| Das Geheimnis von Prinzessin Talara Zum Text | |
|---|---|
| Autor | Mera Llykith |
| Art | Buch |
| Genre | Erzählung |
Das Geheimnis von Prinzessin Talara ist eine mehrbändige Erzählung von Mera Llykith über eine totgeglaubte Prinzessin von Camlorn, deren Vergangenheit während eines Festes unerwartet ans Licht kommt. Der Text verbindet höfische Intrige, verlorene Identität und politische Aufklärung zu einer dramatischen Enthüllungsgeschichte. Inwiefern der Text auf wahren Ereignissen beruht, bleibt unter Gelehrten umstritten.[1]
Figuren
Protagonisten
Jyllia Raze/Talara
Die Königstochter von Camlorn. Sie sollte wie ihr Vater ermordet werden. Da Jyllia, die Talara sehr ähnlich sah, jedoch verschwand, wurde Talara fortan für ihre Cousine Jyllia gehalten.
Gyna/Jyllia Raze
Die Tochter des Herzogs von Oloïne. Als Talara an jenem Tage, an dem der König von Camlorn von seinem Bruder ermordet wurde, ebenso getötet werden sollte, trat Jyllia die Flucht aus dem Schloss an. Talara wurde durch eine Verwechslung fortan für Jyllia gehalten.
Herzog von Oloïne
König von Camlorn und Gynas Vater. Er ermordete seinen eigenen Bruder um den Thron von Camlorn zu besteigen.
Weitere Figuren
- Strale: Botschafter des Kaisers
- Gnorbooth: Diener von Fürst Strale
- Brisienna: Oberagentin des Kaisers
- Eryl: Kampfmagier des Herzogs von Oloïne
- Ramke: Kindermädchen von Gräfin Jyllia Raze
- die Herzogin von Oloïne: die Königin
- Slyon: der Sohn des neuen Königspaars, Halbbruder von Jyllia
Schauplätze
- Camlorn: ein bretonisches Königreich in der Provinz Hochfels
- Palast von Camlorn
- Gildenhaus der Prostituiertengilde
- Straßen der Stadt
- Cavilstyr-Felsen
- Umbington: ein kleines Dorf östlich von Camlorn
Inhalt
Zusammenfassung
Die Handlung beginnt im Jahr 3Ä 405 während der Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen des Königreichs Camlorn. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, die einander verblüffend ähnlich sehen: die Prostituierte Gyna aus Daggerfall und Jyllia Raze, die Tochter des Königs. Beide empfinden bei ihrer Begegnung eine unerklärliche Vertrautheit. Auch König und Hof reagieren auffällig auf Gynas Erscheinung.
Beim Blumenfest wird Gyna von einer Klippe gestoßen, überlebt jedoch den Sturz ins Meer und wird von Ramke, dem früheren Kindermädchen Jyllias, gerettet. Durch das Erlebnis und die Begegnung mit Ramke kehren ihre verschütteten Erinnerungen zurück. Es zeigt sich, dass sie nicht Gyna, sondern in Wahrheit Jyllia Raze ist, die Tochter des ehemaligen Herzogs von Oloine. Zugleich verdichtet sich der Verdacht, dass die totgeglaubte Prinzessin Talara noch lebt.
Mit Hilfe des kaiserlichen Botschafters Fürst Strale und der Agentin Fürstin Brisienna wird eine Untersuchung eingeleitet. Es kommt ans Licht, dass Jyllias Vater einst den Mord an der damaligen königlichen Familie von Camlorn in Auftrag gegeben hatte, um selbst den Thron zu erlangen. In der Verwirrung nach dem Attentat wurden die beiden Mädchen vertauscht: Die wahre Jyllia wurde für Talara gehalten und wuchs später als Prostituierte Gyna auf, während die wahre Talara als Jyllia am Hof lebte. Am Ende wird der amtierende König verhaftet, und das lang gehütete Geheimnis der Identitäten wird offengelegt.
Inhaltsangabe
Band I
Das erste Buch spielt im Jahr 405 der dritten Ära im Königreich Camlorn.
Der Marsch der Schönheit fand auf Grund des tausendjährigen Bestehens des Königreichs statt. An dem Marsch nahmen um die tausend hübsche junge Prostituierte teil, die aufreizend gekleidet auf den Hauptstraßen Camlorns vom Tempel der Sethiete bis zum königlichen Palast tanzten.
Jyllia Raze, die Königstochter, ritt während des Marsches zum Haus ihres ehemaligen Kindermädchens Ramke im Süden der Stadt, um diese zu besuchen und verirrte sich, da sie eine Abkürzung nehmen wollte, um nicht die überfüllte Hauptstraße benutzen zu müssen. In einer der Seitengassen erschreckte die Schlange eines Schlangenbeschwörers ihr Pferd, das jedoch von Jyllia wieder beruhigt wurde. Dabei traf sie zum ersten mal auf Gyna, die wie ihr Ebenbild aussah. Sie dachte sich dabei jedoch nichts und ritt weiter.
Als die Prostituierten am königlichen Palast ankamen, wurden sie auf den Hof gelassen. Hier trat der König, der Herzog von Oloïne, zusammen mit seinem Hauptleibwächter, ein Kriegsmagier, persönlich auf den Balkon, um sie zu begrüßen. Während der Ansprache blieb sein Blick auf einer der Prostituierte mit dem Namen Gyna hängen, die wie das Ebenbild seiner Tochter Jyllia aussah. Er gewann jedoch seine Höflichkeit schnell wieder und fuhr mit der Begrüßung fort. Nach der Rede des Königs war der Marsch der Schönheit beendet und im Anschluss fand am Abend das Blumenfest statt.
Beim Blumenfest am Cavilstyr-Felsen trifft Gyna Jyllia zusammen mit ihrem Kindermädchen Ramke wieder. Als Ramke Gyna zu erkennen scheint, erzählt Jyllia von der toten Prinzessin Talara. Beim anschließenden Tanz wird Gyna vom Felsen ins Meer gestoßen. Durch das einschneidende Ereigniss kehrte ihre Erinnerung daran, wer sie wirklich war, wieder.
Band II
Nachdem sie sich etwas im Meer hatte treiben lassen, sieht Gyna am Ufer eine Hütte stehen. Trotz verletztem Bein wendet sie alle Kraft auf, um ans Ufer zu schwimmen. Aus der Hütte kommt Ramke heraus und hilft der Verletzten. Im warmen Heim helt Ramke das stark in Mitleidenschaft gezogene Bein mit einem Heilzauber. Ramke erzählt von Jyllias seelischem Zustand, nachdem diese die Morde an der Königsfamilie von Camlorn angesehen und sich im blutverschmierten Thronsaal versteckt hatte.
Gyna verabschiedet sich von Ramke und beschließt in ihre Heimat Dolchsturz zurück zu kehren. Auf den Weg nach Süden jedoch trifft sie auf die Kutsche von Fürst Naigon Strale, dem sie ihre Geschichte erzählt.
Band III
Fürst Eryl, Kampfmagier des neuen Königs von Camlorn, befragt Gnorbooth über die seltsamen Verhaltensmuster Fürst Strals, was er mit Gyna zu tun hatte und warum er in den Palastküchen herumfragte. Dabei entlockt Eryl dem Diener Strals, dass sein Heer sich in Umbington befindet. Nach dem Gespräch reitet Gnorbooth sofort los, um Strale zu warnen.
In Umbington treffen sich Strale und Gyna mit Brisienna, Agentin des Kaisers. Deise findet es schwierig für den Kaiser sich in lokale Thronstreitigkeiten einzumischen. Sie stimmt zu, zu helfen, stellt aber zwei Bedingungen: Erstens muss der Kopf des Komplotts zweifelsfrei festgestellt und überführt werden und zweitens muss gezeigt werden, dass die Angelegenheit mehr als ein lokales Problem ist und das Kaiserreich im ganzen betrifft.
Auf dem Rückritt nach Camlorn geraten Strale und Gyna in einen Hinterhalt. Die ersten acht Männer können sie umgehen, doch versucht Eryl einen mächtigen Zerstörungszauber nach beiden zu werfen. Gnorbooth, der seinen Herren gerate warnen will, gerät in den Weg des Zaubers und wird pulverisiert. Der magisch erschöpfte Eryl will fliehen, wird jedoch von Strale gefangen und verhört.
Band IV
Schattenklinge Prosuccus lehrt Gyna zwei Illusionszauber: Leichtes Bezaubern und Lähmung. Mit diesen versucht sie im Gildenhaus der Prostituiertengilde Prinz Sylon Raze zu betören und ihm Informationen zu entlocken. Dabei erfährt sie von geheimen Archiv, welches verborgen hinter der königlichen Familienkrypta liegt. Sie lähmt den Prinzen und tritt die Flucht an.
Am nächsten Morgen halten König und Königin von Camlorn Hof, wobei das Gespräch auf Kampfmagier Eryl und den Verrat Jagar Tharns gerät. Da kommen Fürst Strale und Gyna in den Thronsaal. Strale erbittet eine private Audienz und der König erlässt alle außer seinen Wachen aus dem Saal. Strale zeigt einen unbeendeten Brief des ermordeten Königs von Camlorn vor, der vor einem Verrat von Jagar Tharn spricht. Da der Verrat des kaiserlichen Kamfpmagiers Tharn durch diesen Brief hätte verhindert werden können, kann die Ermordung des früheren Königs als kaiserliche Angelegenheit betrachtet werden. Dies gibt Strale die Möglichkeit, den neuen König von Camlorn, der durch Hofmagier Eryl als Mörder enttarnt wurde, sowie sine Gattin und seinen Sohn Sylon gefangen zu nehmen. Der König will seine Wachen Strale und Gyna festnehmen lassen, doch geben sich die kaiserlichen Schattenklingen von Prosuccus zu erkennen, die sich Stunden zuvor unsichtbar im Thronsaal versteckt hatten, und führen das Königspaar ab.
Jyllia Raze kommt angerannt und erwartet eine Erklärung.
Band V
Fürst Strale und Gyna klären Gräfin Jyllia über die Einzelheiten auf: Gyna hatte ihre Erinnerungen wiedererlangt und erzählt, wie sie damals, als der König von Camlorn ermordet wurde, vor dem Attentäter aus floh und aus dem Fenster sprang. Am Ende spricht sie klar aus, dass sie die wahre Jyllia ist. Gräfin Jyllia, die sich ebenso wenig wie Gyna an ihre Kindheit erinnert hatte und dem Attentat entkam, wiederum ist in Wirklichkeit Prinzessin Talara, wurde jedoch für Jyllia gehalten.
Analyse
Die Erzählung ist als Enthüllungsroman angelegt und arbeitet mit klassischen Motiven der Hofintrige: verborgene Abstammung, Thronraub, Gedächtnisverlust und späte Wiedererkennung. Der Text lebt von der allmählichen Auflösung eines Identitätsrätsels, das zunächst in Spiegelungen und Andeutungen erscheint und erst gegen Ende vollständig erklärt wird. Dadurch entsteht eine Struktur, in der persönliche Erinnerung und politische Wahrheit untrennbar miteinander verbunden sind.
Zentral ist das Motiv der vertauschten Identität. Die beiden Frauen stehen nicht nur für zwei einzelne Lebenswege, sondern auch für zwei soziale Ordnungen: Hof und Straße, Adel und Ausgrenzung, Macht und Ohnmacht. Dass die wahre Adelige als Prostituierte lebt und die wahre Prinzessin unter falschem Namen am Hof aufwächst, macht deutlich, wie stark soziale Stellung im Text von äußeren Zuschreibungen und politischen Interessen abhängt. Geburt allein garantiert keine gesicherte Identität, wenn Erinnerung, Zeugenschaft und Macht darüber entscheiden, wer als rechtmäßige Person gilt.
Bemerkenswert ist auch die Rolle der Erinnerung. Der Gedächtnisverlust schützt die Figuren zunächst vor der vollen Wahrheit, verhindert aber zugleich Gerechtigkeit. Erst die Rückkehr der Erinnerung macht politische Aufklärung möglich. Erinnerung erscheint damit nicht nur als persönlicher Vorgang, sondern als Voraussetzung von Recht und legitimer Herrschaft. Dass die Wahrheit letztlich durch Gespräche, Zeugenaussagen, Archive und Geständnisse rekonstruiert wird, verleiht der Erzählung fast den Charakter einer kriminalistischen Untersuchung.
Fürst Strale und die kaiserlichen Agenten verkörpern dabei die rationale, ordnende Gegenkraft zur dynastischen Willkür des lokalen Hofes. Das Kaiserreich erscheint als Instanz, die in eine korrupte Provinzordnung eingreift und verborgene Verbrechen aufdeckt. Die Erzählung ist deshalb nicht nur ein persönliches Drama, sondern auch ein politischer Text über Legitimität, Beweisführung und die Wiederherstellung gestörter Ordnung.
In dieser dramatischen Hof- und Identitätserzählung sind private Erinnerung, weibliche Lebenswege und dynastische Machtfragen eng miteinander verflochten. Die Stärke des Textes liegt weniger in psychologischer Tiefe als in der konsequenten Zuspitzung auf die Enthüllung, dass ein ganzes Königshaus auf einem lange unbemerkten Tausch zweier Kinder und einem verdrängten Verbrechen beruhte.
Anmerkungen
- ↑ Die geschichtliche Erzählung in diesen Büchern spielt im bretonischen Königreiche Camlorn im Jahr 3Ä 405. Es ist schwierig zu sagen, wie viel dieses historischen Romans tatsächlichen Begebenheiten entspricht und wie viel Ausschmückung des Autors ist. Da zumindest die Person Brisienna Magnessens historisch belegt ist, ist davon auszugehen, dass zumindest die Grundhandlung sich so zugetragen hat.