| Auflagen des Buches | |
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Diese Seite enthält die Schrift Arondils Tagebuch (Originaltitel: Arondil's Journal).
Inhalt
Teil I
1. Tag
Offenbar sind die Dummköpfe von Dämmerstern nicht ganz so einfältig, wie ich gedacht hatte. Sie haben meine Experimente entdeckt, und ich brauche wohl kaum zu sagen, dass sie nicht sehr erfreut über das waren, was sie gesehen haben. Nun, es macht nichts. Meine Arbeit kann nur in der Abgeschiedenheit des Lebens fern von den Unaufgeklärten gedeihen.
Ich habe eine Höhle vor der Nordküste von Himmelsrand gefunden, die für die Fortsetzung meiner Studien mehr als geeignet sein wird. Die Ruinen von Yngvild dürften mir die Materialien liefern, die ich brauche, um mehr über die Wiederbelebung und die Versklavung von Toten zu erfahren.
Was das Persönliche angeht, so werde ich die jungen Mädchen von Dämmerstern aber tatsächlich vermissen. Solche Schönheit konnte mich in einen Rausch versetzen. Ich habe mich häufig dabei ertappt, wie ich mir heimliche Begegnungen zwischen mir und einem oder zwei der einheimischen Mädchen ausmalte ...
Teil II
8. Tag
Ich habe mir einen provisorischen Arbeitsplatz in den kalten Höhlen eingerichtet und im Schnee und Eis zahlreiche Begräbniskammern entdeckt. In der ersten Kammer exhumierte ich einige „Testobjekte“, alle weiblich. Ich war überrascht, dass meine Gedanken wieder zu den Frauen von Dämmerstern wanderten, während ich meinen Fund untersuchte. Zunächst beunruhigten mich meine Gedanken ein wenig, doch dann entschloss ich mich zu einer Neubewertung ...
9. Tag
Die ersten Versuche verliefen bestens. Jedes Subjekt wurde in einem Zustand vollkommener Zufriedenheit reanimiert und erfüllte jede meine Aufgaben und Launen. Ich habe einigen meiner neuen Diener aufgetragen, die Insel zu bewachen, während mir der Rest als persönliches Gefolge dienen und jederzeit in meiner Nähe bleiben wird. Meinen Schlaf bewachen wird ...
Teil III
21. Tag
Eine interessante Entwicklung. Heute Abend brachten mir meine Wachen einen Eindringling, den sie in der Nähe meiner Höhle gefunden hatten. Zunächst war ich verständlicherweise verärgert. Nicht nur war ich in einem der wenigen Momente gestört worden, die ich mit meiner Lieblingsdienerin allein verbringen konnte, sondern zudem erkannte ich den Eindringling als Milchmädchen aus Dämmerstern. Auch sie erinnerte sich an mich und behauptete frech, ich hätte ständig in ihrer Nähe herumgelungert. So ein Lügenweib! Es stimmt, sie war mir gelegentlich aufgefallen, aber den hübschesten Mädchen der Stadt konnte sie nicht im Mindesten das Wasser reichen. Ihre fortgesetzten Anschuldigungen, kombiniert mit meiner Furcht vor weiteren ungeladenen Gästen, brachten mich zu dem Schluss, dass sie niemals nach Dämmerstern zurückkehren durfte. Meine Diener eilten, mein Urteil zu vollstrecken.
Ihre Leiche liegt hier neben mir, während ich dies schreibe. Komisch. Ihre Augen sind immer noch so voller Leben. Vielleicht versuche ich heute Abend ein neues Experiment mit frischeren Materialien.
Teil IV
28. Tag
Das neue Experiment hat sich als Erfolg erwiesen! Das Milchmädchen, dessen Name mir immer noch nicht eingefallen ist, wurde ebenso wiederbelebt wie die anderen und gehorchte meinen Befehlen, mit nur einer interessanten Entwicklung. Sie hat sich körperlos neu gebildet und ist eher ein Spuk als eine wiederbelebte Tote. Als ich ihr leuchtendes Gesicht vor mir sah, streckte ich unwillkürlich die Hand aus, um sie zu berühren. Während meine Finger durch sie hindurchgingen, spürte ich eine Empfindung, wie ich sie noch nie erlebt hatte, als würde ihre Essenz meine Seele beleben und sich mit mir auf einer Ebene verbinden, wie es keine Frau aus Fleisch und Blut je könnte. Diese Entdeckung verändert mein Leben!
35. Tag
Ich habe meine älteren Diener angewiesen, auszugehen und weitere Individuen zu finden, die sich vielleicht verlaufen haben. Mit der Entdeckung der inneren Zuflucht in den tieferen Bereichen von Yngvild müsste ich reichlich Platz haben, um viel neues Material zu lagern, bis ich es in willige Sklaven verwandeln kann. Ich sehe auf meine Tagträume in Dämmerstern zurück und frage mich, ob diese nicht vielmehr Vorzeichen dessen waren, was kommen sollte ...