| Das Geschenk der Lilmothiit Zum Text | |
|---|---|
| Autor | Chanil-Shehs |
| Art | Buch |
| Genre | Kinderbuch |
Das Geschenk der Lilmothiit (engl. Gift of the Lilmothiit) ist ein als Jugendgeschichte gestaltetes Werk von Chanil-Shehs. Es erzählt von der Reise der jungen Jee-Tee und des Lilmothiit-Jungtiers Kzaar auf der Suche nach Heilmitteln für ein krankes Dorf.
Inhaltsangabe
Eine rätselhafte Krankheit breitet sich in Jee-Tees Stamm aus und schwächt besonders ihre Mutter. Als das junge Lilmothiit Kzaar im Dorf erscheint und behauptet, Sklavenjägern entkommen zu sein, berichtet er von einem Lager seines Volkes, das über wirksame Medizin verfüge. Trotz Misstrauens gegenüber den Lilmothiit entschließt sich Jee-Tee, ihm zu vertrauen, und begleitet ihn auf die gefährliche Reise.
Nach langer Wanderung erreichen sie das vermeintliche Lager, finden jedoch nur verlassene Feuerstellen und Spuren eines Aufbruchs. Enttäuscht entdecken sie schließlich einen zurückgelassenen Tonkrug mit einer stark riechenden Kräutermischung. Kzaar übergibt ihn Jee-Tee als Geschenk seines Stammes und zieht allein weiter. Jee-Tee kehrt mit der Medizin zurück, um ihre Mutter und die anderen Kranken zu behandeln.
Analyse
Die Erzählung ist als moralische Geschichte für „unerschrockene Heranwachsende“ konzipiert und verbindet Abenteuer mit einer Botschaft über Vertrauen, Vorurteile und selbstloses Handeln. Im Zentrum steht Jee-Tees Entscheidung, einem Angehörigen eines Volkes zu vertrauen, dem ihr eigener Stamm mit Skepsis begegnet.
Die Krankheit fungiert als auslösendes Moment und erzeugt Dringlichkeit sowie emotionale Bindung durch die Bedrohung der Mutter. Die beschwerliche Reise symbolisiert Reife und Verantwortungsübernahme. Der verlassene Lagerplatz stellt einen Wendepunkt dar, der Enttäuschung und vermeintliches Scheitern markiert, bevor sich im zurückgelassenen Heilmittel doch ein Akt der Großzügigkeit offenbart.
Kzaars Abschied unterstreicht das Motiv des selbstlosen Geschenks: Die Hilfe erfolgt ohne Erwartung einer Gegenleistung oder Anerkennung. Damit vermittelt der Text die Idee, dass Vertrauen über kulturelle Grenzen hinweg zu gegenseitigem Nutzen führen kann. Zugleich wird das Bild der Lilmothiit positiv korrigiert und ein Plädoyer gegen pauschale Vorurteile formuliert.