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| | |Name = Ein Tanz im Feuer | ||
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'''Ein Tanz im Feuer''' ist ein | '''Ein Tanz im Feuer''' (engl. ''A Dance in Fire'') ist ein mehrbändiger Roman von [[Waughin Jarth]] über den Büroangestellten Decumus Scotti, der unfreiwillig in die Wirren eines Krieges in [[Valenwald]] gerät. Der Text verbindet Abenteuer, Satire und Gesellschaftskritik, indem er einen unscheinbaren Verwaltungsbeamten durch eine Reihe grotesker und gefährlicher Erlebnisse schickt. | ||
Die Reihe erzählt die Vorgeschichte zum [[Argonischer Bericht|Argonischen Bericht]] desselben Autors. | |||
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===Band I=== | === Zusammenfassung === | ||
Der Roman beginnt in der [[Kaiserstadt]], wo Decumus Scotti seine Stellung bei der Atrius-Baubehörde verliert. Ein Brief seines früheren Kollegen Liodes Jurus lockt ihn nach [[Valenwald]], wo nach dem Krieg mit [[Elsweyr]] große Gewinne beim Wiederaufbau zu erwarten seien. Scotti macht sich auf den Weg, wird jedoch schon auf der Reise von Überfällen, Verlusten und Missgeschicken heimgesucht. | |||
In Valenwald gerät Scotti immer tiefer in ein Chaos aus Krieg, Plünderungen und fremdartigen bosmerischen Sitten. Er erlebt Überfälle durch [[Cathay-raht]], Angriffe der [[Khajiit]], die Schrecken der Wilden Jagd, Hunger, Flucht und eine mühselige Wanderung durch den Dschungel. Dabei verliert er fast alles und trifft seinen vermeintlichen Geschäftspartner Jurus lange Zeit nicht. Erst in [[Silvenar]] findet er ihn wieder, wo Jurus und sein bosmerischer Partner Basth versuchen, mit zweifelhaften Methoden lukrative Bauverträge für den Wiederaufbau Valenwalds zu sichern. | |||
Schließlich gelingt es Scotti, den [[Silvenar]] zum Unterzeichnen der Verträge zu bewegen. Nach seiner Rückkehr in die Kaiserstadt werden die Bauaufträge zwischen konkurrierenden Baubehörden ausgehandelt, während die Lage in Valenwald sich weiter verschlechtert. Am Ende stellt sich heraus, dass die „Ehre“, welche der Silvenar Jurus und Basth verliehen hat, in Wahrheit eine makabre bosmerische Form der Verwertung bedeutet: Beim abschließenden Festmahl wird Scotti klar, dass das servierte „Unthrappa“ aus seinen ehemaligen Geschäftspartnern besteht. | |||
=== Inhaltsangabe === | |||
====Band I==== | |||
Am 7. [[Eisherbst]] in Jahr [[3Ä 397]] wird Decumus Scotti aus der Atrius-Baukommission entlassen, da diese sich unter Konkurrenzdruck effizienter strukturieren muss und Scotti zu den "am wenigsten produktiven" gehört. Da bekommt er einen Brief von Liodes Jurus, einem ehemaligen Mitglied der Komission, der ihm anbietet, mit ihm in [[Valenwald]], dass durch den [[Fünfjähriger Krieg|Fünfjährigen Krieg]] geschädigt ist, neue Bauaufträge zu suchen. Scotti entscheidet sich, nach [[Valenwald]] zu reisen, stiehlt aus der Baukomission mehrere Blankoverträge und reserviert einen Platz in einer Karawane. | Am 7. [[Eisherbst]] in Jahr [[3Ä 397]] wird Decumus Scotti aus der Atrius-Baukommission entlassen, da diese sich unter Konkurrenzdruck effizienter strukturieren muss und Scotti zu den "am wenigsten produktiven" gehört. Da bekommt er einen Brief von Liodes Jurus, einem ehemaligen Mitglied der Komission, der ihm anbietet, mit ihm in [[Valenwald]], dass durch den [[Fünfjähriger Krieg|Fünfjährigen Krieg]] geschädigt ist, neue Bauaufträge zu suchen. Scotti entscheidet sich, nach [[Valenwald]] zu reisen, stiehlt aus der Baukomission mehrere Blankoverträge und reserviert einen Platz in einer Karawane. | ||
Auf dem Weg nach [[Valenwald]] lernt er in der Karawane den Dichter und Übersetzer von alter [[Bosmer|bosmerischer]] Literatur Gryf Mallon kennen, der ihn mit seinem ununterbrochenem Gerede über Gedichte nervt. An der Grenze zu [[Valenwald]] werden sie von [[Cathay-Raht]], einer Art der [[Khajiit]] überfallen und ausgeraubt. | Auf dem Weg nach [[Valenwald]] lernt er in der Karawane den Dichter und Übersetzer von alter [[Bosmer|bosmerischer]] Literatur Gryf Mallon kennen, der ihn mit seinem ununterbrochenem Gerede über Gedichte nervt. An der Grenze zu [[Valenwald]] werden sie von [[Cathay-Raht]], einer Art der [[Khajiit]] überfallen und ausgeraubt. | ||
===Band II=== | ====Band II==== | ||
Nach dem Angriff hat Scotti bis auf etwas Geld alles verloren, was er besaß. Eine Gruppe von [[Bosmer]]n findet die Gruppe und führt sie nach [[Falinesti]]. Gryf muss zurückbleiben, da er den verlangten Preis nicht zahlen kann. | Nach dem Angriff hat Scotti bis auf etwas Geld alles verloren, was er besaß. Eine Gruppe von [[Bosmer]]n findet die Gruppe und führt sie nach [[Falinesti]]. Gryf muss zurückbleiben, da er den verlangten Preis nicht zahlen kann. | ||
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In Mutter Pascosts Taverne erhält er einen Brief von Jurus. | In Mutter Pascosts Taverne erhält er einen Brief von Jurus. | ||
===Band III=== | ====Band III==== | ||
Scotti liest den Brief von Liodes Jurus, in welchem er erfährt, dass Jurus zu einem Dorf namens [[Athay ]] gereist ist. Der Ort hatte im Krieg große Schäden erlitten, an welchen er nun verdienen will. Nachdem Scotti seine Zweifel, ob er sein Abenteuer nicht doch lieber abbrechen sollte, zur Seite geschoben hat, macht er sich auf den Weg. Er findet eine Mitfahrgelegenheit bei Kapitän Balfix, einem ehemaligen Piraten, der als Schmuggler tätig war und ein vermutlich gestohlenes Boot besitzt. | Scotti liest den Brief von Liodes Jurus, in welchem er erfährt, dass Jurus zu einem Dorf namens [[Athay ]] gereist ist. Der Ort hatte im Krieg große Schäden erlitten, an welchen er nun verdienen will. Nachdem Scotti seine Zweifel, ob er sein Abenteuer nicht doch lieber abbrechen sollte, zur Seite geschoben hat, macht er sich auf den Weg. Er findet eine Mitfahrgelegenheit bei Kapitän Balfix, einem ehemaligen Piraten, der als Schmuggler tätig war und ein vermutlich gestohlenes Boot besitzt. | ||
Doch als sie sich [[Athay]] nähren, sehen sie, dass der Ort von den [[Khajiit]]en Angegriffen wird. Das Boot wird vom Ufer unter Beschuss genommen und versenkt, wobei Kapitän Balfix ertrinkt. Scotti kann sich zu bosmerischen Flüchtlingen auf einer Felseninsel retten, die ihm anbieten, sie nach [[Vindisi]] zu begleiten, wohin auch viele Cyrodiil flohen. Unter diesen könnte sich auch Liodes Jurus befinden | Doch als sie sich [[Athay]] nähren, sehen sie, dass der Ort von den [[Khajiit]]en Angegriffen wird. Das Boot wird vom Ufer unter Beschuss genommen und versenkt, wobei Kapitän Balfix ertrinkt. Scotti kann sich zu bosmerischen Flüchtlingen auf einer Felseninsel retten, die ihm anbieten, sie nach [[Vindisi]] zu begleiten, wohin auch viele Cyrodiil flohen. Unter diesen könnte sich auch Liodes Jurus befinden | ||
===Band IV=== | ====Band IV==== | ||
Scotti macht sich mit den Bosmern auf den Weg nach [[Vindisi]], wobei sie von den [[Khajiit]]en verfolgt werden. In dem Dorf haben sich die Bosmer in einem Tempelbaum versammelt. Scotti darf ihn jedoch nicht betreten und gesellt sich daher zu einigen Anderen, die ebenfalls keine Bosmer sind. | Scotti macht sich mit den Bosmern auf den Weg nach [[Vindisi]], wobei sie von den [[Khajiit]]en verfolgt werden. In dem Dorf haben sich die Bosmer in einem Tempelbaum versammelt. Scotti darf ihn jedoch nicht betreten und gesellt sich daher zu einigen Anderen, die ebenfalls keine Bosmer sind. | ||
Im Gespräch mit einem Kaiserlichen namens Reglius findet Scotti heraus, dass Jurus tot ist. Dieser hatte Reglius unter dem selben Vorwand wie Scotti nach [[Valenwald]] gerufen. | Im Gespräch mit einem Kaiserlichen namens Reglius findet Scotti heraus, dass Jurus tot ist. Dieser hatte Reglius unter dem selben Vorwand wie Scotti nach [[Valenwald]] gerufen. | ||
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Die Bosmer haben inzwischen die [[Wilde Jagd]] ausgelöst und zerfleischen alle in dem Tal, in dem Vindisi kiegt, auf. Die [[Khajiit]]en schließ jedoch den Taleingang, worauf die Bosmer sich gegenseitig fressen. | Die Bosmer haben inzwischen die [[Wilde Jagd]] ausgelöst und zerfleischen alle in dem Tal, in dem Vindisi kiegt, auf. Die [[Khajiit]]en schließ jedoch den Taleingang, worauf die Bosmer sich gegenseitig fressen. | ||
===Band V=== | ====Band V==== | ||
Scotti kämpft sich alleine durch den Wald und kommt zu einem zerstörten Dorf am Fluss [[Xylo]]. Dort wird er von einem vorbeifahrenden Schiff mitgenommen, auf dem sich auch Gryf Mallon befindet. Das Schiff fährt bis nach [[Silvenar]]. Scotti mietet sich ein Zimmer in der teuersten Herberge der Stadt, wo er auf Liodes Jurus trifft, der inzwischen ziemlich dick geworden ist. | Scotti kämpft sich alleine durch den Wald und kommt zu einem zerstörten Dorf am Fluss [[Xylo]]. Dort wird er von einem vorbeifahrenden Schiff mitgenommen, auf dem sich auch Gryf Mallon befindet. Das Schiff fährt bis nach [[Silvenar]]. Scotti mietet sich ein Zimmer in der teuersten Herberge der Stadt, wo er auf Liodes Jurus trifft, der inzwischen ziemlich dick geworden ist. | ||
===Band VI=== | ====Band VI==== | ||
Jurus und Scotti erzählen sich, was sie bisher erlebt haben. Gemeinsam Planen sie, wie sie sich beim Treffen mit dem Silvenar, den Herrscher von Valenwald, verhalten sollen. Am nächsetn Morgen gehen sie zu der Audienz, doch der Sivenar möchte nur mit Scotti sprechen. Der schaft es alleine, dass der Herrsche alle verträge unterzeichnet, außerdem bekommt er sicheres Geleit nach [[Cyrodiil]] zugesprochen, da die Grenzen wegen des Krieges geschlossen wurden. Jurus ist begeister, dass Scotti die Verträge schließen konnte. | Jurus und Scotti erzählen sich, was sie bisher erlebt haben. Gemeinsam Planen sie, wie sie sich beim Treffen mit dem Silvenar, den Herrscher von Valenwald, verhalten sollen. Am nächsetn Morgen gehen sie zu der Audienz, doch der Sivenar möchte nur mit Scotti sprechen. Der schaft es alleine, dass der Herrsche alle verträge unterzeichnet, außerdem bekommt er sicheres Geleit nach [[Cyrodiil]] zugesprochen, da die Grenzen wegen des Krieges geschlossen wurden. Jurus ist begeister, dass Scotti die Verträge schließen konnte. | ||
===Band VII=== | ====Band VII==== | ||
Am Abend findet ein Festessen statt, bei dem sich Scotti mit [[Rotmeth]] betrinkt. Daraufhin erzählt er einigen Diplomaten, dass er kein Repräsentant des Kaisers ist und aus der Baubehörde entlassen wurde. Am nächsten Morgen reist er zurück nach [[Cyrodiil]]. Jurus bleibt in [[Silvenar]] und wurde vom Herrscher zum [[Undrape]] ernannt, was er für einen Ehrentitel hält. | Am Abend findet ein Festessen statt, bei dem sich Scotti mit [[Rotmeth]] betrinkt. Daraufhin erzählt er einigen Diplomaten, dass er kein Repräsentant des Kaisers ist und aus der Baubehörde entlassen wurde. Am nächsten Morgen reist er zurück nach [[Cyrodiil]]. Jurus bleibt in [[Silvenar]] und wurde vom Herrscher zum [[Undrape]] ernannt, was er für einen Ehrentitel hält. | ||
Zurück in der Kaiserstadt wird Scotti sowohl von Fürst Vanech als auch von Fürst Atrius umworben, die beide die von Scotti abgeschlossenen Verträge für ihre Baukomission wollen. Atrius wird jedoch von der [[Dunklen Bruderschaft]] ermordet und Vanech bekommt den Zuschlag. Bei dem Festessen zum Abschluss der Verträge wird eine Fleischscheibe namens [[Undrape]] serviert, die ein Geschenk aus [[Valenwald]] war. Es besteht aus dem Fleisch von Jurus, was jedoch außer Scotti keiner weiß. | Zurück in der Kaiserstadt wird Scotti sowohl von Fürst Vanech als auch von Fürst Atrius umworben, die beide die von Scotti abgeschlossenen Verträge für ihre Baukomission wollen. Atrius wird jedoch von der [[Dunklen Bruderschaft]] ermordet und Vanech bekommt den Zuschlag. Bei dem Festessen zum Abschluss der Verträge wird eine Fleischscheibe namens [[Undrape]] serviert, die ein Geschenk aus [[Valenwald]] war. Es besteht aus dem Fleisch von Jurus, was jedoch außer Scotti keiner weiß. | ||
== Analyse == | |||
Der Roman ist eine satirische Abenteuergeschichte, deren zentrale Wirkung aus dem Kontrast zwischen ihrem Helden und der Welt um ihn herum entsteht. Decumus Scotti ist kein Krieger, Held oder Gelehrter, sondern ein kleinlicher, vorsichtiger Büroangestellter. Gerade diese Ungeeignetheit macht ihn zur idealen Figur, um die Absurditäten des Krieges, des Kolonialhandels und der bürokratischen Selbsttäuschung bloßzulegen. | |||
Ein zentrales Thema des Romans ist die Kollision zwischen imperialer Verwaltungslogik und der Wirklichkeit Valenwalds. Scotti reist mit Verträgen, Formularen und Geschäftsplänen in eine Provinz, die von Krieg, kultureller Fremdheit und unberechenbarer Gewalt geprägt ist. Immer wieder versucht er, seine Erfahrungen in bekannte Begriffe von Ordnung, Zuständigkeit und Verhandlung zu fassen, doch die Ereignisse entziehen sich diesem Denken. Gerade daraus entsteht der satirische Kern: Die Sprache von Bauaufträgen und Geschäftsmöglichkeiten wirkt grotesk angesichts von Überfällen, Flucht, Kannibalismus und Massenvernichtung. | |||
Zugleich ist der Roman eine scharfe Kritik an imperialem Opportunismus. Der Wiederaufbau zerstörter Gebiete erscheint nie als humanitäres Anliegen, sondern stets als wirtschaftliche Gelegenheit. Scotti, Jurus, Atrius und Vanech interessieren sich für Valenwald vor allem als Quelle von Aufträgen und Gewinnen. Selbst der Krieg wird vor allem unter dem Gesichtspunkt verwaltbarer Verträge betrachtet. Dass die Provinz währenddessen weiter leidet, bildet den moralischen Hintergrund der Handlung. | |||
Auch die Darstellung der [[Bosmer]] ist vielschichtig. Einerseits erscheinen sie aus der Perspektive des Cyrodiil oft fremdartig, beunruhigend oder grausam; andererseits wird deutlich, dass Scottis Urteile von Unverständnis und Selbstbezogenheit geprägt sind. Der Roman spielt bewusst mit dem Blick des Außenstehenden, der Valenwald zugleich ausbeuten will und doch kaum begreift. Die Wilde Jagd und das Ende von Jurus und Basth verdeutlichen, dass bosmerische Kultur nicht nach cyrodiilischen Maßstäben funktioniert und ihre „Ehren“ für Fremde tödlich sein können. | |||
Der Stil des Werkes ist episodisch und steigert Scottis Unglück von Band zu Band. Jeder neue Abschnitt bringt eine weitere Demütigung, einen neuen Überfall oder eine neue Form kultureller Verwirrung. Diese Kette von Katastrophen wirkt komisch, aber nie harmlos. Gerade die Mischung aus trockenem Bürokratenton und extremen Erlebnissen macht den Reiz des Romans aus. | |||
Die Schrift ist kurzum eine Abenteuer- und Reisesatire, die imperiale Geschäftsmoral, kulturelle Selbstüberschätzung und bürokratische Denkweisen bloßstellt. Hinter der Komik der Handlung steht ein ernster Befund: Wer Krieg und fremde Länder nur als Gelegenheit zum Profit betrachtet, versteht weder die Menschen noch die Gefahren, in die er sich begibt. | |||
[[Kategorie:Bücher]] | [[Kategorie:Bücher]] | ||
Aktuelle Version vom 12. März 2026, 09:32 Uhr
| Ein Tanz im Feuer Zum Text | |
|---|---|
| Autor | Waughin Jarth |
| Art | Buch |
| Genre | Abenteuerroman |
Ein Tanz im Feuer (engl. A Dance in Fire) ist ein mehrbändiger Roman von Waughin Jarth über den Büroangestellten Decumus Scotti, der unfreiwillig in die Wirren eines Krieges in Valenwald gerät. Der Text verbindet Abenteuer, Satire und Gesellschaftskritik, indem er einen unscheinbaren Verwaltungsbeamten durch eine Reihe grotesker und gefährlicher Erlebnisse schickt.
Die Reihe erzählt die Vorgeschichte zum Argonischen Bericht desselben Autors.
Personen
- Decumus Scotti, Angestellter der Atrius-Baukommission
- Liodes Jurus, wegen "unlauteren Geschäftspraktiken" aus der Komission entlassen.
- Imbrallius, Nachfolger Scottis bei der Baubehörde
- Gryf Mallon, Bretone, Übersetzer von alter bosmerischer Literatur
- Mutter Pascost, Inhaberin einer Herberge in Falinesti
- Kapitän Balfix, ein ehemaliger Pirat
- Reglius, Angestellter der Vanech-Baubehörde, auch von Jurus nach Valenwald gelockt
- Der Silvenar, Oberhaupt von Valenwald
Orte
Zeit
Inhalt
Zusammenfassung
Der Roman beginnt in der Kaiserstadt, wo Decumus Scotti seine Stellung bei der Atrius-Baubehörde verliert. Ein Brief seines früheren Kollegen Liodes Jurus lockt ihn nach Valenwald, wo nach dem Krieg mit Elsweyr große Gewinne beim Wiederaufbau zu erwarten seien. Scotti macht sich auf den Weg, wird jedoch schon auf der Reise von Überfällen, Verlusten und Missgeschicken heimgesucht.
In Valenwald gerät Scotti immer tiefer in ein Chaos aus Krieg, Plünderungen und fremdartigen bosmerischen Sitten. Er erlebt Überfälle durch Cathay-raht, Angriffe der Khajiit, die Schrecken der Wilden Jagd, Hunger, Flucht und eine mühselige Wanderung durch den Dschungel. Dabei verliert er fast alles und trifft seinen vermeintlichen Geschäftspartner Jurus lange Zeit nicht. Erst in Silvenar findet er ihn wieder, wo Jurus und sein bosmerischer Partner Basth versuchen, mit zweifelhaften Methoden lukrative Bauverträge für den Wiederaufbau Valenwalds zu sichern.
Schließlich gelingt es Scotti, den Silvenar zum Unterzeichnen der Verträge zu bewegen. Nach seiner Rückkehr in die Kaiserstadt werden die Bauaufträge zwischen konkurrierenden Baubehörden ausgehandelt, während die Lage in Valenwald sich weiter verschlechtert. Am Ende stellt sich heraus, dass die „Ehre“, welche der Silvenar Jurus und Basth verliehen hat, in Wahrheit eine makabre bosmerische Form der Verwertung bedeutet: Beim abschließenden Festmahl wird Scotti klar, dass das servierte „Unthrappa“ aus seinen ehemaligen Geschäftspartnern besteht.
Inhaltsangabe
Band I
Am 7. Eisherbst in Jahr 3Ä 397 wird Decumus Scotti aus der Atrius-Baukommission entlassen, da diese sich unter Konkurrenzdruck effizienter strukturieren muss und Scotti zu den "am wenigsten produktiven" gehört. Da bekommt er einen Brief von Liodes Jurus, einem ehemaligen Mitglied der Komission, der ihm anbietet, mit ihm in Valenwald, dass durch den Fünfjährigen Krieg geschädigt ist, neue Bauaufträge zu suchen. Scotti entscheidet sich, nach Valenwald zu reisen, stiehlt aus der Baukomission mehrere Blankoverträge und reserviert einen Platz in einer Karawane.
Auf dem Weg nach Valenwald lernt er in der Karawane den Dichter und Übersetzer von alter bosmerischer Literatur Gryf Mallon kennen, der ihn mit seinem ununterbrochenem Gerede über Gedichte nervt. An der Grenze zu Valenwald werden sie von Cathay-Raht, einer Art der Khajiit überfallen und ausgeraubt.
Band II
Nach dem Angriff hat Scotti bis auf etwas Geld alles verloren, was er besaß. Eine Gruppe von Bosmern findet die Gruppe und führt sie nach Falinesti. Gryf muss zurückbleiben, da er den verlangten Preis nicht zahlen kann.
In Falinesti nimmt Scotti an den Festlichkeiten, die jeden Morndas in Havel Sturz stattfinden, teil, wobei er sich mit Jagga betrinkt. Er schläft auf der Straße ein und wird am nächsten Morgen von einem Hoarvor angegriffen. Dieser wird von mehreren Bogenschützen getötet.
In Mutter Pascosts Taverne erhält er einen Brief von Jurus.
Band III
Scotti liest den Brief von Liodes Jurus, in welchem er erfährt, dass Jurus zu einem Dorf namens Athay gereist ist. Der Ort hatte im Krieg große Schäden erlitten, an welchen er nun verdienen will. Nachdem Scotti seine Zweifel, ob er sein Abenteuer nicht doch lieber abbrechen sollte, zur Seite geschoben hat, macht er sich auf den Weg. Er findet eine Mitfahrgelegenheit bei Kapitän Balfix, einem ehemaligen Piraten, der als Schmuggler tätig war und ein vermutlich gestohlenes Boot besitzt.
Doch als sie sich Athay nähren, sehen sie, dass der Ort von den Khajiiten Angegriffen wird. Das Boot wird vom Ufer unter Beschuss genommen und versenkt, wobei Kapitän Balfix ertrinkt. Scotti kann sich zu bosmerischen Flüchtlingen auf einer Felseninsel retten, die ihm anbieten, sie nach Vindisi zu begleiten, wohin auch viele Cyrodiil flohen. Unter diesen könnte sich auch Liodes Jurus befinden
Band IV
Scotti macht sich mit den Bosmern auf den Weg nach Vindisi, wobei sie von den Khajiiten verfolgt werden. In dem Dorf haben sich die Bosmer in einem Tempelbaum versammelt. Scotti darf ihn jedoch nicht betreten und gesellt sich daher zu einigen Anderen, die ebenfalls keine Bosmer sind. Im Gespräch mit einem Kaiserlichen namens Reglius findet Scotti heraus, dass Jurus tot ist. Dieser hatte Reglius unter dem selben Vorwand wie Scotti nach Valenwald gerufen.
Da wird der Ort von den Khajiiten angegriffen. Scotti versteckt sich mit Reglius auf einem Baum, von wo sie versuchen, auf einen naheliegenden Felsen zu klettern. Dabei stürzt Reglius ab und stirbt. Die Bosmer haben inzwischen die Wilde Jagd ausgelöst und zerfleischen alle in dem Tal, in dem Vindisi kiegt, auf. Die Khajiiten schließ jedoch den Taleingang, worauf die Bosmer sich gegenseitig fressen.
Band V
Scotti kämpft sich alleine durch den Wald und kommt zu einem zerstörten Dorf am Fluss Xylo. Dort wird er von einem vorbeifahrenden Schiff mitgenommen, auf dem sich auch Gryf Mallon befindet. Das Schiff fährt bis nach Silvenar. Scotti mietet sich ein Zimmer in der teuersten Herberge der Stadt, wo er auf Liodes Jurus trifft, der inzwischen ziemlich dick geworden ist.
Band VI
Jurus und Scotti erzählen sich, was sie bisher erlebt haben. Gemeinsam Planen sie, wie sie sich beim Treffen mit dem Silvenar, den Herrscher von Valenwald, verhalten sollen. Am nächsetn Morgen gehen sie zu der Audienz, doch der Sivenar möchte nur mit Scotti sprechen. Der schaft es alleine, dass der Herrsche alle verträge unterzeichnet, außerdem bekommt er sicheres Geleit nach Cyrodiil zugesprochen, da die Grenzen wegen des Krieges geschlossen wurden. Jurus ist begeister, dass Scotti die Verträge schließen konnte.
Band VII
Am Abend findet ein Festessen statt, bei dem sich Scotti mit Rotmeth betrinkt. Daraufhin erzählt er einigen Diplomaten, dass er kein Repräsentant des Kaisers ist und aus der Baubehörde entlassen wurde. Am nächsten Morgen reist er zurück nach Cyrodiil. Jurus bleibt in Silvenar und wurde vom Herrscher zum Undrape ernannt, was er für einen Ehrentitel hält.
Zurück in der Kaiserstadt wird Scotti sowohl von Fürst Vanech als auch von Fürst Atrius umworben, die beide die von Scotti abgeschlossenen Verträge für ihre Baukomission wollen. Atrius wird jedoch von der Dunklen Bruderschaft ermordet und Vanech bekommt den Zuschlag. Bei dem Festessen zum Abschluss der Verträge wird eine Fleischscheibe namens Undrape serviert, die ein Geschenk aus Valenwald war. Es besteht aus dem Fleisch von Jurus, was jedoch außer Scotti keiner weiß.
Analyse
Der Roman ist eine satirische Abenteuergeschichte, deren zentrale Wirkung aus dem Kontrast zwischen ihrem Helden und der Welt um ihn herum entsteht. Decumus Scotti ist kein Krieger, Held oder Gelehrter, sondern ein kleinlicher, vorsichtiger Büroangestellter. Gerade diese Ungeeignetheit macht ihn zur idealen Figur, um die Absurditäten des Krieges, des Kolonialhandels und der bürokratischen Selbsttäuschung bloßzulegen.
Ein zentrales Thema des Romans ist die Kollision zwischen imperialer Verwaltungslogik und der Wirklichkeit Valenwalds. Scotti reist mit Verträgen, Formularen und Geschäftsplänen in eine Provinz, die von Krieg, kultureller Fremdheit und unberechenbarer Gewalt geprägt ist. Immer wieder versucht er, seine Erfahrungen in bekannte Begriffe von Ordnung, Zuständigkeit und Verhandlung zu fassen, doch die Ereignisse entziehen sich diesem Denken. Gerade daraus entsteht der satirische Kern: Die Sprache von Bauaufträgen und Geschäftsmöglichkeiten wirkt grotesk angesichts von Überfällen, Flucht, Kannibalismus und Massenvernichtung.
Zugleich ist der Roman eine scharfe Kritik an imperialem Opportunismus. Der Wiederaufbau zerstörter Gebiete erscheint nie als humanitäres Anliegen, sondern stets als wirtschaftliche Gelegenheit. Scotti, Jurus, Atrius und Vanech interessieren sich für Valenwald vor allem als Quelle von Aufträgen und Gewinnen. Selbst der Krieg wird vor allem unter dem Gesichtspunkt verwaltbarer Verträge betrachtet. Dass die Provinz währenddessen weiter leidet, bildet den moralischen Hintergrund der Handlung.
Auch die Darstellung der Bosmer ist vielschichtig. Einerseits erscheinen sie aus der Perspektive des Cyrodiil oft fremdartig, beunruhigend oder grausam; andererseits wird deutlich, dass Scottis Urteile von Unverständnis und Selbstbezogenheit geprägt sind. Der Roman spielt bewusst mit dem Blick des Außenstehenden, der Valenwald zugleich ausbeuten will und doch kaum begreift. Die Wilde Jagd und das Ende von Jurus und Basth verdeutlichen, dass bosmerische Kultur nicht nach cyrodiilischen Maßstäben funktioniert und ihre „Ehren“ für Fremde tödlich sein können.
Der Stil des Werkes ist episodisch und steigert Scottis Unglück von Band zu Band. Jeder neue Abschnitt bringt eine weitere Demütigung, einen neuen Überfall oder eine neue Form kultureller Verwirrung. Diese Kette von Katastrophen wirkt komisch, aber nie harmlos. Gerade die Mischung aus trockenem Bürokratenton und extremen Erlebnissen macht den Reiz des Romans aus.
Die Schrift ist kurzum eine Abenteuer- und Reisesatire, die imperiale Geschäftsmoral, kulturelle Selbstüberschätzung und bürokratische Denkweisen bloßstellt. Hinter der Komik der Handlung steht ein ernster Befund: Wer Krieg und fremde Länder nur als Gelegenheit zum Profit betrachtet, versteht weder die Menschen noch die Gefahren, in die er sich begibt.