Schrift:Die Geschichte der Systren | ElderScrollsPortal.de

Schrift:Die Geschichte der Systren

Auflagen des Buches

Diese Seite enthält die Schrift Die Geschichte der Systren (Originaltitel: Systres History).

Inhalt

Die Geschichte der Systren
Hauptreihe von Trilam Heladren, stellvertretender Dekan für eltherische Geschichte an der Universität von Gwylim
Ergänzungen von Varona Vedralu, Oberste Lehrbeauftragte der Universität von Gwylim

Band I

Die Inseln des Systren-Archipels haben eine lange und stürmische Geschichte, die sich zurückerstreckt bis in die Erste Ära.

Erstmals erwähnt wurde die Insel in den Schriften von Druiden, Bretonen, die Y'ffre anbeteten und um 1Ä 330 aus Hochfels flohen, um einer zunehmend feindseligen Direnni-Hegemonie zu entkommen. Das war eine turbulente Zeit in der Geschichte von Hochfels, in der die Direnni-Elfen und das zunehmend puritanische alessianische Kaiserreich um die Macht kämpften. Der alessianische Orden duldete keinerlei Abweichung von der reinen Lehre und richtete vermutlich einige der Druiden als meriphile Ketzer hin. Ähnlich betrachtete die aufstrebende Direnni-Hegemonie sie als mögliche Gefahr für die elfischen Interessen in Hochfels. Die Druiden sprachen sich offen für eine druidische Herrschaft über die Provinz aus, was sie zum Ziel für so ziemlich jede Fraktion im nordwestlichen Tamriel machte.

Ob sie nun vom Haus Direnni vertrieben worden oder aus eigenen Stücken aufgebrochen sind, manchen Legenden nach machten sich die Druiden auf die gefährliche Reise zum Systren-Archipel, indem sie einem geheimnisvollen „Lied“ folgten, das die ältesten Druiden im Wind hörten. Andere Legenden besagen, dass sie eine Schriftrolle der Alten bei sich trugen und ihren Weisungen ans Ufer ihrer neuen Wahlheimat Y'ffelon folgten.

Bedauerlicherweise wissen wir nur sehr wenig über diese frühen Tage auf dem Archipel, da die meisten Aufzeichnungen während der Invasion durch die Sinistramer im Jahre 1Ä 660 zerstört wurden. Die druidische Lehre jedoch sagt uns, dass die ersten Draoife die Macht der Erdknochen nutzten, um aus der vernarbten Vulkaninsel ein blühendes Paradies zu machen. Die meisten Gelehrten betrachten diese Berichte als unbelegt, aber ich habe Belege für eine Zeit des Überflusses kurz nach der Ankunft der Druiden gefunden.

Dieses goldene Zeitalter leitete eine rasche Expansion der Druiden auf dem Archipel und darüber hinaus ein. Priester-Navigatoren stachen auf verzauberten Schiffen in See und entfachten Leben auf jedem kargen Felsen und ausgebleichtem Korallenriff auf ihrem Weg. Diese Zeit war nicht ohne Zwist. In diesen „drei Morgen Segelfahrt“ entstanden die druidischen „Zirkel“, drei separate kulturelle Sekten. Religionsgelehrte wie Otho Calatorius und Tilnendarion von Lillandril sind der Ansicht, dass die individuellen Erfahrungen der Priester auf hoher See, und vielleicht die Völker, die ihnen begegneten, ihren Glauben prägten. Diese neuen doktrinellen Schismen, die Steinlehre, Ahngezeiten und Feuersang unterschieden, führten beinahe zu einem offenen Konflikt. Allerdings wollte das Schicksal es, dass eine Bedrohung von jenseits ihrer Küsten das Ende der druidischen Vorherrschaft auf den Systren einleitete.

Band II

Weit im Westen von Y'ffelon und des Systren-Archipels näherte sich der Kampf um Yokuda seinem katastrophalen Ende. In den 600er-Jahren der Ersten Ära führten Mansel Sensits diplomatische Säuberungen und Randic Torns kontroverse Erlasse zu einer Welle von Auswanderungen, bei denen von der Gunst abgefallene Adlige und ihre Vasallen in die zahllosen felsigen Inseln des Kontinents versprengt wurden. Diese Insel hatten seit Langem Verbannten, Piraten und den verwahrlosten Überbleibseln des Linkshänderreiches, besser bekannt als die Sinistramer, als Zufluchtsorte gedient.

Obgleich viele meinen, dass die linkshändigen Elfen vollständig von den Ahnen der Rothwardonen ausgelöscht wurden, habe ich zahlreiche Belege dafür gefunden, dass einige bis weit in die Erste Ära überlebt haben. Marineprotokolle erwähnen langwierige Belagerungen „elfischer“ Siedlungen östlich von Moni bis in die späteren Jahre der Merethischen Ära. Wir können die Linkshänder-Theorie jedoch nicht mit Gewissheit beweisen, da das hochyokudanische Wort für „Elf“ von einem noch älteren Begriff abstammt, der schlichtweg „Feind“ bedeutet. In Yokuda konnte so gut wie jeder irgendwann mal ein Feind sein angesichts der diplomatischen Unbeständigkeit der Sängerperiode.

Wie dem auch immer war, die Inselbesetzer, elfisch oder anderweitig, mussten weiter nach Osten auf das eltherische Meer fahren, um dem neuen Flüchtlingsstrom aus Yokuda auszuweichen. Einige zogen nach Südosten in Richtung Sommersend, wo sie entweder auf See umkamen oder sich mit Maormer-Freibeutern zusammentaten. Andere fuhren gen Nordosten in Richtung Iliacbucht. Über diese Reisen gibt es kaum Aufzeichnungen, abgesehen von einigen wenigen Marinesendschreiben der Direnni, die kurze Gefechte mit „Schiffen unter westlicher Flagge“ erwähnen. Eine dieser Flotten segelte jedoch nach Osten und ging im Systren-Archipel vor Anker, nicht als Besucher, sondern als Eroberer.

Abermals lässt sich die genaue Zusammenstellung der Invasorenflotte nur schwer bestimmen angesichts der Tücken der hochyokudanischen Sprache und der kargen druidischen Aufzeichnungen, die uns noch bleiben. Viele meiner Zeitgenossen, unter ihnen mein werter Freund Garnobag gro-Malog, bestehen darauf, dass die Flotte aus yokudanischen Dissidenten bestand, die Jahrhunderte vorher vom Kontinent geflohen waren, während der Herrschaft von Kaiser Ardanan Haba. Ich persönlich gehe davon aus, dass die Invasoren Sinistramer waren.

Der strittigste Punkt ist in den wenigen druidischen Texten begründet, die die Ereignisse von 1Ä 665 beschreiben. Ihr Verfasser, ein Mitglied der Draoife namens Bralen Tussad, beschrieb die Invasoren als „Leute aus dem Westen, mit langem Gesicht und langem Ohr“. Auf den ersten Blick scheint dies ein eindeutiger Verweis auf die linkshändigen Elfen zu sein. Garnobag vertritt jedoch recht überzeugend die Theorie, dass Tussad nicht die körperlichen Eigenschaften der Invasoren beschrieb, sondern vielmehr ihre Helme. Yokudanische Helme der späten Merethischen Ära wiesen häufig die „strahlende Tava auf, eine stilisierte Metallabbildung der geflügelten Gottheit mit ausgebreiteten Flügeln. Dieser Kamm verlieh den Helmen eine adlerartige Form, deren Flügel stark elfischen Ohren ähnelten.

Garnobag führt diese These einen Schritt weiter, indem er behauptet, es hätte die linkshändigen Elfen gar nie gegeben; stattdessen sei die gesamte Geschichte um die Sinistramer im Wesentlichen ein Fehler in der Niederschrift, bei der „Elf“ und „Feind“ auf tragische Weise verschmolzen wurden. Er behauptet, dass die linkshändigen Elfen einfach nur linkshändige Feinde waren, nicht elfischer als die Nedier oder die Atmoraner. Es fällt mir enorm schwer, dies zu glauben, aber ich werde hier nicht weiter auf dieses Thema eingehen. Kehren wir stattdessen zurück zum Haupttext.

In einem späteren Eintrag beschreibt Tussad einen Angriff auf einen der Schreine von Hochinsel wie folgt: „Die Schwertsleut gingen Schild an Schulter in großen Reihen wie die Schlangen des Feldes.“ In diesem Eintrag finden wir schließlich die Wahrheit. „Schild an Schulter“. Obgleich Antiquare yokudanische Schilde in Na-Totambu-Ruinen gefunden haben, sind dies doch seltene Funde und wahrscheinlich eher zeremonielle Reliquien oder Kunstwerke als Gegenstände, die im Kampf Verwendung fanden. In ihrer Elegie für eine gefallene Kriegerin sagt die berühmte Ansei Nasifa von den sieben Schnitten: „Niemals hob sie einen Schild, wie Elf und Goblin es tun. Sie suchte nur den Unterschlupf, den Stahl und Shehai bringen. Die Festung die tötet. Die schneidende Verteidigung.“ Immer und immer wieder wiederholen die yokudanischen Kriegerpoeten diesen Refrain: Schilde sind Refugien der anderen. Die Vorstellung, dass ein volles Kontinent yokudanischer Krieger „Schild an Schulter“ marschieren könnte, widerspricht allem, was wir über die Militärpraxis der Yokudaner wissen. Aber mindestens einem Volk entspricht es doch: den Elfen.

Die elfische Belagerung der Systren war eine langwierige Angelegenheit, bei der Hunderte Krieger beider Seiten fielen. Am Ende schritten die Inseln selbst ein, als die Elfen sich dem Herzen des Druidentums näherten. Der Feuersangberg, der heilige Vulkan der Druiden in der Mitte Y'ffelons, brach aus und verschlang sowohl Druiden als auch Elfen in einem Kataklysmus, der es mit der Katastrophe vom Roten Berg im Jahr 1Ä 668 aufnehmen konnte. Ich würde sogar vorsichtig nahelegen, dass diese Ereignisse miteinander zu tun hatten, angesichts der entsprechenden Zeiten.

Am Ende behielten die Elfen die Oberhand auf den Überresten des Archipels, und die Druiden traten geschichtlich gesehen in den Hintergrund, entweder in versteckten Enklaven auf den Systren oder auf den kargen Felsen in der Nähe.

Der Sieg der Linkshänder war relativ kurzlebig. Krieger der ersten Ro'Wada erreichten die Systren 1Ä 785 und metzelten die verhungernden Überreste der Invasoren nieder. Die Yokudaner verließen die Insel so schnell wieder, wie sie gekommen waren, und segelten nach Osten, um ihr Schicksal in Hammerfall zu suchen. Nur die Druiden blieben, deutlich dezimiert, aber weitaus weiser.

Band III

Grob fünfzehnhundert Jahre nach dem ersten Ausbruch des Feuersangbergs entfesselte das Kreckenvolk von Thras seine große Seuche auf die Welt. 1Ä 2200 und die folgenden Jahrzehnte gehören zu den qualvollsten Jahren der tamrielischen Geschichte. Die Fäule breitete sich mit beinahe übernatürlicher Geschwindigkeit auf dem Kontinent aus und hinterließ Hundertausende deformierte Leichen. Die Aufzeichnungen von Heilern sprechen von Pusteln, schwachen Knochen, triefendem Schleim aus Augen und Ohren und einem unstillbaren Durst, der die Leute in den Wahnsinn trieb.

Unbesungene Helden wie Flavia Lentinus, Iroriel von Russafeld und Mazazim al-Hegathe opferten ihr Leben auf der vergeblichen Suche nach einem Heilmittel. Keinem gelang es, der Krankheit Einhalt zu gebieten, aber ihr Werk bestätigte, was viele längst vermutet hatten: Die Seuche war unnatürlichen Ursprungs, und sie war über das Meer gekommen. Aus Thras.

Im Jahr 1Ä 2241 verkündete der colovianische Seefahrerkönig von Anwil, Bendu Olo, lautstark seine Absicht, Thras für diesen Frevel zu bestrafen. Er bat die Alessianer um einen Auftrag und erhielt ihn auch bald darauf. Mit dem Segen des Kaisers erklärte sich Olo zum Baron-Admiral der kaiserlichen Flotte, und er fing an, eine Armada der Vergeltung zusammenzustellen. Weder Olo noch ein anderes Mitglied des alessianischen Rates machten sich vor, die Flotte könne eine Heilung für die Seuche finden. Nur wenige Heiler begleiteten Olo auf seiner Reise. Die klare Absicht der Flotte aller Flaggen war die völlige Vernichtung von Thras und allen seinen Bewohnern.

Binnen zwei Jahren gingen der Baron-Admiral und die Gründungsmitglieder der Flotte aller Flaggen im Systren-Archipel vor Anker. Colovianische Ingenieure, unterstützt von bretonischen und orkischen Arbeitern, machten sich daran, die Werften der Systren in Gonfalon und auf dem heutigen Eiland aller Flaggen zu errichten. Natürlich arbeiteten im den 2240er-Jahren der Ersten Ära zahlreiche Werften zusammen, die größten in Alinor und Kluftspitze. Aber der Betrieb auf den Systren überragte die anderen sowohl hinsichtlich seiner Größe als auch seiner Produktion. 1Ä 2249 waren die Marinebasis und die erste Charge Schiffe bereit, mit den Krecken Krieg zu führen. Gefechte zu Beginn der 2250er-Jahre der Ersten Ära gingen bis 2258 über in einen ausgewachsenen Krieg.

In seinen Memoiren beschreibt Kapitän Forvse Nelvilo des dunkelelfischen Flaggschiffs Hoffnungsfeuer Begegnungen mit den Krecken wie folgt:

„Dann sahen wir die Bestien. Gewaltige Massen von Fleisch stiegen an die Oberfläche wie verseuchte Wale, und sie spien faules Sekret aus langen Reihen trichterartiger Poren. Dieser grüne Schleim zersetzte Seemann und Segel und hörte erst damit auf, als wir ihn entzündeten. Die Schnecken, gebunden an den Rücken dieser Kriegsbestien, schleuderten Zauber derart gottloser Macht, dass ich zögere, sie auf Papier zu bannen. Elfen packten sich schreiend an den Kopf und erholten sich erst, als wir die Meeresbestien enterten und die Thrassier mit Klingen und Harpunen niedermähten.“

Es erwies sich als entscheidende Taktik herauszufinden, wie man diese Meeresbestien bekämpfen konnte, da die Krecken oft ungestraft von unter den Wellen heraus angreifen konnten. Dabei hatte möglicherweise der große Hexer Syrabann seine Finger im Spiel, dessen Hauptaugenmerk während des Konflikts der arkanen Marinekriegsführung galt, aber Einzelheiten hierüber sind bestenfalls nebulös.

Nachdem sie mehrere bedeutende Siege auf See errungen hatten, starteten Olo und seine große Flotte 1Ä 2260 ihren letzten Angriff auf Thras. Obwohl dies die entscheidende Schlacht war, gibt es nur äußerst wenige Berichte aus erster Hand. Wir wissen nach wie vor nicht, wie die Flotte aller Flaggen die Kreckenlande zerstören konnte, oder ob die Krecken sich tatsächlich mit den Korallenturm selbst zerstörten. Gelehrte wie Silanus Rullo schätzen, dass diese Lücke in den Aufzeichnungen beabsichtigt ist, da das Wissen, wie man eine gesamte Landmasse ins Meer versenken kann, zu gefährlich ist, um es der Nachwelt zu schenken. Eines ist jedoch gewiss: Alle, die Zeuge dieses Ereignisses wurden, waren davon zutiefst erschüttert. Anschließende Berichte sowohl von Kapitänen als auch von Seeleuten sind nicht von Feierlaune geprägt, sondern von einem tiefen Empfinden melancholischer Erleichterung. Der Verlust der halben Flotte an einen Wirbel tat sein Übriges, die Stimmung zu trüben.

Trotz der Schrecken und der Verluste, oder vielleicht gerade deswegen, kehrten der Baron-Admiral und seine verbleibenden Kapitäne in den Systren-Archipel zurück und unterzeichneten auf dem Eiland aller Flaggen ein Konkordat der Brüderlichkeit. Dieses Dokument verpflichtete alle Kapitäne und alle Völker dem Ziel von Frieden und Zusammenarbeit. Alle Anwesenden stimmten darin überein, dass der Systren-Archipel ein Denkmal für Tamriels Sieg und ein Symbol der fortwährenden Einheit für alle Zeit sein solle. Natürlich macht die Zeit aus jedem von uns einen Narren, und die Völker verfielen schon bald wieder in ihre Streitigkeiten, allen voran der Krieg der Rechtschaffenheit. Aber einen kurzen, strahlenden Augenblick lang waren die Völker Tamriels vereint und siegreich gegen einen gemeinsamen Feind.

Band IV

Nachdem das Konkordat der Brüderlichkeit unterzeichnet worden war, kehrten die verbliebenen Kapitäne und Besatzungen der Flotte aller Flaggen zurück in ihre eigenen Lande, mit Ausnahme einiger aus Hochfels und Colovia. Jene, die zurückblieben, waren größtenteils Ingenieure und Arbeiter, die mit der Errichtung eines Monuments beauftragt waren, das an den Triumph der Flotte über die Krecken erinnern sollte. Es dauerte mehr als zwanzig Jahre, bis dieses große Bauwerk vollendet war. In dieser Zeit holten viele der bretonischen Arbeiter ihre Familien nach Hochinsel, und sie schlugen Wurzeln in den Dörfern um die Werften, hauptsächlich in der Gonfalon-Bucht. Trotz des zunehmenden bretonischen Einflusses auf der Insel blieb diese in Kaiserhand, von Bendu Olo persönlich als Erweiterung Colovias beansprucht. Die Beziehungen zwischen den Bretonen und dem alessianischen Kaiserreich kippten in den Jahren, die zur Sezession von Hochfels im Jahr 1Ä 2305 führten, was Zweifel bezüglich der Zukunft des Archipels laut werden ließ.

Anstatt die Bretonen zu vertreiben, wie der Kaiser es verlangte, wiesen die Colovianer darauf hin, dass der Preis dafür zu hoch sei. In Wahrheit warteten die Colovianer einfach nur auf ihre Zeit; sie bereiteten sich selbst darauf vor, nach ihrer Unabhängigkeit zu greifen.

Ermutigt von der gescheiterten Rückeroberung von Hochfels durch die Legion des Glaubens und der Frömmigkeit und dem zunehmenden Vorstoß des alessianischen Klerus in westliche Angelegenheiten erhoben sich die colovianischen Anwesen im Jahr 1Ä 2321 schließlich zu einem Aufstand, der zum Krieg der Rechtschaffenheit führte.

Zur großen Erleichterung der gesamten Systren erstreckte sich das Schlachtfeld nie über die Küsten des tamrielischen Festlands hinaus. Allerdings wurden die Kosten des Krieges so hoch, dass selbst die reichsten Colovianer überfordert waren. Obgleich Hochfels bei der Verteidigung gegen die kaiserliche Aggression auf die Drachenschwanzberge, die Druadachs und die trockenen Wüsten von Hammerfall bauen konnte, boten die Hochlande Colovias kaum natürliche Barrieren. Die Alessianer und die Colovianer leerten ihre Schatzkammern im verzweifelten Versuch, sich einen Ausrüstungsvorteil gegenüber dem Feind zu verschaffen. Als das Jahr 1Ä 2326 anbrach, war der Reichtum der Anwesen vollständig erschöpft. Um zusätzliches Kapital zu gewinnen, fingen die colovianischen Könige damit an, weniger wichtige Gebiete wie die Systren zu verkaufen. Ein Konsortium von Münzbaronen aus Hochfels unter Leitung von Gräfin Martinne Guimard kaufte den Archipel im Jahr 1Ä 2327 für eine nicht genannte Summe.

Gräfin Guimard war zweifelsohne die gerissenste Herrscherin ihrer Zeit. Von ihren Zeitgenossen als kalt und herrisch beschrieben (zu jener Zeit gängige Schimpfwörter für starke Frauen), sammelte sie gewaltigen Reichtum an, nicht durch Heirat und Diplomatie, sondern über die Märkte, genauer gesagt durch eine Kombination aus gewieftem Geldverleih, Schmuggel, Landkauf und einem drakonischen Steuerregiment.

Durch ihre Übernahme des Systren-Archipels stieg der Stern von Gräfin Guimard am Hof höher, als sie selbst es sich erträumt hätte. In einem Brief an ihren Vetter Marq Guimard schrieb sie: „Die Häuser sind äußerst zufrieden, verbündete wie verfehdete. Fürwahr fühlt es sich an, als hätte ich eine Handvoll Korn gegen ganz Tamriel eingetauscht!“

Haus Guimard wollte die Systren, um die natürlichen Rohstoffe der Insel abzubauen, aber es lernte schnell, dass der wahre Wert des Archipels in seiner Kultur lag. Obwohl sie vom Kaiserreich verwaltet wurden, waren die erblühenden Arbeitsgemeinschaften durch und durch bretonisch, in ihrer Sprache, in ihrer Kultur und in ihren Bräuchen. Diese Bevölkerungsdynamik, kombiniert mit der Entdeckung druidischer Ruinen auf Hochinsel, Galen und Y'ffelon, fixierte die Systren in Hochfels' kollektiver Fantasie als unberührte Wiege der bretonischen Geschichte, besetzt von Bretonen und nun im Besitz von Bretonen.

Guimard besuchte mit einigen ihrer Zeitgenossen die Systren im Jahr 1Ä 2328 zu einer offiziellen Einweihungszeremonie und taufte die größte Insel „Hochinsel“ zu Ehren der alten Heimat der Bretonen, Hochfels. Und diesen Namen trägt sie bis zum heutigen Tag.

Band V

Haus Guimard hatte den Systren-Archipel eineinhalb Jahrhunderte verwaltet, bevor es aufgrund eines verweigerten Hochzeitsantrags in Ungnade fiel. In der Folge übernahm das ambitionierte Haus Mantel den Besitz über die Insel, jedoch nur kurz. Im Jahr 1Ä 2484 brach der lange ruhende Feuersangberg zum zweiten Mal in der festgehaltenen Geschichte aus. Die katastrophale Explosion zerschmetterte die alten Schiffswerften von Hochinsel, vernichtete die aufstrebende Siedlung von Amenos vollständig, beschädigte das Monument aller Flaggen und kostete beinahe ein Drittel der Bewohner des Archipels das Leben. Augenzeugen berichteten, dass sie in den kommenden Monaten sogar in Lilandril noch Rauch sahen und Schwefel rochen, und das Beben lies angeblich sogar Glöckchen in Hegathe klingen.

Die Überlebenden, größtenteils Fischer, Walfänger und anderes Volk, das vom Meer lebte, baten das Festland um Hilfe, erhielten aber kaum wesentliche Unterstützung. Beinahe alle Adligen der Systren waren dem Zorn des Berges zum Opfer gefallen, wodurch alle bedeutsamen Verbindungen zwischen dem Volk der Systren und der Herrscherschicht von Hochfels gekappt waren. Die Ungerechtigkeiten des bretonischen Feudalwesens zeigten sich in den folgenden Jahren eindrucksvoll, als Tausende weitere Bretonen auf Hochinsel verhungerten oder vom Wasser her stammenden Krankheiten zum Opfer fielen. Nur durch das Einschreiten der Druiden konnte ein völliger Zusammenbruch der Gesellschaft auf den Systren verhindert werden.

Mitglieder des Steinlehrezirkels nutzten ihr Wissen über die Inseln, um die verzweifelten Überlebenden mit nährstoffreichem Wurzelgemüse, Pilzen, Heilsalben und frischem Wasser zu versorgen. Dies führte zu einem kurzen, aber bedeutungsvollen Wiederaufleben des druidischen Glaubens, das bekannt ist als die grünen Jahre. Obschon die Druiden nicht wieder ihre alte Macht über die Inseln zurückgewannen, verdienten sie sich doch Respekt, und ihre Reihen schwollen erheblich an. Viele der druidischen Begriffe, die heute noch auf der Insel verwendet werden, stammen aus dieser Zeit der Wiedergeburt und Unterstützung.

Die Zugewinne der Bretonen über die folgenden Jahrhunderte waren bescheiden, aber geprägt von großer Freude. Die Systreaner und ihre druidischen Verbündeten, denen jetzt keine störende Adelsklasse mehr im Genick saß, bildeten eine beschauliche Gemeinschaft von Seeleuten, Bauern und Hirten. Gewaltige Holzfällerlager und ausufernde landwirtschaftliche Betriebe wichen kleinen Bedarfshöfen, idyllischen Weiden und erblühenden druidischen Enklaven. Beschädigte Monumente und zerstörten Villen blieben beschädigt und zerstört, während Ranken, Moose und Pilze eine Geschichte überwucherten, der nur wenige Systreaner nachtrauerten.

Band VI

Die idyllische Wiedergeburt der Systren nahm am 11. Abenddämmerung 1Ä 2704 ein jähes Ende. Gesandte des neu gegründeten Reman-Kaiserreichs legten an den Ufern der Gonfalon-Bucht an und erließen, dass der Archipel einmal mehr rechtmäßiges Eigentum von Cyrodiil sei. Diese Herolde wurden begleitet von einer Seilschaft Münzbarone, die ohne Zeit zu verlieren die Zügel ergriffen und den Systren-Archipel zurück zu seinen feudalen Wurzeln steuerten, nur jetzt eben im Namen des Kaisers. Kleine Widerstandsnester entstanden auf dem Archipel, aber keiner der Aufstände konnte wirklich etwas erreichen (mit Ausnahme der Aktivitäten des Ahngezeiten-Zirkels, die bis heute andauern). Unter dem wachsamen Auge kaiserlicher Statthalter und ihrer bretonischen Finanziers fielen die Inseln innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt zurück in Tamriels übergeordnete politische Ordnung.

Über Remans Herrschaft hinweg kehrten die Systren zurück zu den vertrauten Tätigkeiten: Holzgewinn, Bergbau und Schiffsbau. In den 2800er-Jahren der Ersten Ära erlebte die Ausgrabung von Ammoniten einen explosiven Höhepunkt, zuerst durch nibenesische Hexer, bald gefolgt von herkömmlichem Bergbau, bei dem Larimar und Halbedelsteine gefördert wurden. Mehrere maritime Unternehmungen verlagerten sich während dieser Zeit von Fischfang auf die Gewinnung von Froschmetall, angetrieben von der Entdeckung gewaltiger Vorkommen der schwimmfähigen Legierung in Höhlen unter Amenos. Allen Berichten zufolge erlebte der Archipel während Remans Zeit einen Aufschwung, der jedoch auf Kosten der Freiheiten ging, die man während der Wiedergeburt der Insel gewonnen hatte.

Mit dem Aufstieg des akavirischen Potentaten änderten sich die Geschicke der Insel erneut. 2Ä 11 wandelte der frisch an die Macht gekommene Potentat Versidue-Shaie die Insel Amenos in eine Strafkolonie für politische Gefangene um, die sich auf die Seite Remans geschlagen hatten. Die Ironie, dass die Systren, ein Symbol tamrielischer Einheit, als Deponie für politische Häftlinge verwendet wurden, blieb den Gelehrten jener Tage nicht verborgen. Eine solche Chronistin, Lisolda Paquoit, schrieb: „Dass eine Schlange unsere Gedenkstätte an den Sieg über Schnecken entweiht, sollte niemanden groß überraschen!“ Wie viele ihrer Zeitgenossen starb Paquoit auf Amenos. Auch nachdem die Arbeiten an der berüchtigten Rose abgeschlossen waren, schickte der Potentat weiter Gefangene auf die Gefängnisinsel, hauptsächlich zur Arbeit in den Laminar- und Ammonitenminen.

Obschon die Politik des Potentaten gewisse Auswirkungen auf Hochinsel hatte, schirmte die Abgeschiedenheit der Insel vom Festland sie vor den schlimmsten Exzessen des Regimes ab. Um den Frieden zu erhalten, kultivierten die bretonischen Aufseher auf den Systren einen Ruf freudiger Konformität und Unterwürfigkeit; man hisste stolz das Banner des Potentaten über Gonfalon, während man Pläne schmiedete, wie man aus den Fängen von Versidue-Shaie entkommen könne.

Zwischen den 110er- und den 280er-Jahren der Zweiten Ära erbte das bretonische Haus Mornard immer größere Macht in den Systren, hauptsächlich aufgrund ihrer engen Verbindungen zum Potentaten. Als die Herrschaft über das zersplitterte Festland nach und nach zu teuer wurde, fing Versidue-Shaie an, die Ressourcen in Cyrodiil zu konsolidieren; so wurden die Systren mehr oder weniger privatisiert in der Obhut des Hauses Mornard. Von diesem Moment an gehörten die Systren wieder den Bretonen.

Band VII

Nach dem Sturz des Potentanten Versidue-Shaie im Jahr 2Ä 324 und seines Nachfolgers Savrien Chorak im Jahr 2Ä 430 herrschte Chaos in ganz Tamriel. Usurpatoren und wilde Eroberer sprossen empor wie Gänseblümchen im Frühling und führten zu einer schmerzhaften Umverlagerung der kontinentalen Herrschaftsverhältnisse.

Als Vasallen der Gardner-Dynastie waren die Herzöge des Hauses Mornard nominell dem Königreich Wegesruh unterstellt. Allerdings blieb die Kommunikation zwischen dem Systren-Archipel und dem Festland in den frühen Jahren des Interregnums unzuverlässig. Diplomatische Missionen wurden regelmäßig von rothwardonischen Freibeutern und meereselfischen Marodeuren überfallen. Wenn Nachrichten dann doch ankamen, ignorierte Haus Mornard sie häufig und behauptete, sie seien auf See verloren gegangen oder von elfischen Spionen abgefangen worden. Diese inkonsistente Diplomatie ermöglichte es Haus Mornard, eine absolute Hegemonie über die Inseln zu gewinnen. Eine wichtige Ausnahme waren die Besitztümer des Hauses Dufort.

Den Baronen des Hauses Dufort gehörten kleine, aber wertvolle Ländereien auf Hochinsel, und diese Gebiete nutzten sie, um Mornards Pläne wann immer möglich zu durchkreuzen. Die Duforts ließen sich keine Gelegenheit entgehen, ein Dorn im Auge des Hauses Mornard zu sein, insbesondere wenn das entsprechende Manöver ihr Ansehen am Hof von König Gardner mehren konnte. Dieses unnachlässige Piesacken führte zu einem jahrhundertelangen Tanz voller Intrigen, Meuchelmorde, Entführungen und mindestens einem Seegefecht, bei dem ein Dufort-Erbe ums Leben kam. Schließlich beschlagnahmte Herzog Ruffe Mornard 2Ä 478 ein volles Drittel der Ländereien des Hauses Dufort und verbannte die Köpfe des Hauses nach Amenos. Als Grund nannte er eine angebliche Verschwörung gegen die Krone, die er mit einer Unmenge gefälschter Dokumente und einem erzwungenen Geständnis belegte. Die Gardner sahen dieser Aktion mit Argwohn zu, aber sie hatten ihre eigenen Schwierigkeiten mit einem aufstrebenden Camlorn und ließen die Angelegenheit auf sich beruhen.

Der eisenharte Griff, in dem Haus Mornard den Archipel hielt, sollte bis 2Ä 563 anhalten. Die Knahaten-Grippe fegte mit besorgniserregender Geschwindigkeit durch die Provinz und kostete Gemeine wie Adlige das Leben. Als Handelshafen litt das Systren-Archipel enorm, da er von immer neuen Wellen stetig grausamerer Varianten der Krankheit ergriffen wurde. Im Jahr 2Ä 565 riegelte Herzog Avrippe Mornard die Insel vollständig ab; nun konnte niemand mehr den Archipel betreten oder verlassen. Da das Land vom Handel abhängig war, verarmten die Systren als Folge vollständig. Wegesruh, nun unter der Herrschaft von König Emeric, blickte mit Ungunst auf Avrippe, als die Seuche sich legte, da er seine eigene Sicherheit und sein Vermögen dem Wohl seines Volkes vorgezogen hatte. Das wiederaufstrebende Haus Dufort sah zu und wartete.

Erschüttert von Emerics Tadel suchte Avrippe Mornard Hilfe bei anderen Adelshäusern, um seine Position zu sichern. Als König Ranser von Schornhelm Wegesruh 2Ä 566 den Krieg erklärte, schlug sich Avrippe auf die Seite von Emerics Feinden und sprengte seine Bande des Vasallentums. Emeric nutzte seine diplomatischen Beziehungen zu einer Reihe überraschender Verbündeter und fegte Ranser bei der Schlacht vom Ödmarkmoor vom Feld. Als die Dinge auf dem Festland geregelt waren, wandte sich Emeric den Systren zu.

Der Großkönig sorgte schnell für Gerechtigkeit. Emeric nahm Herzog Avrippe alle seine Titel und verbannte ihn nach Cyrodiil, wo er ein Jahr später starb. Außerdem erkannte er dem Haus volle zwei Drittel seiner Besitztümer ab und verlieh diese dem ewigen Widersacher von Mornard, Haus Dufort. Der Rest der Ländereien und des Vermögens von Mornard ging auf Avrippes Sohn Leonard über, und als letzte Beleidigung setzte Wegesruh Haus Dufort als Herrscher über die Systren ein.

Heute erblühen die Inseln unter der Herrschaft von Gräfin Elea Dufort. Wie in alten Tagen dient der Systren-Archipel nun wieder als Hafen, in dem alle willkommen sind und durch den Tamriel sein volles Potenzial entfalten kann. Sie sind ein Ort des Lernens, der tiefen Tradition, des maritimen Abenteuers und der ewigen Bande der Freundschaft. Ein funkelndes Juwel im eltherischen Meer, auf dem vielleicht über das Schicksal Tamriels entschieden werden wird!


Vastyr

Am südlichsten Ufer von Galen gibt es seit der Zeit des Druidenkönigs Kasorayn Siedlungen. Bei Ausgrabungen unter den belebten Pflastersteinen des modernen Vastyr wurden Überreste druidischer Tunnel und uralter Behausungen, von Draoife-Ritualstätten, Sinistramer-Kriegslagern, Darbietungsringen der Schwertsänger und sogar die unverkennbaren Spuren von Schleimbauten der Krecken gefunden.

Die Stadt, wie wir sie heute kennen, entstand erst deutlich später an den juwelenbesetzten Küsten der nördlichsten Insel des Archipels. Während Gonfalon (zu recht) als das Herz von Baron-Admiral Olos Schiffbaubestreben gilt, waren die großen dichten Wälder Galens viel zu verlockend für die Schiffbauer der Flotte aller Flaggen, als dass sie sie hätten ignorieren können.

Nach Jahrhunderten der Herrschaft durch das Festland war Hochinsel von der Nordküste bis zur Gonfalon-Bucht vom Feudalsystem, das in Glenumbra verwurzelt ist, geprägt. Galen hingegen war mehr oder minder unberührte Wildnis, da die Druidenzirkel über die Jahrhunderte hinweg für seine Unverletzlichkeit gekämpft hatten. Um 1Ä 2240 beschleunigten Baron-Admiral Bendu Olo und sein Stab den Schiffbau. Bei den Vorbereitungen ihres Angriffs auf Thras war ihnen bewusst, dass die üppige Wildnis von Galen und die Druiden selbst entscheidend für den Erfolg der Flotte sein würden. Jeder Hafen des Festlands steuerte Mittel bei, aber eine ungenutzte Ressource wie Galen konnte man einfach nicht ignorieren.

Aus den Memoiren von Kapitän Forvse Nelvilo: „Die Stiefel des Admirals waren so schlammverkrustet wie die von uns allen, als wir an Land anlegten. Wir hatten Gesandte zum Rat der Druiden vorgeschickt, aber der Strand war leer, als er Fuß auf den Sand setzte. Er drehte sich zu uns um, und im Schein unserer Fackeln sah ich ihn zuversichtlich grinsen. Dann wandte er sich wieder der Insel zu. Er stand da und wartete. Und wartete. Ich dachte schon, wir würden die ganze Nacht dort stehen, als plötzlich Lagerfeuer an beiden Enden des Strandes entfacht wurden, und da waren sie. Alle drei Zirkel, Hunderte von Druiden. Ihre Anführer kamen zu uns, um zu verhandeln, aber ich wusste bereits, dass der alte Olo sie überzeugt hatte.“

Von diesen frühen Tagen als Tiefwasserhafen und Schiffswerft für die Flotte aller Flaggen an war Vastyr ein Schmelztiegel bretonischer und druidischer Kultur. Die Stadt hatte seit jeher einen Kreis von Menhiren sowie einen Ort für die Verehrung der Göttlichen, und in den Hafentavernen hörte man so häufig gemäßigte Debatten über den Wahren Weg wie Gerüchte über Adlige oder bardische Verse.

So richtig entdeckte Vastyr seinen ganz eigenen Charakter zu Beginn der Zweiten Ära, als der Stern des Hauses Mornard immer weiter aufstieg. Durch Hinterlist, Bestechung und Brutalität errang Phane Mornard den Posten als regionaler Gouverneur des Systren-Archipels. Obwohl die Familie sich hauptsächlich um den Stammsitz auf Hochinsel und den Bergbau auf Amenos kümmerte, fühlten viele Mitglieder des Hauses eine starke Verbindung zur druidischen Kultur, die der Großmutter des Phane, Dorona, geschuldet war.

Angeblich hatte sie intensiven Kontakt zum Wyrd und zum Grün, und sie bestand darauf, dass die Familie in Vastyr investierte, zum Wohl der Druiden und des Stammbaums der Familie.

Nach der Belagerung der Stadt durch den Aufziehenden Sturm einige hundert Jahre später erwies sich das Gold der Mornards als überlebenswichtig. Der Fall des Kaiserreichs stürzte ganz Tamriel ins Chaos. Die Systreaner mussten einen Sturm überstehen, der dem der Tamsleute in nichts nachstand, als Möchtegernanführer und selbsternannte Könige den Archipel binnen einhundert Jahren nicht weniger als sechs Mal angriffen. Die Brandschatzung von Vastyr im Jahre 2Ä 365 war einer der brutalsten Augenblicke in der Geschichte der Insel, bei dem die halbe Stadt zerstört und der Großteil der Bevölkerung in die Wildnis versprengt wurde.

Während die späteren Taten von Herzog Ruffe Mornard die Handschrift eines Despoten trugen, wurde seine Vorfahrin für den Wiederaufbau des neuen Vastyrs als Schutzherrin der Stadt verehrt. Bernique war noch Jahrzehnte nach der Belagerung bekannt als die „Mutter der Stadt“, da Geld und Zuwendungen aus sämtlichen Mornard-Besitztümern den Wiederaufbau der Stadt sowie ihren Neustart in der Welt ermöglichten. Die himmelhohen Mauern beiderseits der Bucht von Vastyr stammen noch aus dieser Ära, genau wie das gewaltige Herrenhaus, das heute die Silhouette der Stadt dominiert.

Nach den katastrophalen Geschehnissen von Knahaten-Grippe und Ransers Krieg zog Haus Mornard sich nach Vastyr zurück, um seine Wunden zu lecken und für die Zukunft zu planen. Die moderne Stadt verbindet die Kulturen von Hochinsel, Festland und Druiden. Ideen aus aller Welt fließen schon durch ihre Tore, hereingetragen auf druidischen Schiffen, die Häfen auf dem gesamten Kontinent ansteuern.

Vastyr ist seit jeher ein Brückenkopf der „zivilisierten“ Kultur am Rand der Wildnis von Galen. Eine Stadt vieler Welten, vieler Kulturen und großer Hoffnung.

Ergänzung: Die Druiden von Galen

Wie von Dekan Heladren im Haupttext der Geschichte der Systren behandelt, spielten die Druiden eine entscheidende Rolle dabei, unser Verständnis des Archipels zu prägen. Die Insel Galen ist seit der ersten Diaspora aus Hochfels das Herz des Wahren Wegs, und mündliche Überlieferungen besagen, dass sie der Ort war, an dem sie 1Ä 330 zuerst an Land gingen.

(Nebenbei bemerkt besagen manche alten Texte, dass es, bevor Bretonen dort waren, eine Gruppe Nedier gab, die als Duriden von Galen bekannt waren, doch was wir über sie wissen, sind größtenteils Legenden. In diesem Dokument geht es um die Druiden, die letztlich die Systren erreichten. Ansonsten handelt es sich um eine größtenteils akademische Bezeichnung.)

Wir können uns kaum vorstellen, wie die frühen Tage auf Galen wohl aussahen. Zweifelsohne ein wunderschöner, bewegender Kontrast zum Leben auf dem von den Direnni dominierten Festland. Endlich waren sie frei, ihrer eigenen Spiritualität zu folgen, und gesegnet von der grenzenlosen Großzügigkeit des Grün machten sich die ersten druidischen Gesandten daran, die Insel in ein Paradies umzugestalten. Viele der legendären Stätten der Macht und einzigartigen Kreaturen, die die tiefen Wälder heimsuchen, tauchten in diesen frühen Jahren der druidischen Besiedelung auf.

Kasorayn, der letzte Druidenkönig, war die treibende Kraft hinter der Stabilität und dem Wachstum während dieser Zeit. Zeitgenössischen Berichten zufolge bekleidete der Druidenkönig eine eher kontemplative Rolle. Er beobachtete seine Anhänger aus der Ferne und schritt nur ein, wenn dies absolut notwendig war. Dennoch setzte er erhebliche Ressourcen sowohl magischer als auch weltlicher Beschaffenheit ein, um das neue Zuhause der Druiden zu befestigen. Wir müssen nur moderne Berichte über die Schimären, die Waldgespenster und noch merkwürdigere Phänomene betrachten, die die uralten Steine von Galen ihr Revier nennen, um zu wissen, dass dem so ist.

Der Tod des Druidenkönigs ist gehüllt in Mysterien: Einigen Aussagen zufolge hat er sich einfach ins Hinterland der Systren zurückgezogen. In dieser Version der Ereignisse ist der Druidenkönig friedlich verstorben, noch immer gepriesen und verehrt von seinem Volk, das ihm jedoch seine Privatsphäre und die Abgeschiedenheit gönnte, die er bevorzugte. Andere Varianten berichten davon, dass etwas Brutales und Übles seine Herrschaft abrupt beendete. Drängten einige Druiden darauf, vereint nach Hochfels zurückzukehren und ihre ehemaligen Unterdrücker niederzuschlagen? Wir haben nur wenige schriftliche Aufzeichnungen und widersprüchliche mündliche Überlieferungen, also werden wir es nie genau wissen.

Über die Jahrhunderte nach dem Tod des Druidenkönigs war das tiefe Grün hochheilig. Obschon der Angriff der Sinistramer im Jahr 1Ä 660 einen Großteil der Aufzeichnungen dieser Zeit zerstörte, überlebten offenbar viele der Druiden die Invasion der „linkshändigen Elfen“. Die Kinder Kasorayns zogen sich ins Innere von Galen zurück und konnten so die volle Macht ihrer Verteidigungsanlagen gegen diese Eindringlinge ausspielen.

Während Dekan Heladren der Ansicht ist, dass der Ausbruch des Feuersangbergs im Jahr 1Ä 668 möglicherweise mit der Katastrophe des Roten Berges zu tun haben könnte, habe ich Beweise dafür gefunden, dass die Druiden selbst den Vulkan auf Y'ffelon erweckt haben könnten. Obwohl natürlich auch Druiden bei dem Ausbruch ums Leben kamen, blieben die heiligen Stätten im Herzen Galens größtenteils verschont, und ich habe eine Menge Belege dafür gefunden, dass dies kein Zufall war.

Der Draoife, der herrschende Rat der Druiden, beteiligte sich zwar nicht öffentlich an der Gründung der Flotte aller Flaggen viele Jahrhunderte später, aber mir liegen mehrere zeitgenössische Berichte vor, die belegen, dass tatsächlich Druiden mit der Armada gesegelt sind. Sie brachten sich auf der Reise nach Thras als Wetterbeschwichtiger und Wegfinder ein, und möglicherweise spielten sie sogar eine Rolle beim Versenken des Kontinents. Obwohl, und dies muss ich betonen, dies reine Spekulation meinerseits ist, die auf den kargen Aufzeichnungen basiert, die uns noch bleiben. Eins ist jedoch klar, nämlich dass die Verwundeten und Verstümmelten der Flotte nach Rückkehr von Baron-Admiral Olo umfassend von druidischen Heilern behandelt wurden.

Der Glaube der Druiden und ihre Heilfertigkeiten rückten nach dem zweiten Ausbruch des Feuersangbergs gegen Ende der Ersten Ära wieder in den Fokus. Während der verbleibende ansässige Adel und die Herzöge vom Festland kein Problem damit hatten, das gemeine Volk der Systren verhungern zu lassen, schritten die Zirkel des Feuersangs, der Ahngezeiten und insbesondere der Steinlehre auf den Inseln zur Tat. Sie beruhigten die Flammen des Vulkans, errichteten Unterkünfte für die Obdachlosen, heilten Brandwunden und bauten neue Vorräte an, um die Vertriebenen zu ernähren.

Die Verwendung druidischer Wörter wie „Vailte“, „Draigh“ und „Gaithe“ in der Allgemeinsprache der Bewohner der Systren stammt aus dieser Phase der Geschichte, die gemeinhin als die Grünen Jahre bekannt ist. Dies ist wohl mit die Zeit, in der die Druiden sich am meisten eingebracht haben. Jedes Mitglied des Wahren Weges verließ seine heiligen Stätten und das tiefe Grün, um für das Überleben seiner Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder zu kämpfen.

Womit wir zur neueren Geschichte kommen, in der der Systren-Archipel ständig den Besitzer wechselte, vom Haus Guimard über verschiedene Versionen des Kaiserreichs, die bretonischen Münzfürsten und Haus Mornard, bis natürlich hin zur mehr oder weniger unabhängigen Verwaltung durch das Dolchsturz-Bündnis und Haus Dufort. Durch all diesen Wandel behielten die Druiden von Galen ihre uralten Traditionen bei, mehr oder minder unbeeindruckt vom Weiterreichen von Dokumenten in vergoldeten Amtsstuben in einem fernen Land. Die meisten Adligen, die diese Lande verwalten, gestatten dem Draoife seine eigenen Entscheidungen und greifen nur ein, wenn dies nötig ist. Insbesondere das ein wenig in Ungnade gefallene Haus Mornard ist dafür bekannt, dass es die Druidenzirkel toleriert.

Die beiden Gruppen sind einander so etwas wie ein Spiegelbild auf der Insel Galen: mit einem Fuß fest in der Vergangenheit, mit dem anderen auf den Sanden einer ungewissen Zukunft.

Ergänzung

Der ursprüngliche Text eines unbekannten Druiden wurde geborgen und übersetzt von Varona Vedralu, Oberste Lehrbeauftragte der Universität von Gwylim

Beim Ausbruch des Feuersangbergs im Jahr 1Ä 2484 wurden alle erwähnenswerten Siedlungen auf Amenos, Hochinsel und Galen entweder vollständig zerstört oder so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar waren. Genau wie heute konzentrierten sich damals viele der Gelehrten und Geschichtsforscher des Systren-Archipels auf die Taten von Rittern und Adligen, sodass unser Wissen über die „Grünen Jahre“ hauptsächlich auf sekundären historischen Quellen beruht.

Im Folgenden habe ich mehrere druidische Texte nach bestem Wissen rekonstruiert und übersetzt, die bei einer Ausgrabung einer Steinlehrestätte aus der Ersten Ära gefunden wurden. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Universitätsstudenten, die mich und Dekan Heladren auf den Archipel begleiteten und mir eine große Hilfe bei der Bergung dieser seltenen Fragmente waren.

Der erste Eintrag entstand offenbar direkt nach Beginn des Ausbruchs:

„Heute fiel erneut Asche vom Himmel, und die Hitze (ihrer) Knochen floss dorthin, wo Stein und Meer sich trafen. Wir scharten alle um uns, die wir erreichen konnten, und versteckten uns im (sicheren Ort), wo (unleserlich). Einige unter uns wollten jene wegschicken, die gewandet waren in die Seide der Stadt oder das Leder der Schiffe, aber der Erzdruide blieb fest entschlossen. Und so nahmen wir so viele auf, wie wir konnten, während das Lied des Feuersangbergs den Boden unter uns erzittern ließ.“

Der zweite Eintrag wurde wohl einige Monate nach dem Nachlassen der Ausbrüche niedergeschrieben:

„Die Ernte der Beeren war äußerst ertragreich. Unsere (Magie des Wahren Weges) hat dafür gesorgt, dass die Blätter zurückkehren und die Büsche Frucht tragen. Und so bleiben jene sicher, die unter unseren Ästen Zuflucht suchen, obwohl die Inseln in Aufruhr sind. Wir lehrten die Tamsleute, was wir konnten, und sie lehrten uns ihrerseits so einiges. Druide (Name unleserlich) hat einen Mann aus Wegesruh zu seinem Gemahl genommen, und unsere Bande mit unseren neu gewonnenen Verwandten sind stark. Wir haben so viel verloren in diesem Chaos, dass wir schon befürchtet hatten, es könnte die Ankunft des Säers ankündigen. Aber heute sieht es aus, als würde neues Leben aus der Asche wachsen. Das Grün sei gepriesen.“

Der dritte Eintrag wurde ein oder zwei Jahre später verfasst. Die Zeit hat es nicht gut gemeint mit diesem Text, und vieles von seiner Bedeutung fußt auf meinen Annahmen, die wiederum auf zeitgenössischen Werken basieren. Bitte beachtet dies, wenn Ihr diese Quelle für wissenschaftliche Arbeiten verwendet:

„Das alles war (Zeitverschwendung/eine Lüge). Die (Außenseiter?) respektieren (die Insel/Y'ffre) nicht. Sie nehmen unsere Geschenke und spucken auf (die Druidenzirkel). Eines Tages wird der Traum (Früchte tragen?), und dann nehmen wir uns unseren Platz in der Welt. Das haben wir in den Steinen gesehen, und in unserem Herzen, in unserer Seele.“

Sämtliche hier aufgeführten Texte wurden übrigens auf einer Kombination aus Bimsstein und Dunkelholztafeln verfasst. In den Stein wurden Siegel gemeißelt, und das Holz war bemalt mit einer einheimischen Variante von Beerenbluttinte. Diese Relikte können auf Anfrage im Archiv der Universität besichtigt werden.