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Zwerge: Das verlorene Volk von Tamriel

Zwerge: Das verlorene Volk von Tamriel
Autor Calcelmo
Art Buch
Genre Gelehrte Abhandlung

Zwerge: Das verlorene Volk von Tamriel (engl. Dwarves: The Lost People of Tamriel) ist eine dreibändige gelehrte Abhandlung von Calcelmo, dem Hofgelehrten von Markarth. Das Werk untersucht anhand erhaltener Relikte die Architektur, Kriegskunst sowie die fragmentarisch rekonstruierbare Geschichte und Kultur der sogenannten Dwemer

Inhaltsangabe

Die drei Bände widmen sich der materiellen Hinterlassenschaft der Zwerge, da über ihre Gesellschaft, Geschichte und ihr Verschwinden nur wenige gesicherte Quellen existieren. Calcelmo betont wiederholt die Grenzen der Forschung und trennt bewusst belegbare Erkenntnisse von bloßer Spekulation.

Band I: Architektur und Konstruktionen

Der erste Band konzentriert sich auf die baulichen Hinterlassenschaften der Zwerge. Calcelmo stellt klar, dass der korrekte Eigenname des Volkes „Dwemer“ lautet, er jedoch aus Gründen der Verständlichkeit den gebräuchlichen Begriff „Zwerge“ verwendet. Anhand zahlreicher Ruinen, insbesondere in Himmelsrand, beschreibt er grundlegende Prinzipien zwergischer Baukunst.

Zwergenarchitektur ist fast ausschließlich unterirdisch oder direkt aus dem Fels gearbeitet. Sie zeichnet sich durch massive Steinstrukturen, streng rechtwinklige Formen und mathematische Präzision aus. Gewölbe und Bögen sind selten, was auf eine bewusste Bevorzugung berechenbarer, stabiler Konstruktionen hindeutet. Diese Bauweise erklärt die außergewöhnliche Haltbarkeit der Ruinen, die selbst nach Jahrtausenden kaum Verfall zeigen.

Ein zentrales Thema ist das sogenannte Zwergenmetall. Dieses Material ist einzigartig und bis heute nicht reproduzierbar. Alle bekannten Versuche moderner Schmiede, seine Eigenschaften nachzuahmen, scheiterten. Erfolgreich ist lediglich das Einschmelzen und Wiederverarbeiten vorhandener Dwemerrelikte.

Band II: Waffen, Rüstungen und Maschinen

Der zweite Band befasst sich mit der Kriegstechnik der Zwerge. Calcelmo stellt fest, dass klassische Waffen und Rüstungen zwar von hoher Qualität sind, sich in ihrer Form jedoch kaum von einfachen Grundtypen unterscheiden. Ihre Effektivität beruht weniger auf innovativem Design als auf der außergewöhnlichen Materialbeschaffenheit des Zwergenmetalls.

Im Mittelpunkt stehen die Maschinen der Zwerge. Diese mechanischen Konstrukte dienten sowohl der Verteidigung als auch der Kontrolle zwergischer Anlagen. Beschrieben werden unter anderem zwergische Spinnen, kugelförmige Sphärenkrieger und die gefürchteten Zenturionen. Calcelmo hebt hervor, dass bis heute ungeklärt ist, wie die Zwerge diesen Maschinen ihre scheinbare Eigenständigkeit und Zielgerichtetheit verliehen.

Band III: Kultur und Geschichte

Der abschließende Band widmet sich den schwierigsten Fragen der Dwemerforschung. Calcelmo warnt ausdrücklich vor unbelegten Theorien und betont, dass über Gesellschaftsordnung, Religion oder Moral der Zwerge kaum verlässliche Aussagen möglich sind.

Als gesichert gilt lediglich, dass das Verschwinden der Zwerge plötzlich erfolgte, jedoch nicht notwendigerweise gleichzeitig. Mögliche Ursachen reichen von Seuchen über magische Katastrophen bis hin zu kollektiven Experimenten mit Aetherius oder dem Reich des Vergessens. Keine dieser Hypothesen lässt sich belegen oder widerlegen.

Historische Quellen anderer Völker berichten von wechselnden Bündnissen der Zwerge mit Nordn, Orks und Dunmern, insbesondere zur Zeit des Propheten Nerevar. Nach der Ersten Ära jedoch verschwinden alle Berichte über lebende Zwerge vollständig. Der Verlust zahlreicher dunmerischer Aufzeichnungen bei den Katastrophen von Vvardenfell erschwert die Forschung zusätzlich.

Analyse

Calcelmos Werk zeichnet sich durch methodische Zurückhaltung aus. Statt weitreichende Schlüsse zu ziehen, konzentriert sich der Autor auf materielle Belege und überprüfbare Beobachtungen. Die drei Bände zeigen exemplarisch die Stärken und Grenzen tamrielischer Geschichtsschreibung, die bei untergegangenen Kulturen oft auf archäologische Fragmente beschränkt bleibt.

Besonders hervorzuheben ist die klare Trennung zwischen gesichertem Wissen und Vermutung. Calcelmo widerspricht damit populären Legenden, die den Zwergen ein allumfassendes Geheimwissen oder konkrete politische Systeme zuschreiben. Das Werk vermittelt stattdessen das Bild einer hochentwickelten, rationalen und technisch orientierten Kultur, deren innere Strukturen weitgehend im Dunkeln liegen.

Die Ausführungen gelten daher weniger als abschließende Darstellung, sondern mehr als nüchterne Bestandsaufnahme. Es macht deutlich, dass selbst Jahrhunderte intensiver Forschung nur ein bruchstückhaftes Bild der Dwemer liefern können und dass ihre größten Geheimnisse vermutlich weiterhin unter Stein, Metall und Zeit verborgen bleiben werden.