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Fortschritt der Wahrheit

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Fortschritt der Wahrheit
Zum Text
Autor Abtrünnige Priester
Art Buch
Genre Religionskritische Abhandlung

Fortschritt der Wahrheit (engl. Progress of Truth) ist eine Schrift der Abtrünnigen Priester, die in acht Punkten ihre Einwände gegen Lehre und Führung des Tribunalstempels zusammenfasst. Sie behandelt die Herkunft der Macht des Tribunals, widersprüchliche Überlieferungen und die Verfolgung religiöser Abweichler sowie die Vernachlässigung der Fürsorgepflichten des Tempels.

Inhalt

Göttlichkeit und Überlieferung

Die Verfasser stellen die offizielle Erklärung infrage, das Tribunal habe seine Göttlichkeit durch Tugend, Bewährung und die Zustimmung der Ahnen erlangt. Unter Berufung auf Teile des Apographa erwägen sie stattdessen eine gemeinsame Quelle seiner Macht und derjenigen Dagoth Urs am Roten Berg. Dabei verweisen sie auf die von Kagrenac geschaffenen Werkzeuge.

Die Schrift unterscheidet zwischen den öffentlichen Heirographa und den verborgenen Schriften des Apographa. Während die öffentliche Überlieferung das Tribunal verherrliche, enthielten die verborgenen Texte widersprüchliche Berichte und Hinweise auf fragwürdige Handlungen. Außerdem werfen die Verfasser dem Tribunal vor, seine schwindende Macht und das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung durch Dagoth Ur verheimlicht zu haben.

Besondere Bedeutung erhalten die Überlieferungen der Aschländer zur Schlacht am Roten Berg. Nach der hier wiedergegebenen Darstellung seien die Dwemer selbst für ihr Verschwinden verantwortlich gewesen. Nerevar habe Dagoth Ur zur Bewachung der Geheimnisse zurückgelassen und sei während einer Beratung mit dem späteren Tribunal gestorben; die Aschländer führten seinen Tod auf Verrat zurück. Anschließend habe das Tribunal Dagoth Ur unter den Berg verbannt.

Verehrung und Prophezeiungen

Trotz ihrer Zweifel an der Göttlichkeit erkennen die Abtrünnigen die Heiligkeit und das Heldentum der Tribunen an. Sie befürworten die Wiederaufnahme von Elementen des Ahnenkults der Aschländer und Veloths. Über deren Umsetzung besteht jedoch noch keine Einigkeit.

Auch die Echtheit der nerevarinischen Prophezeiungen wird unterschiedlich beurteilt. Viele Abtrünnige halten sie nach eingehenden Studien für wahr. Gemeinsam verurteilen sie die Verfolgung des Nerevarinen als ungerecht und politisch begründet. Die Möglichkeit echter Offenbarungen und Voraussagen wird ausdrücklich anerkannt, ihre zuverlässige Beurteilung bleibt eine offene Frage.

Tempelführung und Fürsorge

Die Verfasser verweigern dem Erzkanoniker und den Ordinatoren die Anerkennung ihrer Autorität. Ihrer Ansicht nach handeln diese aus politischen und persönlichen Interessen und sprechen deshalb nicht für das Tribunal.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, die Ordinatoren unterdrückten Abweichler durch Entführungen, Einschüchterung, Folter und geheime Haft. Die Schrift lässt offen, ob sie dabei eigenmächtig oder als Werkzeug einer verdorbenen Priesterführung handeln.

Abschließend erinnern die Verfasser an die Verpflichtung des Tempels, den Armen zu helfen, die Unwissenden zu unterrichten und die Schwachen zu schützen. Viele einfache Priester erfüllten diese Aufgaben weiterhin. Hochrangigen Geistlichen werfen sie dagegen vor, Macht und Luxus über diese Pflichten zu stellen.

Analyse

Die Schrift begründet einen religiösen Reformanspruch durch den Vergleich von Lehre, Überlieferung und tatsächlichem Handeln. Besonders die verborgenen Schriften und die aschländischen Traditionen dienen dazu, die öffentliche Darstellung des Tribunals zu hinterfragen. Zugleich berufen sich die Verfasser auf bestehende Fürsorgepflichten, an denen sie die Tempelführung messen.

Die Abtrünnigen erscheinen dabei als Gemeinschaft mit unterschiedlichen Auffassungen. Zweifel an der Göttlichkeit schließen die Anerkennung von Heiligkeit und Heldentum nicht aus; über Prophezeiungen und die Erneuerung des Ahnenkults wird weiterhin beraten. Die Vorwürfe gegen Tribunal und Hierarchie geben ihre Position wieder. Die zugrunde liegenden Belege werden im vorliegenden Auszug überwiegend benannt, aber nicht ausführlich vorgelegt.