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Abkommen von Khenarthis Rast

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Das Abkommen von Khenarthis Rast (engl. Treaty of Khenarthi's Roost) war ein formeller Vertrag, der zwischen den Maormern Pyandoneas unter der Führung von Orgnum und den khajiitischen Bewohnern Khenarthis Rasts getroffen wurde, um relativen Frieden zwischen beiden zu wahren und bis ins Jahr 2Ä 582 hielt.

Inhalt

Im Abkommen erkennen sowohl Maormer als auch Bürger von Khenarthis Rast an, dass ein Bündnis für beide Parteien von Vorteil wäre. Auffällig ist die Drohung seitens der Maormer am Anfang des Abkommens, dass deren Flotte Khenarthis Rast leicht erobern könnte. Der Vertrag stellt Khenarthis Rast unter die Schirmherrschaft von König Orgnum von Pyandonea. Beide Vertragsparteien kommen zu dem Schluss, dass eine militärische oder politische dritte Partei schlecht für beiderseitige Interessen wäre.

Der Vertrag umfasst fünf Artikel, die durch Zusätze ergänzt werden können:

  • Art. 1 sieht die Errichtung der Maormer-Botschaft in Mistral vor. Die Kosten für den Bau, eine fünfzehnköpfige Dienerschaft, ausschmückende Wandteppiche und einen Vorrat lokaler Spirituosen tragen die Bewohner Mistrals.
  • Art. 2 setzt fest, dass alle Handeltreibenden in und um Khenarthis Rast sich registrieren und ein Wegerecht erwerben müssen. Wer sich dagegen weigert, wird festgesetzt und die Waren werden konfisziert.
  • Art. 3 verbietet den Maormern unprovozierte kriegerische Handlungen gegen Handelsschiffe vorzunehmen oder sich in den legalen Handel einzumischen. Im Gegenzug dafür stehen ihnen 15% der Registrierungsgebühren zu, die am 15. Tag jedes Monats ausgezahlt werden.
  • Art. 4 sieht die Einführung eines Feiertags vor, um die Unterzeichnung des Abkommens zu feiern. Am Ruhm der Schlange werden Einladungen an Würdenträger der Maormer und besondere Gäste ausgesprochen. Es wird mit Musik, Freude und einem Festmahl gefeiert.
    • Zusatz 1 zum Artikel begrenzt die Teilnehmer des Festmahls auf die maormerischen Gäste, die Bürgermeisterin von Mistral, sowie drei von ihr gewählte und vom Maormer-Botschafter bestätigte Gäste. Außerdem verbietet er das Auftischen von Gezuckertem Stinkfisch beim Festmahl.
  • Art. 5 erklärt, dass die Bedingungen des Vertrages alle zehn Jahre zu prüfen und gegebenenfalls Zusätze zu verhandeln sind.[1]

Ende des Abkommens

Das Abkommen hielt viele Generationen[2] bis zum Schicksalsjahr 2Ä 582.

In 2Ä 582 kam die Goldflotte des Aldmeri-Dominion nach Khenarthis Rast. Die Flotte sank zum Großteil in einem aufziehenden Orkan, doch hielt die Maormer das nicht davon ab, zu behaupten, das Dominion sei widerreichtlich in ihre heimatlichen Gewässer vorgedrungen.[3] Silvenar Edhelorn setzte Verhandlungen mit Oberhaupt Harrani und Maormer-Botschafter Ulondil an, um einen Kompromiss zu finden.[3] Weder Ulondil noch Harrani wollten oder konnten dem Silvenar ihre Kopie des Vertrags vorlegen, um eine Verhandlungsgrundlage zu bilden.[4]

Razum-dar schickte schließlich einen Abenteurer zum Silvenar, um ihm zu helfen. Als auch der Abenteurer es nicht schaffte, von Harrani oder Ulondil eine Kopie des Abkommens zu erhalten, brach er in die Maormer-Botschaft ein und entwendete eine Kopie. Als er das Abkommen dem Silvenar überreichen wollte, fand er diesen ermordet vor. Im Laufe der Ermittlungen wurde Ulondil als Mörder enttarnt. Die Maormer wurden aus Mistral vertrieben[5] und Harrani stellte Khenarthis Rast unter den Schutz des Dominions.[2]

Geschichtliche Einordnung und Bewertung

Schon zur Zeit der Unterzeichnung war allen Beteiligten bewusst, dass der Vertrag ein asymmetrisches Bündnis dokumentiert, das unter militärischem Druck geschlossen wurde und wirtschaftliche sowie diplomatische Abhängigkeiten festschreibt. Es war daher von Beginn an kein gleichberechtigter Friedensvertrag, sondern ein formalisiertes Schutz- und Ausbeutungsverhältnis. Die juristische Sprache verschleiert, dass nahezu alle Verpflichtungen bei den Bewohnern der Insel liegen, während die Maormer ihre militärische Überlegenheit lediglich in eine regulierte Form der Kontrolle überführen.

Besonders auffällig ist die wirtschaftliche Dimension des Vertrags: Handel, Hafenrechte und selbst kulturelle Ausdrucksformen werden den Maormern unterstellt. Der Feiertag „Ruhm der Schlange“ dient weniger der Versöhnung als der symbolischen Zementierung maormerischer Dominanz, wobei selbst kulinarische Details Ausdruck kultureller Geringschätzung sind.

Der Vertrag liefert in geschichtlicher Retroperspektive ein prägnantes Beispiel für imperiale Diplomatie in Tamriel, bei der Gewaltandrohung durch bürokratische Strukturen ersetzt wird. Er verdeutlicht, wie in diesem Fall politische Abkommen genutzt werden, um Abhängigkeiten zu legitimieren, ohne offene Besatzung auszuüben, und ist damit auch für die heutige Zeit eine zentrale Quelle für das Verständnis maormerischer Außenpolitik.

Literatur

Anmerkungen