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Dagoth Urs Pläne

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Dagoth Urs Pläne
Zum Text
Autor Gelehrte und Inquisitoren des Tribunalstempels
Art Bericht
Genre Politische und militärische Untersuchung

Dagoth Urs Pläne (engl. Dagoth Ur's Plans) ist eine für Vivec zusammengestellte Untersuchung der Ziele, Vorgehensweisen und mutmaßlichen Beweggründe Dagoth Urs. Sie verbindet Erkenntnisse über den Aufbau des Sechsten Hauses mit einer vorläufigen Chronologie seiner Unternehmungen und einer Einschätzung der Bedrohung für Morrowind.

Inhalt

Grundlagen und vermutete Ziele

Der Bericht stützt sich auf Verhöre gefangener Schläfer und Kultanhänger, auf deren Schriften sowie auf Aufzeichnungen von Opfern trauminduzierter Manien. Hinzu kommen Befragungen Vivecs über die Feldzüge am Roten Berg. Die Verfasser kennzeichnen ihre Untersuchung als bestmögliche Einschätzung, die auch Mutmaßungen und Schlussfolgerungen enthält.

Als Hauptziel schreiben sie Dagoth Ur die Errichtung einer Theokratie um Akulakhan, das Zweite Numidium, zu. Dieser neue Gott soll nach Kagrenacs Grundsätzen mithilfe des Herzens von Lorkhan geschaffen werden. Das Haus Dagoth soll die Gottpriester stellen und zur beherrschenden politischen Macht aufsteigen.

Weitere Ziele seien die Zerstörung der Autorität des Tempels, die Ausrottung der von Dagoth Ur als minderwertig betrachteten Bevölkerungsgruppen und die Vertreibung des Kaiserreiches. Darauf sollen die Rückeroberung ehemals zu Morrowind gerechneter Gebiete in Himmelsrand und Argonien sowie die Ausbreitung des Akulakhan-Kults durch Umsturz und Eroberung folgen.

Aufbau des Sechsten Hauses

Die Verfasser gliedern Dagoth Urs Vorgehen in vier Phasen:

  1. Sicherung des Roten Berges: Das Tribunal wird vom Herzen ferngehalten, während Akulakhan im Verborgenen entsteht.
  2. Gewinnung von Anhängern und Stützpunkten: Traumzwänge sollen empfängliche Personen gefügig machen. Kogoruhn dient als vorgeschobene Basis; weitere Niederlassungen entstehen in Hafenorten und ärmeren Vierteln der Stadt Vivec. Schmuggler und unzufriedene Bevölkerungsteile sollen für das Sechste Haus gewonnen werden.
  3. Ausweitung und Vorbereitung: Kultzellen breiten sich auf weitere Siedlungen aus. In verlassenen Anlagen werden Anhänger ausgebildet und mögliche politische Gegner bekämpft.
  4. Offene Destabilisierung: Attentate, Terror und Aufstände sollen die kaiserlichen Einrichtungen und ihre Verbündeten im Haus Hlaalu schwächen. Zugleich werden Schläfer und Träumer zur Arbeit an Akulakhan einberufen.

Einschätzung Dagoth Urs

Die Tempelgelehrten vermuten, dass Dagoth Ur in sehr langen Zeiträumen denkt und seine Herrschaft für schicksalhaft bestimmt hält. Als ernsthafte Gegenkräfte erkenne er vor allem das Tribunal, die Daedra, den Kaiser und den Nerevarinen an.

Die Schwächung des Tribunals und der Verlust von Seelendonner und Seelenklinge hätten sein Vertrauen in den eigenen Sieg gestärkt. Unruhen im Kaiserreich und Zweifel an der Nachfolge des Kaisers könnten seine Furcht vor einem Eingreifen vermindern. Eine Verbindung des Nerevarinen zum kaiserlichen Spionagenetz wäre nach Einschätzung der Verfasser jedoch geeignet, ihn zu beunruhigen.

Im Nerevarinen vermute Dagoth Ur zugleich einen gefährlichen Gegner und einen möglicherweise verführbaren Verhandlungspartner. Die Uneinigkeit zwischen ihm und dem Tribunal könne Dagoth Ur als entscheidenden Vorteil betrachten. Die Daedra blieben aufgrund ihrer Macht und schwer durchschaubaren Absichten eine weitere Sorge.

Vorläufige Chronologie

Die Schrift weist ausdrücklich darauf hin, dass ihre Zeitrechnung großenteils aus unvollständigen Informationen erschlossen wurde.

Zeitraum Darstellung des Berichts
Vor 2Ä 882 Dagoth Ur und seine Sippe ruhen träumend unter dem Roten Berg.
2Ä 882 Dagoth Ur und seine Aschenvampire erwachen. Er weiht sich und seine Brüder zu Herzkriegern; der Bau Akulakhans beginnt. Das zum Herzen zurückkehrende Tribunal wird aus dem Hinterhalt angegriffen und vertrieben.
2Ä 882 bis 3Ä 417 Wiederholte Feldzüge des Tribunals scheitern. Dagoth Ur gewinnt durch Träume neue Anhänger; unter ihnen entstehen Corprus-Bestien und Erleuchtete Schläfer.
3Ä 400 Dagoth Uthol besetzt und befestigt Kogoruhn erneut. Peststürme und Seelenkrankheiten breiten sich aus.
3Ä 410 Stützpunkte bei Gnaar Mok und in den Hafenvierteln Vivecs entstehen. Schmugglerverbindungen erweitern den Einflussbereich.
3Ä 415 Kultzellen bestehen in allen Städten Vvardenfells. Abgelegene Anlagen dienen der Züchtung von Kreaturen und der Ausbildung von Anhängern.
3Ä 417 Almalexia und Sotha Sil verlieren Seelenklinge und Seelendonner an Dagoth Odros und Dagoth Vemyn. Vivec rettet die beiden, doch das Tribunal muss sich zurückziehen. Das Ausmaß seiner Schwächung bleibt selbst innerhalb der Priesterschaft weitgehend unbekannt.
3Ä 426–427 Attentate auf bedeutende kaiserliche Bürger und Hlaalu-Anhänger sowie Angriffe durch Kultisten und Erkrankte nehmen zu.

Abschließend hebt der Bericht zwei besondere Gefahren hervor: Dagoth Ur könne offenbar durch seine Anhänger wahrnehmen und sprechen; zugleich seien Umfang und Fortschritt von Akulakhans Erschaffung kaum bekannt. Der Besitz der beiden erbeuteten Werkzeuge könnte dessen Vollendung erheblich erleichtern.

Analyse

Die Schrift versucht, verstreute Beobachtungen zu einem zusammenhängenden Bild gegnerischer Absichten zu verbinden. Dabei unterscheidet sie mehrfach ausdrücklich zwischen Berichten und Vermutungen. Besonders Aussagen über Dagoth Urs Selbstverständnis, seine Ängste und seine Erwartungen sind als Deutungen der Verfasser zu lesen. Die Perspektive des Tempels prägt dennoch die Darstellung. Dagoth Urs Vorhaben wird als Wiederholung dwemerischer Gotteslästerung bewertet; eine mögliche Beeinflussung der Abtrünnigen Priester und des Nerevarinenkults durch das Sechste Haus wird erwogen, aber nicht belegt. Zugleich legt der Bericht die Schwäche des Tribunals und die unzureichende Kenntnis seiner eigenen Priesterschaft bemerkenswert offen.

Eine Zeitangabe bleibt widersprüchlich: Die Schlussnotiz nennt 2Ä 282 als Beginn der Unzugänglichkeit der Herzkammer, während die Chronologie die Vertreibung des Tribunals auf 2Ä 882 datiert. Ob hier ein Schreibfehler vorliegt oder unterschiedliche Angaben zusammengeführt wurden, lässt sich aus dem Text allein nicht entscheiden.