CD FAUN – TOTEM
VÖ 2.3.2007
Fast 2 Jahre nach dem Release der letzten FAUN CD "RENAISSANCE" (April 05) wird am
2.3.07 das neue Album "TOTEM" erscheinen.
"TOTEM" widmet sich thematisch dem Überwinden von Abgründen, wie auch der Kraft der Visionen.
"TOTEM" ist das wohl bisher düsterste Werk von FAUN.
Die größtenteils eigenen, deutschen Texte entführen in mittelalterliche, mystische Klanglandschaften und lassen Bilder voller Anmut und Magie vor dem inneren Auge erscheinen.
Ein "TOTEM" ist ein Gegenstand, Krafttier oder Ahne der einem in der Geister- wie auch in der realen Welt als zauberischer Helfer zur Seite steht.
Ein Falke kann ein mächtiger Verbündeter auf der schamanischen Reise sein.
In der alchemistischen Lehre verschlingt Saturnus die Menschen und treibt sie in die erkenntnisreiche Nacht. Der ägyptische Gott Horus hat einen Falkenkopf statt einem menschlichen Haupt, um an die Schwingen seiner Mutter Isis zu erinnern, die mit diesen ihren Mann Osiris von den Toten aufzuwecken vermochte.
FAUN entführen den Hörer auf "TOTEM" einmal mehr in die Welt der Legenden und Mythen, dabei gelingt es dem Münchner Ensemble scheinbar mühelos die Verschmelzung von mittelalterlichen Instrumenten, filigranen Gesängen und archaischen, treibenden Beats in einem bisher unerreichtem Maß zur Vollendung zu bringen.
Allein durch das aufwendige 6-seitige Digipack und das kunstvoll illustrierte 32-seitige Booklet, setzt sich "TOTEM" von den schnelllebigen Massenfabrikationen unserer Zeit ab und wird auch wie die Vorgängeralben ("LICHT" Orkus – CD des Monats / ZILLO – Newcomer des Monats / "RENAISSANCE" Orkus – Act des Monats), eine Genre übergreifende Anhängerschar zu begeistern wissen.
"TOTEM" erscheint am 2.3.2007 auf dem deutschen Markt via Rough Trade / Curzweyhl
und auf dem amerikanischen Markt via Dancing Ferret.
Ab dem 2.3.2007 erscheint "TOTEM" in CD Geschäften in Deutschland (nicht im Online Vertrieb)
ebenfalls in einer auf 1500 Stk. limitierten "Limited Edition" mit 1 Bonustrack & extra aufwändigem Digipack. Tracklist
1. Rad
2. 2 Falken
3. Sieben
4. November
5. Tinta
6. Unicorne
7. Karuna
8. Gaia
9. Zeit nach dem Sturm
10. Der stille Grund
Die erste Rezension von "FAUN TOTEM"
Die Unerträglichkeit unerwiderten Sehnens
Wer versteht es, mittelalterliche Elemente in "zeitgemäße" Musik einzuflechten und damit auch noch seiner Zeit voraus zu sein? Faun tun das. Und sie haben mit ihrer ganz eigenen Art, Musik zu machen, bereits ein großes Publikum verführt. Nun steht der Release von Totem an. Das Album nimmt den Hörer mit auf eine mystische Reise. Eine Reise durch das Tal der Sagen und Legenden, durch die Steppe des unerwiderten Sehnens und die Wüste der verwundeten Herzen. Eine Reise voller Anmut, Schwermut und unerwarteten Momenten.
Können Harfe, Percussions und Elektronik zu einer vollkommenen Einheit verschmelzen? Passen treibende Beats mit zarten Klängen, anmutigen Stimmen und tiefsinnigen Texten zusammen? Und wie sie das tun!
Mit dem Lied 2 Falken liefern Faun den Beweis dafür, dass sich mittelalterliche Elemente und Elektronik nicht ausschließen. Der Song ist für Faun überraschend „anders“. Niel tobt sich an seinem Computer aus, während Lisa ihrer Liebe grünes Grab besingt. Neben der unerwartet elektronischen Ausrichtung besticht das Lied durch einen tiefsinnigen Text, der, wie fast alle deutschen Texte auf Totem, aus der Feder Oliver S.Tyrs stammt. 2 Falken ist das überraschende Moment auf Totem und so genial wie jeder einzelne Klang auf dem Album!
Totem beginnt mit dem Song Rad, der fast schon etwas Beschwörendes hat. Man fühlt förmlich, wie Schamanen und Feen Zaubersprüche murmelnd im Kreis um ein Feuer tanzen. Dann heben sich die 2 Falken über einen Abgrund, eine Tiefe, die zwei Liebende nicht mehr trägt, empor, um rote Tropfen zu vergießen. Für mich ist 2 Falken der stärkste Song auf Totem. Vielleicht, weil so unverhofft „anders“. Aber auch, weil die Tiefe des Textes stark berührt. Es folgt das Lied Sieben, ein Zwiegesang von Oli und Lisa und Fiona, ein Lied, das von unerwidertem Sehnen erzählt. Und mit November ist Oliver S.Tyr wohl endgültig in die Riege der düster-melancholischen Texter eingetreten. Ein leises Lied voller Wehmut und der Erkenntnis, dass das, worauf man wartet, bereits hier ist…
Tinta könnte man als typisches Faun-Lied bezeichnen: Lisa und Fiona singen in Spanisch und der Einsatz von mittelalterlichen Instrumenten kommt auch nicht zu kurz. Altfranzösisch und nur mit Lisa geht es weiter bei Unicorne. Sehr ruhig, sehr getragen und sehr sehr schwelgerisch. Das Lied kündet von der Unerträglichkeit unerfüllter Liebe.
Um die Stimmung dann wieder ein wenig aufzuhellen, trägt das Instrumentalstück Karuna bei. Und eine altgriechische Beschwörung der Mutter Erde wird mit Gaia vorgenommen. Instrumental sehr zurückhaltend beginnend und durch den leisen aber steten Männerchor, der an Mönchsgesang erinnert, heißt das Lied willkommen in Homers Welt.
Dann kommt die Zeit nach dem Sturm, ein Lied von und mit Oliver S.Tyr und mit einem Refrain, der durch seine kraftvolle instrumentelle Begleitung überrascht. Vielleicht hat Oli bei seinem letzten Interview auf Seelendiebstahl an dieses Lied gedacht, als er von der künftigen Demonstration musikalischer Härte sprach? Der stille Grund ist ein A-cappella-Stück, das von Lisa und Fiona gesungen wird und das sowohl in seiner musikalischen Ausführung als auch tatsächlich Totem verhallen lässt.
Mit Totem haben Faun ein Album geschaffen, das sich von seinen Vorgängern deutlich abhebt und das von einer eindeutigen Weiterentwicklung der Band kündet. Totem ist so abwechslungsreich wie überraschend und überzeugt gerade wegen der musikalischen Vielfalt, die die Band auf dem Album aufzeigt. Bemerkenswert sind auch die Texte Olivers S.Tyrs, die von tiefem Argwohn verschmolzen mit der Suche nach dem „richtigen Weg“ im Leben gekennzeichnet sind. Totem ist sicherlich Fauns düsteres Album. Aber es ist auch (vielleicht gerade deshalb) ihr genialstes!
Wer Faun kennt, wird Totem lieben.
Wer Faun nicht kennt, wird dank Totem Faun lieben.
von Daniela Mühlbauer /
www.seelendiebstahl.de