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Diese Seite enthält die Schrift Ratschläge für einen Khajiit auf Sommersend (Originaltitel: Tips for a Khajiit in Summerset).
Inhalt
Band I
Die Hochelfen sind ein besonders stolzes Volk, soviel ist klar. Ihre Augen scheinen uns immer voller Ekel anzublicken, als wären wir ein Floh auf ihrem Hintern. Normalerweise würden wir solche Beleidigungen mit schnellen Worten und noch schnelleren Krallen beantworten, aber jetzt sind wir ja in ihrem Land. Wanderer, hier an den Ufern von Sommersend sind wir in Zahl und Macht unterlegen. Nun müssen wir uns anpassen.
Eine schlaue Zunge ist Euch hier weniger von Nutzen als in unserem Heimatland. Diese Hochelfen, nun, ihr Leib kennt kein Lachen. Sie ignorieren ihr Bauchgefühl und denken nur mit ihrem Kopf. Dies ist natürlich töricht, aber man kann die Einstellung eines Hochelfen so wenig ändern wie den Wechsel der Gezeiten. Lasst uns also verschlagen sein, wie wir es schon immer waren.
Beginnen wir mit der Geschichte. Ein Hochelf geht davon aus, dass ein Khajiit nichts weiß, und dieser bereitet nichts mehr Vergnügen, als diesen Jekosiits das Gegenteil zu beweisen. Sie denken, dass uns auch das einfachste Wissen fremd ist. Wir sollten sie da wohl enttäuschen, nicht wahr?
Die Thrassische Pest scheint nurmehr eine blasse Narbe neben der blutenden Wunde der Knahaten-Grippe, aber die Mer von Sommersend haben sie definitiv nicht vergessen. Bezumi denkt, dass dies vor allem mit der Beteiligung ihres Götterahnen Syrabann zu tun hat, der auch als Gott der Hexer bekannt ist. Ein Magier, der so mächtig ist, dass er zum Gott aufsteigt; nun, ist das nicht das Ideal der Hochelfen?
Die Thrassische Pest war keine natürliche Krankheit, sondern vielmehr das Werk des boshaften Volks der Krecken. Die fetten, langsamen, widerwärtigen Krecken verfluchten das Meer mit finsterer Magie, um diese Seuche auf den Großteil von Tamriel loszulassen. Sie verbreitete sich schnell und heftig; sie zerstörte Dörfer, Städte, ganze Zivilisationen. Aber wie bei den meisten Tragödien traten Helden auf den Plan. Syrabann ist lediglich der, der von den Hochelfen am meisten verehrt wird.
Obschon Syrabann als Erzmagier erheblicher Macht bekannt war, wirkte er seine Magie nicht allein, denn er besaß einen enorm mächtigen verzauberten Ring. Mit diesem war er in der Lage, zahllose Leben vor der Pest zu retten. Viele sagen, dass er allein verhindert hat, dass diese verheerende Krankheit sich auf ganz Tamriel ausbreiten konnte. Oft hat Bezumi das Gefühl, dass der Erzmagier mehr für die Macht dieses Kraftaktes verehrt wird als für sein Mitgefühl für jene, die er gerettet hat, aber zu diesem Thema beißt sie sich auf die Zunge.
Natürlich war das Erzmagier Syrabann noch nicht genug. Er verbündete sich mit dem colovianischen König von Anwil, Baron-Admiral Bendu Olo, und zog los, um die Seuche an ihrem Ursprung aufzuhalten. Gemeinsam gründeten sie die Flotte aller Flaggen, auf deren Schiffe nicht nur Mer, sondern auch Colovianer, Rothwardonen, Bretonen und sogar Argonier stationiert waren. Diese Völker legten ihre Differenzen bei und opferten viele in ihrem Angriff auf Thras, das Heimatland der Krecken. Und erstaunlicherweise obsiegten sie trotz schwerer Verluste. Sie versenkten das Korallenkönigreich und schickten die Krecken dorthin, wo sie hingehörten: tief unter die Wellen.
Diese Geschichte erscheint mir aus mehreren Gründen äußerst nützlich. Wie ich bereits erwähnt habe, müssen wir dem Irrglauben ein Ende setzen, dass wir Khajiit ein Volk sind, das nichts über seine Verbündeten weiß. Tatsächlich plant diese, weitere Fachblätter über die Geschichte und Kultur der Hochelfen zu veröffentlichen. Aber das ist nicht der einzige Grund. Bezumi hat sich entschieden, ihre Sammlung mit genau diesem Stück Geschichte zu beginnen, da es zeigt, wie wichtig Verbündete sind. Wie wichtig wir sind.
Ohne die militärische Macht, die jedes der Völker in diese Schlacht brachte, wäre der Sieg der Flotte aller Flaggen unmöglich gewesen. Ja, Syrabann war ein mächtiger Magier mit einem hilfreichen Ring, aber allein hätte er diesen Kampf nicht gewinnen können. Er musste sich auf viele andere verlassen, um einen solchen Sieg erringen zu können.
Wenn ein Hochelf seine Nase rümpft, wenn Ihr etwas sagen wollt? Wenn eine Mutter ihr Kind zu sich zieht, wenn Ihr vorbeigeht? Dann denkt daran, was Bezumi Euch gesagt hat, Wanderer. Erinnert sie daran, dass dies nicht das erste Mal ist, dass das allmächtige Sommersend Freunde braucht. Erinnert sie daran, dass sie uns brauchen, so wie wir auch sie brauchen.
Band II
Diese muss Euch nicht vom Stolz und der Eitelkeit der Hochelfen erzählen. Davon habt Ihr Euch längst selbst überzeugt, ja? Die Missachtung in ihren Augen, so funkelnd wie eine gefälschte Münze. Ihr habt die Herablassung gehört, die von ihren Zungen tropft wie vergifteter Honig. Unsere erhabenen Verbündeten halten so wenig von uns Khajiit. Höchste Zeit, sie Lügen zu strafen, Wanderer. Schlagen wir sie in ihrem eigenen Spiel.
Wenn Ihr meinen ersten Band dieser Serie gelesen habt, wisst Ihr schon darüber Bescheid, wie viel Wert diese Hochelfen auf ihre Geschichte legen. Das ist nichts Neues, ja, aber sogar dieser Stolz verblasst im Vergleich zu der Eitelkeit, die die Mer gegenüber ihrer Familiengeschichte hegen. Die meisten kennen den Namen, den Beruf und die angeblichen Errungenschaften jedes ihrer Ahnen über Jahrhunderte hinweg. Und eins kann diese Euch versichern, sie würden Euch zu gern ausführlich über sie berichten.
Für die Hochelfen ist die Familie alles, aber verwechselt das nicht mit Gefühlsduselei. Die Familie ist für sie eine Kette, mit der sie sich binden, ein Titel, der in Stein gemeißelt ist. Nur große Taten können ihren Status erhöhen, und so gieren sie jeden Tag nach diesem Augenblick ihrer Gottwerdung. Viele entscheiden sich dazu, sich durch arkane Taten zu beweisen, da Magie stark und oft in ihren Adern fließt. Andere stürzen sich in ihre Kunst, in der Hoffnung, ein Meisterwerk zu malen oder eine Melodie zu erschaffen, die so glorreich ist, dass sie ihnen Ruhm und Ehre bringt.
Ja, die Hochelfen erschaffen hohe Mauern vor sich selbst. Erklimmt sie, rufen sie! Aber der Weg ist oft zu schwierig. Ich habe noch nie derartige Bosheit gesehen wie die zwischen Künstlern hier auf Sommersend. Da kenne ich Diebe und Meuchelmörder, die ihren Rivalen gegenüber höflicher sind! Die Magier sehen auf alle anderen hinab, werden aber schnell eifersüchtig auf die Macht Ihresgleichen. Auch untereinander versuchen die Hochelfen, aufeinander herabzuschauen.
Ihr, Wanderer, seid ihnen egal, und ebenso Eure Familie. Für sie tragen wir nur einen Titel. Khajiit. Und daher sind wir rangniedriger als sie, und daher dienen wir nur als Mittel zum Zweck. Das wissen wir alle. In den Augen eines Hochelfen aufzusteigen, tja, das ist keine leichte Aufgabe. Ihr müsst Euren Wert beweisen, immer und immer wieder. Das ist selbst für den Sorgfältigsten erschöpfende Arbeit, aber wir müssen es versuchen.
Bezumi hat festgestellt, dass viele Hochelfen Herausforderungen ihrer Fähigkeiten kaum widerstehen können. Ködert man sie mit einer Gelegenheit, ihre Überlegenheit zu beweisen, beißen sie immer an. Uns ist jedoch klar, dass auch ein gewiefter Sieg Ehre mit sich bringt. Sorgt im Vorfeld dafür, dass die Chancen zu Euren Gunsten stehen.
Eine Herausforderung gegen einen Hochelfen zu gewinnen hat schon immer … gemischte Ergebnisse gebracht. Einige fordern eine Revanche, so verletzt ist ihr Stolz. Andere erleiden einen spektakulären Wutanfall und schimpfen Euch einen Betrüger, ehe sie davonstampfen. Aber es gibt immer einige wenige ehrbare Individuen, die ihren Kopf senken und ihre Niederlage eingestehen. In ihnen wird eine kleine Flamme des Respekts entzündet. Lasst uns diese Flamme anfachen.
Dieser ist klar, dass trotz ihres Rates und ihrer Ermutigung nicht jeder Hochelf überzeugt werden kann. Viele werden mit der Zeit blind und taub für alles außer ihrer eigenen Meinung. Lasst Euch nicht von ihnen entmutigen, Wanderer. Lasst sie nicht gewinnen. Sollen sie uns doch ihr Gift entgegenschleudern, ihre Ignoranz. Wir sind es, die sich ändern müssen, ja, aber zu etwas Besserem. Zu etwas Großartigem.