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Der Immergrün-Wächter

Der Immergrün-Wächter
Zum Text
Autor Unbekannt
Art Buch
Genre Märchen, Religion

Der Immergrün-Wächter (engl. The Viridian Sentinel) ist eine bretonische Märchenerzählung aus Bangkorai, die die Herkunft einer legendären Wächterfigur erklärt. Die Geschichte verbindet Volksglauben, Religion und die Abgrenzung zwischen Zivilisation und Wildnis.

Inhaltsangabe

Die Erzählung ist als Gute-Nacht-Geschichte gerahmt, in der einem Kind vom Immergrün-Wächter berichtet wird, der in den Wäldern Bangkorais über die Grenze zwischen Wildnis und besiedeltem Land wacht.

Nach dem Rückzug der Direnni und der Aufhebung ihres „Pakts mit den Erdknochen“ breiten sich Kreaturen und Gefahren aus der Wildnis immer weiter in die bretonischen Siedlungsgebiete aus. Bauern verlassen ihre Höfe, Hungersnöte drohen, und zwischen Dorf- und Landbevölkerung entstehen Spannungen.

Ein Bauernjunge namens Grünwart betet in seiner Not zu Stendarr. Ein ungewöhnlich großer Eisvogel erscheint ihm und vermittelt die Botschaft, dass die Tiere die Menschen angreifen, weil sie deren Namen vergessen haben und sie für ihresgleichen halten. Grünwart soll in die Wildnis gehen und den Kreaturen seinen Namen nennen, um ihnen zu zeigen, dass das Land „erobert“ und rechtmäßig in menschlicher Hand ist.

Grünwart folgt diesem Rat. Er spricht zu Tigern, Wölfen, Bären, Trollen und Zweiglingen und verweist sie allein durch die Nennung seines Namens in die Wildnis zurück. Da immer neue Kreaturen auftauchen, bleibt er am Waldrand und widmet sein Leben dieser Aufgabe. Das Volk nennt ihn fortan den Immergrün-Wächter.

Im Alter wird er von einem Mädchen abgelöst, das ebenfalls mit dem Eisvogel gesprochen hat. Seitdem wird die Aufgabe des Immergrün-Wächters von Generation zu Generation weitergegeben.

Analyse

Das Märchen arbeitet stark mit symbolischen Gegensätzen: Wildnis gegen Zivilisation, Namen gegen Namenlosigkeit, Ordnung gegen Chaos. Der „Name“ fungiert als zentrales Motiv und steht für Identität, Besitzanspruch und die Zugehörigkeit zur göttlichen Ordnung.

Die Rolle des Eisvogels als Bote Stendarrs verbindet den Volksglauben mit religiöser Legitimation. Die Erzählung legt nahe, dass die Verteidigung der besiedelten Lande nicht durch Gewalt, sondern durch das Bewusstsein der eigenen Identität und des göttlich legitimierten Anspruchs erfolgt.

Zugleich spiegelt die Geschichte bretonische Erinnerungen an die Zeit nach der Herrschaft der Direnni wider und deutet deren Rückzug mythologisch als Ursache für das „Zurückweichen“ der Ordnung zugunsten der Wildnis. Die fortlaufende Weitergabe der Wächterrolle erklärt die anhaltende Sicherheit der Region als Ergebnis einer kontinuierlichen, persönlichen Pflicht.