RPG Endless Travellers: Darkness Rising

Dieses Thema im Forum "Endless Travellers" wurde erstellt von VanDarkmind, 1. Juni 2015.

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  1. Jad

    Jad Angehöriger

    Der Magier warf hier mit Begriffen um sich die neu für den seveldarischen Agenten waren. Ätherkristall? Karte mit leuchtenden Punkten? Hinter Alexis tönte das surrende Geräusch eines geschwind mischenden Kartenstapels "Entschuldigt mein Guter. Wie es scheint wart Ihr unlängst hier gewesen. Meine bimmelnde Wenigkeit hatte noch nicht das Vergnügend dieser Pilgerstätte der mathematischen Magie huldigen zu dürfen." Feste zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger samt Arm auf den faustgroßen Würfel, wodurch er seine Lieblingsbeschäftigung kurz unterbrechen musste. "Was also ist ein Ätherkristall? Warum liegt hier ein kleiner Würfel über uns und was für Punkte leuchten auf diesem Relief von Maradar auf?" Der Harlekin beguckte sich die drei Statuen in ihren unterschiedlichen Posen. "Wenn Ihr auch noch etwas über die Gesellen hier wüsstest wäre ich Euch zutiefst dankbar." Das ihm wohlige Geräusch der Karten stellte sich wieder ein. Manchmal überlegte er ob er es noch bewusst tat, oder seine Hände von selbst mit mischen anfingen.

    Es gibt einiges was hier auf eine Entdeckung wartete. Leider hatte er noch nicht gefunden was er eigentlich hier erwartet und erhofft hatte. Seine Augen suchten die ganzen Ränder und Ecken des Raumes nach Hinweisen auf den Funkelstab ab. Das Relief im vorherigen Raum sagte es ganz klar, dass hier eines der fünf Bruchstücke zu finden sein müsste. Nur wo? Die alte Zivilisation würde so ein Artefakt nicht einfach zur Schau stellen wie diese Personifizierung des Äthers. Der Narr war sich nicht mal sicher ob der Funkelstab wirklich von dieser alten Zivilisation erschaffen wurde. Es war ihm nur bekannt, dass dieses Volk weitreichende Kenntnisse über ihn erlangt hatte, ebenso wie die Nadel und den Geisterhammer. Da könnte man besonders als Fachunkundiger, zu dem sich Feste leider zählen musste, annehmen, dass der Funkelstab also auch ihr Werk war. Er hoffte neben dem Aufenthaltsort des Bruchstücks vielleicht auch so etwas wie einen Lexikoneintrag, oder zumindest eine Beschreibung finden zu können. Solche Aufbewahrungsorte waren nie ohne Hinweise, wie etwa: 'Führt den Kelch nicht am großen Siegel vorbei!' Der Narr musste über seine Gedanken selbst kichern und schnitt eine schiefe Grimasse. Kaum über die Selbstironie hinweg war er da. Einfach so als hätte das Bruchstück nur auf ihn gewartet. Der eine Moment der dem Narren zeigte wonach der die letzten 10 Jahre gesucht hatte.

    Feste erstarrte regelrecht zur Salzsäule für einen Moment. Er stand einfach da. Andächtig. Schweigend. Ohne Grimasse. Ohne Grinsen. Nur still und erleichtert und schaute am Würfel vorbei empor zur Raumdecke. Dort schwebte ganz unzentral über einer auf den ersten Blick zufällig aus der Wand ragenden Steinquader von bestimmt mehreren Tonnen ein kleine, tellergroße, durchsichtige Kugel die sich irisierend in langsamer Rotation um ein Stück mattes Metall bewegte. Es musste einiges an Einfallsreichtum angewendet werden um dort heranzukommen. Doch wie nur anstellen? Feste, inzwischen aus seiner andächtigen Körperhaltung wieder erwacht, überlegte. "Apropos 'wir brauchen'. Ich brauche dieses Stück Metall in der schwebenden Kugel." Der Narr sah sich um. Keine Leiter, keine Erhebungen in der Nähe auf die man kraxeln könnte, nicht mal Kerben in der Wand. Bis auf die exakten geometrischen Figuren waren alle Flächen hier fast unmenschlich glatt geschliffen. Die Geomanten dieses Ortes mussten regelrechte Ordnungsfanatiker gewesen sein. Geomanten! Er drehte sich zu Lithia. "Verehrteste!?" Er lief ihr entgegen. "Ihr könntet mir einen großen Gefallen tun. Ich benötige Eure magischen Kräfte. Könnt Ihr mir eine Treppe aus den Steinen dieses Raumes bauen, so dass ich dort hinauf gelangen vermag? Vielleicht könnt Ihr den großen Quader auch herunterholen. Ich bin mir nicht sicher wie Eure Magie wirkt. Ich hatte bisher noch nicht Gelegenheit einem Vertreter bei der Ausübung eures Fachs beizuwohnen." Die Glöckchen klingelten freudig als er mit dem Kopf wackelte um seine Vorfreude Ausdruck zu verleihen. "Aber nicht, dass Ihr den Raum zum Einsturz bringt. Ich hänge am Leben." Der Narr steckte seine Karten weg, in den Flickenwams und wartete auf Lithias Reaktion.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. April 2017
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  2. Asteria

    Asteria Freund des Hauses

    Das Kichern des Harlekins erfüllte die Gänge auf dem Weg zu ihrem.. - doch recht unbestimmten - Ziel.
    Sie waren bereits tiefer in dieses Gestein eingetreten und langsam kam sogar die Geomantin an einen Punkt, an dem sie nicht alle Aufbaue dieser Örtlichkeit zu verstehen vermochte. Auch ihre Mächte waren begrenzt, jetzt, in ihrer zurückerlangten, künstlichen Menschlichkeit. "...oder ein ausgelutschter Zauberstab!", rief Feste im Vorbeisausen aufgeregt zu der Priesterin. Diese zuckte nur planlos mit ihren Schultern, etwas verdutzt, doch konnte sie sich nicht begeistern lassen. Tief in ihr zehrte die zurückerlangene Erinnerung an ihre Schwester an ihrer Standhaftigkeit. Die Kälte des ovalen Steins in ihrer Brust durchstach nahezu das düstre Herz in ihr. Asrelia hatte Qualen durchlitten und Lithia hatte einst große Qualen bereitet. So sehr die Priesterin es auch versuchte, sie konnte nicht tiefer graben, nicht mehr darüber in Erfahrung bringen, was genau aus ihrer Schwester geworden war und was Lithia zu so großem Zorn geführt hatte. Verzweifelt versuchte sich Lithia an die Ziele die da noch kamen zu klammern, doch in Zukunft würde es ihr schwerer fallen, mit dem Wissen, dass ihre Erinnerungen irgendwo verborgen waren, jene, die ihre Persönlichkeit einst und noch immer etwas ausmachten.
    Als das Lachen des aufgedrehten Narren verstummte, trat Lithia stummschweigend hinter dem Witzbold her, um herauszufinden, was diesen plötzlichen und doch herbeigesehnten Wandel ausgelöst hatte. Sie brauchte nicht einmal den Raum betreten, um zu spüren, wie machtvoll diese Hallen waren. Wie eine Hitzewelle schlug die Magie der Halle auf Lithia ein und raubte ihren Atem. Sprachlos folgte Lithia daraufhin Alexis tiefer in die Halle hinein, dem dieser Ort auf eine verschobene, unerklärliche Art vertrauter zu sein schien, als ihr, die doch bereits über eintausend Jahre Lebenserfahrung verborgen hielt.
    Gruselig instabil und doch organisiert spürte Lithia jeden sauber platzierten Stein und jeden Mechanismus dieses Raumes, der von unerklärlich alter und starker Magie zusammengehalten wurde - denn ganz offensichtlich war hier seit sehr, sehr langer Zeit niemand mehr. Trotz dieser einschüchternden Gefühle konnte Lithia nicht ganz einschätzen, wie gefährlich der Aufenthalt in diesen Hallen wirklich war. Einzig die Aufmachung des Würfels, der auf dem Sockel ruhte und jener Projektion, die Lithia nur schwer einordnen konnte, äußerten, dass der Ort bestimmt dazu war, dass er gefunden wurde.

    Lithia kam vor dem Sockel, auf dem der Würfel ruhte, zum Stehen. Etwas geblendet von dieser magischen Projektion duckte sie sich herunter an die Tafel, die sie dort entdeckte, und fuhr mit den kalten Fingern über jene Schriften. Selbst sie konnte diese verstehen und ging jedes Wort der Tafel im Kopf durch. Dabei blendete sie jegliche Unterhaltungen der Gefährten aus und sah zweifelnd herüber zu den Statuen.
    "Verehrteste!?", riss Feste die Priesterin aus ihren Gedanken. Wieso würde der Narr diesen eigenartigen Gegenstand brauchen? Es schien Lithia mittlerweile als hätte jeder seine verborgenen Wurzeln in dieser Halle und kurz sah die Geomantin zu der Echse herüber. Gab es noch mehr, von dem sie nichts wusste? Xynalithia verschränkte ihre Arme und blickte ernst in das Gesicht Feste's. Nachdem sie sich alleine und gänzlich vergessen den Weg durch den dicksten Felsen geschlagen hatte und ihre Ahnungslosigkeit sie beinahe zu einem simplen Werkzeug gemacht hatte, fühlte sie sich.. gekränkt. Etwas verschreckt über die Erkenntnis dessen, wie sich dieses "Gefühl" nun einmal anfühlte, und der Wirkung auf sie, rollte sie mit den Augen und machte keine Anstalten, ihrem Gefühl freien Lauf zu lassen. Zum Glück aller Anwesenden verschmolz ihr Frust mit einer zunächst kaum zuzuordnenden Geste, die beinahe aussah, als wolle sie die finstersten Dämonen heraufbeschwören, die Maradar je gesehen hätte: Sie stampfte mit dem rechten Bein stämmig vor, hob langsam und erzitternd die Arme empor und riss somit einen massiven Felsen empor, ein abstrakter Ausdruck ihrer inneren Welt, der genug Stufen und Kanten zum Festhalten und Hinaufsteigen bot, gar wie eine steinerne Trittleiter. Das Loch, das jetzt tiefer im Felsboden unter ihnen steckte, würde Lithia lieber wieder verschließen, sobald der Narr mit seinen unerklärlichen Ideen fertig war.
    "Fasst nur nichts an, bei dem Ihr euch wirklich sicher seid. Dieser Ort ist nicht ungefährlich.", raunte sie und machte eine eilige, einladende Handbewegung zu ihrem magisch erschaffenen Hilfsstück. "Das muss reichen.", murmelte sie. Ihr Geist war müde und erschöpft, fast mehr von den aufzehrenden Ereignissen, als von den körperlichen Anstrengungen. Dem emporragenden Stein sah man an, wie lustlos Lithia ihre nicht zu unterschätzende Kraft inzwischen einsetzte. Lieber wollte sie sich wieder mit der Tafel befassen.
    "Seht mal.", sprach sie zu den zwei anderen Gefährten also, "Jemand hat uns, oder wem auch immer diese Hinterlassenschaft gewidmet ist, eine Nachricht hinterlassen und ich glaube, sie ist von ziemlicher Wichtigkeit für uns." Mit verschränkten Armen blickte sie sich genauer um und besah sich der feinen Arbeiten einstiger Geomanten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Mai 2017
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  3. Jad

    Jad Angehöriger

    Die unheimlich aussehende Geomantin tat wie ihr geheißen als wäre diese Anfrage eine Beleidigung für ihre Fähigkeiten. Man hätte auch einen Elfenhandwerker bitten können einen Stock anzuspitzen um als Speer zu fungieren. Ähnlich muss sich Xynalithia gefühlt haben. Doch immerhin war es noch nicht unter ihrer Würde und aus dem Nichts erhob sich eine Unebenheit aus Fels und Gestein, wo vorher makellose Glätte war. Der Felsen passte überhaupt nicht ins Gesamtbild des Raumes und wirkte nicht nur deplatziert, sondern regelrecht wie eine Wucherung auf dem glatten Antlitz der magischen Baumeister. All diese Vergleiche scherten den Narren nicht. Die Erhebung war genau das was er brauchte und zweckdienlich so platziert, dass so etwas wie natürliche Stufen, mal schief, mal mit mehr Abstand als zuvor zum großen glatten Steinquader empor reichten. Er führte seine Hand lasch von der Schläfe weg und breitet sie zum Dank etwas aus. Lithia hingegen war schon wieder fortgelaufen zur eingestaubten Tafel, für die sie offensichtlich mehr Interesse hatte als für das Metallstück in der irisierenden Kugel. Wer könnte es ihr verdenken? Seltsam war es für Feste dennoch, dass sie nicht weiter nachfragte. Gehörten Frauen nicht zu den neugierigsten Wesen der Welt? Nun Magierinnen anscheinend nicht. Ihm war es Recht. Beschwingt begann er zu klettern, ja regelrecht zu hüpfen wie ein Affe von Vorsprung zu Vorsprung. Ging hier auf den Händen an einer Kante entlang, schwang dort zur nächsten herüber und ließ seine Glöckchen dabei ordentlich klingeln. Betrachtete man den Narren dabei, könnte man gut annehmen es gehöre alles zu einem Spiel für ihn, als wäre alles nur Jux. Schließlich bestand die Schwerkraft ebenso für den Seveldarer wie jeden anderen auch und nur ein unbedachter Schritt, eine Handbreit danebengegriffen und es hätte schmerzhafte Folgen für seine Knochen. Doch der Sturz blieb aus. Feste schien nicht mal erleichtert zu sein als er oben ankam. Er tat es einfach. Nun war es ohnehin schwer zu erahnen was in dem Querkopf vorging, aber anhand dieser Szene zeigte sich gut, dass sich er Harlekin weit weniger Gedanken um Dinge machte als der normale Mensch. Ob das seinen Talenten und Fähigkeiten zu verdanken war, oder einfach seiner Persönlichkeit blieb dem Betrachter verborgen. Natürlich hieß das nicht, dass er unaufmerksam wäre. Selbst bei so etwas wie diesem 'Kletterspiel' erfasste er alles um sich was er erfassen konnte. Seine Augen waren stets wach und seine Ohren gespitzt.

    Letztlich gab es jedoch auch die Momente wo ein Ding oder eine Situation sämtliche Vorsicht vergessen ließ. 'Wagemut' könnte man dem Narren also durchaus zuschreiben. Der Moment als er schließlich der schwebenden Kugel mit dem begehrten Inhalt gegenüberstand war so ein Moment. Alles in dem Flickenwams schüttelte sich regelrecht vor Vorfreude. Bedächtig tat er nun vorsichtig einen Schritt vor den anderen. Als wäre es ein Seil auf dem er balancieren müsste. Dabei hätte er sich quer auf den Steinquader legen können und es würde noch immer Stein unter und über ihm hervorragen. Nein, es war mehr die Magie des Augenblicks. In Händen halten zu können wofür er Gefahren auf sich genommen und quälende Suchen verbracht hatte. Nun war es soweit! Er stand jetzt direkt vor der Kugel die leise summend gemächlich, sanft auf- und abwippte. Wenn Soir das nur miterleben könnte. Sie wäre erstaunt und erschrocken zugleich. Der Erste Beweis für die Existenz des Funkelstabs. Keine Abbildung. Kein Gerücht... Behutsam schloss er seine Handflächen um die Kugel von beiden Seiten und ob sie an.

    Kaum berührt, schoss eine undefinierbare Kraft durch seinen Leib und seine Muskeln verkrampften. Schmerz. Als wäre ein Blitz in ihn eingeschlagen. Mehr und mehr floss diese Energie in seinen Leib, durchdrang sein Fleisch und seine Nerven und sammelte sich in seinem Kopf. Es fühlte sich an als würde sein Schädel explodieren. Als wollte diese Energie mit einem Stoß hinaus in die Freiheit und brauchte einen Körper als Katalysator. Der Narr versuchte unter Kraftanstrengungen seine Finger zu lösen. Doch selbst den Kopf etwas zu bewegen war ihm fast unmöglich, geschweige denn die Hände. Alles in ihm verkrampfte. Er wollte rufen, schreien, irgendwas um Hilfe zu erhaschen. Doch selbst seine Stimme versagte ihm. Als wäre ihm das Wort im Halse stecken geblieben. Gerade als er sich mental dafür schellten wollte für diese unbekümmerte Narretei geschah etwas seltsames. Das Hämmern in seinem Kopf wandelte sich. Es nahm Formen an, wurde zu einem erfassbaren Gebilde. Würde einer seiner Gefährten jetzt hier bei ihm sein er würde sehen wie diese unbekannte Energie seine Äugen zum Leuchten brachte, im wahrsten Sinne des Worten. Aus Festes Augäpfeln strahlte ein blauweißes Licht. Er konnte nichts dagegen machen.

    Von einem unerwarteten Moment stolperte der Unsägliche in den nächsten. Festes Körper gehorchte ihm nur nicht mehr, sondern - viel schlimmer - gehorchte nun dieser Kraft in ihm, zumindest teilweise. Sein Mund bewegte sich, ohne das Worte herauskamen, ohne dass es der Narr wollte. Der Rest war weiterhin starr vor Krampf. Im inneren des Schädels jedoch gingen seine Gedanken um und gaben seinen Mundbewegungen eine lautlose Stimme.


    Der Opfer gedacht,
    Der Gussform gebracht,
    Dem Stab gegolten,
    Der Macht gezollten,
    Eine Seele für jeden,
    Das Bruchstücke leben.

    Erfüllt mit der Gabe,
    Woran es sich labe,
    Kein Ausweg wird's geben,
    Für das gegebene Leben,
    Mit Freude empfangen,
    Ins Innere zu gelangen.

    Finde die Seele,
    Die bereit zu geben,
    Doch ohne Befehle,
    Den Zauber zu weben,
    Ew'ge Ruhe zu finden,
    Den Splitter zu binden.

    Dann trage zum Nächsten,
    Zu verborgenen Orten,
    Zu wiederholen die Gesten,
    Mit anderen Worten,
    Bis alle beseelt,
    Erweckt aus dem Grab,
    Und keines mehr fehlt,
    Zu vollenden den Stab.



    Damit versiegte die Magie so schnell wie sie gekommen war. Doch der Narr konnte sich noch immer nicht rühren. Was war da gerade passiert? Wer hatte da in seinem Kopf gesprochen? Die Worte haben sich seine Gedanken gebrannt wie ein Mal. Er konnte jede Zeile ohne Zögern wiederholen. Was ihn aber noch mehr erstaunte. Er hatte den Sinn hinter diesem Reim verstanden. Doch konnte es wirklich so sein? Es wäre fatal wenn er Recht haben würde. Feste merkte wie er sich wieder rühren konnte. Noch immer hielt er seine Hände so, dass sie die irisierende, durchsichtige Kugel umklammerten. Selbige war jedoch verschwunden. Er führte die Hände unter dem Bruchstück zusammen, welches wie von Zauberhand aus seiner Schwebe gebannt wurde und langsam auf seine Finger glitt. Es war leichter als gedacht. Erst jetzt konnte es sich der Narr richtig betrachten. Das Bruchstück war deutlich das Stück eines Stabs, welches sowohl oben als auch unten abgebrochen schien. Das Metall kannte er nicht. Es fühlte sich an wie Metall und doch gab es kein Metall was derart leicht war. Auf keinen Fall war es Eisen oder Stahl, obwohl es die Farbe hatte. Jedoch ist es auch kein Silber oder Gold. Dafür wirkt es zu stabil und fest, obwohl es das Gewicht wohl hatte. Ganz filigrane Linien verliefen über die glatte Oberfläche die sich leicht kühl, aber nicht kalt anfühlte. Es war nicht zu erkennen, ob die Linien irgendwelche Muster oder gar Worte bilden sollten. Dafür gab es zu wenig Fläche. Immerhin existierten fünf Bruchstücke des Funkelstabs und wenn alle die gleiche Größe hatten wie dieses hier, dann hätte der Funkelstab wohl eine Länge von ungefähr zwei Metern. Dabei hatte er nicht mal einen Durchmesser von 2cm. Es wäre also tatsächlich ein schmaler, langer Stab aus seltsamen Material. Diese Erkenntnis erstaunte Feste. Manchmal waren die Dinge eben doch so einfach wie es den Anschein hatte. Der Narr entschied sich den Stab in seinem Wams zu verstauen. Er würde später einen besseren Platz dafür finden müssen, besonders, wenn er irgendwann ein zweites Stück finden würde, würde es unbequem werden. Nun musste er erst einmal die heikle Aufgabe dieses Bruchstücks erfüllen. Allein das war schon schwer genug. Gedankenversunken machte er sich an den Abstieg und kam kurz darauf wieder unten an.
     
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  4. Harvald

    Harvald Ehrbarer Bürger

    "Ich werde tun worum ihr mich gebeten habt," antwortete er dem Elfen. "Ich würde diese Geste jetzt nicht überbewerten. Serafine ist anders, sehr anders ... Anders als alle Menschen, die ich je getroffen habe. Sie stammt aus Port Raven und war dort, als der Riss entstand. Dort ist wohl nichts mehr so, wie es die Götter bestimmt haben und die Toten finden den Weg in die Unterwelt nicht mehr. Jedenfalls trägt sie neben ihrer eigenen, die Seelen ihrer beiden Schwestern. Sie gingen in ihren Körper über, als sie in ihren Armen starben. Ich habe sie zweimal gesehen; in der Nacht als die Sandgeister kamen, sie sich mit ihnen vereinten und sie mit den Geistern der Uthar tanzten. Zum zweiten Mal gestern, als die Magier eine Welle der Vernichtung vom Berg hinab schickten und sie vereint der Magie trotzten. Die Seelen sind ganz unterschiedlich. Welche von den drei Persönlichkeiten weniger Groll gegen euch hegt, wer weiß....." Er holte Luft und sein blick kehrte für einen Moment in die Realität zurück. "Die eine, Seherezade, eine besonnene Frau mit Kenntnissen in der Wundversorgung, die andere Semiramiss eine unbedeutende Magierin, die ein paar alte Schriftzeichen und ein paar nützliche Runen als Kind im Tempel abgeschaut hat, und die eigentliche Herrin des Körpers, Serafine, ein tapferes, sehr entschlossenes Mädchen, eine Kämpferin mit guten Anlagen als Schützin. Ein Wunder, dass sie nicht wahnsinnig geworden ist, als die Seelen ihrer Schwestern in ihren Körper fuhren. Die Magier hier bezeichneten sie als stark. Was auch immer das heißt. Ein letztes noch Feyndri'hall von den Himmelselfen. Gleichgültig was sie zu euch sagt, fragt sie nie etwas, denn das bereitet ihr Schmerzen, was mir nicht gefallen würde."

    Und so ließ er den Elfen zurück und trat ins Freie. Irgend etwas lag in der Luft und so ging er zu den Pferden und begann die Beladung zu kontrollieren. Die dumpfen Geräusche im Felsen machten nicht nur ihn und die Pferde, sondern auch die Dämonen hinter der Barriere nervös.

    Einige Augenblicke später erschien auch Serafine wieder im Freien, das Bekleidungsbündel und den Dolch unter dem Arm. "Twiggy ist noch viel zu schwach. Ich habe die Klamotten und den Dolch erst einmal wieder mitgebracht. Sie kann die Sachen noch nicht brauchen. Lediglich das Leinenhemd habe ich ihr anziehen können, damit sie nicht völlig nackt ist. Andererseits... das wird schon. Sie hat alle Tauben aufgegessen und das in einer Geschwindigkeit sage ich dir..., als ob ich ihr das Essen wieder wegnehmen wollte." Serafine stopfte die Sachen sorgfältig in die Satteltasche ihres Pferdes.

    Als ihr Blick jedoch auf den Krieger in der grauen Rüstung fiel, der mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, halb im Schatten der Arkaden saß, die Axt über den Knieen liegen sah trat Serafine mit ernstem Gesicht neben ihn. Die Leichtigkeit war wie weggeblasen. "Was hörst du" fragte sie während sie angestrengt zum Passweg sah.

    "Den Drachen, er kommt den Berg hoch, langsam und ein Mensch ist bei ihm. Geh hinein und schaffe so viele Pferde wie du kannst in die Höhlen der Stadt. Hier an der Oberfläche haben sie keine Chance zu überleben. Sollten wir überleben, werden wir sie brauchen."

    "Wenn du versuchst mich wegzuschicken..." Harvald wandte ihr das Gesicht zu und öffnete die irislosen Augen, in deren abgrundloser Schwärze das Sternenfeuer wie nie zuvor funkelte. "Mach schon, damit du deinen Tod nicht verpasst." peitschte seine Stimme mit unerbittlicher Schärfe. Serafine zuckte wie unter einem Schlag zusammen und ging zu den Pferden, mit denen sie wenige Minuten später im Innern verschwand. Sie hatte auch das Pferd des Elfen mitgenommen.

    Eine Sekunde lang schüttelte er den Kopf, bevor er weiter mit geschlossenen Augen wartete und das Pulsen der Lebensenergie der getöteten Dämonen wie ein Rauschen in seinen Ohren klang. Fast liebevoll wische er imaginäre Staubkörner von den niemals stumpf werdenden Klingen der Axt. Langsam schlossen sich die Hände um den Stiel der Axt und die Knochen des Seelenteufels schmiegten sich in Dämonenhaut der gepanzerten Handschuhe. Der Dieb der nicht gelebten Jahre, schien auf das nächsten Blutbad nur zu lauern.

    Minuten später, der Sand wirbelte zwischen den Felsen auf, klang ihre Stimme hinter ihm glockenklar in der Stille: "Wir sind hier, hinter dir." und steckte den langen Zopf in die Rüstung.

    "Setz dich es wird dauern und es ist wenig effektiv mit steifen Muskeln zu kämpfen."

    Sie warteten ....
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Mai 2017
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  5. Jad

    Jad Angehöriger

    "Es ist unser nächstes Ziel". Alexis schaute gar nicht auf, noch immer fasziniert davon was er hier vor erblickte. Die leuchtenden Punkte, die der Würfel projizierte wiesen den Weg. Ob es eine Art Schatzsuche sein würde? Immer von Punkt zu Punkt einen unsichtbaren Pfad entlang... eine endlose Reise von endlosen Reisenden? Wer wusste das schon? Es musste schließlich irgendwo auch ein Ziel geben. "Der Würfel dort oben ist das Behältnis welches Wissen über die vergangenen Äonen enthält. Wir benötigen jeden Fetzen davon, wenn der Riss in Port Raven jemals geschlossen werden sollte." Es klingelte hinter ihm. "Aha." Feste stupste sich an die Nase als hätte ein kleines Mädchen gerade einen Schmetterling beobachtet wie er auf ihrer Nasenspitze landete um danach gleich weiterzufliegen. "Dann sind es also die Geheimnisse der Geomanten dieses Ortes das was wir zu ergründen suchen? Dieser... wie nanntet Ihr sie 'alte Zivilisation'?" Für einen Moment ließ der Magier von den Wundern dieses Raumes ab und sah den Narren hab. "Habe ich das?" Er war sich dessen nicht sicher. Hat er sie wirklich so genannt? Laut? "Vergesst es, vielleicht habe ich das auch nur geträumt." Der Harlekin strahlte noch immer angesichts des Fortschritts den er bei seiner Suche gemacht hatte. Man hätte ihm jede schlechte Kunde zurzeit als gute verkünden können. Es hätte seine Stimmung nicht mal getrübt. "Also der Würfel soll es sein der Herr?", fragte er als würde der das Artefakt zum Verkauf anbieten. Der Mann der mit Narrenkappe stellte sich vor die Säule und schaute hinauf. "Vielleicht könnte man ihn hinunterschießen, mit einem gezielten Treffer vielleicht...?" Sein Blick ging zu Haj'ett der sich bisher erstaunlich still im Hintergrund herumdrückte. "Was meint Ihr mein schuppiger Freund? Könnte einer euer Bolzen diesen Steinquader von der Auflage schießen? Ich würde auch versuchen ihn zu fangen." Er streckte symbolisch die Arme empor. Gerade als er sich einstellte eine Reaktion vom Echsenmenschen zu empfangen, brach das Chaos aus.

    Aus heiterem Himmel bebte die Erde, die Wände, die Decke.. ja der ganze Berg schien zu singen. Festes Blick ging sofort zu Lithia. Immerhin war sie die erste Anlaufstelle, wenn sich die Steine bewegen würden. "Habt ihr etwas...?" Doch die Frage wurde beantwortet bevor er sie auf wackligen Beinen zuende Stellen konnte. Aus dem Beben wurde ein Grollen, aus dem Rauschen ein ohrenbetäubender Donner und da waren sie: Augen, so groß wie der ganze Seveldarer. Gelb, hitzig, voller Wut und Macht. Aus der Dunkelheit der schummrigen Lichts brach eine gewaltige Schnauze mit harten Schuppen und qualmenden Nüstern in die Halle. Was Jahrhunderte in perfekter Ordnung und schnurgerader Linie geschnitten war, wurde in Sekunden in Schutt und Asche gelegt. Drache... verdammt der DRACHE!

    Feste trauten seinen Augen nicht. Das haushohe Ungetüm grub sich doch tatsächlich in einer Geschwindigkeit durch den Fels den jeden gestandenen Maulwurf erblassen lassen würde. Mehr noch. Er bahnte sich regelrecht einen Weg durch die Gedärme der Erde als wäre er besessen davon den Himmel wieder zu sehen. Die Folgen waren verheerend. Stein um Stein gab nach und fiel in sich zusammen. Die Statuen kippten, sogar die tragenden Säulen dieses Saals. "WIR MÜSSEN HIER RAUS!", rief der Narr gegen den Sturm aus Wind und Felsen an. "DER WÜRFEL! SCHNAPPT EUCH DEN WÜRFEL!" Alexis Arm wies dem orientierungslosen Blick des Narren die Richtung. Gerade noch rechtzeitig, den der im Vergleich winzige Steinwürfel zu den anderen Trümmern die hier wild durcheinander stoben wurde aus seiner Halterung gerissen als die Säule zerfiel auf der er bisher thronte. Auch der riesige Vorsprung von dem der Narr das Bruchtstück des Funkelstabs geklaubt hatte kam ihnen nun entgegen.

    Die riesige Echse nahm davon keinerlei Notiz. Unbeirrt grub er sich in Richtung Plateau nach oben. Es dauerte nicht lange und trotz seiner Größe war bald nur noch die Schwanzspitze zu sehen die dem großen Leib den Gang empor folgte. Ruhe kehrte jedoch in keiner Sekunde ein als der Drache den Raum wieder verließ. Beben und Chaos hielten an wo er war. Eines war sicher, wenn sie noch lange hier blieben, würden die Felsen ihnen den Gar ausmachen. "DER WÜRFEL!" Alexis bestand wirklich darauf ihn zu bekommen. Der Narr schaute sich nach Ausgängen um. Im Kopf des Mannes arbeitete es. Blieb ihnen wirklich eine Wahl? Jeder Entscheidung war wahnsinnig. Blieben sie hier würden sie nicht nur den Würfel verlieren der gerade nach oben hinausgesaugt wurde, sondern ihnen würde auch ein schmerzvoller Tod durch Steinschlag gewiss sein. Wenn sie sich in Bewegung setzen würden und die langen Gänge zurückeilen die sich gekommen waren, wäre der Ausgang der gleiche. Nach unten woher der Drache in die Halle brach konnten sie auch nicht. Auch wenn sich dort tendenziell das Beben am ehesten wieder beruhigt hatte, würde der Drache nicht nur sich den Weg geebnet haben. Die seltsame Gestalt und die Dämonenhorde würde jeden Moment seiner Spur folgen. So würden die vier ungeschützt einem Meer aus Klauen, Zähnen und Dornen in die Arme laufen. Feste blickte den bebenden Gang empor. Nein.. ihnen blieb eigentlich nur eine Option.. noch dazu wenn sie überhaupt den Würfel jemals in ihren Besitz haben wollten. Er schaute stumm in die Runde. Sie alle verstanden sich ohne Worte. Jeder wusste was zu tun war. Sie würden sich gegenseitig warnen und schützen müssen und diese Hatz würde nicht nur gegen die Zeit laufen, sondern auch noch mit einem Ungetüm vor ihnen und einem grusligen Wesen samt Dämonenheer hinter ihnen. Dazu allerhand zusammenfallenden Felsen und herabfallende Trümmer. Doch es gab wirklich keine Wahl. Jeder hier wusste das, da war sich der Narr sicher. Feste nickte knapp. "Dann los..." Schon hörten sie das Zischen, Peitschen und Grollen der Dämonen die den Gang hinauf kamen.. und so setzen sie sich in Bewegung.. immer nach oben dem Drachen hinterher, nach oben wo der Würfel irgendwo sein musste, immer nach oben.. zurück zur Sonne... zurück an Tageslicht.
     
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