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Diese Seite enthält die Schrift Die Geschichte von Rabenfels (Originaltitel: The Ulen Matter).
Inhalt
Vorwort
Rabenfels ist eine der interessanteren Kolonien von Morrowind der letzten zwei Jahrhunderte. In dieser kleinen Stadt ist in so kurzer Zeit so viel passiert, und so viele Leben wurden von den Geschehnissen berührt. Daher empfand ich es als meine Pflicht, ihre umfassende Geschichte in diesen drei Bänden niederzuschreiben. Während meiner Forschungen lebte ich fast drei Jahre lang in Rabenfels und durfte viele weitere Dunmer kennenlernen, die Rabenfels ihr Zuhause nennen. Ich hoffe, meine Leser wissen die Standhaftigkeit und das Durchhaltevermögen zu schätzen, die es kostet, ein Leben in einem so ungastlichen und ungezähmten Land zu ertragen.
Band I
abenfels wurde im Jahr 3Ä 427 von der Ost-Kaiserlichen Handelsgesellschaft gegründet, nachdem man eine reiche Ebenerzmine am südlichen Rand der Insel Solstheim entdeckt hatte. Der Bau der Stadt nahm mehrere Monate in Anspruch, und die Miene lieferte sofort einen hohen Ebenerzertrag, den die Bergleute nach Windhelm in Himmelsrand exportierten. Im Jahr 3Ä 432 beheimatete die Stadt mehr als dreißig Einwohner, deren Lebensunterhalt von der Mine abhing. Zu dieser Zeit war Rabenfels fast ausschließlich von Kaiserlichen und ein paar wenigen Nord bewohnt, die vom Reichtum der Mine angelockt worden waren.
Als im Jahr 3Ä 433 die Oblivion-Krise aufkam, blieb Rabenfels von Mehrunes Dagons Streitkräften weitgehend unberührt und setzte seine Arbeit wie gewohnt fort. Der Großteil der in Rabenfels stationierten Kaiserlichen Wache wurde nach Cyrodiil zurückbeordert, um gegen die einfallenden Streitkräfte zu kämpfen. Einige wenige Soldaten blieben jedoch zurück, um die Ebenerzmine vor Banditen zu schützen. Es ist ungewiss, ob je Oblivion-Tore auf Solstheim geöffnet wurden, da offensichtlich keine Berichte über derartige Ereignisse auf der Insel vorliegen.
Im ersten Jahr der Vierten Ära, nach der Zerstörung Ald'ruhns, entsendeten die Großen Häuser der Dunmer kleine Gruppen ihrer Vertreter, um einen eigenen Platz zu finden und sich dort niederzulassen. Die Gruppe des Hauses Redoran wurde von Brara Morvayn angeführt und brach sofort nach Solstheim auf. Nach einigen kurzen Verhandlungen mit der Ost-Kaiserlichen Handelsgesellschaft (bei denen vermutlich auch eine beträchtliche Summe Geld den Besitzer wechselte) wurde es Braras Gruppe gestattet, sich in Rabenfels niederzulassen. Dort fügten die Dunmer sich schnell in das Leben der Bergarbeiterkolonie ein. Sie stellten sich in Bezug auf die Arbeit in den Minen sowohl als fleißig als auch als zuverlässig heraus und beeindruckten die Ost-Kaiserliche Handelsgesellschaft, was die Beziehung der beiden stärkte.
So lief alles gut bis zu dem verhängnisvollen Tag im Jahr 4Ä 5, an dem der Rote Berg plötzlich ausbrach und eine gewaltige Explosion über das Geistermeer bis nach Solstheim schleuderte, die die Insel mit voller Gewalt traf. Rabenfels wurde von dieser schieren Machtwelle stark beschädigt, die viele Steingebäude niederriss und die meisten Holzbauten völlig vernichtete. Ironischerweise war die Mine erneut die Rettung der Bevölkerung von Rabenfels, denn ein Großteil der Bewohner befand sich zu diesem Zeitpunkt bei der Arbeit unter Tage und überlebte die Explosion vollkommen unbeschadet. Doch dieses Ereignis forderte dennoch einen hohen Preis. In Bezug auf die Verteidigung der Stadt war Rabenfels stark von der nahe gelegenen Festung Frostmotte abhängig, die durch den Ausbruch vollständig von der Oberfläche Solstheims getilgt wurde. Die wenigen überlebenden Soldaten bezogen Quartier in Rabenfels und versuchten, dort eine behelfsmäßige Garnison zu errichten. Die zahlenmäßig geringen Streiter waren jedoch den möglichen Gefahren für die Stadt kaum gewachsen. Mit Erlaubnis der Ost-Kaiserlichen Handelsgesellschaft ließ Brara einige Elite-Soldaten der „Redoran-Wache“ von Haus Redoran holen, um die Lücke zu füllen. Die Wache stellte sich als perfekter Ersatz für die gefallenen kaiserlichen Soldaten heraus und schützt die Stadt seither.
Band II
ach einigen Jahren hatten die erbarmungslosen Aschenstürme des weiterhin aktiven Roten Bergs den südlichen Teil Solstheims in eine reine Aschewüste verwandelt, die an die Aschewüste Vvardenfells erinnert. Die Stürme schufen hohe Dünen aus Asche, die das Leben in Rabenfels deutlich schwerer machten. Um die Stadt vor den Verwehungen zu schützen, schlug Brara Morvayn vor, dass die Ost-Kaiserliche Handelsgesellschaft einen großen Wall errichten solle, den sie selbst entworfen hatte. Der Wall sollte den östlichen Teil der Stadt schützen. Die Gesellschaft stimmte dem Vorschlag schnell zu und stellte die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung. Nach fast einem Jahr waren die Bauarbeiten abgeschlossen, und das beeindruckende Bauwerk wurde auf den Namen „Das Bollwerk“ getauft. Der Wall erwies sich als extrem effizient und sorgte dafür, dass die Arbeit in den Minen ungehindert fortgesetzt werden konnte.
Im Jahre 4Ä 16, als Solstheim in die Hände der Dunmer übergeben wurde, war die Ost-Kaiserliche Handelsgesellschaft gezwungen, die Herrschaft über Rabenfels dem Hause Redoran zu überlassen. Der Rat ernannte schnell Brara Morvayn zur Ratsherrin der neuen Stadt und gestattete ihr, Solstheim nach eigenem Gutdünken zu regieren. Infolge dieses Machtwechsels zog die kaiserliche Bevölkerung fast vollständig aus Rabenfels ab und kehrte nach Cyrodiil zurück. Brara hieß weiterhin alle Dunmer willkommen, die sich auf Solstheim niederlassen wollten. Einige blieben in Rabenfels, um in den Minen zu arbeiten, während andere sich in vertrautere Gebiete zurückzogen und ein Nomadenleben in den Aschewüsten begannen.
Die darauffolgenden Jahrzehnte markierten die Blütezeit von Rabenfels. Brara Morvayn sorgte für Frieden, die Minen brachten weiterhin große Mengen an Ebenerz hervor und die auf der Insel lebenden Dunmer waren zufrieden und glücklich. Nach fast 50 Jahren des Wohlstands gab sich Brara Morvayn schließlich im Jahre 4Ä 65 ihrem hohen Alter geschlagen und verstarb. Sie wurde im Ahnengrab der Familie beigesetzt, und ihr Sohn Lleril Morvayn nahm seinen Platz ein. Die Bewohner Rabenwinds[1], die bereits unter der Regentschaft Braras als Ratsherrin in Rabenfels gelebt hatten, waren erfreut zu sehen, dass Lleril die Ansichten seiner Mutter in Bezug auf die Herrschaft teilte. Er war gerecht und leidenschaftlich, was die Zufriedenheit der Inselbewohner in vielen darauffolgenden Jahrzehnten sicherte.
Band III
as Leben in Rabenfels verlief reibungslos, bis im Jahr 4Ä 95 ohne Vorwarnung ein Anschlag auf Llerils Leben verübt wurde. Dank des Geschicks der Redoran-Wache blieb der Angriff jedoch zum Glück ohne Erfolg. Die Befragungen Hauptmann Modyn Veleths entlarvten schließlich Vilur Ulen vom Haus Hlaalu als den Attentäter. Das Haus Hlaalu war seit mehreren Jahren mit dem Haus Redoran zerstritten, nachdem das Haus Hlaalu aus dem Rat der Großen Häuser ausgeschlossen worden war. Die Hlaalu sind der festen Überzeugung, dass Haus Redoran bei dieser Neuorganisation eine wesentliche Rolle gespielt hatte, was einen tiefen Groll gegen die Redoran schürte. Durch den versuchten Mord an Lleril wollten sie dem Rat deutlich machen, dass Haus Redoran nicht so mächtig war, wie es behauptete, sondern in Wahrheit angreifbar und schwach. Die Redoran-Wache stellte weitere Untersuchungen an und entdeckte, dass Vilur einen Putsch in Rabenfels geplant hatte, um Lleril die Herrschaft über die Insel vollständig zu entreißen. Vilur und seine Verschwörer wurden hingerichtet und der Putsch niedergeschlagen.
Mehrere darauffolgende Ereignisse sorgten dafür, dass der Respekt der Dunmer gegenüber Lleril Morvayn weiter wuchs. Im Jahr 4Ä 130 zeigte das Bollwerk erste Alterserscheinungen und drohte einzustürzen. Der Ratsherr wendete einen Großteil seines Privatvermögens auf, um den Wall reparieren zu lassen. Im Jahr 4Ä 150 landete eine kleine Streitmacht der Argonier auf Solstheim und wollte die Insel verwüsten. Ratsherr Morvayn führte persönlich den Gegenschlag an. Im Jahr 4Ä 170, als die Ebenerzmine schließlich zu versiegen begann, setzte sie ihre verbliebenen Geldvorräte ein, um das Volk zu ernähren.
Bis zum Jahr 4Ä 181 waren die Ebenerzadern der Mine vollständig erschöpft. Lleril befahl, die Mine zu schließen, und Rabenfels wendete sich der Jagd und Fischerei zu, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Einige Dunmer-Familien verließen Solstheim und kehrten auf das Festland zurück, doch die meisten blieben.
Lleril Morvayn ist zurzeit immer noch der Herrscher von Rabenfels. Die Redoran-Wache sorgt weiterhin für Ordnung in der Stadt und den umliegenden Gebieten sowie für die Sicherheit (und Zucht) der Bewohner. Gegenstimmen, die Lleril zu Ohren kommen - und sei es als noch so kleines Gerücht - werden sofort zum Schweigen gebracht. Er ist sich sehr wohl bewusst, dass es unter der Bevölkerung immer noch ein paar verstreute Hlaalu-Loyalisten gibt, die ihn gerne tot sehen würden. Die Zukunft von Rabenfels mag nicht gerade rosig erscheinen, doch der Lebenswille der Einwohner bleibt ungebrochen.
Anmerkungen
- ↑ im Original Rabenwinds