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Schrift:Zwerge

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Diese Seite enthält die Schrift Zwerge (Originaltitel: Dwarves).

Inhalt

Zwerge
von Calcelmo, Gelehrter von Markarth

Band I: Architektur und Konstruktionen

asst mich damit beginnen, ein häufiges Missverständnis zu korrigieren. Die richtige Bezeichnung des alten verlorenen Volkes von Tamriel lautet Dwemer. Übersetzt lautet dieser Begriff in der gemeinsamen Sprache etwa „Volk der Tiefe“, und er wurde weitgehend durch die gängigere Benennung Zwerge verdrängt. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich für meine Leserschaft in diesen Büchern anstelle des exakteren Begriffes den Namen „Zwerge“ verwende, da ich wohl davon ausgehen kann, dass sie nicht über das tiefe Wissen verfügt, das ich mir in 200 Jahren des Studiums angeeignet habe.

Da nun dieser kleine Punkt geklärt wäre, wollen wir unsere Betrachtungen über die Zwerge damit beginnen, uns auf die unbestrittenen Artefakte zu konzentrieren, die sie hinterlassen haben: ihre architektonischen und kulturellen Errungenschaften. Anders als die strittigeren Bereiche der Zwergenstudien ist die Bauweise von Zwergenstädten und -relikten gut dokumentiert - dank der reichlichen Beispiele aus den Ruinen, die dieses Volk zurückgelassen hat. Meine eigene Heimatstadt Markarth war ursprünglich eine solche Ruine, und ich kann aus erster Hand bestätigen, dass alle Zwergenkonstruktionen einige gemeinsame Grundprinzipien besitzen, anhand derer wir echte Artefakte von gefälschten unterscheiden und Muster und Methoden beschreiben können, die für ihre Handwerker wichtig waren.

Zunächst können wir mit Sicherheit sagen, dass Zwergenhandwerker am liebsten mit Stein arbeiteten, jedenfalls was Bauwerke betraf. Das ist keine Überraschung. Mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen befindet sich die überwiegende Mehrheit der Zwergenarchitektur unter der Erde oder wurde aus den Bergen herausgehauen. Es ist möglich, wenn auch nur theoretisch, dass die Zwerge als Volk schon recht früh Steinmetzarbeiten meisterten und spätere Metallarbeiten zu viel früher entstandenen Steinkonstruktionen hinzugefügt wurden, als die Zwerge schließlich die Handhabung komplexerer Werkzeuge erlernten. Dennoch besteht das Fundament aller bekannten Zwergenruinen aus Steinarbeiten, und die Struktur zwergischer Mauerwerke ist in ihrer Art klar umrissen, kantig und mathematisch exakt.

Schon auf den ersten Blick gibt es Hunderte, wenn nicht Tausende von Beispielen zwergischer Bauwerke, die aus präzisen Rechteckformen bestehen, und weit weniger Beispiele für dezent abgerundete oder gewölbte Steinarbeiten, so dass wir zu dem Schluss kommen, dass die frühen Zwerge sich lieber auf bewährte, gut berechnete Entwürfe verließen, die auf rechtwinkligen Linien beruhten, als auf die riskanteren, ungenaueren Berechnungen für Bögen und Wölbungen. Diese vergleichsweise einfache Tradition der Steinbearbeitung hat dessen ungeachtet zu Bauwerken geführt, deren Bausubstanz heute noch ebenso solide ist wie vor Tausenden vor Jahren, was die Arbeiten unserer geschicktesten Maurer von heute im Vergleich dazu wie die Arbeit von Kindern aussehen lässt.

Metallarbeiten sind, soweit wir wissen, die primäre Methode, die bei der Fertigung fast aller Handwerksarbeiten der Zwerge verwendet wurde. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass die Zwerge auch leichter zerstörbare Materialien wie Ton, Papier und Glas verarbeitet haben, doch angesichts der Neigung der Zwerge, eher langlebigen als zerbrechlicheren Gebilden den Vorzug zu geben, können wir mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Metall zumindest stark bevorzugt wurde. Und das in allen bislang entdeckten Zwergenrelikten verwendete Metall ist für ihre Kultur einzigartig.

Kein anderes Volk hat bislang das Verfahren reproduzieren können, nach dem das Zwergenmetall erzeugt wurde. Auch wenn dieses leicht mit Bronze verwechselt werden kann - tatsächlich verwenden viele Schmiede von Zwergenmaterialien Bronze für ihre gefälschten Kopien -, ist es ohne jeden Zweifel eine ganz eigene Metallart. Ich habe selbst gesehen, wie Metallurgen versuchten, mehrere verschiedene Arten von Stahl sowie gewöhnliche und seltene Erze miteinander zu kombinieren, um die exklusiven Eigenschaften von Zwergenmetall zu erhalten, aber die einzige Methode, die bislang erfolgreich war, bestand darin, bestehenden Metallschrott der Zwerge einzuschmelzen und zu verarbeiten.

Band II: Waffen, Rüstungen und Maschinen

ei unseren früheren Betrachtungen zu den Zwergen (oder „Dwemer“ in der korrekteren, wissenschaftlichen Terminologie) haben wir uns mit den Besonderheiten der Zwergenarchitektur und Metallverarbeitung befasst. In diesen weiteren Betrachtungen zu Tamriels verlorenem Volk untersuchen wir die Art und Weise, wie die Zwerge Krieg führten und Unbefugte fernhielten. Anders als viele andere Kulturen, die heute noch existieren, bauten und verließen sich die Zwerge bei den unterschiedlichsten kriegerischen Aufgaben auf immer kompliziertere Maschinen. Waffen und Rüstungen, die allein dazu gefertigt wurden, von Zwergenkriegern benutzt zu werden, weisen deutlich weniger Fortschritte auf, die über die Grundentwürfe hinausgehen.

Beginnen wir mit der Analyse dieser elementaren Waffen und Rüstungen. Jeder, der einmal eine Zwergenaxt in der Hand gehalten oder einen Zwergenhelm getragen hat, kann die uralte, immerwährende Qualität der Handwerkskunst der Zwerge bestätigen. Die Waffen weichen nicht allzu stark von ihrer Grundfunktion ab. Zwergenschwerter durchdringen leichte Rüstungen mit unglaublicher Effektivität, was vor allem an der bemerkenswerten Schärfe des gehärteten Zwergenmetalls und in weit geringerem Maße an ihrer einfachen, zweischneidigen Ausführung liegt.

Wenn man einen scharfen, geradlinigen Zwergendolch mit einer geschwungenen Elfenklinge vergleicht, kommt man schnell zu dem Schluss, dass die Waffenschmiede der Zwerge sich zunächst fast ausschließlich auf die Fertigung qualitativ hochwertiger Materialien verließen und dass für die Form dieser Materialien nur die Art und Weise maßgeblich war, wie die Waffe jemanden töten sollte.

Für eine Kultur, die fast nur unterirdisch baute, ist es nicht überraschend, dass Zwergenrüstungen so gefertigt wurden, dass sie unglaublich heftige Stöße aushalten können. Wieder legt die Tatsache, dass sie auch nicht von Pfeilen oder kleinen Klingen durchdrungen werden können, eher Zeugnis von einer überlegenen Metallkunde der Zwerge ab, als von ihrer überlegenen Rüstungsschmiedekunst. Aber es wäre falsch, daraus zu schließen, dass Zwergenschmiede die Fertigung ihrer Waffen und Rüstungen nicht sehr ernst genommen hätten. Jedes für Waffengänge geschmiedete Stück, das ich je gesehen habe, zeigt einen ebenso bemerkenswerten Reichtum an unnötigen Details und eine Personalisierung, wie er auch heute bei den passioniertesten Schmieden zu sehen ist.

Ein Zwergenschmied entstammte wahrscheinlich einer langen Linie von Schmieden, die sich beispielsweise dadurch von anderen unterscheiden konnte, wie sich der Griff eines Streitkolbens anfühlte - oder in der Ausführung der Spitzen einzelner Pfeile. Allerdings ist das aufgrund des Mangels an kulturellen Artefakten außer Waffen oder Rüstungen reine Spekulation.

Die letzte, aber wahrscheinlich wichtigste Betrachtung in diesem Band gilt der Existenz der Zwergenmaschinen. Zwerge haben in sehr großem Ausmaß tausende mechanischer Apparate unterschiedlicher Komplexität entworfen und angefertigt. Der einfachste von ihnen ist das Standard-„Arachniden“-Modell, das verwendet wurde, um Unbefugte fernzuhalten. Bislang wissen wir nicht, wie die Zwerge diesen bemerkenswert intelligenten Maschinen Leben eingehaucht haben, aber ich habe beobachtet, wie eine einen hochtrainierten Dieb mehrere Stunden lang heimlich verfolgte, um ihn dann anzugreifen, als er sich an dem Schloss zu einem Raum oder einem Schatz zu schaffen machte - ich gebe zu, dass ich weitere Details von dem Punkt an vergessen habe, an dem sie begann, Blitze auf ihn zu spucken.

Zwergische Militärmaschinen reichen zudem von dem Sphären-Krieger in menschlicher Größe, der in Form einer harmlosen Kugel durch das Innere von Ruinen patrouilliert, um sich dann in einen voll bewaffneten und gerüsteten Maschinenkrieger zu verwandeln, bis hin zu dem mit gutem Grund gefürchteten Zenturio, dessen Höhe das Doppelte bis mehrmals Hundertfache der menschlichen Größe beträgt - je nachdem, welchen Berichten man Glauben schenken will.

Band III: Kultur und Geschichte

n diesem letzten Band unserer Betrachtungen zu den Zwergen (auch hier wieder der Verweis auf den Begriff „Dwemer“ für Referenzen, die den wissenschaftlicheren Namen verwenden) wollen wir versuchen, die spezielle Kultur und die Geschichte von Tamriels verlorenem Volk zu untersuchen. Zuvor jedoch ein Wort der Warnung: Trotz allem, was gewisse akademische Kreise gern glauben machen möchten, gibt es keine Hinweise, die Behauptungen hinsichtlich spezieller Sitten, der Moral, der Mythen, Legenden, Gesetze oder Regierungssysteme der Zwerge oder ihre Beteiligung an wichtigen historischen Ereignissen untermauern - mit Ausnahme jener wenigen Beispiele, die unbestreitbar bleiben.

Während wir beispielsweise mit absoluter Sicherheit sagen können, dass das Verschwinden des gesamten Zwergenvolkes sehr plötzlich erfolgte, würde nur der faulste Nachwuchsgelehrte behaupten, dass sich dieses Ereignis innerhalb eines Tages oder gar einer Stunde zutrug. Es gibt einfach keine Beweise, welche die Theorie entkräften, dass die Zwerge womöglich allmählich, im Laufe mehrerer Jahre oder sogar Jahrzehnte aus Tamriel verschwanden.

Es gibt auch nichts, was bewiese, dass das Verschwinden durch etwas anderes verursacht worden sein könnte als durch Massensterben, Plagen, magische Verseuchung, misslungene Experimente mit der magischen Ebene von Aetherius oder gar volksweite Teleportation auf eine der Ebenen des Reiches des Vergessens. Die Zwerge haben einfach zu wenig zurückgelassen, das erkennen ließe, wie sie so plötzlich verschwinden konnten, und das gilt auch für alle Aspekte ihrer sozialen Struktur und Geschichte.

Was wir wissen, kann also nur von den Aufzeichnungen der anderen Völker abgeleitet werden, die mit den Zwergen in Kontakt kamen, bevor diese Tamriel verließen. Die Dunkelelfen (Dunmer) lehren beispielsweise, dass ihr großer Prophet Nerevar in der Ersten Ära half, die Zwerge und die Elfen in Morrowind gegen die einfallenden Nord-Armeen aus Himmelsrand zu einen. Doch Aufzeichnungen der Nord und Orks lassen zudem darauf schließen, dass die Zwerge damals zu verschiedenen Zeiten und in diversen legendären Kämpfen auch mit ihnen verbündet waren.

Leider werden in keiner dieser Legenden und Überlieferungen Anstrengungen unternommen, die Zwerge eingehend zu beschreiben; erwähnt wird nur, dass sie ein verschlossenes Volk waren und ein Bündnis mit ihnen ungewöhnlich genug war, um eine Geschichte darüber zu erzählen. Und nach der Ersten Ära verzeichnet kein Volk mehr eine Begegnung mit lebenden Zwergen. Zur Verwirrung trägt zudem die Tatsache bei, dass so viele der Aufzeichnungen der Dunkelelfen über ihre Beziehung zu den Zwergen während der tragischen Ausbrüche von Vvardenfell bei der Oblivion-Krise vor fast 200 Jahren verloren gingen. Die Geheimnisse, die sie möglicherweise über das Verlorene Volk enthüllt hätten, liegen nun neben zahlreichen unglücklichen Dunkelelfen unter vielen Schichten geschmolzener Erde begraben.

Daher schließen wir unsere Betrachtungen über die Zwerge mit einer etwas ernüchternden Anmerkung. Wie bei allen wissenschaftlichen Bemühungen bleiben uns mehr Fragen als Antworten, und der Beweis, nach dem wir so verzweifelt suchen, liegt häufig außerhalb unserer Reichweite und bleibt selbst unseren eifrigsten Bemühungen versagt.

Mit den Geheimnissen, die die Zwerge uns zurückgelassen haben, könnte ich mich gewiss mindestens ein weiteres Jahrhundert lang beschäftigen, und recht wahrscheinlich würden sogar mehrere Jahrtausende der Ausgrabung auch nur einer einzigen Zwergenruine nicht reichen, um ein vollständiges Bild von ihnen zu zeichnen. Doch was wir aus unserem fadenscheinigen Flickenteppich zwergischer Artefakte erkennen können, ist eine sorgsame, intelligente, fleißige und hochentwickelte Kultur, von der wir nur hoffen können, dass wir ihre Geheimnisse als Studierende und Lehrer ihrer Werke eines Tages aufdecken werden können.