und einfach den Wunsch verspürt, sie zu nutzen. Bequemlichkeit scheint mir die plausibelste aller Theorien zu sein, aber ist das auch die Wahrheit? Ich konnte nur noch eine Quelle finden, die sich mir gegenüber frei äußern wollte, einen khajiitischen Händler namens Rumoc, der mir erklärte:
„Dieser dachte immer, dass die Türme erbaut wurden, um Fremdländer einzuschüchtern. Rumoc war höchst beunruhigt, als er sein Geschäft in [wird nicht genannt] eröffnete. Solch seltsame Türme, die über einem emporragen. Vielleicht stehen sie ja für die Telvanni selbst, ja? Imposant, geheimnisvoll, fast wie gewaltige Geister. Die Telvanni möchten nicht, dass Leute wie wir in ihre Lande eindringen. Es liegt voll und ganz in ihrem Interesse, uns Angst zu machen.“
Ich habe es nicht geschafft, einen offiziellen Kommentar von einem Mitglied des Hauses Telvanni zu bekommen, mit Ausnahme von ein paar eindeutig formulierten Aufforderungen, meine Nachforschungen einzustellen. Aber meine Neugier ist stärker als bloße Drohungen, und das Geheimnis der Telvanni ist etwas, das ich immer zu lösen versuchen werde. Ich schöpfe Mut daraus, dass selbst unter dem unterdrückerischen Auge des Hauses so viele ihre Gedanken und Theorien mit mir geteilt haben, die allesamt höchst interessant waren und mich zum Nachdenken animierten.