Daggerfall:Vampire der Iliac-Bucht, Kapitel II

Kapitel I Vampire der Iliac-Bucht
Auflagen des Buches

Diese Seite enthält den Text von Vampire der Iliac-Bucht, Kapitel II aus The Elder Scrolls II: Daggerfall (Originaltitel: Vampires of the Iliac Bay).

Inhalt

Vampire der Iliac-Bucht
Kapitel II[1]

Ich habe im ersten Kapitel meiner Geschichte erzählt, wie ich zum Vampir wurde und das erste Mal getötet habe. Obwohl es den Leser erschrecken mag (und wohl auch sollte), dass mein erstes Opfer eine Freundin des Sterblichen war, der ich zu sein pflegte, sind dies meines Wissens nach keine ungewöhnlichen ersten Todesopfer.

Ich ließ die schneeweiße Leiche in der Gasse liegen und rannte zum einzigen Ort zurück, an dem ich mich widernatürlicherweise sicher fühlte: dem Mausoleum. In den ersten paar Tagen meines Untodes erschöpfte ich mich selbst damit, mein Schicksal zu betrachten. Ich lernte nun erneut, wozu ich fähig war und fand heraus, dass ich stärker, schneller, zäher und wendiger war als zuvor. Ich gebot über Kräfte, die ich als Ritter nur bei mächtigen Magiern gesehen hatte. Später entdeckte ich zusätzliche Fähigkeiten, wie zum Beispiel völlige Resistenz gegen Krankheiten. Hilfreich, wenn man wie ein Schakal über eine pestverseuchte Stadt herfällt.

Ich erkannte auch meine Schwächen. Ich konnte das Sonnenlicht nicht länger ertragen - ihm mehr als wenige Sekunden ausgesetzt zu sein, führte zu furchtbaren Verbrennungen.

Es bereitete mir auch Schmerzen, Tempel oder andere Orte der Anbetung zu betreten. Die schlimmste Auswirkung musste aber natürlich mein Blutdurst sein. Wenn ich nicht jede Nacht ein warmblütiges Geschöpf töten und sein Blut trinken konnte, würde mich mein Verlangen verzehren und keine erlittene Wunde mehr verheilen, selbst wenn ich noch so lange ruhte.

Ist das der Moment zu bekennen, dass es eine Zeit gab, in der ich es liebte, ein blutsaugendes Geschöpf der Nacht zu sein? Es ist nicht unmöglich, nur des Nachts zu leben, bloß gelegentlich unbequem. Und ich musste nicht jede Nacht Menschen töten, sondern nur warmblütige Kreaturen. Das Blut der Orks ist köstlich und würzig wie Brühe. Ratten sind als alleiniges Nachtmahl etwas süß. Werwölfe geben eine reine Gaumenfreude ab, die Tinktur zwischen Mensch und Bestie ist beinahe dekadent. Eine wahre Wonne für Gourmets.

Etwa einen Monat nach meinem Tod hatte ich die beste Zeit meines Lebens. Eines Nachts erhielt ich einen Brief von jemandem, der sagte, er wäre „Familie“. Neugierig geworden machte ich mich auf, ihn in seiner Taverne zu treffen, wo man mir von dem Vampirstamm erzählte, dem ich nun angehörte - den Montalion. Im Gegenzug dafür, bestimmten Verpflichtungen der „Familie“ nachzukommen, würde mich der Mann aus dem Gasthaus in meinen Vampirtalenten und -fähigkeiten ausbilden.

Obwohl ich nie viele Einzelheiten erfuhr, vermutete ich, dass die beiden Hauptunterschiede zwischen den verschiedenen Vampirclans in der Geographie und ihren Kräften bestanden. Einzig die Montalion verfügen über die Gabe der Teleportation, aber die anderen acht Clans haben ihre ganz eigenen Kräfte.

Mein Mentor (das ist der Titel, den er benutzte) beglückwünschte mich zu jedem Auftrag, den ich ausführte und vertraute mir mehr und mehr. Als ich ihn danach fragte, erzählte er mir von den neuesten Allianzen der Montalion, wen sie manipulierten und wen sie belauerten. Da begann ich schließlich, mich zu ängstigen. Sie und all ihre rivalisierenden Clans saugten das Blut von Tamriel selbst aus.

Ich geriet in Panik. Ich musste ein Heilmittel finden. Aber kein Buch oder Gerücht, das ich aufspüren konnte, ließ etwas anderes vermuten, als dass Vampirismus endgültig war. So beschloss ich, mich selbst zu töten, aber ich wollte die Montalion mitnehmen. Ich trat gegnerischen Gilden bei und versagte spektakulär bei jedem mir erteilten Auftrag. Ich dachte, mein Mentor würde sich gegen mich wenden, aber er wurde nur stiller und mit Informationen weniger freigiebig, nie gewalttätig. Er war nicht beunruhigt. Wahrscheinlich hatte er schon zuvor Vampire wie mich gesehen.

Und der Grund, warum er mich nie angriff? Unsterbliche können es sich leisten, ewig geduldig sein.

Zuletzt weigerte er sich, mir noch weitere Aufträge zu geben. Er wollte nicht einmal mehr mit mir reden, verließ aber niemals seine Taverne. Ich konnte kommen und gehen und er beobachtete mich, sagte aber nie etwas. Da erhielt ich einen weiteren Brief.

Wie ihr seht, gibt es einige von uns früheren Vampiren, die wissen, wonach sie suchen. Auch wir sind geduldig: Wir lernten es in unserem Unleben. Wir beobachten, lauschen und kontaktieren anonym die Vampire, von denen wir wissen, dass sie dem Fluch ein Ende zu setzen wünschen.

Den Fluch aufzuheben ist möglich, aber auch nur gerade eben. Es ist sehr gefährlich, doch wenn ihr einmal verflucht seid, besteht die einzige wirkliche Gefahr darin, keinen Ausweg zu suchen.

I told in the first chapter of my story how I became a vampire and of my first kill. While it might (and, indeed, should) horrify the reader that my first victim was a friend of the mortal I used to be, it is my understanding that they are not uncommon first kills.

I left the snow white corpse in the alley and ran to the only place I felt perversely safe, the masoleum [sic]. For the first couple days of my undeath, I starved myself while I considered my fate. I relearned what I was capable of doing, and found that I was stronger, faster, tougher, and more agile than before. I had powers that as a knight I had only seen powerful mages wield. Later, I discovered additional abilities, such as a total immunity to disease. Helpful when descending on a plague-stricken city like a jackal.

I also found my weaknesses. I could no longer stand the light of the sun -- exposure to it for longer than a few seconds burned me terribly. It also pained me to enter temples and other places of worship. The worst effect, of course, had to be my blood lust. If I did not kill a warm blooded creature once a night and drink its blood, my hunger would gnaw at me, and any wounds I suffered would not heal no matter how much I rested.

Is this the moment for me to admit that there was a time I loved being a bloodsucking creature of the night? It is not impossible to live only at night, merely occasionally inconvenient. And I wouldn't have to kill humans every night, merely warm-blooded creatures. Orcs have a delicious, rich brothy blood; rats are a little sweet for the only meal of the night; werewolves are a real treat, almost decadent the tincture between human and beast. A real gourmet's delight.

About a month after I died, I was having the best time of my life. One night, I received a letter from someone who said he was "family." Curious, I went to visit him at his tavern, and was told about the tribe of vampires to which I belonged -- the Montalion. In return for me performing certain duties for the "family," the man at the inn would train my in my vampiric abilities and skills.

Though I never got very much detail, I surmised that the two main differences between the different vampire clans is geography and powers. Montalion alone have the gift for teleportation, but the other eight have powers of their own.

My mentor (that is the title he used) would congratulate me after each mission I performed, and came to trust me more and more. If asked, he would tell me about the Montalion's newest alliances, who they were manipulating, who they were stalking. It was then I started to become frightened at last. They, and all of their rival clans, were draining the blood of Tamriel itself.

I panicked. I had to find a cure. But nowhere could I find any book or rumor suggesting that vampirism is anything but permanent. So I resolved to kill myself, but I wanted to bring the Montalion down with me. I joined guilds they opposed, and failed any mission given to me spectacularly. I thought my mentor would turn against me, but he only became quieter, less forthcoming with information, never violent. He was not concerned. He had probably seen vampires like me before.

Here's why he never attacked me: immortals can afford to be eternally patient.

At last, he refused to give me any further missions. He wouldn't even talk with me, but he never left his tavern. I could come and go, and he'd watch but never talk. That's when I got another letter.

There are several of us, you see, former vampires who know what to look for. We're patient too: we learned it in our unlife. We watch and listen, and anonymously contact the vampires we know wish to end the curse.

Ending the curse is possible, but only just. It is very dangerous, but when you are cursed, the only real danger is no escape.

Anmerkungen (Tamriel-Almanach)

  1. Die deutsche Übersetzung wurde von Cato d. Ä. erstellt, sowie durch Numenorean und Deepfighter für das Projekt Daggerfall Deutsch komplett überarbeitet und unter Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 veröffentlicht. Der englischsprachige Originaltext ist hier zu finden.