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Schrift:Epistel über die Geister von Amun-dro

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Diese Seite enthält die Schrift Epistel über die Geister von Amun-dro (Originaltitel: Epistle on the Spirits of Amun-dro).

Inhalt

Epistel über die Geister von Amun-dro

Band I

Thava-ko singt jetzt ein Lied über Riddel'Thar. Lasst diese süßeste Wahrheit auf Thava-kos Zunge ruhen.

Hört Thava-kos Stimme, Kinder des Tanzes der Zwei Monde. In der Torval Curiata erreicht uns die Kunde, dass ein uraltes Buch, ein prä-ri'Dattanischer Katalog von Geistern, zusammengetragen von einem uralten Priester namens Amun-dro, die Vorstellungskraft der Khajiit in ganz Pellitine befeuert. Unser Volk scheint begeistert von den farbenfrohen und anderweltlichen Beschreibungen mächtiger Geister des Guten wie des Bösen. Adepten von nah und fern kommen mit neugierigen Herzen und zuckenden Schwänzen zu Thava-ko und fragen, warum sie diese alten Schriften nicht gelehrt bekamen. Wir Khajiit sind ein neugieriges und verspieltes Volk, aber manche Themen tragen große Gefahr in sich. Wir können nicht guten Gewissens zulassen, dass dieses ketzerische Dokument in den Seelen übermütiger Ja-Khajiit schwärt. Aus diesem Grund veröffentlichen Thava-ko und die anderen Priester diese Gegenschrift. Verbreitet sie in alle Winkel des Landes, getreuer Wurf von Rid-Thar-ri'Datta.

In den finsteren Zeiten vor der Offenbarung der Ersten Mähne war der Glaube unserer Ahnen versprengt; es gab sechzehn Glaubensrichtungen, die wild um sich kratzend durch die Geschichte taumelten und um die Seelen aller Khajiit stritten. Dieses spirituelle Chaos führte uns viele Wege hinunter, allesamt voll großer Gefahr. Man muss nur unsere gekrümmten Vettern ansehen, die dro-m'Athra, wenn man einen Beweis dieser Fährnisse sucht. Dieses lästerliche Buch ist das Produkt dieser finsteren Zeiten. Sollen wir zurückkehren in die Ära der sechzehn Kriege mit ihren Jägerlehen und der gnadenlosen Hungersnot? Nein und nein und nochmals nein! In der Wahrheit des Riddel'Thar finden wir mehr als nur spirituelle Erfüllung. Wir finden einen Fels, auf dem wir bauen können, nicht mehr nur die unsteten Sande der Vergangenheit. Wir finden einen besseren Weg durch Frieden und Ordnung.

Dieser alte Text trägt in sich noch größere Gefahr, da er seine Blasphemie unter einem Deckmantel der Wahrheit verbirgt. Viele der Bezeugungen gehen Pfote in Pfote mit Riddel'Thar, beispielsweise die Lobpreisung der Monde und die Achtung vor den gesegneten Geistern: Khenarthi, S'rendarr und andere. Aber die dunkleren Fabeln lauern versteckt wie Fallstricke. Nehmt beispielsweise die Erzählung über die Mondbestie Lorkhaj.

Wer kennt die Finsternis des lärmenden Lorkhaj besser als die Khajiit? Wir alle werden irgendwann in unserem Leben einmal vom Ruf der Finsternis geplagt. Wer unter uns hat nicht schon die pochende Trommel des Finsteren Herzens gehört in unseren Momenten tiefster Trauer oder geplagtester Reue? Den ersten dro-m'Athra zum Helden unseres Volkes hochzustilisieren, tritt Glaube und Vernunft mit Füßen. Wie viele Adepten sollen wir an Namiira verlieren ob dieses Dokuments? Wie viele Ja-Khajiit werden die Mondbestie anrufen, um ihren wahren Geist wiederzubeleben, nur um von ihrem ewigen Fluch verschlungen zu werden? Jeder Dieb kann Euch sagen, dass der sicherste Weg zur Börse des Opfers mit einem Lächeln beginnt. Wenn ich an einen lächelnden Lorkhaj denke, stellen sich mir die Nackenhaare auf.

Band II

Thava-ko singt jetzt ein Lied über Riddel'Thar. Lasst diese süßeste Wahrheit auf Thava-kos Zunge ruhen.

Eine der größten Stärken unseres Volkes ist unsere Anpassungsfähigkeit. Wir kerkern Freidenker nicht ein, wie es die Dunkelelfen tun. Wir verschreien Salate nicht als Blasphemie, wie die untersetzten Eicheljünger von Valenwald. Wir verschreiben unsere Seelen nicht ausschließlich acht staubigen Mythen wie die felllosen Würfe der lange toten Alessia. Khajiit zu sein heißt frei zu sein, frei von grausamen Dogmen, und frei von bitterer Selbstleugnung. Riddel'Thar kniet nicht murmelnd, er tanzt singend! Unser Glauben fußt auf Freude, auf gewissenhafter Hingabe, und auf grinsender Nächstenliebe. Leider wird diese Stärke häufig mit einem Schulterzucken vergessen. Wir lassen unsere Krallen von der Wahrheit rutschen und fragen uns, ob eine „Wahrheit“ überhaupt so wichtig ist. Verehrung und Miteinander werden von der Finsternis verhüllt. Statt wohlverdienter Entspannung herrscht die Trägheit eines Jungen. Unser Geist wird so armselig. Und ein derart schwacher Geist ist die perfekte Beute für die dro-m'Athra.

Amun-dros Katalog der Geister zielt auf die schlimmsten Elemente unseres sorglosen Wesens ab. Beispielsweise wird Mafala die Achtkrallige aufgeführt. Waren die blutigen Schrecken der Sündersuizide denn nicht Beweis genug für ihre finstere Natur? Oder nehmt den Gezeitenkönig Hermorah. Dieses Dokument will uns weismachen, dass Azurah als Freundin durch die feuchten Hallen dieser finsteren Bibliothek streift. Wenn unsere entfernte Mutter dies tut, sollten wir ihr es dann nicht gleichtun? Nein! Denn Khajiit, die den Rat Hermorahs suchen, riskieren ein Schicksal, das schlimmer ist als der Tod. Das Gemurmel aus dem Meer wird einen Geist so sicher zerfetzen wie das stärkste Skooma. Seine salzigen „Wahrheiten“ zerfleddern unseren Sinn für Realität und lassen uns davontreiben, weit weg von Ja-Kha'jay.

Wir müssen uns auch ansehen, wer in diesem Katalog der Geister unerwähnt bleibt. Diese Bücher bieten die rosigsten Beschreibungen bösartiger Wesen, aber was ist mit der liebevollen Mara und dem edlen S'rendarr? Dieser uralte Eiferer Amun-dro erwähnt nicht einmal ihre Namen. Und warum? Weil seine veraltete Theologie keine Zuflucht für einfache Tugenden wie Nächstenliebe, Bescheidenheit und Liebe bietet. Unser geliebter Rid-thar-ri'Datta bot uns mehr als Geschichten von Klanmüttern: Er bot uns Anmut. In einer Welt, die aus den Nähten platzt vor großen Geistern und gewaltigen kosmischen Plänen … wo ruht da ein einfacher Khajiit seine müden Pfoten aus? Der Tanz der Zwei Monde spricht ohne Schnörkel zu uns. Er braucht keine uralten Konflikte, nur einfache Grundsätze, die einen sein Leben gut leben lassen. Am Ende ist ein Leben voller Freude die größte Gabe des Riddel'Thar.

Band III

Thava-ko singt jetzt ein Lied über Riddel'Thar. Lasst diese süßeste Wahrheit auf Thava-kos Zunge ruhen.

Nun denkt Thava-ko an den Pfad.

Amun-dros uralter Katalog der Geister bietet uns kaum mehr als Launen, wenn es um Moral geht. Das überrascht nicht. In Wahrheit hatte die Erleuchtung der Ersten Mähne nur wenig mit den verstaubten Geschichten vergangener Königreiche zu tun. Vor Riddel'Thar arbeiteten Priester und Adepten an der Entschlüsselung der arkanen und ausschweifenden Überlieferungen uralter Propheten. Dabei gewannen sie äußerst wenig aus gewaltigen und verfallenen Archiven. Sie waren wie Perlentaucher! Zahllose hässliche Muscheln mussten sie aufbrechen, in der Hoffnung, darin winzige Schätze zu finden.

Ihr fragt Euch sicher, was bringt es einem Khajiit, sich über derartigen Schriften den Kopf zu zerbrechen? Ihr, die Ihr die Sense schwingt. Ihr, die Ihr den Wagen fahrt. Ihr, die Ihr an der Schmiede arbeitet. Spenden einem diese Geschichten kosmischer Bedeutung Trost in den finstersten Momenten? Wenn Ihr zum Dieb werdet, um ein krankes Kind zu ernähren, oder zuseht, wie Euer Vater Euren Bruder für eine Sünde auspeitscht, die Ihr begangen habt, oder wenn Ihr unter dem Joch ausländischer Unterdrückung ächzt, wie helfen Euch dann diese alten Mythen weiter? Sie erzählen von „Pfaden“ und „Gesetzen“, aber Amun-dros Pfad ist kaum mehr als reiner Gehorsam. Sklavische Hingabe an unsere entfernte Mutter Azurah. Unterwerfung und Respekt für die finstersten Geister des Reichs des Vergessens. Verstrickte, widersprüchliche Tugenden, die uns mit den Barthaaren voran in den klaffenden Schlund Lorkhajs schleudern werden. Amun-dros Welt ist eine Welt des Leids, ein tosender Wirbel von Schicksal und Finsternis, in dem die Khajiit keine eigene Stimme haben, nur Hymnen der Anbetung oder Schreie des Schreckens.

Wie sieht es mit Llesw'er aus? Was ist mit Freude und gutem Essen und ehrlicher Arbeit? Riddel'Thar, wie beschrieben von unserer gesegneten Ersten Mähne, bietet einen wahren Pfad. Besser noch, er ist ein Pfad, den Ihr bereits kennt. Der Tanz der Zwei Monde wirbelt und springt in Eurem Herzen, und das seit dem Augenblick Eurer Geburt. Ihr müsst nicht in die ferne Vergangenheit schauen. Schaut auf das Jetzt und auf den Weg vor Euch: Geht den wahren Pfad mit den Pfoten getreuer Pilger. Nirnis Reichtümer und die Sande des Paradieses sind Euer Geburtsrecht, Mondkind. Legt Amun-dros morbide Geschichten beiseite und lebt ein freudiges Leben, das des Zuckergottes würdig ist!