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Diese Seite enthält die Schrift Handelsfürsten von Abahs Landung (Originaltitel: Abah's Landing Merchant Lords).
Inhalt
Band I
Pompös. Arrogant. Wichtigtuerisch. All diese Worte und noch mehr können genutzt werden, um die selbsternannten Händlerfürsten von Abahs Landung zu beschreiben. Die vier Handelshäuser nahmen vor etwa einhundertsechzig Jahren Gestalt an. Ursprünglich machten sie legitime Geschäfte. Sie arbeiteten daran, die Bedeutung von Abahs Landung zu steigern und es zu einem Handelszentrum zwischen Hochfels und Valenwald auszubauen. Aber Hews Fluch zeigte sich jenen gegenüber, die die Zivilisation in die Wildnis schlagen wollten, nicht gerade kooperativ. Trotz bester Absichten wurde jedes Handelshaus mit der Zeit korrupt, denn die Profite aus illegalen Geschäften überstiegen schon bald die von bodenständigeren Unternehmungen.
Die vier Häuser, die aus dieser Zeit hervorgehen, waren das at-Addin-Syndikat, das Haus Vien, das Thazahrr-Kartell und Gurges und Partner. Mit der Zeit kontrollierten die Fürsten dieser vier Häuser so gut wie den gesamten Waren- und Geldfluss der Hafenstadt – sowohl auf dem Gebiet legalen Handelsgeschäften als bei den illegalen Aktivitäten. Ein Großteil ihrer Profite entstand durch Schmuggel, Sklavenhandel und andere eigentlich verbotene Unternehmungen. Die Handelsfürsten versorgten Abahs Landung mit Waren und Dienstleistungen, während sie lukrative (wenn auch bescheidene) Handelsbeziehungen mit fernen Ländern aufbauten. Mit dem wachsenden Vermögen in Abahs Landung dauerte es nicht lange, bis auch andere Gruppierungen Interesse an der Region zeigten. Daraus resultierte eine lange und turbulente Beziehung zwischen den Handelsfürsten und lokalen Kriminellen und Bandenanführern. Es kamen sogar Gerüchte über ein „verborgenes“ Haus auf und es gab Anzeichen für einen im Untergrund geführten Krieg zwischen den Häusern und dem sogenannten „verborgenen Haus“. Auch wenn ich keine Einzelheiten zu diesem Konflikt finden konnte, so zeigt sich dessen Ausgang dennoch deutlich. Gurges und Partner wurde zerschlagen und die anderen drei Häuser sind nur noch ein Schatten ihres einstigen Ruhms, da eine unsichtbare Macht in Erscheinung trat und die Kontrolle in der Hafenstadt übernahm.
Etwa die letzten fünfzehn Jahre lang nahmen sich die Handelshäuser etwas zurück. Oh, sie machten weiter ihre Geschäfte und stellten der Stadt Geld zur Verfügung, auch für Wachen und Infrastruktur, aber sie zeigten nicht länger den Wagemut und die Prahlerei, wofür ihr Verhalten Jahrzehnte lang so beispielhaft war. Auch wenn kein Bürgermeister, kein Handelshaus und keine Geheimgilde die Aufmerksamkeit auf sich zogen, so war es doch offensichtlich, dass irgendjemand oder irgendetwas Abahs Landung aus den tiefsten Schatten kontrollieren würde. Daher rate ich zur Vorsicht im Umgang mit Hews Fluch.
In meinem nächsten Bericht werde ich damit beginnen, die Hintergründe der einzelnen herausragenden Handelshäuser, die in der Region aktiv sind, aufzudecken.
Band II
Das erste und – laut den Nachkommen des Hauses – größte Handelshaus von Abahs Landung ist das at-Addin-Syndikat. Es wurde von Afshuur at-Addin gegründet, einem Rothwardonen, der sowohl für seine körperliche Stärke als auch für seinen umwerfenden Charme bekannt war. Das Syndikat wuchs und gedieh nahezu einhundertzwanzig Jahre lang. Der einfallsreiche Afshuur begann als einfacher Waffenhändler, der rothwardonische Schwerter, orkische Äxte und waldelfische Bögen kaufte und verkaufte. Zu seinen ersten Kunden zählten die Piraten und Freibeuter, die Abahs Landung als Anlaufhafen auf ihren Fahrten an bekanntere Orte nutzten. Aber es dauerte nicht lange, bis er Lieferungen durch eben jene Schiffe verschiffen ließ.
Mit der Zeit ergänzte das Syndikat sein Angebot um Rüstungen und Schilde. Es sollte zum einzigen Anlaufpunkt für jene werden, die Schutz benötigten oder in die Schlacht segeln wollten. Piraten, Söldnergruppen und selbst Freibeuter unter dieser oder jener Flagge stritten sich regelrecht um die Rüstungen und Waffen mit dem Qualitätssiegel des Syndikats. Diese Verbindungen führten zu einem weiteren lukrativen Geschäftsbereich: Das Syndikat begann damit, als Vermittler für Söldnerverträge zu fungieren.
Der aktuelle Kopf des Syndikats, Orahan at-Addin, herrscht mit eiserner Faust über das Geschäft. Skrupellos und brillant betrachtet der Rothwardone jede Verhandlung als eine Schlacht, jede Konkurrenz als einen Krieg. In der Tat wurde der Krieg sogar zum Hauptgeschäft von at-Addin, wodurch das Familienunternehmen selbst jetzt profitabel weiterläuft, wo doch ein verborgenes Unheil alle Handelshäuser heimgesucht hat. Wie sich meine Königin bewusst ist, sind die Machenschaften des von mir als „verborgenes Haus“ genannten Partei weiterhin offensichtlich, aber sie selbst entziehen sich weiter jeder Offenlegung. Ich werde Antworten hierzu haben, ich weiß nur noch nicht, wann genau dies der Fall sein wird.
Orahan at-Addin handelt mit Rüstungen und Waffen, Söldnerverträgen und Schmuggelware mit allen Seiten eines jeden Konflikts. Er hat kein Problem damit, Waffen an das Bündnis, Rüstungen an den Pakt und wichtige Vorräte an das Dominion zu verkaufen – solange die jeweilige Partei das notwendige Gold für seine Dienste aufbringen kann. Durch das plötzliche Fehlen der Macht, die die Handelshäuser in Schach hielt und sie mit einem meisterhaften, aber bisher unbekannten Angriff sogar schwächte, hat das Syndikat damit begonnen, wieder in eine Machtposition in Abahs Landung aufzusteigen.
Ganz ungeachtet anderer Bedenken rate ich zur Vorsicht im Umgang mit Orahan und seiner Familie. Aber versteht das nicht falsch. Ihr werdet Euch auf sie einlassen müssen, wenn Ihr nach Hews Fluch oder Abahs Landung vorstoßen möchtet.
Band III
Es war unvermeidlich. Ein Loch voller Laster und Korruption wie Abahs Landung braucht einen Meister, der seine Bedürfnisse stillt. Oder wie in diesem Fall eine Meisterin. Auftritt Fürstin Felice Vien, die mit ihrer Erhabenheit, einem Fass voller Gold und der Absicht, inmitten der Verführungen und Sittenlosigkeit der Hafenstadt ihren eigenen Platz zu finden, aus Wegesruh nach Abahs Landung kam. Es existieren nur noch sehr wenige Informationen über die Umstände ihrer Ankunft, aber ich konnte herausfinden, dass es etwas mit ihrem verstorbenen Ehemann, einem bekannten Adeligen aus Wegesruh, und ihrer angeblichen Verwicklung in dessen Ableben zu tun hatte.
Welche Umstände auch immer sie nach Abahs Landung führten, Fürstin Felice verschwendete keine Zeit damit, Grundbesitz zu erstehen und das „Zum Willfährigen Welwa“ aufzubauen, eine Kombination aus Gasthaus und Taverne, die im Hafen schon bald in aller Munde war. Was als seriöses Lokal und Gelagehalle begann, bot schon bald andere Arten der Unterhaltungen, von der weniger legalen Sorte. Fürstin Felice sah, dass viele nach Abahs Landung kamen und gewisse Laster mit sich brachten – und dass sich Gold damit machen ließ, wenn sie diese Bedürfnisse stillen könnte.
Heute kümmert sich das Haus Vien um die vertraulicheren und um Unauffälligkeit bemühteren Bedürfnisse von Abahs Landung, einschließlich illegale Substanzen, Prostitution und andere Laster. Das „Zum Willfährigen Welwa“, seinem Vorbild, der „Züchtigen Harpyie“ in Hochfels nachempfunden, dient als Bordell und Hauptsitz für das derzeitige Oberhaupt des Hauses, Fürstin Ylanie Montaine. Trotz der Ruhe, die bei den Handelshäusern einkehrte, macht sie weiterhin einen bescheidenen Profit, indem sie sich um die Bedürfnisse von Piraten, Händlermannschaften und einkehrenden Adeligen, die auf ein Abenteuer aus sind, kümmert. Der gesamte Handel des Hauses konzentriert sich auf Abahs Landung, alles unter dem stets wachsamen Auge der Fürstin. Sie wahrt ein aufrichtiges und vornehmes Antlitz, wenn sie durch die Straßen schlendert und sich mit Kunden und urlaubenden Würdenträgern trifft. Aber sie hat ein boshaftes, ja sogar mörderisches, Temperament – auch wenn nur wenige das Pech haben, diese Seite von ihr zu erleben und davon berichten zu können.
Geheimnisse gehören gleichermaßen zu Fürstin Ylanies Angebot wie auch Sex und Drogen. Sie könnte sich für Eure Ambitionen als nützliche Verbündete erweisen, sofern Ihr ihr nie den Rücken zuwendet und ihren verführenden Freuden fernbleibt.
Band IV
Als die Handelshäuser von Abahs Landung gegründet wurden, hob sich eines von ihnen ab. Dies war nicht nur wegen der ungewöhnlichen Eigentümerin der Fall, sondern auch wegen der Art von Geschäften, für die sie sich interessierte. Die Khajiit, die sich selbst Thazahrr-ra nannte, begründete das Thazahrr-Kartell, um den widerwärtigen aber notwendigen Sklavenhandel durch die Hafenstadt zu organisieren. Die mächtige Thazahrr-ra, eine der wenigen Frauen in der Geschichte der Khajiit, die den männlichen Ehrenzusatz „ra“ annahmen, bildete ein Kartell, das Kaiserliche, Bretonen, Rothwardonen und einige Khajiit umfasste.
Wie konnte sich eine Khajiit ein Sklavenkartell unter die Krallen reißen? Recht einfach, wie sich zeigt. Die Legende von Thazahrr-ra wuchs so schnell wie die Reichtümer des Kartells und beschreibt eine Frau, die ihre eigenen Kinder verkaufen würde, wenn die Profite daraus nur hoch genug wären. Neben der Abfertigung von Argoniern und Khajiit für deren Überfahrt in ferne Länder expandierte das Kartell auch in Bereiche des Schmuggels und des Informationshandels. Täuscht Euch nicht: Der Wille, selbst Mitglieder des eigenen Volks zu verkaufen, macht das Kartell extrem gefährlich, wie schon viele potenzielle Konkurrenten im Laufe der Jahre erleben mussten.
Heute ist Thazahrr Goldfang die sechste Khajiit, die den Namen und Titel der Handelsfürstin des Thazahrr-Kartells angenommen hat und die Geschäfte des Hauses überwacht. Sie wirkt ruhelos und unzufrieden in Bezug auf den Stand des Hauses in Abahs Landung und mit ihren Geschäften allgemein. Was auch immer den Handelshäusern zugestoßen ist, das Kartell scheint es stärker als die meisten anderen getroffen zu haben. Sie möchte die Macht und das Ansehen, das ihr Haus vor den Aktivitäten des „verborgenen Hauses“ besaß, zurückerlangen, damit sie den gleichen Ehrentitel wie ihre Vorgängerinnen beanspruchen kann.
Thazahrr Goldfang brodelt vor Zorn und Ehrgeiz. Sie spürt, dass ihr Abahs Landung ein Niveau von Wohlstand und Respekt schuldet, welches es ihr – frei heraus gesagt – einfach nicht bieten möchte. Daher bleibt sie entmutigt, verängstigt und mehr als nur ein wenig gefährlich. Meine Empfehlung? Haltet Euch von dieser khajiitischen Sklavenhändlerin fern. Ich würde sie nicht einmal mit der Kneifzange anfassen.
Band V
Nun möchte ich Euch vom traurigen und unglücklichen Schicksal des vierten großen Handelshauses von Abahs Landung berichten. Ich nenne es gerne das „gefallene Haus“. Gurges und Partner geht auf eine mächtige und wichtige kaiserliche Familie zurück, die so gut wie aus allen Aufzeichnungen Cyrodiils verschwunden ist. Sie wurde zu Zeiten des Aufstiegs der Handelsfürsten von Hews Fluch bekannt, als Isobel Gurges – auch bekannt als die Prunkpiratin der Abekäis – sich vom Plündern und Rauben zurückzog, um mehr oder weniger legitimen Geschäften nachzugehen.
An einem Ort wie Abahs Landung bedeutet „legitimes Geschäft“ natürlich etwas ganz anderes. Isobel begann damit, Geld mit exorbitanten Zinsen zu verleihen, aber es dauerte nicht lang, bis Gurges und Partner auch auf dem Gebiet des Glücksspiels, der Schiebereien und Kaperungen expandierte. Bei Letzterem ließ sie ihre Mannschaften Schiffe aufbringen, um diese dann für den richtigen Preis – und so mit sofortigem Gewinn – wieder an die eigentlichen Eigentümer zu verkaufen.
Als vor fünfzehn Jahren die Krise der Handelshäuser Abahs Landung erschütterte, ging Gurges und Partner nahezu bankrott. Seitdem führten sowohl dieser Tumult als auch die zum Krieg der drei Banner führenden Ereignisse zu einem deutlichen Rückgang der Besucher in der Hafenstadt, was das Schicksal des Handelshauses so gut wie besiegelte. Heute besteht die Familie Gurges nur noch aus Blutsverwandten und einigen Vasallen, was den aktuellen Patriarchen, Martinus Gurges, zu einem bitteren und neidischen Mann werden ließ. Aber er hat Pläne. Pläne, seine Firma wiederaufzubauen, sein Vermögen und seinen Besitz zurückzuerlangen und dem Namen der Gurges in Abahs Landung einmal mehr zu Ehre und Respekt, wenn nicht gar der Aura des Furchteinflößenden zu verhelfen. Er hat einen langen Weg vor sich, um seinen Traum zu verwirklichen.
Band VI
Ich war mir nicht sicher, ob ich dies Euch jemals übersenden würde. Dies alles besteht aus kaum mehr als einigen Theorien und Zusammengereimtem. Ich habe keine Beweise, versteht Ihr. Keine Fakten, die ich auf den Tisch legen kann. Und dennoch bin ich der Ansicht, dass Ihr ein Anrecht darauf habt, zu erfahren, was ich hierzu denke. Vorsicht ist besser als Nachsicht, wie die Dunkelelfen sagen.
Wie ich bereits in meinen vorherigen Berichten schrieb, gibt es eine weitere Gruppe oder Organisation, die die Handelshäuser von Abahs Landung behindert und sogar aktiv angreift. Ich habe diese als das „verborgene Haus“ bezeichnet, aber ich habe einen besseren Namen dafür: das Schattenkonglomerat. Wie die breite Kluft in der Mitte der Nacht vor einen spürt man die Präsenz des Schattenkonglomerats in der Dunkelheit, obwohl man es nicht sehen kann.
Was ist das Schattenkonglomerat? Ich weiß es wirklich nicht. Jeder Hinweis, der mich der Antwort näher zu bringen scheint, schickt mich nur wieder in zahlreiche andere Richtungen weiter. Jede einzelne Antwort scheint nur wieder weitere Fragen aufzuwerfen. Bisher weiß ich Folgendes: Ich glaube, dass das Schattenkonglomerat vor etwa vierzig Jahren gegründet wurde. Es trat ganz plötzlich auf den Plan, nachdem sich die Handelsfürsten ein Jahrhundert lang nur um sich selbst kümmern mussten. Innerhalb von fünfundzwanzig Jahren erlangte das Schattenkonglomerat eine solch einflussreiche Stellung, dass die Handelshäuser zurücktreten und dieser neuen und geheimen Organisation einen Teil ihrer Macht und ihres Einflusses überlassen mussten.
Ich glaube, dass in den tiefsten Schatten eine Art Schlacht ablief. Aus dieser ging das verborgene Haus siegreich hervor, während den in der Öffentlichkeit bekannten Handelshäusern klaffende Wunden zugefügt wurden, was diese von den Podesten stieß, die sie sich selbst errichtet hatten. Am schlimmsten erwischte es dabei Gurges und Partner, die fast schon über Nacht von einem florierenden Unternehmen zu einem „gefallenen Haus“ wurden.
Ist das Schattenkonglomerat die wahre Macht hinter Abahs Landung? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Und genau das bereitet mir die größte Sorge.
Anmerkung[1]
Diese Depeschen wurden aus dem Wrack eines Schiffes aus Taneth „geborgen“ und an eine interessierte Partei in Abahs Landung geliefert. Ich habe sie veröffentlicht, damit wir alle erfahren können, was unsere Vettern vom anderen Ende der Bucht über uns denken. – Anonymer Verfasser
Anmerkungen
- ↑ Diese Anmerkung ist am Ende jedes Einzelbandes zu finden.