| Das Festmahl der Heiligen Coellicia Zum Text | |
|---|---|
| Autor | Arfons Jellicandante |
| Art | Buch |
| Genre | Kulinarische Abhandlung |
Das Festmahl der Heiligen Coellicia (engl. The Feast of Saint Coellicia V) ist eine kulinarische Abhandlung von Arfons Jellicandante über ein legendäres Bankett aus der Mitte der Zweiten Ära. Der Text beschreibt ein zwölfstündiges Festmahl zu Ehren der Heiligen Coellicia und dokumentiert zugleich die Dekadenz und Selbstdarstellung am Hof Kaiser Brazollus Dors.
Inhaltsangabe
Im Vorwort ordnet Arfons Jellicandante das Werk als einen der berühmtesten kulinarischen Texte des südöstlichen Niben ein und erklärt den historischen Hintergrund. Anlass des beschriebenen Mahls war ein von Kaiser Brazollus Dor in Leyawiin veranstaltetes Fest zu Ehren der Heiligen Coellicia, deren Gedenktag traditionell mit Fasten begangen wurde. Brazollus kehrte diesen Brauch demonstrativ um und ließ ein außergewöhnlich aufwendiges Fest mit vierzig Gerichten in acht Gängen ausrichten.
Die folgenden Bände schildern ausführlich die einzelnen Gänge. Diese umfassen zunächst leichte und symbolische Speisen wie Krümel, Austern, Granatschnäbel, Eierbausch und andere Vorspeisen, dann Fisch- und Flussgerichte wie Nibenhecht, Krabbenmilch, Biberschwanz, Delfinkalb und Schlachterfischleber. Es folgen Gemüse- und Korngerichte, darunter der Turm der Pilze, eine riesige Karotte, Reisgerichte und Oblaten.
Die späteren Gänge steigern die Exzentrik weiter: serviert werden unter anderem Fledermäuse am Spieß, gefüllte Schwäne, gebratenes Kamel, Sencheherzen, verschiedenste Süßspeisen, Käse und importierte Delikatessen. Zahlreiche Speisen sind mit Anekdoten, Missgeschicken oder Skandalen verbunden, etwa explodierende Schwäne, diplomatische Verstimmungen und das ostentative Verschwenden seltener Zutaten.
Analyse
Der Text ist eine kulturhistorische Quelle über Repräsentation, Überfluss und die politische Symbolik des Essens. Das Festmahl dient bei Brazollus nicht nur dem Genuss, sondern der Inszenierung kaiserlicher Macht. Indem ein Fastentag in ein exzessives Bankett verwandelt wird, demonstriert der Kaiser seine Fähigkeit, religiöse Praxis, höfische Kultur und materiellen Reichtum nach seinem Willen umzuformen.
Auffällig ist der Spannungsbogen zwischen kulinarischer Kunst und grotesker Übersteigerung. Viele Gerichte zeigen hohe handwerkliche Raffinesse und internationale Einflüsse aus Elsweyr, Schwarzmarsch, Morrowind, Himmelsrand und Alinor. Gleichzeitig kippt diese Vielfalt immer wieder in Dekadenz, Verschwendung oder makabren Humor. Die Küche erscheint dadurch als Ausdruck höfischer Überheblichkeit: Seltene Tiere, exotische Zutaten und absurde Zubereitungsweisen werden nicht nur genossen, sondern demonstrativ vorgeführt.
Arfons Jellicandante schreibt in einem gelehrten, kommentierenden Ton, der Bewunderung und Distanz zugleich erkennen lässt. Er würdigt die Finesse vieler Speisen, verschweigt aber auch nicht die Geschmacklosigkeit, politische Rücksichtslosigkeit oder den destruktiven Luxus des Mahls. Gerade diese Mischung macht den Text aussagekräftig: Das Festmahl erscheint als Höhepunkt höfischer Esskultur und zugleich als Karikatur einer Gesellschaft, die Frömmigkeit, Maß und symbolische Ordnung dem Spektakel opfert.
Insgesamt zeigt die Schrift, wie eng Kulinarik, Politik und Selbstdarstellung miteinander verbunden sein können. Das Festmahl der Heiligen Coellicia ist damit nicht nur ein Bericht über Speisen, sondern ein Dokument höfischer Kultur, in dem Überfluss selbst zur Botschaft wird.