Schrift:Ahnen und die Dunmer | ElderScrollsPortal.de

Schrift:Ahnen und die Dunmer

Version vom 29. Oktober 2026, 16:15 Uhr von Ddr.Peryite (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{{Schrift |Titel = Ahnen und die Dunmer |Titel_Alternativ = |Buchtitel = |Originaltitel = Ancestors and the Dunmer |Untertitel = |Zusatzinfo = |Autor = Verfasser unbekannt |Online = Ahnengeister und die Dunmer (gekürzt) |Skyrim = Ahnen und die Dunmer |Morrowind = Ahnen und die Dunmer |Inhalt = '''Geistern wandeln unter ihnen''' Die Verstorbenen der Dunmer, und womöglich auch die aller anderen Völker, existieren nach dem Tode weiter. D…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version ansehen (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Auflagen des Buches

Diese Seite enthält die Schrift Ahnen und die Dunmer (Originaltitel: Ancestors and the Dunmer).

Inhalt

Ahnen und die Dunmer
Verfasser unbekannt

Geistern wandeln unter ihnen

Die Verstorbenen der Dunmer, und womöglich auch die aller anderen Völker, existieren nach dem Tode weiter. Die Blutlinien der Dunmer-Häuser ziehen Gewinn aus dem Wissen und der Macht dahingeschiedener Ahnen. Das Band, das zwischen den lebenden Mitgliedern einer Familie und ihren unsterblichen Ahnen geknüpft wird, ist zu gleichen Teilen aus Blut, Ritualen und schierem Willen geflochten. Jeder, der in ein Haus einheiratet, wird mittels Ritualen und Eiden in den Klan eingebunden, wodurch er die Fähigkeit erhält, mit den Ahnen des Klans in Verbindung zu treten und ihre Vorzüge in Anspruch zu nehmen. Nichtsdestominder reicht sein Zugang zu diesen Ahnen weniger weit als bei seinen Nachkommen, da er sich auch weiterhin noch einen gewissen Zugang zu den Ahnen seiner eigenen Blutlinie bewahrt.

Der Familienschrein

Jedes Haus hat einen Familienschrein. In ärmeren Unterkünften mag dieser wenig mehr als ein Herd oder ein Alkoven sein, wo die Familienreliquien aufgestellt und verehrt werden. In reicheren Häusern wird den Ahnen ein eigener Raum zu ihrer freien Verwendung zugedacht. Dieser Schrein, den man Ahnentor (oder umgangsprachlich auch Wartetür) nennt, steht sinnbildlich für das Tor ins Reich des Vergessens.

Hier zollen die Mitglieder der Familie ihren Ahnen durch Opfer, Gebete, Eide auf ihre Verpflichtungen sowie Berichte über die Vorgänge innerhalb der Familie Respekt. Im Gegenzug erhält die Familie Wissen, Anleitung und sogar Segnungen von ihren Ahnen. In dieser Hinsicht treten die Ahnen als Beschützer ihres Hauses auf, insbesondere innerhalb der Grenzen des Ahnentors.

Der Geisterwall

Es ist die heiligste Pflicht jeder Familie, sicherzustellen, dass die Überreste ihrer Ahnen ordentlich in einer Stadt der Toten wie Nekrom beigesetzt sind. Hier gewähren die Seelen einander Trost gegen die Kälte der sterblichen Welt. Jedoch kann ein Ahne als Zeichen großer Ehre und Hingabe erlauben, dass Teile seiner Überreste zurückbehalten werden, um dem Anwesen der Familie als Teil eines Geisterwalles zum Schutze des Klan-Schreines zu dienen. Ein derartiges Übereinkommen findet sich oft im Testament eines Familienmitgliedes: dass ein Knöchel aufbewahrt und mittels feierlicher Magie in den Geisterwall des Klans eingefügt wird. In ungewöhnlicheren Fällen kann ein Skelett oder sogar eine mumifizierte Leiche in den Geisterwall eingebunden werden.

Diese Überreste stellen ein Leuchtfeuer und Fokus für die Geister der Ahnen und im Besonderen für die Geister der Überreste dar. Der Geisterwall ist umso mächtiger, je mehr Überreste in ihm verarbeitet wurden. Und die mächtigsten Sterblichen hinterlassen die mächtigsten Überreste.

Der Große Geisterwall, den das Tribunal schuf, um die Pest zurückzuhalten, enthält die Knochen vieler Helden des Tempels und der Häuser Indoril und Redoran, die ihre Seelen dem Tempel und dem Klan als Ersatzfamilie widmeten. Der Geisterwall enthält außerdem Knochen aus Nekroms Katakomben und den vielen Schlachtfeldern Morrowinds.

Die Kälte der Sterblichkeit

Geister suchen die Welt der Sterblichen eher ungern auf. Sie tun dies nur aufgrund von Pflicht- und Ehrgefühl. Wir wissen von den Geistern selbst, dass sie die Anderswelt für ihresgleichen als sehr viel behaglicher oder zumindest angenehmer empfinden als die wirkliche Welt, die kalt, bitter und voller Schmerz und Verlust ist.

Wahnsinnige Geister

Geister, die gegen ihren Willen dazu gezwungen werden, in unserer Welt zu verbleiben, können zu wahnsinnigen Geistern oder „Gespenstern“ werden. Einige von ihnen sind wegen der schrecklichen Umstände ihres Todes an diese Welt gefesselt. Andere bleiben aufgrund der starken emotionalen Bande in ihr, die sie an eine Person, einen Ort oder einen Gegenstand binden. Die letztgenannten Fälle nennt man auch „Heimsuchungen“.

Manche Geister werden von Zaubermeistern in verzauberten Gegenständen gefangen oder an diese gebunden. Erfolgt ein solches Binden unfreiwillig, fällt der Geist zumeist dem Wahnsinn anheim. Bei einem Binden aus freien Stücken heraus mag die geistige Gesundheit erhalten bleiben oder auch nicht, je nach der Stärke des Geistes und der Weisheit des Verzauberers.

Einige Geister werden gegen ihren Willen gebunden, um Familienschreine zu beschützen. Dieses unangenehme Los ist allerdings nur für jene vorgesehen, die ihrer Familie zu Lebzeiten nicht treu gedient haben. Pflichtbewusste und ehrenhafte Ahnengeister helfen häufig bei der Gefangennahme und dem Binden solcher abtrünnigen Geister.

Diese Geister verlieren in der Regel den Verstand und geben so wahrhaft furchteinflößende Wächter ab. Durch Rituale hindert man sie daran, den Sterblichen ihres Klans zu schaden, doch dies hält sie nicht notwendigerweise davon ab, ein schadenfrohes oder verdrießliches Verhalten zu zeigen. Für Eindringlinge können sie äußerst gefährlich sein, doch wenn es einem gelingt, den Geist in seinem Wahnsinn dennoch zu erreichen und seine Abscheu auf den eigenen Klan gegen ihn zu verwenden, lässt sich ein besonders zorniger Geist womöglich auch manipulieren.

Das Reich des Vergessens

Die Existenz des Reichs des Vergessens wird von allen Kulturen Tamriels anerkannt. Es gibt jedoch abgesehen von seiner Rolle als Heimat der Aedra und der Daedra kaum ein geteiltes Verständnis, was das genaue Wesen dieser Anderswelt anbelangt. Die Kommunikation und das Reisen zwischen der diesseitigen Welt und dem Reich des Vergessens werden durch Magie und Rituale ermöglicht.

Im Gegensatz zu den menschlichen Kulturen Tamriels betonen die Dunmer nicht die Unterschiede zwischen der diesseitigen Welt und dem Reich des Vergessens. Sie betrachten unsere Welt und die Anderswelt vielmehr als ein Ganzes, durch das viele verschiedene Pfade von einem Ende zum anderen führen, und nicht als zwei in klaren Grenzverläufen voneinander getrennte Welten von unterschiedlicher Natur. Dieser philosophische Standpunkt mag ein Grund für die besondere Affinität der Elfen für Magie und ihre diversen Anwendungsformen sein.

Die Außenwahrnehmung der Ahnenverehrung der Dunmer und ihrer Geistermagie

In den Kulturen der Altmer und der Bosmer findet ebenfalls eine Ahnenverehrung statt, wenn auch nur dahingehend, dass man Sorge für einen möglichst geordneten und angenehmen Übergang der Geister aus dieser Welt in die nächste tragen will. Waldelfen und Hochelfen glauben, es sei grausam und unnatürlich, die Geister der Toten dazu anzuhalten, in unserer Welt zu verbleiben. Die Zurschaustellung der körperlichen Überreste eines Ahnen in einem Geisterzaun oder einer Aschegrube erscheint ihnen noch grotesker und abstoßender. Das Ausstellen eines Fingerknochens in einem Familienschrein beispielsweise wäre ein Sakrileg für die Bosmer (die ihre Toten verspeisen) und gälte unter Altmer (die die Asche ihrer Toten in Grüften aufbahren) als barbarisch.

Die menschlichen Kulturen Tamriels begegnen den Dunkelelfen und ihrer Kultur mit mangelndem Wissen und großer Furcht. Sie erachten die Dunkelelfen als unmenschlich und böse, vergleichbar mit ihrer Haltung gegenüber Orks und Argoniern (wobei die Dunkelelfen als kultivierter betrachtet werden). Innerhalb der Vorstellungen der menschlichen Gesellschaften Tamriels sind die Ahnenverehrung der Dunmer und ihre Geistermagie untrennbar mit der Nekromantie verknüpft. Tatsächlich ist diese Gleichsetzung von Dunkelelfen mit Nekromantie zumindest teilweise für den schlechten Ruf der Dunmer in ganz Tamriel verantwortlich. Dabei handelt es sich allerdings um eine aus Unkenntnis geborene Fehleinschätzung: Nekromantie, die von den allgemein akzeptierten Klanritualen abweicht, stellt in den Augen der Dunmer eine verabscheuungswürdige Abartigkeit dar.

Die Dunkelelfen würden niemals in Betracht ziehen, Nekromantie auf einen Dunkelelfen oder die Überreste eines anderen Elfen anzuwenden. Da die Dunkelelfen die Völker der Menschen und der Orks jedoch für kaum mehr als Tiere halten, zeigen sie keinerlei Skrupel, was deren Überreste oder die Auferweckung toter Tiere, Vögel oder Insekten anbelangt.

Die kaiserlichen Gesetze erkennen den Ahnenkult und die Geistermagie der Dunmer als Religion an, und sie stellen diese Bräuche unter Schutz, solange sie nicht die Sicherheit des Kaiserreichs gefährden. Insgeheim betrachten die meisten Beamte und Händler des Kaiserreichs den Ahnenkult der Dunkelelfen und die Zurschaustellung von Überresten jedoch als barbarisch oder sogar nekromantisch.

Die „Totenbeschwörung“ der Telvanni

Die Telvanni sind die Meister der Totenbeschwörung. Sie wenden diese Fähigkeiten jedoch nicht auf die Überreste von Dunkelelfen an. Vernünftige Telvanni betrachten derartige Praktiken mit Abscheu und gerechtem Zorn. Die Totenbeschwörung von Tieren, Menschen, Orks und Argoniern jedoch wird frei praktiziert, da diese in Morrowind tatsächlich nicht mehr wert sind als Tiere.

Anmerkung des Herausgebers

Dieses Buch wurde von einem unbekannten Gelehrten als Leitfaden für fremde Besucher Morrowinds kurz nach Unterzeichnung des Waffenstillstands verfasst. Seitdem sind viele dieser Praktiken in Ungnade gefallen. Die offensichtlichsten Änderungen gab es bei der Totenbeschwörung und dem Großen Geisterwall. Die heutigen Dunmer betrachten Totenbeschwörung bei allen akzeptierten Völkern als abscheuliches Verbrechen. Der Geisterwall führte zu vielen Änderungen im Ahnenkult. Da der größte Teil der Überreste der Ahnen für den Großen Geisterwall um den Berg Dagoth Ur benötigt wurde, gibt es nur noch wenige Klan-Geisterzäune in Morrowind. Der Tempel lehnt diese Gepflogenheit der Häuser als selbstsüchtig ab. Auch der Unterhalt von Familiengrüften und privaten Wartenden Türen ist nicht mehr üblich, und nur noch wenige Überreste wurden seit dem Waffenstillstand in diesen Gruften und Schreinen beigesetzt. Heutzutage verehren und verwahren die Dunmer einen kleinen Teil der Überreste ihrer Ahnen in einem örtlichen Tempel.