| Biografie der Königin Barenziah | |
|---|---|
| Autor | Stern Gamboge |
| Art | Buch |
| Genre | Biografie |
Biografie der Königin Barenziah (engl. Biography of Queen Barenziah), auch Biographie von Königin Barenziah, ist eine dreibändige Lebensbeschreibung der Königin Barenziah durch den kaiserlichen Schreiber Stern Gamboge. Sie schildert ihren Lebensweg von der Kindheit in Gramfeste über ihre Erziehung und Herrschaft bis zu ihrer Mitwirkung an der Befreiung Kaiser Uriels VII. und ihrem anschließenden Leben in Wegesruh.
Inhalt
Erster Band
Barenziah wird gegen Ende der Zweiten Ära als Tochter des Herrscherpaares von Gramfeste geboren. Ihre frühe Kindheit endet mit dem Krieg gegen Tiber Septim. Nachdem man sie mit ihrem Kindermädchen in den Trümmern gefunden hat, empfiehlt General Symmachus, das Kind am Leben zu erhalten und für eine spätere Verwendung vorzubereiten.
Barenziah wird dem ehemaligen kaiserlichen Heerführer Sven Advensen und dessen Frau anvertraut. In deren Haushalt in Himmelsrand erhält sie eine standesgemäße Erziehung, die sie zugleich mit den Tugenden des Kaiserreiches vertraut machen soll.
Ein Stallbursche behauptet später, Sven wolle sie als Konkubine nach Rihad verkaufen. Barenziah glaubt ihm und flieht mit ihm über Weißlauf nach Rifton. Der Verfasser stellt die behauptete Verkaufsabsicht als Lüge dar, mit der der Junge ihr Vertrauen ausnutzt.
Zweiter Band
In Rifton gerät der Stallbursche an den khajiitischen Dieb Therris. Dieser plant einen Einbruch in das Haus des kaiserlichen Kommandanten, um dort erlangte Informationen an einen Verräter des Kaiserreiches zu verkaufen. Barenziah erfährt von dem Vorhaben und entscheidet sich, den Kommandanten zu warnen. Dabei offenbart sie ihre wahre Herkunft.
Symmachus nimmt sie in seine Obhut und erklärt ihr, dass sie mit achtzehn Jahren die Herrschaft über Gramfeste übernehmen soll. Bis dahin lebt sie bei der kaiserlichen Familie in der Kaiserstadt, wo sie auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet wird. Der Band endet mit ihrem Abschied und ihrer Rückkehr in die Heimat.
Dritter Band
Barenziah übernimmt unter Symmachus’ Anleitung die Herrschaft über Gramfeste. Beide verlieben sich ineinander und heiraten. Nach mehreren Jahrhunderten wird ihr Sohn Helseth geboren, acht Jahre später ihre Tochter Morgiah.
Als sich die Beziehungen zum Kaiserreich verschlechtern, reist Barenziah mit ihren Kindern in die Kaiserstadt. Während einer Audienz erkennt sie im vermeintlichen Kaiser den Barden Nachtigall wieder, der zuvor den Stab des Chaos gestohlen hat. Noch am selben Abend erfährt sie von Symmachus’ Tod und der Einnahme Gramfestes durch Aufständische.
Mit Unterstützung König Eadwyres erfährt sie, dass der falsche Kaiser der Kampfmagier Jagar Tharn ist. Dessen ermordete Gehilfin Ria Silmane hat Eadwyre als Geist über die Gefangenschaft des wahren Kaisers unterrichtet.
Barenziah gewinnt Tharns Vertrauen, liest heimlich in seinem Tagebuch und erfährt von der Teilung des Stabes des Chaos. Sie ermöglicht einem gefangenen Champion die Flucht und ermittelt die Verstecke der acht Stabteile. Anschließend flieht sie mit Eadwyre nach Wegesruh.
Der Champion setzt den Stab wieder zusammen, vernichtet Tharn und befreit Uriel Septim VII. Barenziah heiratet Eadwyre und bleibt mit ihren Kindern bei ihm, während ein Regent Gramfeste verwaltet. Ihre Rückkehr dorthin beabsichtigt sie für die Zeit nach Eadwyres Tod.
Analyse
Kaiserliche Sichtweise
Gamboge beurteilt die geschilderten Ereignisse aus einer deutlich kaiserlichen Perspektive. Die Herrscher Morrowinds erscheinen als dekadent und überheblich; ihre Weigerung, Tibers Forderungen nachzukommen, wird als Ursache des folgenden Unheils dargestellt. Die Berechtigung dieser Forderungen hinterfragt der Verfasser nicht.
Auch Barenziahs Überleben und Erziehung deutet er als Ausdruck kaiserlicher Güte. Ihre Vorbereitung auf die Herrschaft besteht nicht allein in Bildung, sondern ebenso in der Übernahme kaiserlicher Tugenden. Ihre Warnung vor dem geplanten Einbruch bildet eine entsprechende Bewährungsprobe: Sie stellt ihre Treue zum Kaiserreich über ihre persönlichen Bindungen.
Darstellung Barenziahs
Barenziah erscheint als schöne, kluge und gutherzige Frau, deren Tugendhaftigkeit der Verfasser wiederholt hervorhebt. Ihre Flucht erklärt er vor allem durch ihre Unerfahrenheit und den Missbrauch ihres Vertrauens. Die Verantwortung für den Bruch mit ihrem bisherigen Leben schreibt er dem Stallburschen zu.
Im dritten Band handelt sie zunehmend selbstständig. Sie durchschaut den falschen Kaiser, verbirgt ihr Wissen und gewinnt sein Vertrauen. Ihre Nachforschungen und die Unterstützung des Champions machen sie zu einer wesentlichen Beteiligten an der Befreiung Uriels VII. Der Verfasser verbindet ihre politische Befähigung dabei besonders mit Klugheit, Selbstbeherrschung und Treue.
Persönliche Bindungen und Herrschaft
Barenziahs Beziehungen gliedern die Lebensbeschreibung. Ihre Pflegeeltern vermitteln ihr die Grundlagen ihrer Erziehung; die kaiserliche Familie bereitet sie auf ihre Stellung vor. Symmachus verbindet die Aufgaben ihres Ratgebers mit der Rolle ihres späteren Gemahls. Aus dem gemeinsamen Vorgehen gegen Tharn entsteht schließlich ihre Verbindung mit Eadwyre.
Persönliche Zuneigung und politische Ordnung erscheinen dadurch eng miteinander verbunden. Der Schluss führt Barenziah in ein ruhigeres Leben, ohne ihre Bindung an Gramfeste aufzulösen: Ihre Rückkehr bleibt ausdrücklich vorgesehen.
Aussagewert
Die Biografie verbindet Ereignisberichte mit Lob, moralischen Urteilen und Aussagen über die inneren Beweggründe ihrer Personen. Die wiederholte Würdigung kaiserlicher Güte und die günstige Darstellung Barenziahs prägen die Auswahl und Deutung des Erzählten.
Das Werk ist daher sowohl als Lebensbeschreibung als auch als Zeugnis kaiserlicher Vorstellungen von guter Herrschaft zu lesen. Die berichteten Ereignisse sollten von den Wertungen des Verfassers unterschieden werden. Seine Kenntnis sämtlicher zugeschriebener Gefühle und Absichten lässt sich aus der Biografie allein nicht überprüfen.
Überlieferung und Ausgaben
Für den Vergleich liegen Ausgaben aus 3Ä 405, 3Ä 427 und 4Ä 201 vor. Die früheste dieser Ausgaben weicht an mehreren Stellen sachlich von den beiden späteren ab. Zwischen den Ausgaben von 3Ä 427 und 4Ä 201 überwiegen Unterschiede des Wortlauts, von denen einzelne jedoch auch die Bedeutung verändern.
Die Ausgabe von 3Ä 427 trägt den Titel Biographie von Königin Barenziah, diejenige von 4Ä 201 Biografie der Königin Barenziah. Daraus ergibt sich kein unterschiedlicher Gegenstand des Werkes.
Der nachfolgende Vergleich unterscheidet zwischen abweichenden Angaben, zusätzlichen Erläuterungen und bloßen Formulierungsunterschieden. Eine Abweichung allein entscheidet nicht darüber, welche Darstellung historisch zutrifft.
Unterschiede im ersten Band
| Gegenstand | Ausgabe von 3Ä 405 | Ausgaben von 3Ä 427 und 4Ä 201 |
|---|---|---|
| Barenziahs Geburt | Barenziah wird ausdrücklich als Erbin der Herrscher Gramfestes eingeführt. | Die Einleitung nennt ihre Geburt, ohne sie bereits an dieser Stelle ausdrücklich als Erbin zu bezeichnen. Dafür werden Gramfeste als Königreich und Morrowind als nunmehrige kaiserliche Provinz bezeichnet. |
| Tiber Septims Bezeichnung | Genannt wird Tiber Septim. | Ergänzt werden die Zählung „I.“ und seine Bezeichnung als erster Kaiser von Tamriel. |
| Verlauf des Krieges | Nach der Zurückweisung von Tibers Forderungen wird ein großer Teil Morrowinds im folgenden Krieg verwüstet. | Die Dunmer schließen angesichts von Tibers Streitmacht hastig einen Waffenstillstand. Zuvor finden mehrere Schlachten statt, von denen eine Gramfeste verwüstet. |
| Bezeichnung Gramfestes | Eine spätere Bezeichnung wird nicht angeführt. | Gramfeste wird als das nunmehrige Almalexia bezeichnet. |
| Herkunft des Symmachus | Symmachus wird ausdrücklich als in Gramfeste geboren bezeichnet. | Seine Zugehörigkeit zu den Dunkelelfen bleibt genannt, sein Geburtsort entfällt. |
| Svens Titel und Lehen | Sven wird Baron von Blackmoor. | Sven wird Graf von Finstermoor; die entsprechende andere Namensform lautet Darkmoor. |
| Inhalt der Erziehung | Genannt werden allgemein kaiserliche Tugenden und Frömmigkeit. | Die Tugenden werden einzeln aufgeführt: Gehorsam, Diskretion beziehungsweise Verschwiegenheit, Loyalität und Ehrfurcht. |
| Behauptete Verkaufsabsicht | Der Stallbursche berichtet zunächst von einer belauschten Verschwörung seines Beschützers und behauptet anschließend eine Vereinbarung mit einem Rothwardonen. | Das belauschte Gespräch zwischen Sven und dem rothwardonischen Besucher wird unmittelbar mit der behaupteten Verkaufsabsicht verbunden. |
| Aufenthalt in Rifton | Das Paar beendet dort seine Reise. | Das Paar bleibt dort ausdrücklich eine Weile. |
Unterschiede im zweiten Band
| Gegenstand | Ausgabe von 3Ä 405 | Ausgaben von 3Ä 427 und 4Ä 201 |
|---|---|---|
| Barenziahs Vater | Der Rückblick bezeichnet ihn ausdrücklich als König. | An dieser Stelle wird nur ihr Vater genannt. |
| Svens Stellung | Genannt wird Baron Sven von Blackmoor. | Genannt wird Graf Sven von Finstermoor, zusätzlich als loyaler kaiserlicher Vertrauter bezeichnet. |
| Alter bei der Flucht | Der Rückblick wiederholt die Altersangabe nicht. Im ersten Band ist ihr sechzehntes Lebensjahr bereits genannt. | Auch der Rückblick nennt ihr Alter bei der Flucht. |
| Lage Riftons | Rifton liegt an der Grenze Morrowinds. | Rifton liegt nahe der Grenze Morrowinds. |
| Absicht des Stallburschen | Die Lüge erscheint als sein einziges erdachtes Mittel, Barenziah für sich zu gewinnen. | Die Täuschung soll ihre Bindung an ihn festigen. Seine Hoffnung auf eine Änderung ihrer Gefühle wird näher ausgeführt. |
| Haus des Kommandanten | Eine nähere Lage innerhalb Riftons fehlt. | Das Haus liegt im Herzen der Stadt. |
| Barenziahs Gewissenskonflikt | Ihrer Treue zum Kaiserreich steht die Treue zu ihrem Freund gegenüber. | Ihrer Reichstreue steht die Liebe zu ihren Freunden gegenüber. |
| Identität des Kommandanten | Nach Barenziahs Gespräch mit dem Kommandanten wird gesondert von Symmachus’ Ankunft und seiner Übernahme der Obhut berichtet. Eine ausdrückliche Gleichsetzung fehlt. | Der Kommandant wird ausdrücklich als Symmachus identifiziert. |
| Vorbereitung in der Kaiserstadt | Barenziah soll die kaiserliche Regierung kennenlernen und die Bekanntschaft bedeutender Persönlichkeiten machen. | Sie soll das Regieren erlernen und am kaiserlichen Hof vorgestellt werden. |
| Zeitpunkt ihres Aufenthaltes | Barenziah freundet sich während der letzten Jahre von Tibers Herrschaft mit ihm an. | Ihr Aufenthalt fällt in die mittleren Jahre seiner Herrschaft. |
| Pelagius | Pelagius wird als Tibers Erbe bezeichnet. | Er wird ausdrücklich als Tibers ältester Sohn und Erbe bezeichnet. Zugleich werden weitere Kinder Tibers erwähnt. |
| Abschied | Beschrieben wird ein feierlicher Zug zurück nach Gramfeste. | Beschrieben wird eine Abschiedsprozession vor der Rückkehr in ihre Heimat. |
| Künftige Herrschaft | Barenziah ist bereit, Herrscherin des neuen Königreiches Gramfeste zu werden. | Ihre glorreiche Bestimmung als Herrscherin des Königreiches Gramfeste wird hervorgehoben; die Bezeichnung als neues Königreich entfällt. |
Die Gleichsetzung des Kommandanten mit Symmachus wird durch die Ausgabe von 3Ä 405 nicht ausgeschlossen. Sie ist dort jedoch weniger eindeutig formuliert als in den späteren Ausgaben.
Unterschiede im dritten Band
| Gegenstand | Ausgabe von 3Ä 405 | Ausgaben von 3Ä 427 und 4Ä 201 |
|---|---|---|
| Beginn des Bandes | Barenziahs Aufnahme bei der kaiserlichen Familie wird unmittelbar erzählt. | Der Beginn ist ausdrücklich als Rückblick auf den zweiten Band gestaltet. |
| Dauer des Aufenthaltes | Eine genaue Dauer wird nicht genannt. | Der Aufenthalt in der Kaiserstadt dauert fast ein Jahr. |
| Aufnahme bei der kaiserlichen Familie | Barenziah wird wie eine Tochter behandelt. | Sie wird mit einer lange verloren geglaubten Tochter verglichen. |
| Vorbereitung auf die Herrschaft | Genannt werden ihre Aufgaben als Regentin unter dem Kaiserreich. | Ihre Stellung wird ausdrücklich als die einer Vasallenkönigin bezeichnet. |
| Geburt Helseths | Die Gebete richten sich an eine Göttin, die die Ehe endlich gesegnet habe. | Genannt werden Feiern und freudige Gebete, ohne eine Göttin anzuführen. |
| Bekanntheit des Stabdiebstahls | Der Diebstahl ist damals nicht bekannt. | Er ist damals nicht öffentlich beziehungsweise offiziell bekannt. |
| Beschreibung Nachtigalls | Nachtigall ist ein geschickter Barde. | Er wird zusätzlich als geheimnisvoll beschrieben. |
| Symmachus’ Verbleib | Symmachus bleibt in Gramfeste. | Er bleibt dort, um Bauern und Adel zu beschwichtigen und einen Aufstand abzuwenden. |
| Symmachus’ Tod | Er wird in einer Schlacht getötet. | Er fällt ausdrücklich im Kampf gegen aufständische Bauern. |
| Eadwyres Ankunft | Ein Klopfen an Barenziahs Tür kündigt seinen Besuch an. Er wird als König von Wegesruh vorgestellt. | Das Klopfen entfällt. Sein Beistand wird als Fügung der Götter gedeutet; er wird zunächst als König von Hochfels bezeichnet. |
| Tharns angeblicher Rückzug | Nach der Erwähnung seines Rückzugs wird festgestellt, dass er die Kaiserstadt offenbar nie verlassen habe. | Diese Feststellung entfällt. |
| Rias Tod | Rias Tod wird festgestellt und anschließend durch ihre Ermordung beim Versuch erklärt, den Rat zu warnen. | Zusätzlich erscheint eine angeblich aufgedeckte Verwicklung in einen Verrat als Erklärung ihres Todes. |
| Bezeichnung des Rates | Genannt wird der Rat. | Genannt wird ausdrücklich der Ältestenrat. |
| Rias gefangener Freund | Seine Haft, sein ungenutztes Potenzial und Rias Zugang zu seinen Träumen werden knapp erwähnt. | Er wird bereits hier als Champion bezeichnet. Ria fordert ihn ausdrücklich auf, bis zur Vorbereitung seiner Flucht auszuharren. |
| Verteilung der Stabteile | Tharn hat den Stab in acht Teile zerbrochen und versteckt. | Bereits diese Mitteilung ergänzt, dass die Teile an weit voneinander entfernten Orten Tamriels liegen. |
| Fluchtweg des Champions | Ria öffnet ein Tor in einem dunklen, von Ratten befallenen Winkel des Gefängnisses, den die feigen Goblinwachen meiden. | Ria öffnet mit schwindenden Kräften ein Tor in einem abgelegenen Teil der kaiserlichen Verliese. Ratten und Goblinwachen entfallen. |
| Beginn der Suche | Nach der Flucht wird unmittelbar von Barenziahs weiteren Nachforschungen berichtet. | Ein zusätzlicher Satz stellt fest, dass der Champion frei sei und sich fast sofort an die Arbeit mache. |
| Weitergabe der Verstecke | Eine ausdrückliche Beschreibung des Übermittlungsweges fehlt. | Barenziah gibt ihre Erkenntnisse an Ria weiter, die sie dem Champion übermittelt. |
| Flucht nach Wegesruh | Wegesruh wird als Zufluchtsort genannt. | Die Stadt wird näher als Eadwyres angestammtes Königreich in Hochfels eingeordnet. |
| Tharns Verfolger | Seine Helfer versuchen, Rache zu nehmen. | Sie versuchen, Barenziah und Eadwyre in die Kaiserstadt zurückzubringen oder wenigstens Rache zu nehmen. |
| Wiedervereinigung des Stabes | Der Champion setzt den Stab des Chaos wieder zusammen. | Die Wiedervereinigung seiner acht Teile wird ausdrücklich wiederholt. |
| Würdigung des Symmachus | Sein Dienst für die Familie Septim wird hervorgehoben. | Sein Dienst für die Septim-Dynastie wird hervorgehoben. |
| Heirat mit Eadwyre | Die Hochzeit findet im Jahr nach der Flucht aus der Kaiserstadt statt. | Die Hochzeit findet noch im Jahr der Flucht, kurz nach dieser, statt. |
| Barenziahs Kinder | Ihre Kinder bleiben bei ihr. | Sie werden ausdrücklich als ihre beiden Kinder aus der Ehe mit Symmachus bezeichnet. |
| Schluss | Der Text endet mit ihrer geplanten Rückkehr nach Eadwyres Tod und dem Hinweis auf dessen hohes Alter. | Ein zusätzlicher Schlussabschnitt nennt ihren Aufenthalt mit Helseth und Morgiah in Wegesruh, ihre Mitregierung und ihre Zufriedenheit mit dem ruhigen Leben. |
Die in der Ausgabe von 3Ä 405 erwähnte Göttin bleibt unbenannt. Eine nähere Bestimmung lässt sich aus dieser Stelle nicht gewinnen.
Unterschiede zwischen den Ausgaben von 3Ä 427 und 4Ä 201
Die beiden späteren Ausgaben stimmen in den wesentlichen Ereignissen und zeitlichen Angaben überein. Dennoch sind einzelne Abweichungen ihres Wortlauts für die Auslegung zu beachten.
| Textstelle | Ausgabe von 3Ä 427 | Ausgabe von 4Ä 201 | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Name des Stallburschen | Strenz | Cumar | Unterschiedliche Namensformen derselben Figur. In der älteren Textgrundlage begegnet außerdem die Form Straw. |
| Svens Ausscheiden aus dem Heer | „bei seinem Rücktritt“ | „bei seinem Eintritt in den Ruhestand“ | Die zweite Formulierung bezeichnet den Ruhestand eindeutiger. |
| Kaiserliche Tugenden | „Diskretion“ | „Verschwiegenheit“ | Unterschiedliche Gewichtung innerhalb derselben Aufzählung. |
| Begründung der Flucht | „wenn ihr ihre Tugend etwas wert sei“ | „wenn sie sich etwas wert sei“ | Der ausdrückliche Bezug auf ihre Tugend wird durch eine Aussage über ihren Selbstwert ersetzt. |
| Zeitpunkt der Flucht im Rückblick | „Als sie sechzehn wurde“ | „Kurz nach ihrem 16. Geburtstag“ | Die erste Formulierung bindet die Flucht unmittelbar an das Erreichen des Alters, die zweite setzt sie kurz danach an. |
| Verbindung mit Therris | Strenz „fiel […] auf“ Therris „herein“. | Cumar „freundete sich“ mit Therris an. | Die erste Formulierung unterstellt eine Täuschung durch Therris; die zweite beschreibt eine Freundschaft. |
| Symmachus’ Suche | Er „durchkämmte“ das Land. | Er hatte das Land „durchkämmt“. | Die Suche erscheint einmal als andauernde Tätigkeit und einmal im Rückblick. |
| Göttlicher Beistand | „als Wiedergutmachung ihres Verlustes“ | „quasi als Wiedergutmachung ihres Verlustes“ | Die spätere Formulierung schwächt die Deutung etwas ab. |
| Verhältnis von Tharn und Nachtigall | Jagar Tharn erscheint als eine von Nachtigalls vielen Identitäten. | Nachtigall erscheint als eine von Jagar Tharns vielen Identitäten. | Die Zuordnung wird umgekehrt. Dass beide Bezeichnungen denselben Betrüger betreffen, bleibt bestehen. |
| Angebliche Erklärung für Rias Tod | „wahrscheinlich wurde ein Verrat, in den sie verwickelt war, aufgedeckt“ | Ein Komplott, in das sie „scheinbar verwickelt war“, sei noch „rechtzeitig“ aufgedeckt worden. | Die Ausgabe von 3Ä 427 lässt den Verrat als mögliche tatsächliche Erklärung erscheinen. Die Ausgabe von 4Ä 201 kennzeichnet ihre Verwicklung und die behauptete Aufdeckung stärker als zweifelhaft. |
| Art von Rias Tod | „kurzerhand getötet“ | „kurzerhand hingerichtet“ | Nur die zweite Formulierung bezeichnet den Vorgang ausdrücklich als Hinrichtung. |
| Fähigkeiten des Champions | „damals ungenutzte Fähigkeiten“ | „damals noch ungeahnte Fähigkeiten“ | Ungenutzte Fähigkeiten sind noch nicht eingesetzt; ungeahnte Fähigkeiten sind noch nicht erkannt. Die Aussagen sind daher nicht vollständig gleichbedeutend. |
Weitere Unterschiede, etwa „Luxus“ statt „Prunk“, „verdingen“ statt „anheuern“ oder „bezauberte“ statt „ließ ihren Charme spielen“, betreffen vor allem den Ausdruck.
Namen und unsichere Lesarten
Die Namen Straw, Strenz und Cumar bezeichnen innerhalb der verglichenen Texte denselben Stallburschen. Sie begründen keine zusätzlichen Personen.
Blackmoor in der Ausgabe von 3Ä 405 weicht tatsächlich von Darkmoor beziehungsweise Finstermoor in den späteren Texten ab. Diese Änderung tritt zusammen mit Svens abweichendem Adelstitel auf und sollte bei einer Wiedergabe der ältesten Fassung erhalten bleiben.
Die Formen Rifton und Riften bezeichnen im Zusammenhang der Erzählung denselben Ort. Aus ihrer unterschiedlichen Schreibung ergibt sich kein Wechsel des Schauplatzes.
Die vorliegende Abschrift der Ausgabe von 3Ä 405 nennt als Verfasser Stem Gamboge, während die späteren Ausgaben, den richtigen Namen Stern Gamboge angeben. Ob die abweichende Form auf eine beabsichtigte Namensschreibung oder einen Abschreibfehler zurückgeht, bleibt ohne weiteren Beleg offen.
Bewertung der Fassungsunterschiede
Besonders bedeutsam sind die abweichenden Angaben zu Tibers Regierungszeit während Barenziahs Aufenthalt, zu Svens Titel und Lehen sowie zum Jahr ihrer Heirat mit Eadwyre. Hier stehen unterschiedliche sachliche Aussagen nebeneinander.
Andere Änderungen erweitern vor allem die Erklärung des Geschehens. Dazu gehören Symmachus’ Aufgaben vor dem Aufstand, die angebliche Begründung für Rias Tod und die ausdrückliche Weitergabe der Verstecke des Stabes. Solche Ergänzungen sind von unmittelbaren Widersprüchen zu unterscheiden: Dass eine frühere Ausgabe einen Umstand nicht erwähnt, widerlegt für sich genommen dessen spätere Schilderung nicht.
Auch die Fassungen von 3Ä 427 und 4Ä 201 sollten nicht in jedem Wortlaut gleichgesetzt werden. Besonders die Darstellung der Verbindung mit Therris, die Begründung von Rias Tod und die Zuordnung der Namen Tharn und Nachtigall zeigen, dass bereits einzelne Formulierungen die Auslegung verändern können.
Die übereinstimmende Grundhaltung bleibt dagegen in allen drei Ausgaben erkennbar. Barenziah wird als tugendhafte und kluge Herrscherin gewürdigt, deren Loyalität zum Kaiserreich ihren Lebensweg prägt. Die Unterschiede der Überlieferung verändern dieses leitende Bild nicht.