Die Verehrung der Daedra und die Dunkelelfen | ElderScrollsPortal.de

Die Verehrung der Daedra und die Dunkelelfen

Die Verehrung der Daedra und die Dunkelelfen
Autor Haderus von Gottlesfont
Art Buch
Genre Religion, Kultur

Die Verehrung der Daedra und die Dunkelelfen (engl. Daedric Worship and the Dark Elves) ist eine religionskundliche Abhandlung von Haderus von Gottlesfont über die komplexen Glaubensvorstellungen der Dunmer in Morrowind. Das Werk analysiert das Spannungsverhältnis zwischen der offiziellen Lehre des Tribunal-Tempels, der Ahnenverehrung und der Rolle der Daedra im dunmerischen Glauben.

Inhaltsangabe

Haderus beschreibt zunächst die drei zentralen religiösen Traditionen der Dunmer: die Verehrung der Lebenden Götter Almalexia, Vivec und Sotha Sil, die Ahnenverehrung sowie den Glauben an bestimmte Daedra. Während die großen Häuser des Landes überwiegend der Tribunalreligion folgen, pflegen die Aschländer weiterhin die Verehrung ausgewählter Ahnen und der sogenannten „guten Daedra“.

Diese guten Daedra – Azura, Mephala und Boethia – werden von den Aschländern als Ahnen des dunmerischen Volkes betrachtet. Die Aschländer lehnen die Göttlichkeit des Tribunals ab und halten an diesen älteren religiösen Vorstellungen fest. Laut Haderus wurde diese Sichtweise teilweise in die Theologie des Tribunals integriert, indem die drei Daedrafürsten als die „Erwartungen“ der Lebenden Götter interpretiert wurden.

Demgegenüber stehen die „bösen Daedra“, die als Haus des Chaos oder als die Widersacher und Prüfenden Götter bezeichnet werden. Zu dieser Gruppe zählen Mehrunes Dagon, Sheogorath und Molag Bal. Alte Tempel, die diesen Fürsten geweiht sind, finden sich überall in Morrowind, und es wird angedeutet, dass ihre Verehrung in einigen Fällen im Geheimen fortbesteht.

Abschließend stellt der Autor fest, dass weitere Daedrakulte zwar existieren, jedoch weniger verbreitet sind. In den von Tribunal und großen Häusern kontrollierten Siedlungen verfolgen die Ordinatoren des Tempels systematisch abweichende Glaubensrichtungen, insbesondere offene Formen der Daedraverehrung.

Analyse

Der Text erläutert, wie Daedraglaube, Ahnenkult und Tribunalverehrung innerhalb der dunmerischen Religion miteinander verbunden sind. Der Text bietet eine systematische Erklärung der theologischen Rechtfertigung daedrischer Figuren im religiösen Weltbild der Dunmer. Es zeichnet sich durch einen vergleichsweise nüchternen und erklärenden Ton aus und versucht, unterschiedliche religiöse Strömungen der Dunmer miteinander in Beziehung zu setzen. Im Gegensatz zu streng dogmatischen Texten des Tribunal-Tempels erkennt Haderus die fortdauernde Bedeutung älterer Glaubensformen an, ohne sie offen zu verurteilen.

Die Schrift ist besonders wertvoll für das Verständnis der religiösen Pluralität Morrowinds und zeigt, wie offizielle Theologie, Stammesglaube und verbotene Kulte nebeneinander existieren. Der Text verdeutlicht zudem die politische Dimension religiöser Kontrolle durch den Tribunal-Tempel während der Zweite Ära.