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Der Wahnsinn des Pelagius

Der Wahnsinn des Pelagius
Autor Tsathenes
Art Buch
Genre Biographie

Der Wahnsinn des Pelagius (engl. The Madness of Pelagius) ist eine historische Abhandlung von Tsathenes, die Leben, Herrschaft und geistigen Verfall des Kaisers Pelagius III. der Septim-Dynastie nachzeichnet. Der Text verbindet politische Geschichte mit zeitgenössischen Berichten und Legenden über einen der ungewöhnlichsten Herrscher Tamriels.

Inhaltsangabe

Die Schrift beginnt mit der Geburt Pelagius’ im Jahr 3Ä 119 als Thoriz Pelagius Septim, einem Neffen des Kaisers Antiochus I. und Mitglied des königlichen Hauses von Wegesruh. Früh wird sein Leben durch die politischen Wirren des Krieges des Roten Diamanten geprägt, der nach dem Tod Antiochus’ ausbricht. Die Usurpation der Kaiserin Kintyra II. durch Uriel III. und den Einfluss von Potema Septim führen dazu, dass Pelagius mit seiner Familie nach Balfiera flieht, der Heimat seiner mütterlichen Linie der Direnni.

Überlieferungen aus dieser Zeit beschreiben Pelagius als begabten, höflichen und vielseitig interessierten Jungen, was ihn als Hoffnungsträger der Dynastie erscheinen lässt. Nach dem Sieg Cephorus’ I. über Uriel III. und Potema nimmt Pelagius erstmals an militärischen Ereignissen teil und wird nach dem Ende des Krieges zum Herrscher über das Königreich der Einsamkeit ernannt. In dieser Phase treten erstmals öffentlich wahrnehmbare Zeichen seines exzentrischen Verhaltens auf, die jedoch aufgrund seiner Nähe zum Kaiser zunächst kaum kritisiert werden.

Nach dem Tod Cephorus’ und der Thronbesteigung seines Vaters Magnus I. wächst Pelagius’ Ruf als unberechenbarer Herrscher. Berichte schildern extreme Gewichtsschwankungen und zunehmend befremdliche Handlungen. Um diplomatische Stabilität zu wahren, wird Pelagius mit der Dunmerin Katariah Ra'athim verheiratet, deren Geschick und Ansehen dazu beitragen sollen, seinen Zustand zu kaschieren und politische Allianzen zu festigen.

Mit dem Tod Magnus’ im Jahr 3Ä 145 wird Pelagius als Pelagius III. zum Kaiser von Tamriel gekrönt. Seine Regierungszeit ist jedoch von geistiger Umnachtung geprägt, sodass die tatsächliche Macht bei Katariah und dem Ältestenrat liegt. Zahlreiche Anekdoten berichten von bizarren Auftritten bei Hofe, zwanghaftem Verhalten und Übergriffen auf Besucher. Schließlich wird Pelagius in eine Reihe privater Anstalten eingewiesen, während Katariah zur Regentin ernannt wird.

Pelagius III. verbringt seine letzten Jahre abgeschieden und stirbt im Alter von 34 Jahren nach kurzer Krankheit in einer Anstalt auf der Insel Betonia. Katariah herrscht anschließend noch viele Jahrzehnte als Kaiserin, bevor die Macht an ihren Sohn Cassynder übergeht. Der Text schließt mit der Feststellung, dass Pelagius trotz oder gerade wegen seines Wahnsinns eine eigentümliche Popularität erlangt habe, die sich in einem bis heute gefeierten Gedenktag äußert.

Analyse

Der Text ist weniger eine Verurteilung als eine nüchtern kommentierte Chronik, die politische Ereignisse und persönliche Absonderlichkeiten miteinander verwebt. Tsathenes bemüht sich sichtbar, zwischen belegbaren Tatsachen, höfischer Übertreibung und späteren Legenden zu unterscheiden, ohne dabei alle Gerüchte vollständig zu verwerfen. Dadurch entsteht ein Bild, das Pelagius zugleich als tragische Figur und als Produkt einer außergewöhnlich instabilen Zeit zeigt.

Zentral ist das Spannungsfeld zwischen persönlichem Verfall und dynastischer Kontinuität. Pelagius’ geistige Erkrankung wird nicht isoliert betrachtet, sondern in Zusammenhang mit Krieg, Flucht, familiären Verlusten und politischem Druck gesetzt. Seine Ehe mit Katariah erscheint dabei als strategische wie menschliche Maßnahme, die weniger der Liebe als der Stabilität des Reiches dient.

Der Text reflektiert zudem den Umgang der septimischen Herrschaft mit Schwäche. Anstatt den Kaiser offen abzusetzen, wird seine Unfähigkeit verschleiert und institutionell abgefedert. Gerüchte über Misshandlungen oder Intrigen werden als Ausdruck politischer Propaganda dargestellt, was die Schwierigkeit historischer Wahrheitsfindung unterstreicht.

Abschließend zeigt die Schrift, wie Erinnerung und Mythos ineinandergreifen. Der „wahnsinnige Pelagius“ wird zum folkloristischen Symbol, dessen exzentrisches Erbe in Festen und Erzählungen fortlebt. Damit wird deutlich, dass selbst ein gescheiterter Herrscher durch kollektive Erinnerung Bedeutung erlangen kann.