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Vampire der Iliac-Bucht

Vampire der Iliac-Bucht
Autor Unbekannt
Art Buch
Genre Autobiografie

Vampire der Iliac-Bucht (engl. Vampires of the Iliac Bay) ist ein zweigeteilter autobiografischer Bericht eines ehemaligen Vampirs über Ursprung, Wesen und Heilbarkeit des Vampirismus in der Iliac-Bucht. Der Text verbindet persönliche Erinnerung mit systematischer Beobachtung und gilt als eine der eindringlichsten Selbstzeugnisse vampirischer Existenz in Tamriel.

Inhaltsangabe

Der Verfasser eröffnet den Bericht mit der Feststellung, dass es in Tamriel über hundert unterscheidbare Arten von Vampiren gebe, von denen allein in der Iliac-Bucht neun eigenständige Varianten existierten. Sein Wissen beruhe nicht nur auf zehn Jahren Forschung, sondern auch auf sieben Jahren eigener Existenz als Vampir. Vampirismus wird als heimtückische Krankheit beschrieben, die meist durch Biss oder Kratzer übertragen wird und vor der eigentlichen Verwandlung nur ein einziges Anzeichen zeigt: quälende Albträume in den Tagen vor dem Tod.

Im ersten Kapitel schildert der Autor seine Zeit als Kundschafter eines Ritterordens und die Begegnung mit einem Vampir, nachdem er eine entführte Adlige tot in unterirdischen Kammern aufgefunden hatte. Bei der Flucht wird er verwundet und ahnt nicht, dass er sich infiziert hat. Nach mehreren Nächten des Schlafes stirbt er unbemerkt und erwacht als Untoter in einem Mausoleum. Die Erkenntnis seines neuen Zustands erfolgt erst, als ihn eine Bekannte nicht mehr erkennt und ihm von seinem eigenen Tod berichtet. Kurz darauf tötet er sie im Blutrausch, sein erstes Opfer als Vampir.

Das zweite Kapitel beschreibt die ersten Wochen des Unlebens. Der Autor lernt seine neuen Fähigkeiten kennen, darunter übermenschliche Stärke, Geschwindigkeit, Widerstandskraft und Immunität gegen Krankheiten, aber auch die Schwächen gegenüber Sonnenlicht, geweihten Orten und den alles beherrschenden Blutdurst. Er berichtet offen davon, dass er diese Existenz zeitweise genoss und verschiedene Blutquellen erprobte, bevor er von einem Angehörigen des Vampirclans der Montalion kontaktiert wird.

Durch seinen Mentor erfährt er von den Strukturen, Allianzen und Intrigen der Vampirclans, deren Einfluss sich über ganz Tamriel erstreckt. Diese Erkenntnis löst bei ihm Furcht aus, da er begreift, dass Vampire das Reich selbst auszehren. Auf der Suche nach einem Heilmittel stößt er zunächst nur auf die Überzeugung, Vampirismus sei unumkehrbar. In einem Versuch der Selbstzerstörung sabotiert er bewusst Aufträge und provoziert Konflikte, doch sein Clan reagiert mit geduldiger Gleichgültigkeit. Erst am Ende erhält er einen anonymen Hinweis, dass es möglich sei, den Fluch zu brechen, wenn auch unter großen Gefahren. Der Bericht schließt mit der Aufforderung, den Ausweg zu suchen, statt sich dem Unleben zu ergeben.

Analyse

Der autobiografische Text unterscheidet sich von vielen okkulten Schriften durch seine persönliche Perspektive. Er ist zugleich Beichte, Warnung und gelehrte Abhandlung. Der Autor beschreibt Vampirismus nicht als romantische Verfluchung, sondern als Verlust von Identität, Selbstbestimmung und Moral, selbst wenn er die verführerischen Aspekte nicht verschweigt. Diese Ambivalenz verleiht dem Bericht besondere Glaubwürdigkeit.

Auffällig ist die nüchterne Darstellung der vampirischen Gesellschaft als langfristig agierendes Machtgefüge. Die Clans erscheinen weniger als wilde Monster, sondern als geduldige, manipulative Akteure, deren Zeithorizont das sterbliche Denken übersteigt. Der Vampirmentor verkörpert diese Haltung besonders deutlich, da er weder straft noch droht, sondern auf Zeit setzt.

Zentral ist das Motiv der Erkenntnis. Erst durch Selbstbeobachtung und moralische Angst erkennt der Erzähler die wahre Tragweite seines Zustands. Der Text widerspricht damit der weitverbreiteten Annahme der Unheilbarkeit des Vampirismus und öffnet einen schmalen Hoffnungspfad, der jedoch an Wissen, Geduld und große Gefahr gebunden ist. Dadurch fungiert das Werk sowohl als abschreckendes Zeugnis als auch als seltene Quelle für jene, die nach Erlösung suchen.