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Erforscher von Himmelsgriff

Erforscher von Himmelsgriff
Zum Text
Autor Reginus Buca (mit Anmerkungen von Verita Numida)
Art Buch
Genre Reisebericht, Tagebuch

Erforscher von Himmelsgriff (engl. Skyreach Explorer) ist eine sechsbändige Tagebuchreihe über eine von der Universität von Gwylim finanzierte Expedition in die Ruinen von Himmelsgriff, um Erkenntnisse über die Nedier zu gewinnen. Die Aufzeichnungen wechseln zwischen dem Historiker Reginus Buca und den teils spöttischen, teils spekulativen Randbemerkungen der Ahnenforscherin Verita Numida.

Inhaltsangabe

Band I

Reginus kündigt an, dass die Universität die Expedition finanziert und die Tagebücher nur Arbeitsnotizen für spätere Publikationen sind. Er beschreibt die Ausgangsfrage der Reise: ob die Nedier primitive „Wilde“ oder eine hochentwickelte Kultur waren, wobei Verita konsequent die zweite Position vertritt. Erste Beobachtungen zeigen, dass sich Himmelsgriff über, durch und unter den Drachenschwanzberge erstreckt; Reginus vermutet zunächst eine königliche Rückzugsanlage (u. a. im Zusammenhang mit einem Großkönig Durac), während Verita eher von einem breiten Rückzug der Bevölkerung in den Berg infolge äußerer Bedrohungen ausgeht.

Band II

Verita schreibt weiter und deutet Architektur, Gärten, Wasseranlagen und Steinmetzkunst als Beleg einer außergewöhnlich kultivierten, möglicherweise der Gegenwart überlegenen nedischen Gesellschaft. Sie betont die Bedeutung offener Bereiche mit Sicht auf den Nachthimmel und entwickelt die These, die Nedier seien auf besondere Weise mit den „Himmlischen“ bzw. der Sternbeobachtung verbunden und hätten womöglich an deren „Konzept“ mitgewirkt; Reginus weist das scharf zurück.

Band III

Die Expedition steigt in die „Katakomben von Himmelsgriff“ hinab und erkennt sie als gewaltigen Bestattungsbereich, ohne zunächst zu wissen, ob er allen Schichten offenstand. Mitglieder der Gruppe berichten von Spuk und „Stimmen“, und eine Legende um Virmaril „den Verräter“ wird erwähnt; Reginus bleibt skeptisch, fühlt sich aber selbst zunehmend unwohl. Verita beschreibt eine monumentale Kammer mit thronenden Gestalten als mögliches „Treffen der Nedierkönige“; Reginus versucht, die Figuren zu katalogisieren (u. a. Titel wie Waldkönig, Geisterkönig, Frostkönig), während Verita die Kammer lieber als Hinweis auf Virmarils Motive deutet.

Band IV

Reginus fasst wiederkehrende Bildmotive der Ruinen zusammen, insbesondere das allgegenwärtige Schlangenmotiv, das er als Hinweis auf eine verehrte Gottheit interpretiert, während Verita eine profanere Deutung als populäre Symbolfigur anbietet. Weitere wiederkehrende Darstellungen (u. a. ein orkisch wirkendes Gesicht, eine hirschschädelartige Kreatur, eine geflügelte Schlange) werden als mögliches Pantheon oder als Dekor diskutiert. Die Gruppe kommt außerdem zum Schluss, dass die Katakomben Bestattungen aus vielen Bevölkerungsschichten enthalten, bricht die Erkundung jedoch wegen anhaltender Verstörung und der Frage nach Illusionen versus realer Bedrohung vorzeitig ab; Verita vermutet, Virmaril könne „erwacht“ sein, Reginus erklärt das zur angstgetriebenen Illusion.

Band V

Reginus verletzt sich (verstauchter Knöchel) und bleibt im Basislager, während Verita die Gipfelruinen weiter untersucht. Sie beschreibt einen beschädigten Zugang, der teils wie eine spätere Durchgrabung wirkt, sowie ein starkes Gefühl, nicht allein zu sein, verstärkt durch „starrende“ Gesichter in den Steinmetzarbeiten. Am Ende erreicht sie eine große Kammer und bricht ihre Notizen ab, um das Gesehene erst zu ordnen.

Band VI

Verita berichtet detailliert über die Hauptkammer der Gipfelruinen als mutmaßlichen Zeremonien- oder Ritualraum mit vier (später fünf) rituellen Steinen bzw. Beschwörungskreisen und einem zentralen gemeißelten Kreis mit einem „fremdartigen Gesicht“. Sie erwähnt eine große Öffnung mit Blick auf den Nachthimmel und erwägt eine astronomische Funktion, empfindet den Ort jedoch als von „Wut“ erfüllt und beendet die Erkundung, um Reginus die Befunde vorzulegen.

Analyse

Das Werk dokumentiert eine wissenschaftliche Erkundung der ausgedehnten Ruinen von Himmelsgriff und die daraus abgeleiteten, teils konkurrierenden Theorien über Kultur, Religion und Alltag der Nedier. Im Zentrum stehen die Spannung zwischen nüchterner Quellenarbeit und spekulativer Deutung sowie die wachsende Verunsicherung der Expedition angesichts unheimlicher Eindrücke in den Katakomben.

Der Text verbindet Expeditionsprotokoll mit persönlicher Rivalität: Reginus’ nüchterner, abwehrender Ton (Skepsis gegenüber Legenden, Fokus auf Klassifikation) steht Veritas selbstbewusstem, polemischem Stil gegenüber, der aus Architektur und Atmosphäre weitreichende Thesen ableitet. Dadurch entsteht eine Doppelperspektive, in der dieselben Befunde entweder als kulturhistorische Indizien (hoch entwickelte Baukunst, Stadtstruktur, Bestattungspraxis, Bildmotive) oder als Hinweise auf Übernatürliches (Stimmen, „Virmaril“, emotionale „Wut“ des Ortes) gelesen werden können.

Inhaltlich verdichten sich mehrere Leitmotive:

  1. die Korrektur eines Vorurteils. Himmelsgriff widerlegt zumindest teilweise das Bild der Nedier als primitiv;
  2. die Deutungsoffenheit von Symbolen. Besonders das Schlangenmotiv und die wiederkehrenden Gesichter werden zwischen Religion, Mythos und Dekor verhandelt;
  3. die Wirkung des Ortes auf die Forschenden. Die Katakombenepisoden markieren einen Bruch, bei dem die Expedition von methodischer Neugier zu psychischer Belastung kippt und die Gruppe aus Vorsicht abbricht.

Als „Arbeitsnotizen“ betonen die Bände außerdem Wissenschaft als Prozess: Hypothesen werden aufgestellt, bestritten, angepasst oder vertagt, ohne dass ein endgültiges Ergebnis erreicht wird.