Nachbarschafslärm

Enailyna

Reisender
Ach, das Leben ist so ungerecht. Jahrelang musste ich den lauten Enkelsohn der schwerbehinderten Nachbarin ertragen. Wann immer ich Lärmprotokolle beim Vermieter eingereicht habe oder ich bei der Nachbarin darum bat, dass der Junge nicht in der Nachtruhezeit sein lautes Schreien, Schlagen auf Möbel und Reden beim Videospielen auslebt, wurde alles herunter gespielt. Am Ende war sogar ich die Böse und musste mich vom Vermieter bedrohen lassen mit Rauswurf aus der Wohnung. 🙁

Irgendwann zog der Junge aus, weil er volljährig war. Endlich Ruhe.

Anderthalb Jahre später ging es nun vor einigen Tagen von vorne los. Zuerst dachte ich, der Enkel wäre zurückgekehrt. Doch er lebt nach wie vor selbstständig. Jetzt ist ein anderes Enkelkind eingezogen! Selbes Verhalten, nur noch aggressiver: In der Nachtruhezeit auf Möbel schlagen, laut Reden und Schreien während der Videospiele zockt.

Ich schaffe es nicht, noch einmal Jahre mit Schlafentzug durchzustehen.

Ich verabschiede mich direkt mal vom Forum, hab schon Depressionen wegen dem, was mir jetzt bevorsteht wegen den rücksichtslosen Nachbarn. 🙁 Ach man ... Alles ist so ungerecht.
 
Ja, ich kann ebenfalls ein Lied von rücksichtlosen Nachbarn, Schlafentzug und Depressionen singen. Meine Lösung war auszuziehen. Ich habe mich sehr, sehr lange dagegen gesträubt. Vermieter ließ mich im Regen stehen und der Schlichtungsversuch lief ins Leere. Der Umzug war am Ende meine Rettung und das meine ich wortwörtlich. Hin und wieder denke ich, dass ich klein beigegeben habe. Nein, ich habe mein Bedürfnis nach Ruhe und meine Gesundheit in den Vordergrund gestellt. Der Umzug und dessen Finanzierung hat mich zwar auch Nerven gekostet, aber es war das wesentlich kleinere Übel. Viel länger hätte ich es in der alten Wohnung nicht ausgehalten...

Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Wenn du jemanden zum Reden brauchst oder Fragen hast, schreib mich gerne an.
 
Vielen Dank. Umziehen möchte ich nicht. Meine Wohnung ist perfekt: Sichere Gegend, nahe an unterschiedlichen Supermärkten, nahe an Innenstadt, barrierefrei (direkt von der Straße ins Wohnzimmer ohne Treppe, ohne Stufe). Das möchte ich nicht aufgeben. Allerdings schaffe ich es nicht, noch mal Jahre mit schlechtem Schlaf zu überstehen. Ich habe der Nachbarin, nachdem ich Dienstag schon persönlich mit ihr sprach, heute einen kleinen freundlichen Zettel eingeworfen mit der Bitte, dem Jungen zu erklären, welche Folgen Schlafentzug körperlich und psychisch haben kann. Vielleicht versteht er es. Er ist ca. 13 oder 14 Jahre alt. Also alt genug, um zu begreifen. Denn gestern war wieder sehr lange Lärm. Nur eine Nacht hat er Rücksicht genommen, dann war es schon wieder vorbei. 🙁

Leider habe ich seit der Jugend Tinnitus und kann daher weder Ohrstöpsel noch andere Dinge tragen, um Geräusche von außen zu dämmen, denn dann würde ich das Piepen im Ohr nur umso lauter wahrnehmen. Sonst würde ich auf sowas zurückgreifen aber es hat keinen Sinn.
 
Jedes Mal, wenn der Enkel in der Nacht Lärm macht:
  • Aufstehen (weil Du kannst ja sowieso nicht schlafen)
  • Zur Nachbarwohnung gehen und klingeln
  • Beschweren
  • Abwarten, ob es besser wird
  • Wenn nicht, das Ganze wiederholen
  • Auch gern ein drittes Mal (weil Du kannst sowieso nicht schlafen)
  • Für das vierte Mal Deinen Freund und Helfer herbeirufen
Vielleicht hört man ja auf die Ordnungshüter...