3Ä 286 oder so um den Dreh
Ich gehe davon aus, dass niemand dieses Tagebuch jemals finden wird, aber sollte es anders kommen, so wisset, dass dies die letzten Worte des großen Kapitäns Torradan ap Dugal sind, der Geißel des Abekäischen Meeres, des Schreckens der Goldküste, des Ruchlosen der Hundingsbucht und des Großkapitäns des Roten Säbels – der größten Schar von Freibeutern und Piraten, die je auf den Meeren Tamriels segelte.
Ich bin kein Mann großer Worte. Hab keine Akademie besucht und auch keine Bücher geschrieben. Worte haben mir noch kein Gold gebracht und darum haben sie für mich auch keinen Wert. Dafür hab ich einen Steuermannsmaat und einen Bootsmann. Aber ich bringe meine letzten Gedanken hier zu Papier, denn ich habe nicht mehr viel Zeit, und es ist das Recht jedes alten Mannes, dass seine Worte Gehör finden.
Also, mein Geschäft war das Kämpfen, Segeln und Plündern. Ich wurde der gefürchtetste Anführer von Seeleuten aller Zeiten, so heißt es jedenfalls. Doch bevor Ihr nun voreilige Schlüsse zieht, will ich Euch warnen, denn meine Geschichte nimmt kein gutes Ende, wie Ihr unschwer an meinen vermoderten Knochen in dieser gottverfluchten Höhle erkennen könnt.
Ich stammte aus einem kleinen Städtchen namens Dunhügel an der Nordküste von Himmelsrand. Meine Mutter war eine Dirne und mein Vater ein echter Mistkerl. Das Einzige, was die beiden je für mich getan haben, war, mich an einen Schiffskapitän zu verhökern, als ich neun Jahre alt war. Dieser Kapitän brachte mir alles über das Segeln bei, was ich wissen musste, und noch einiges mehr über den Rest.
Er war ein Schmuggler, wisst Ihr, und von ihm lernte ich alles über das Schmuggeln und wie man der Kaiserlichen Marine aus dem Weg geht, denn er betrieb die Skoomaroute von Dolchsturz nach Vivec. Eine Schande, dass er erwischt und gehängt wurde. Er war wie ein Vater für mich, dieser alte Pirat. Jedenfalls mehr als der Mistkerl, der mich verkauft hat.