| Tagebuch eines verlorenen Forschers Zur Schrift |
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Diese Seite enthält den Text von Tagebuch eines verlorenen Forschers (engl. Doomed Explorer's Journal) aus The Elder Scrolls Online.
Inhalt
Seit sieben Tagen durchstreife ich die Hallen dieser Ruine. Am Ende des zweiten hatte ich mich hoffnungslos verlaufen. Am Ende des fünften ging mir das Essen aus. Jetzt geht die Sonne unter nach einer Woche des Elends, und ich kann nicht einmal mehr einen letzten Tropfen Wasser aus meiner Feldflasche schütteln. Sieht so aus, als würde ich an diesem Ort hier sterben, umgeben von Geistern und ungeheuerlichen Steintoren.
Diese magischen Türen, wie sie mich verspotten! Jede von ihnen flüstert mir Versprechen von Flucht zu, aber sobald ich ihre Schwelle übertreten habe, finde ich kein Sonnenlicht, nur eine helle Leere, und dann ältere, nach wie vor dunkle Gewölbe. Diese ayleïdische Steinmetzkunst ist so nüchtern. So ernst. Obgleich ich unter freiem Himmel sterben werde, fühle ich mich, als würde ich schon in einem Grab liegen. Beerdigt in einem gewaltigen Steinsarg.
Ich werde nicht alleine sterben. Der Schleier ist hier dünn. So dünn! Anfangs hörte ich nur ein Flüstern, argonisches Wimmern, und ayleïdische Stimmen im Wind. Aber am dritten Tag sah ich sie mit meinen wachen Augen: Ayleïdische Geister, in all ihrer grellen Pracht. Sie schienen mich weder zu sehen, noch reagierten sie auf meine Anwesenheit. Sie machten einfach das, was sie schon immer taten, nämlich die Ereignisse ihres Lebens vor Urzeiten aufzuführen. Einige dieser Szenen überraschen mich durch ihre bloße Banalität. Andere jedoch erscheinen mir voll von vergessenen Wahrheiten und arkaner Bedrohung. Etwas Grauenhaftes ist hier geschehen; zuerst hat es die Argonier erwischt, später dann die Ayleïden. Etwas in (oder vielleicht unter) dieser Ruine besteht darauf, dass ich mir diese Ereignisse ansehe, besteht darauf, dass ich die Ernsthaftigkeit ihrer Konsequenzen begreife. Eine Macht verlangt, dass ich es verstehe. Deswegen sterbe ich wohl. Ich schaffe es nicht zu verstehen, also muss ich bleiben.
Wenn jemand dieses Tagebuch hier findet: Schenkt den Geistern sorgfältig Beachtung. Sie erzählen die Geschichte einer großen argonischen Errungenschaft. Hätte ich doch nur die Erkenntnis, die mir fehlt, die tiefere Wahrheit in ihren Worten zu erfassen.
Das waren fürs Erste wohl genug der Worte. Ich sehe ein weiteres Tor in meiner Nähe. Vielleicht führt dieses hier mich ja nach Hause. Ich muss kurz meine Kraft sammeln. Nur ein wenig ausruhen.