Die größte Kritik kommt zuerst.
Weshalb sich das Endgame von Dragons Dogma 2 wie eine Bestrafung angefühlt hat:
1. Eingelagertes Obst ist beim Übergang ins New Game Plus verwest, obwohl es hieß, in der Lagertruhe wäre es vor Verfaulung sicher. 251 gereifte Feigen x 350 Gold beim Verkauf in Vernworth hätten mir
8.750 Gold eingebracht. Stattdessen bekam ich nur noch
251 Gold wegen Gammelware.
2. Zuneigung wurde nicht ins New Game Plus übertragen. Bei den NPCs ist mir das völlig egal, doch dass mein Hauptvasall nun distanziert spricht ist verletztend. Letztlich kann ich die maximale Zuneigung mit der Zeit wiederherstellen. Doch ganz schlimm ist, dass er seit dem New Game Plus sagt, dass es gut ist, dass ich weiterhin hier verweile. Das deutet an, dass er mich durch die vorherigen Abenteuer kennt, verloren und wiedergefunden hat. Warum das so schlimm ist? Er sagt das jedes zweite Mal, wenn ich ihn anspreche und das in einem äußerst rauen Tonfall. Doch als Bogenschütze soll er die Charaktereigenschaft „besonnen“ haben, daher ist die Stimme nun nicht zu ändern.
3. Zeitdruck im Endgame. Ich erkunde gerne in meinem eigenen Tempo, was aufgrund der tickenden Uhr bei den Übernachtungen nicht möglich war. Außerdem konnte ich die Quest mit der Evakuierung nicht abschließen, obwohl ich der Meinung war, dass alle Völker beim Tiefenseeschrein angekommen sind. Vielleicht habe ich was übersehen. Nachdem diese Quest fehlgeschlagen ist habe ich Schiss bekommen, dass das gesamte Endgame scheitert und ich völlig leer ausgehe, wenn das New Game Plus zwangsweise eingeläutet wird. Somit bin ich notgedrungen dem Endboss gegenübergetreten und konnte zuvor gerade mal zwei von sieben einzigartigen Endgame Items einsammeln.
🙁
Das war das schlimmste Gemecker, das ich nicht zurückhalten kann, obwohl mich das Spiel ansonsten zur vollsten Zufriedenheit überzeugt hat.
🙂
Vor allem die grafische Aufwertung im Vergleich zu Dragons Dogma 1 fasziniert mich. Es bereitet mir so viel Freude, auf dem Markt in Vernworth und Bakbatthal herum zu schlendern und mir die Waren anzusehen. Die Häuser, Übernachtungsstätten und Schenken besuche ich ebenso gerne, weil sie detailreich ausgestattet sind und eine passende Atmosphäre schaffen. Die Landschaften sind eine Augenweide, ich gehe oftmals einfach nur los, um die Kulisse zu genießen (was nicht heißt, dass ich nicht kämpfe).
Die Sphinxquestreihe hat mir großen Spaß gemacht und ist wirklich gut umgesetzt worden.
Hier kommt ein weiterer Kritikpunkt: Vasallenabzeichen. Warum soll ich die Sphinx, welche mir tolle Rätselaufgaben spendiert und mich reich belohnt hat, töten? Das Vasallenabzeichen wird auf ewig leer bleiben. Ebenso komme ich nicht bei den Niederen Drachen voran. Den Trick, Sigurd zu töten bevor ich ihn beim Drachenhauchturm anspreche, sodass der Niedere Drache unendlich spawnt, habe ich zu spät bemerkt. Der Niedere Drache starb bereits in Melve, weil er inzwischen kein Gegner mehr für mich ist. Wargs gibt es auch nur eine Handvoll pro Durchlauf und der Halbdrache hat die Wargs am Strand getötet, sodass sie nicht beim Vasallenzeichen angerechnet werden. Nur die beiden Wargs beim Zyklopen konnte ich rechtzeitig killen. So ein Mist.
Eine wichtige Kritik gibt es außerdem: Fuck Denuvo. Es ist eine Unverschämtheit, dass ich für ein gekauftes Spiel immer wieder den Nachweis erbringen soll, dass ich es legal erworben habe. Außerdem merke ich - seit ich nach zehn Tagen das erste Mal nicht mehr offline starten konnte und ich kurz wieder online war – dass das Spiel nun Performance-Einbußen zeigt. Gelegentlich kommt es zu Rucklern, was vorher nicht der Fall war. Denuvo schlägt bekanntermaßen auf die Performance.
Nun wieder was Positives: Die Vasallen sind stark verbessert. Im ersten Teil erzählen sie ein bisschen von der Welt. Im zweiten Teil führen sie miteinander Gespräche oder kommentieren mein Verhalten. Dadurch wirken sie lebendiger und es macht mehr Spaß, ihnen zuzuhören. Sie führen in Quests, die sie kennen und wo es möglich ist, Hilfestellung zu geben, zuverlässig an.
Die Quests haben mir gefallen. Die Heilige Laube mag ich besonders wegen den Elben und ihre Quests habe ich mit besonderer Liebe absolviert. Doch auch Svens Quests oder die vom kleinen Mädchen im Armenviertel sind mir in Erinnerung geblieben. Schöne Ideen, teilweise ganz ohne zu kämpfen, was eine nette Abwechslung bietet.
Der Charaktereditor in Teil zwei scheint mir auch verbessert zu sein, obwohl ich irgendwo gelesen habe, dass manche Leute meinen, er wäre schlechter als in Teil eins. Ich bin jedenfalls äußerst zufrieden mit dem Aussehen meines Hauptvasallen und meiner Erweckten.
Anderes sieht es mit der Reduzierung der Rüstung aus. Im ersten Teil gab es separate Teile für Arme und Füße, unabhängig von der Rüstung. Außerdem konnte man unter dem Rüstungsoberteil noch ein Teil drunter ziehen. Durch unterschiedliche Kombinationen war ein größere Vielfalt in der Gestaltung der Charaktere möglich. Im zweiten Teil sehen sich die Vasallen allesamt viel zu ähnlich.
Dass die Veredlung der Rüstungen in Dragons Dogma 2 nicht mehr vom Drachen, sondern einem Menschen gemacht wird, finde ich nicht in Ordnung. Es hat mir viel mehr Freude bereitet, wenn ich nach einem Kampf das Glück hatte, eine Drachenveredlung zu bekommen. Der Prozess war aufwendig, denn natürlich gab es nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit zur Veredlung. In Dragons Dogma 2 kann man sich einfach für Lindwurmkristalle die Veredlung erkaufen. Zwar muss man sich diese erfarmen, doch ist die Befriedigung der Veredlung einfach nicht da, wenn man sie kauft, statt sie als Kampfbelohnung zu erhalten.
Dass bekannte Klassen runtergestuft wurden, gefällt mir ebenso wenig. Als Bogenschütze zwar es toll, auch Dolche zur Verfügung zu haben. Nun sind es zwei unterschiedliche Klassen. Während Magischer Bogenschütze in Teil eins DER Geheimtipp war ist er in Teil zwei der reinste Graus für mich. Lieber spiele ich als Magierin – nach dem Augustupdate als Kriegsmeisterin mit Kombination aus Magierin und Erzmagierin, weil dann endlich sechs Slots zur Verfügung stehen für die Fähigkeiten.
Trotz aller Kritik und dem Ärger (ich sag nur fette Kampfnarbe im Gesicht meines Hauptvasallen und zu dem Zeitpunkt noch meilenweit von der Heilquelle entfernt) hat mir das Spielen von Dragons Dogma 2 Freude bereitet. Die Kritik soll nicht vernichtend wirken, sondern ist meine persönliche Meinung. Das Spiel hat mir viel gegeben und ich will es nicht mehr missen. Immer wieder macht es Spaß, durch die Welt zu gehen und es ist sehr befriedigend, Halbdrachen zu besiegen, denn diese bleiben bis dato eine Herausforderung. Die Städte sind lebendig mit all den Einwohnern und dass man sie beschenken oder ignorieren kann, gefällt mir ebenso.