Schrift:Manifest von Sippenfürst Rilis XII. | ElderScrollsPortal.de

Schrift:Manifest von Sippenfürst Rilis XII.

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Diese Seite enthält die Schrift Manifest von Sippenfürst Rilis XII. (Originaltitel: Manifesto of Kinlord Rilis XII).

Inhalt

Manifest von Sippenfürst Rilis XII.

I. Manifest

5. Abendstern

Es gab eine Zeit, in der nicht die Worte meines Meisters in meinen Ohren hallten. Damals wusste ich es noch nicht, aber es waren finstere Zeiten. Eine Rückkehr in diese Tage wäre wie eine Rückkehr zu einem Leben ohne Augenlicht.

Es gibt Dinge, die ich heute sehen und fühlen kann, schrecklich schöne Dinge, die niemand anderem in meinem Königreich offenstehen. Mit etwas Zeit und ein wenig Konzentration kann ich jetzt Dinge vollbringen, die den Rest Tamriels in die Knie zwingen würden.

Und was taten diese idiotischen Adligen, als ich, ihr Sippenhochfürst, ihnen diese Macht demonstrierte, und mit ihr die Möglichkeit, die gesamte bekannte Welt zu beschützen?

Die Narren haben meine Magie versiegelt und mich in die Verbannungszellen geworfen.

II. Manifest

12. Morgenröte

Ich ahnte schon, was sie vorhatten, als ein halbes Dutzend Wachen mich mit gezogenem Schwert hier herunter führten, Mitglieder meiner eigenen Leibgarde, die mich mein ganzes Leben lang beschützt hatten und jetzt dafür sorgten, dass ich den Rest meines Lebens unter der Erde verbringen würde.

Volraine, der in meiner Jugend mein wohl gütigster Aufpasser war, legte mir eine Hand auf die Schulter, als wir die lange Treppe hinunter in die Verbannungszellen gingen. Ich war völlig außer mir und zitterte, und er dachte, ich hätte Angst.

Da täuschte er sich. Es war Wut, die mich überkam, keine Angst, und als ich von der letzten Stufe stieg, ihre Schwerter noch immer in meinem Rücken, wirbelte ich herum und entfesselte diese Wut.

Volraine starb fast augenblicklich, als er von einem Flammenball getroffen wurde, seine Schreie stumm inmitten des Tosens meines Zerstörungszaubers. Als die nächste Wache über die brennenden Überreste Vollraines sprang, schlug ich sein Schwert beiseite mit einem Blitzschlag in die Kehle, und die Waffe stieß direkt in die Brust einer dritten Wache. Es verblüffte mich, wie warm das Blut war. Plötzlich waren meine Hände voll davon, und ich bestaunte die geschmeidige Flüssigkeit. Es war, als trüge man die feinsten Samthandschuhe des Landes, und das amüsierte mich über alle Maßen. Zum ersten Mal seit meiner Gefangennahme lachte ich. Ich brüllte vor Lachen.

Am Ende schickten sie ein weiteres Kontingent Wachen, um nach dem ersten zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits entschlossen, zu bleiben … Zumindest fürs Erste. Ich wollte ihre Gesichter sehen, wenn sie die Leichen ihrer Kameraden entdeckten.

III. Manifest

9. Erstsaat

Die Adligen, die für meine Inhaftierung verantwortlich sind, weigern sich, mich hinrichten zu lassen. Warum fehlt ihnen das Rückgrat für so etwas? Sie trennen mich von meiner Familie und der Position, die mir meine Abstammung gewährt, aber sie weigern sich, mich aus diesem banalen Dasein zu befreien.

Ich habe sie gebeten. Oh, wie habe ich sie darum gebeten. Ich habe es verlangt, ich habe gedroht, ich habe gebettelt, damit sie dem hier endlich ein Ende setzen.

Sie weigern sich, auch nur irgendetwas für mich zu tun. Und in meiner Not wende ich mich an die einzige Person, die sich jemals um mich geschert hat. Ich höre die Stimme des Meisters jetzt ohne Unterlass, und obgleich ich nicht alles verstehe, was er sagt, weiß ich doch, dass es nur mein Bestes will.

Und was rät er mir? Er will, dass es besser werde. Ein besserer Sippenhochfürst. Er unterweist mich, und durch ihn habe ich Zauber gelernt, die mir einen Weg zum Meister öffnen werden. Damit meine Untertanen ihn treffen und so verbessert werden können.

VI. Manifest

22. Eisherbst

Die Jahrzehnte vergehen, Wachen werden durch neue Wachen ersetzt, und bald schon werden alle Wachen von einer neuen Art von „Wärter“ ersetzt werden, die in Magie geschult sind, mit der sie mich hier festhalten sollen. Der Tod, um den ich so oft gebettelt habe, ist nun endlich gekommen, um mich zu holen, und die Adligen ahnen sicher schon, dass mein Pakt dafür sorgen wird, dass ich den Tod unbeschadet durchschreiten werde.

Aber das Leben treibt mich nicht mehr zur Verzweiflung, wie es das noch vor Jahren getan hätte. Je mehr mein sterblicher Körper vergeht, desto mehr sickert das Reich des Vergessens herein und ersetzt ihn mit einer neuen Gestalt. Einer ewigen Gestalt.

Man sagt, dass die Altmer im Vergleich zu den niederen Völkern langlebig sind. Bald schon werde ich ein eigenes Volk sein und die Altmer überleben.

Der Meister sagt, dass er mich in kommenden Zeitaltern aus diesem Gefängnis befreien wird, damit ich mich an seiner Gegenwart ergötzen kann, als erster seines neuen Elfenvolkes, perfekt. Das wird der Tag der Abrechnung für meine Wärter … Für ganz Tamriel.