| Annalen der Drachenwache | |
|---|---|
| Autor | Bruder Annulus (Kompilator) |
| Art | Buch |
| Genre | Chronik |
Annalen der Drachenwache (engl. Annals of the Dragonguard) ist eine auszugsweise Chronik der Drachenwache, die die Jahre 2800 bis 2819 der Zweiten Ära behandelt. Der Text wurde im Jahr 2Ä 568 von Bruder Annulus aus den Originalannalen im Tempel der Himmelszuflucht übertragen und bietet einen seltenen Einblick in das Selbstverständnis, die Loyalitätskonflikte und die letzten großen Unternehmungen des Ordens in Himmelsrand.
Inhalt
Zusammenfassung
Die Annalen dokumentieren die zunehmende Entfremdung zwischen der Drachenwache, dem Remanischen Kaiserreich und der Bevölkerung Himmelsrands. Zugleich schildern sie die Errichtung von Alduins Mauer als zentrales Vermächtnis des Ordens für kommende Generationen.
Inhaltsangabe
Die Chronik setzt im Jahr 2801 ein, als Kaiser Kastav die Drachenwache anweist, Geiseln aus Markarth und Hrol'dan zu nehmen, um die Rekrutierungsquoten der Jarls zu sichern. Die Meisterin des Tempels protestiert offiziell gegen diese Praxis, bleibt jedoch erfolglos. Obwohl die Geiseln faktisch wie Altardiener behandelt werden, verschlechtert diese Maßnahme das Verhältnis zur lokalen Bevölkerung erheblich.
2804 weigert sich die Meisterin, die Drachenwache zur Niederschlagung der Rebellion von Winterfeste einzusetzen. Sie betrachtet den Befehl als Bruch des Treueids des Ordens. Als Reaktion lässt der Kaiser die Versorgung des Tempels einstellen, doch die Drachenwache sichert ihr Überleben durch Abkommen mit den Bewohnern des Reik.
Im folgenden Jahr wird der Tempel belagert, nachdem der Akaviri Kalien Winterfeste verwüstet hat. Obwohl er nie Mitglied der Drachenwache war, wird die gesamte Akaviri-Gemeinschaft für seine Taten verantwortlich gemacht. Die jahrelangen Bemühungen des Ordens, Vertrauen in Himmelsrand aufzubauen, erweisen sich als vergeblich.
2806 endet die Belagerung mit der Thronbesteigung von Reman II.. Die Drachenwache stellt die Ehrenwache bei seinem ersten Besuch in Himmelsrand, was das Ansehen des Tempels vorübergehend stärkt.
In den Jahren danach mehren sich Berichte über Drachen im Osten. Mehrere Expeditionen bleiben erfolglos, da die Kreaturen fliehen. Diese Sichtungen verstärken jedoch die Überzeugung des Ordens, dass seine Aufgabe noch nicht erfüllt ist.
2812 erhält die Drachenwache die kaiserliche Genehmigung, mit dem Bau von Alduins Mauer zu beginnen. Handwerker aus dem gesamten Kaiserreich reisen an, arbeiten jedoch unter strenger Aufsicht der Meisterin, die mehrere wegen Inkompetenz oder Eitelkeit entlässt. Der Bau verzögert sich, doch Kompromisse werden bewusst vermieden.
2815 besucht der Großmeister den Tempel und zeigt sich trotz Kritik an den Kosten tief beeindruckt vom Fortschritt der Mauer. Er überreicht eine kaiserliche Requisitionsurkunde, die weitere Verzögerungen verhindert.
Das Jahr 2818 markiert den Höhepunkt der Chronik: Alduins Mauer wird vollendet, ein Drache wird erfolgreich aufgespürt und getötet, und Kaiser Reman II. weiht das Monument persönlich ein. Das Blutsiegel wird in Anwesenheit aller Drachenwächter Himmelsrands geweiht und besiegelt die spirituelle und historische Bedeutung des Bauwerks.
Analyse
Die Annalen der Drachenwache sind keine neutrale Reichschronik, sondern ein Ordensdokument, das Loyalität, Pflichtbewusstsein und moralische Standfestigkeit betont. Auffällig ist der wiederkehrende Konflikt zwischen kaiserlicher Autorität und dem eigenen Ehrenkodex der Drachenwache, der mehrfach zur offenen Befehlsverweigerung führt.
Der Text zeigt die Drachenwache als zunehmend isolierte Institution, die zwischen politischem Druck, ethnischen Spannungen und ihrem ursprünglichen Auftrag aufgerieben wird. Die Akaviri Herkunft des Ordens wird zunehmend zur Belastung, da äußere Taten Einzelner auf die Gemeinschaft zurückfallen.
Alduins Mauer erscheint als bewusster Akt der Selbstvergewisserung. Sie ist weniger ein militärisches Bauwerk als ein symbolisches Vermächtnis, geschaffen für eine Zukunft, in der der Orden selbst womöglich nicht mehr existiert. In diesem Sinne lesen sich die Annalen auch als Abschiedsdokument einer Organisation, die ihre Bedeutung schwinden sieht, aber an ihrer Aufgabe festhält.