Plan zum Sieg über Dagoth Ur

Schrift · 1 Spiel
Schriftensammlung
Lore-Text
Plan zum Sieg über Dagoth Ur
Englisch
Plan to Defeat Dagoth Ur
Autor
Vivec
Art
Sonstige
In der Schriftensammlung
Plan zum Sieg über Dagoth Ur
Zum Text
Autor Vivec
Art Buch
Genre Strategische Denkschrift

Plan zum Sieg über Dagoth Ur (engl. Plan to Defeat Dagoth Ur) ist eine von Vivec im Namen des Tribunals verfasste Denkschrift, die dem Nerevarinen einen Feldzug gegen Dagoth Ur und die Auflösung seiner Verbindung zum Herz von Lorkhan darlegt. Sie erläutert die Rückgewinnung und Verwendung von Kagrenacs Werkzeugen sowie das damit verbundene Risiko, auch die göttliche Macht des Tribunals zu verlieren.

Inhalt

Ausgangslage und Feldzugsplan

Vivec erklärt, dass das Tribunal seit zwanzig Jahren erfolglos versucht habe, den Plan umzusetzen. Die gleichzeitige Verteidigung des Geisterwalls habe seine Kräfte gebunden. Der Nerevarine soll nun den Angriff übernehmen, während das Tribunal den Wall sichert. Erschwert wird das Vorhaben durch Dagoth Urs wachsende Stärke und den Verlust zweier Werkzeuge.

Der Feldzug ist in fünf Phasen gegliedert:

  1. Überraschungsangriffe innerhalb des Geisterwalls, um das Gebiet und den Gegner kennenzulernen.
  2. Überfälle auf die Aschenvampire, um Dagoth Urs Unterstützung zu schwächen und ihre verzauberten Gegenstände zu erbeuten.
  3. Ein Angriff auf Vemynal, die Überwindung Dagoth Vemyns und die Rückgewinnung von Seelendonner.
  4. Ein Angriff auf Odrosal, die Überwindung Dagoth Odros’ und die Rückgewinnung von Seelenklinge.
  5. Der Vorstoß in die Zitadelle Dagoth, um mithilfe der beiden Waffen und des Seelenschutzes Dagoth Urs Verbindung zum Herzen zu lösen.

Das Tribunal, die Ordinatoren und die Kriegswappenträger sollen Karten und Lageberichte bereitstellen. Vivec empfiehlt ein schrittweises Vorgehen mit ausreichender Versorgung und Vorbereitung. Den früheren Versuch eines unmittelbaren Angriffs auf Dagoth Urs Zitadelle beurteilt er rückblickend als Fehler.

Das Herz und Kagrenacs Werkzeuge

Vivec schildert die Entdeckung des Herzens durch die Dwemer und die Herstellung der Werkzeuge durch Kagrenac. Seiner Darstellung zufolge experimentierte Dagoth Ur nach der entscheidenden Schlacht während Nerevars Abwesenheit am Herzen, wurde korrumpiert und musste vertrieben werden.

Das spätere Tribunal nahm die Werkzeuge an sich. Nachdem Sotha Sil ihre Geheimnisse entschlüsselt hatte, verbanden sich die drei mit dem Herzen und erlangten Göttlichkeit. Dagoth Ur habe ebenfalls eine Verbindung hergestellt, allerdings ohne die Werkzeuge; wie ihm dies gelang, bleibt laut Vivec ungeklärt.

Der vorgesehene Angriff soll Kagrenacs Verzauberungen am Herzen auflösen. Damit würden sowohl Dagoth Ur und seine verbliebenen Herzkrieger als auch das Tribunal ihre Verbindung zu dessen Macht verlieren. Vivec erklärt den möglichen Verlust der Göttlichkeit und den Tod der Tribunalsmitglieder zu einem notwendigen Risiko. Zugleich erwartet er, dadurch die Pest über Morrowind zu beenden.

Durchführung und Vorsichtsmaßnahmen

Der Träger des Seelenschutzes soll das Herz zunächst mit Seelendonner und anschließend wiederholt mit Seelenklinge schlagen. Anders als bei der Erlangung göttlicher Macht sollen die erzeugten Klangfolgen nicht auf den Anwender übertragen, sondern destabilisiert werden, bis Kagrenacs Verzauberungen zerfallen. Die geheimen Rituale zur eigenen Vergöttlichung werden ausdrücklich vorenthalten.

Vivec warnt davor, Seelendonner oder Seelenklinge ohne den schützenden Handschuh zu verwenden. Ebenso müsse verhindert werden, dass Dagoth Ur den Seelenschutz erhält. Für den Fall drohender Gefangennahme oder des Todes empfiehlt er die Vorbereitung einer magischen Flucht.

Täuschung und Entscheidungsfreiheit

Das Überraschungsmoment beruht nach Vivecs Einschätzung darauf, dass Dagoth Ur keinen freiwilligen Verzicht auf die Macht des Herzens erwartet. Er werde vielmehr annehmen, der Nerevarine wolle diese Macht selbst erringen oder innerhalb des Hauses Dagoth aufsteigen.

Eine vorgetäuschte Bereitschaft zum Bündnis hält Vivec für möglich, aber gefährlich, da Dagoth Ur selbst mit Verrat rechne. Abschließend überlässt er dem Nerevarinen die Entscheidung über das Vorgehen und bietet weitere Beratung an. Sollte das Tribunal eine erfolgreiche Durchführung nicht überleben, sollen die Erlebnisse den Bewohnern Morrowinds überliefert werden.

Analyse

Die Denkschrift verbindet militärische Vorbereitung mit einer Erklärung der magischen Grundlagen des Konflikts. Ihr entscheidender Gedanke ist, Dagoth Ur durch die Auflösung seiner Machtquelle verwundbar zu machen. Das schrittweise Vorgehen soll zugleich seine Verteidigung schwächen und seine Erwartungen über das eigentliche Ziel des Angriffs täuschen.

Vivec räumt frühere Fehlschläge und die gemeinsame Abhängigkeit Dagoth Urs und des Tribunals vom Herzen ein. Seine Darstellung der damaligen Ereignisse bleibt jedoch diejenige eines selbst Beteiligten. Bemerkenswert ist außerdem, dass er dem Nerevarinen einerseits eigenes Urteilsvermögen zugesteht, andererseits das Wissen zur Erlangung göttlicher Macht ausdrücklich vorenthält.

Eine Textstelle spricht nach der geplanten Trennung vom Herzen von einem „sterblichen Kagrenac“. Im Zusammenhang der Ausführungen dürfte damit Dagoth Ur gemeint sein; Kagrenac ist nicht das Ziel des beschriebenen Feldzugs.

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