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Schrift:Über die Tel'Var-Steine

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Auflagen des Buches

Diese Seite enthält die Schrift Über die Tel'Var-Steine (Originaltitel: On the Tel Var Stones).

Inhalt

Über die Tel'Var-Steine
Über das Wesen der Tel'Var-Steine

Band I

An die kaiserliche Akademie der Alchemisten:

Zuerst ein Wort der Warnung an alle Mit-Alchemisten: Dieses Rezept wurde unter meinem sorgsamen Auge entwickelt; es ist das Ergebnis zahlloser Stunden voller Studien und Versuche. Obschon der Ruhm zweifelsohne mir gebührt, wäre es falsch, meinen ungebildeten, aber gutmütigen Diener Azei at-Owynok unerwähnt zu lassen. Azei ist zwar ein fähiger Schüler, aber er hat einige törichte Vorstellungen bezüglich der Tel'Var-Steine. Wiederholt hat er mich davor gewarnt, diese Gegenstände zu zerstören; es gäbe da irgendeine lächerliche Verbindung zu den Göttlichen oder zur Schöpfung selbst. Solcherlei Spekulationen sind Unfug, eindeutig unbegründet und sollten keinerlei Auswirkungen auf jedwede Versuche mit diesen Steinen haben.

Was das Rezept selbst anbelangt, so ist es unabdingbar, dass alle Schritte ohne jegliche Abweichung eingehalten werden. Ich bin mir seines Ergebnisses nur dann sicher, wenn es von einer Person meines tadellosen Genies durchgeführt wird. Sollten unfähige Hände sich daran versuchen, könnte das Ergebnis instabil sein. Dies sind die Risiken unseres achtenswerten Berufsstands!

Band II

An die kaiserliche Akademie der Alchemisten:

Die Vorbereitung der Tel'Var-Steine soll wie folgt durchgeführt werden:

Zermahlt einen Tel'Var-Stein in der gewünschten Menge mit Mörser und Stößel. Gebt gefiltertes Wasser hinzu und destilliert das Ergebnis in einem fachmännisch und erstklassig gefertigten Kolben; bewahrt den Dampf für separate Studien auf. Gießt die pulvrige Suppe in einen Kalzinator minderwertiger Qualität, und nur in einen solchen, da die natürliche Drusigkeit der aus einfachen Materialien hergestellten Behälter verhindern, dass die gesamte Mixtur zu Asche wird. Rührt nun mit einem Eisenlöffel um, bis das Wasser klar ist, und sammelt die weißlichen Klumpen, die wie ausgeschmolzenes Fett oben schwimmen. Wenn die Farbe des Wassers nicht mehr klar ist (sie leuchtet dann sogar recht seltsam), streut Ihr Auripigmentpulver darauf, und zwar so viel, wie ursprünglich an gemahlenem Tel'Var-Stein hinzugegeben wurde. Gebt außerdem so viel Realgar zu, wie auf eine halbe Dwemermünze mit achtzehn oder zwanzig Kiesel Gewicht passt. Sobald Auripigment und Realgar sich vermischt haben, rührt Ihr zusätzlich eine Kapsel purpurnes Nirnwurzpulver hinzu. Das Pulver wird leuchten und glühen. Wenn das Glühen sich gelegt hat, schöpft ihr die mittlerweile schillernden Klumpen mit einer Kelle ab, deren Schöpfteil mit einer Lippe oder Kerbe zum Messen versehen ist. Schüttet nun exakt die Hälfte der Mixtur in eine Meisteralchemisten-Retorte. Entnehmt mit einer Pipette ein paar kleine Tropfen der verbliebenen Flüssigkeit und lasst sie in eine separate Phiole mit gereinigtem Wasser tröpfeln. Beachtet bitte: Falls diese Tröpfchen rund und nicht tröpfchenförmig sind, tragen sie nicht genug Tel'Var in sich, wahrscheinlich aufgrund mangelhafter Hitze. Falls dem tatsächlich so ist, ist die Herstellung gescheitert, und die im Stein enthaltene Magicka wurde ohne Nutzen freigesetzt.

(Falls Euer Assistent von einfachem und abergläubischem Wesen ist, kann dieses Scheitern zu einem leisen Weinen führen, da er nun möglicherweise glaubt, ein Teil der Essenz der Schöpfung sei verlorengegangen. Dem ist natürlich nicht so. Ihr solltet Euren Assistenten eingehend tadeln, da jegliches Dulden dieser Ansichten nur weitere Ignoranz nährt.)

Band III

Eine Beobachtung der Tel'Var-Steine und der Schulen der Magie:

Ich bin mir sicher, dass mir alle wahren Alchemisten zustimmen, dass die Qualität der zubereiteten Tel'Var-Paste, die durch den in Band II dieser Abhandlung beschriebenen Vorgang gewonnen wurde, die höchste ist, die jemals untersucht wurde. Auch der umnachtetste Neuling muss zu dem Schluss gelangen, dass das ayleïdische Gemisch, das dieses Experiment erzeugt, eine einzigartige und mächtige Form roher Magicka enthält. Nun, da diese Annahme eindeutig als Tatsache bewiesen ist, fahren wir fort mit den spezifischen Eigenschaften der Tel'Var-Aufschlämmung.

Die offensichtlichste (und für weniger Gebildete wohl subjektiv beunruhigendste) Eigenschaft ist die andauernde Wärme der Paste und das konstante Leuchten hellen weißen Lichts, das von jedem Kristallkorn ausgeht. Dies legt natürlich eine starke Verbindung sowohl zur Illusion als auch zur Wiederherstellung nahe. Wenn das jetzt verschmutzte Wasser aus der dicken Suspension gefiltert wurde, kann das Wesen ihrer Macht auch verdeutlicht werden, indem man ein Stück Oreichalkos auf ihre Oberfläche legt. Das Mineral scheint zu schweben; ein eindeutiger Hinweis auf Potenzial im Bereich der Veränderung. Wenn man das Wasser genauer untersucht, sollte man darauf achten, dass es zu einer Lösung mit zahlreichen winzigen weißen Kristallen geworden ist. Diese Partikel verkleben häufig zu Klumpen, die auf dieselbe Weise wie Beschwörungssteine vibrieren. Wenn die Schlämmung selbst mit anderen alchemistischen Eigenschaften kombiniert wird, kann sie Wirkungen von örtlicher Langsamkeit und Schwäche bis hin zu allen möglichen elementaren Beeinträchtigungen erzeugen; ein unanfechtbarer Beleg zerstörerischer Macht. Zu guter Letzt wird der Tel'Var-Dampf, der während des Verfahrens aus dem Destillierkolben entnommen wurde, separat untersucht, und zwar mit einem strammen Zerstörungszauber. Der Dampf scheint diesen einfachen Angriff zurückzuwerfen; eindeutig eine Eigenschaft der Mystik. Dies führt uns zu dem unbestreitbaren Schluss, dass sämtliche Elemente der magischen Kunst in diesen Steinen ruhen.

Band IV

Das abschließende Wesen der Tel'Var-Steine:

Das Erste, was man aus diesem umfangreichen Werk erhalten kann, ist ein enormes Verständnis der Verbindung zwischen den Tel'Var-Steinen selbst und den zahlreichen einzigartigen Anwendungsformen der Magie. Für den ungeschulten Blick scheint es sich bei ihnen um makellose Steine zu handeln, von denen unbestreitbar magische Energie ausgeht; aber wenn ein gebildeter Geist sie analysiert, wird klar, dass sie auf irgendeine Weise mit mehr magischer Kraft durchdrungen sind als jeder andere Gegenstand, der jemals untersucht wurde. Man könnte nun mutmaßen, dass die Ayleïden alleine nicht imstande gewesen wären, eine solche Macht zu erzeugen; vielleicht haben sie diese Steine also nur aus einem längst erschöpften Vorrat an magischem Konzentrat abgebaut, ohne große Veränderungen an ihnen vorzunehmen. Oder vielleicht hatten sie Zugriff auf einen Nexus miteinander verwobener magischer Fäden aus Reichen jenseits von Nirn. Oder vielleicht haben sie dieses Material basierend auf den Werken oder sogar Leichen längst verstorbener Gelehrter erschaffen. All das sind nur Hypothesen, und man sollte sie nicht ohne weitere Beweise als Tatsachen betrachten. Die in Band 2 beschriebenen Methoden sind nur eine Möglichkeit, die Ausflüsse der Magie zu entdecken, die der Stein enthält. Vielleicht gibt es ja noch weitere. Man weiß, dass es einst Dwemergeräte gab, deren Zweck es war, solcherlei magische Phänomene zu untersuchen. Ein technisch derart fähiges Gerät könnte uns weitere Daten bezüglich des Ursprungs dieser Tel'Var-Steine und schlussendlich auch darüber beschaffen, wie man diese Steine für weitere akademische Experimente nutzen könnte.