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Das Auserwählte Volk von Aldmeris

Das Auserwählte Volk von Aldmeris
Zum Text
Autor Meeresfürst Malleroth von Pyandonea
Art Buch
Genre Propaganda, Politik

Das Auserwählte Volk von Aldmeris (engl. The Chosen People of Aldmeris) ist eine ideologisch geprägte Schrift des maormerischen Adligen Meeresfürst Malleroth von Pyandonea, die den Anspruch der Maormer auf die alleinige Nachfolge der Aldmer propagiert. Der Text stellt eine offene Kampfansage an die Altmer von Sommersend dar.

Inhaltsangabe

Der Autor widerspricht der verbreiteten Auffassung, die Maormer seien Abtrünnige oder Verbannte der Altmer, und bezeichnet diese Darstellung als bewusste Lüge. Stattdessen beruft er sich auf angebliche Übersetzungen von Wandteppichen des Kristallturms, die belegen sollen, dass die Maormer direkt aus dem „reinsten Geblüt“ der Aldmer hervorgegangen seien.

Malleroth erklärt Aldmeris zur wahren Urheimat seines Volkes und stellt die Altmer als degenerierte Mischlinge dar. Die Abwanderung nach Pyandonea wird nicht als Verbannung, sondern als bewusste, von Orgnum geführte Rückzugsbewegung interpretiert, um das Volk vor Verfall zu bewahren.

Abschließend ruft der Text zur gewaltsamen Rückeroberung von Sommersend auf. Die Auslöschung der Altmer wird als notwendiger Schritt zur Wiederherstellung der „rechtmäßigen Ordnung“ dargestellt, wobei die Maormer als einzig legitime Erben des aldmerischen Vermächtnisses bezeichnet werden.

Analyse

Die Schrift dient der Legitimation von Expansion, Rückeroberung und Vernichtung konkurrierender merischer Kulturen. Sie ist eindeutig als propagandistische Kampfschrift einzuordnen. Der Text kombiniert selektive Mythenauslegung, Geschichtsrevisionismus und biologistische Argumentation, um eine Überlegenheit des eigenen Volkes zu konstruieren.

Charakteristisch ist die Umdeutung historischer Narrative: Exil wird als strategische Vorbereitung, kulturelle Vielfalt als „Mischung“ und moralischer Verfall dargestellt. Die Bezugnahme auf den Kristallturm dient der Autoritätssteigerung, bleibt jedoch unbelegt und ist aus wissenschaftlicher Sicht hochgradig zweifelhaft.

Der aggressive Ton, die Entmenschlichung der Altmer und der explizite Vernichtungsaufruf machen deutlich, dass die Schrift nicht auf Diskussion oder Überzeugung, sondern auf Mobilisierung abzielt. Sie spiegelt zentrale Elemente der maormerischen Ideologie wider, wie sie insbesondere in den Lehren um Orgnum tradiert werden.

Für Historiker und Kulturwissenschaftler ist das Werk ein Beispiel für extremen ethno-mythologischen Nationalismus innerhalb der merischen Kulturen Tamriels.